Von Experten, Gurus und Weisen.

ÄchsExperten kennt ja jeder, – oder? Also Leute, die sich mit irgendwas ganz besonders gut auskennen. Experten, gibt es für alles und jeden. Es gibt Experten für Politik, für Märkte, für Finanzen, für Versicherungen, für Ernährung, für Kunst, für Wissenschaft, – ja selbst Terrorexperten sind überhaupt keine Seltenheit mehr. Ich selber mag ja Experten für Astronomie, Teleskopbau, Bärtierchen, Comic, Märchen, Schleimpilze, Gemüse, Bier und Zwiebelkuchen. Wobei man ja nicht um die Erkenntnis herum kommt, dass das alles nur second hand, Dünnbrettbohrertum bzw. erbärmliche Mittelklasse ist, denn die wahren Weihen der Erkenntnis, fangen erst beim Guru an.

Also die High-End-Experten. Die Creme-de-la-Creme des Expertentums. Die King-Käse-Glocken des ultimativen Wissens mit dem bereits schon spirituellen Nimbus des Lehrers, – selbst noch der Experten. Ist ja auch klar; ohne Gurus keine Götter darüber, als dann das wirklich ultimative Leuchtwerk einer Hierarchie des absoluten Wissens mit direktem Draht dazu. Gurus gibt es fast auch für alles und jeden. Es gibt Politgurus, Gesundheitsgurus, Finanzgurus, Bankengurus, Fittnessgurus, Kochgurus, Comicgurus, Wissenschaftsgurus, Kunstgurus, Wetter-gurus, etc. usw. usf. Gut, beim Terrorguru bin ich merkwürdigerweise nicht fündig geworden, und habe selbst bei den Gurus für den schlechten Geschmack keinerlei Hinweise darauf gefunden.

Ähnlich seltsames, tut sich übrigens auch beim Thema Fake-News. Experten dafür, gibt es wahrlich genug, – nur bei den Gurus, sieht es zumindest hierzulande wirklich mager aus. Ja, meine Güte, – es muss doch eine oberste Instanz geben, deren Deutungshoheit keinerlei Zweifel übrig lässt. Was machen wir zum Beispiel, ohne direkte Verbindung zur entsprechend erleuchteten Quelle reiner Wahrheit, wenn ein Experte für Fake-News, der gar kein Experte ist, den Fake-New verbreitet, dass er ein Experte für Fake-News ist? Nachher nennt der sich glatt noch selber Guru. Da könnten doch nun jetzt wenigstens mal die Experten für Experten ihre Gurus fragen, was denn da zu tun sein könnte.

Natürlich sollte man-, auch trotz der sicher höheren Kompetenz von Gurus, die Experten auf keinen Fall diskreditieren. Zur Belehrung von uns fachspezifisch unterbelichteten Wesen des Alltags, sind sie mehr als ausreichend und nehmen den Gurus dadurch eben auch die anstrengende Detailarbeit ab, damit diese sich um die großen Gedanken kümmern können und darüber eventuell gar das Ziel der fachspezifisch göttlichen Weisheit zu erlangen. Solcherlei Weise, – gibt es nämlich tatsächlich nur ausgesprochen wenige. Sie zeichnen sich vornehmlich dadurch aus, dass sie selbst bereits so voller Erleuchtung stecken, dass sie selbst gar nicht mehr nach irgendwas im großen Nirwana nachfragen müssen, sondern den ultimativen Zustand einer inneren Stabilität des ewig Gültigen erreicht haben. Solcherlei Weise brauchen nichts mehr zu sagen, als lediglich noch die immer gleichen mantrischen Gesänge von sich zu geben, welche sie zum Zeitpunkt ihrer Erleuchtung gelernt hatten. Ganz egal, ob das vor Jahren oder Jahrzehnten war, – es wird auch in aller-fernster Zukunft so bleiben. Meines Wissens, haben diesen Zustand bisher lediglich die sogenannten Wirtschaftsweisen erreicht. Was natürlich wiederum auch für alle damit direkt- oder indirekt verbundenen diesbezüglichen- wie sonstigen Experten und Gurus, das Leben sehr einfach macht, da einfach nur noch die Gesänge weiter gegeben werden müssen.

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