Wikileaks: Saudiarabien lügt bei den Öl-Reserven

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Neben dem Märchen vom ewigen Öl, welches davon handelt, das sogenanntes abiotisches Öl ständig selbst von der Erde geschaffen wird, gibt es auch laufend neue Meldungen von Öl, dass irgendwo gefunden wird und die Ressourcen gewaltig steigert. Leider sagt niemand, dass genau diese Funde mit den bisherigen technischen Mitteln nicht förderbar sind oder die Förderung unbezahlbar wäre.

Aber das ist die kleinere Lüge. Die größere und wesentlich gefährlichere besteht darin, dass die ölfördernden Staaten über die bereits geförderte Menge lügen, um zu verschleiern, dass sie bereits Geld für Waffenkäufe oder den persönlichen Bedarf ihrer Potentaten mit geheimen Öllieferungen bezahlt haben. Genauso üblich ist es, dass solche Staaten darüber lügen, wie groß ihre Reserven sind. Je größer die Reserven, desto leichter sind Investoren bereit ihr Geld in diesen Ländern zu riskieren.

Aus den Wikileaks Veröffentlichungen im Guardian geht hervor, das Saudi Arabien bei der Bewertung seiner Resourcen schwer gelogen hat. Bereits im November 2007 hat der Geologe und ehemaliger Chef des staatlichen Ölkonzerns Aramco, Sadad al-Husseini, gegenüber einem US-Diplomaten darauf hingewiesen, dass die möglichen Fördermengen um 40 Prozent über dem real machbaren liegen.

Zwar will Sadad al-Husseini nicht ausschließen, dass die Fördermenge noch gesteigert werden könne, aber das erscheint angesichts der bisherigen Misserfolge und der aktuellen politischen Umbruchssituation in Nordafrika doch mehr als fraglich. Vermutlich dürfte Saudi Arabien bis 2020 sein Peak Oil erreicht haben.

Bei den Peak Oil Betrachtungen muss aber erwähnt werden, das es aktuell ein paar erfolgversprechende Ansätze zu geben scheint, die darauf hinweisen dass man über die bisher durchschnittlichen Ausbeutungsraten von 35 Prozent die Förderung noch durch Verpressen von Flüssigkeiten aus einer Lagerstätte erhöhen könnte.

Ein Film der am Freitag auf Arte gezeigt wurde, spricht die gesamte Problematik an und man sollte sich die 55 Minuten unbedingt gönnen:

Aber selbst wenn bei der Tertiärförderung von Erdöl die Ausbeutungsrate deutlich gesteigert werden kann, ist auch dieses Verfahren mit hohen Kosten verbunden. Spezielle Polymere müssten für jede Lagerstätte entwickelt und in Spezialverfahren eingebracht werden. Dazu kommt noch die Frage nach der Umweltverträglchkeit. Peak Oil, lässt sich vielleicht verschieben, aber nicht verhindern.


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9 Kommentare

  1. Hallo Herr Hoff,

    ich halte die Möglichkeit, dass Erdöl abiotisch ist für durchaus realistisch.
    Aber wie bei einer Kuh melken, es ist irgendwann leer. Das Euter. Wenn ich die Kuh nun schlachte, dann verpasse ich, dass sie am nächsten Tag wieder Öl geben würde.
    Warum wohl sprudeln die kleinen Quellen im Norden Deutschlands schon so lange?
    Wenn man natürlich auf Riesige Mengen angewiesen ist und, fördert ohne Verstand, dann ist es irgendwann zu Ende.
    Ich bin überzeugt, dass es noch nie so viel biologische Masse gegeben hat wie bisher verheizt wurde.
    Ich halte die Story vom Ende des Erdöls für einen tollen Marketing-Gag.
    Das ist fast wie die Story der Medizin die seit Jahrzehnten an Krebsmittel forscht und als Ergebniss immer neue Krebsarten erfindet.
    Übrigens zu vielen, uns so logisch erklärten Dingen, die vorne und hinten nicht stimmen gibt es einen interessanten Autor: Johannes Jürgenson.
    Gruß aus Baden.

    1. Lieber Norbert,
      wir haben bisher noch bei jedem Ölfund nachweisen können, aus welcher Erdepoche er stammt und alle waren auf ihren biotischen Ursprung nachweisbar.

      Ein abiotisches Öl wurde bisher noch nicht gefunden. Das gleiche gilt für abiotische Braun- oder Steinkohle. So weit ich weiß, gibt es bisher einen einzigen Gasfund, dessen Herkunft nicht nachgewiesen werden konnte. Der Fund war allerdings so klein, dass die erste Probe so ziemlich auch die letzte war.

      Vorstellbar ist alles, aber man sollte auf Vorstellungen keine Häuser bauen. Was ihr Beispiel mit der Kuh angeht. Die Kuh ist ein System, das nach der Geburt eines Kalbes Milch produziert, bis das Kalb selbst fressen kann. Normalerweise endet dann auch der Milchfluss. Er lässt sich aber durch Kraftfutter und regelmäßiges (2 x am Tag) melken sehr weit ausdehnen.

      Aber irgendwann ist Schluss und die Kuh muss erneut gedeckt werden um wieder Milch zu produzieren. Man kann die Kuh sogar dazu bringen, dass sie tragend noch Milch gibt und erst kurz vorm Kalben damit aufhört.

      Diese Methode ist aber sehr kräftezehrend für die Kuh und deshalb verkürzt sie ihre Lebenszeit. Aber am Ende eines jeden Kuhlebens, kommt der Zeitpunkt wo sie nicht mehr trächtig wird und auch keine Milch mehr gibt. Sie ist jüste und wird geschlachtet.

      In der Realität wird die Milchmenge die die Kuh produziert und ihr Alter genau beobachtet. Sie wird geschlachtet, sobald ihre Milchleistung signifikant nachlässt, auch wenn sie noch etwas Milch geben würde.

      Die Kosten für die aufwendige Fütterung rechtfertigen eben nicht den Erhalt einer Kuh, die nur noch „wenig“ Milch gibt.

  2. @jochen hoff

    Es hat noch niemand geschafft aus biologischen Resten Öl oder Methan herzustellen. Warum wohl? Dürfte doch kein Problem sein. Knochen, Pflanzenreste und so ein Zeug gibt es doch genug. Ukrainischen Wissenschaftlern ist es gelungen abiotisch Methan herzustellen, unter sehr hohem Druck und hohen Temperaturen. Genau das sind die Bedingungen die in ein paar tausend Metern Tiefe herrschen. Methangas und Öl kommen immer zusammen vor. Ergo, Öl ist nicht fossil. Hier ein interessanter Bericht von 3Sat.

    http://www.youtube.com/watch?v=VypEoooVIto

    Übrigens wurden riesige Ölfelder vor Venezuela, Kuba und Haiti gefunden. Dummerweise kamen im Fall Venezuela und Kuba die Russen den Amis zuvor und haben Verträge mit diesen Ländern zur Ölförderung gemacht. Haitis ehemaliger und im Exil lebender Staatspräsident Jean-Bertrand Aristide wurde von den Bush’s zweimal aus dem Amt gejagt. Was hatte er denn verbrochen? Sein Verbrechen war, dass er in den Ölmarkt wollte. Damit wäre Haiti reich geworden.

    Und immer schön fragen: Cui Bono?

    PS: Nach der Peak Oil Theorie der 70er Jahre dürfte es gar kein Öl mehr geben. Dabei wurde noch nicht mal das aufstrebende Asien berücksichtigt. Und zum Thema Wikileaks sei gesagt, dass Wikileaks dazu geschaffen wurde, gezielte Desinformation zu betreiben. Assange hat hervorragende Kontakte zu George Soros und den Rothschilds. Das er ermordet werden soll ist ein PR Gag.

    PSS: Assange hatte großspurig angekündigt eine führende Systembank in den USA hochgehen zu lassen. Und nun? Rückzieher. Und noch mal: Cui Bono?

    1. Du liegst falsch, irgendein Institut der Fraunhofergesellschaft hat 2009 aus Gras und Baumabschnitten Öl produziert.

      Es gibt kein abiotisches Öl und Peak Oil, ist etwas, was sich je nach Förderart und neu gefundenen Feldern nach hinten verschiebt. Sieh dir doch bitte das Video an, bevor du hier unqualifiziert postest.

    2. Sicherlich kann man aus biologischen Resten Öl produzieren. Das ist ja auf der Erde auch passiert. Das Problem ist, dass die benötigte Energiemenge die Ausbeute bei Weitem übersteigen wird. Somit Gewinne ich rein gar nichts.

      Die Peak Oil Theorie ist in den USA belegt worden. Das Problem mit der Bestimmung des Fördermaximums liegt darin, dass sich technologische Entwicklungen und/oder neue Förderstellen schwer kalkulieren lassen. Wenn in den nächsten Jahren die Förderung in der Arktis anlaufen sollte, dann hat man neue Quellen und das Maximum verschiebt sich.

      Die Frage die sich jeder Leugner des Ölpeaks stellen sollte ist folgende. Wenn Öl uendlich förderbar ist und „nachwächst“, warum wird dann solch Aufwand betrieben neue Förderstätten so finden und zu betreiben (Tiefsee, Ölschlamm, Arktis, Krisengebiete)?

  3. Vielleicht ist diese Doku etwas für euch.

    http://www.youtube.com/watch?v=vfYfVc79d4M

    Seine Leidenschaft ist insbesondere das Peak-Oil-Problem- Collaps „Michael Ruppert“

  4. Lieber Jochen

    Weder das Eine noch das Andere ist definitiv bewiesen.

    Deine Angabe, dass bislang jeder Ölfund einer biologischen Epoche zuzuordnen war, ist zwar richtig – aber auch falsch.
    Wenn Du mal nachforscht, wie diese Zuordnung stattfindet, wirst Du Dich sicherlich an eine Sekte erinnert fühlen: das biologische Zeitalter wird anhand der Fördertiefe festgestellt.
    Fein, sehr sinnig.
    Nur das damit Funde von > 10.000m nicht mehr erklärbar sind.

    Weißt Du, was noch nie innerhalb von Öl (als Rückstand) gefunden wurde?
    Fossilien (jeglicher Art).

    Weißt Du, was aber in jedem Öl in mehrfacher Konzentration als in jedem Lebewesen gefunden wird?
    Schwefel.

    Deswegen: das einzig sichere ist, das wir kleinen Deppen nie zu irgend etwas die volle Wahrheit erfahren. Deswegen ist bis zu einem unumstößlichen Beweis zu jedem (angeblichen) „Wissen“ die Skepsis dringend angeraten.

  5. Ich muss den Kommentatoren leider beipflichten – die Theorie des abiotischen Ursprungs wurde Mitte des 18Jh. aufgestellt (von Mikhailo Lomonossov).
    Die Russen wissen längst, dass öl abiotischer Herkunft ist. Aber definitiv bewiesen ist weder das eine noch das andere. Es gibt Ansätze, die das abiotische entstehen von langen Kohlenwasserstoffmolekülketten wahrscheinlich erscheinen lassen. Das sind unter anderem die sog. „black Smoker“ auf dem Meeresgrund (Methan etc.). Ein weiterer ist der, dass Erdöl vornehmlich entlang der Kanten Kontinentalplatten gefunden wird. Die Russen fördern inzwischen aus tiefen bis 13’000m – viel zu tief für irgendwelche verschütteten Fossilien! Ausserdem ist die Menge an gefördertem Öl viel zu gross, als dass diese aus Biomasse hätte entstehen können.

    @chriwi
    Die Antowrt zu deiner Frage ist einfach – GIER! Zapft man mehr öl aus einer Quelle, als natürlich nachfliessen kann, werden die Wände der Kavernen instabil und brechen teilweise auch ein (um dies zu verhindern und um auch noch den letzten tropfen Öl aus der Erde zu pressen wird teilweise auch Wasser in die Quelle gedrückt). Geschieht das in grösserem Umfang, ist das Spiel in der Regel vorbei, die Quelle versiegt und man benötigt eine neue.
    Ist beim Wasser dasselbe, da sickert meist (Küstennähe) Salzwasser nach und die Quelle ist dann TOT.
    Ausserdem, wenn man den „Preis“ einer Ware (nicht zu verwechseln mit dem „Wert“ dergleichen) nach oben jubeln will, kommt man nicht darum herum, diese Ware zu „verknappen“ – jeden verbildeten Depp auf dieser Erde ist somit klar, dass der Preis steigen muss! Das Spiel kann bei Wasser, Nahrung, Öl, Gold und Silber schön beobachtet werden. Man könnte diesen Effekt „Mital Effekt“ nennen. Der Stahlgigant kauft seit Jahren Minen und Schmelzereien auf und schliesst diese. Dadurch wird das Angebot knapper bei gleichzeitig schrumpfendem Betriebsaufwand (weniger Werke = weniger Angestellt = weniger Kosten). Das treibt die Preise hoch und freut den Aktionär!
    Es gibt angeblich im Weltall Meteoriten, die einen Goldgehalt im zweistelligen Prozentsatz aufweisen. Würde man so einen „einfangen“ und auf die Erde bringen, würde dies den Preis für Gold pulverisieren.

  6. @dummschätzer #5
    Der Herr Lomonossow besagt in seiner Theorie, daß dieses Öl biologischen Ursprungs währe. Gleich nach der Nummer mit dem Bernstein, gelle. Glauben ist generell problematisch. Desweiteren bleibt anzumerken, daß dieser Planet seit 3,4 Milliarden Jahren organische Materialien verpresst und wandelt, ob Torf, Braunkohle, Steinkohle und ebend auch Öle inklusive aller Zwischenprodukte wie Schiefer etc. Generell gilt für Ressourcen, Sie sind endlich, nicht nur mathematisch sondern sehr real.

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