Volkswirtschaft – nichts als ein fauler Zauber

Mein Freund Elmar Benninghaus der nicht nur ein Künstler ist der mir liegt, sondern auch Duckhome Autor hat auf Facebook eine Diskussion über die menschliche Rationalität bei gleichzeitiger menschlicher Irrationalität angefangen der ich nicht widerstehen konnte. Dabei brachte Elmar den Begriff vom: "sozioökonomisch-naturwissenschaftlichem Messer am Hals" der Menschen. Dieses Messer fühlen zur Zeit viele Menschen und es macht sie fertig. Mir gab es ein Stichwort. 

Sozioökonomisch-naturwissenschaftlich ist nämlich gar kein brauchbarer Begriff. Naturwissenschaft an sich ist nämlich nicht ökonomisch und nicht sozial. Es geht um reine Erkenntnisse. Sobald ich den Naturwissenschaften eine Zielrichtung zu geben versuche, grenze ich sie ein und mache Erkenntnis unmöglich. Auftragsforschung ist auch so ein Falschbegriff. Ein Auftrag definiert ein Ziel und gibt damit eine Richtung vor. Anstatt also alle Ergebnisse seiner Forschungen mit fast gleicher Kraft auf mögliche weitere Schritte zu untersuchen, ist der Auftragswissenschaftler wie ein Pferd mit Scheuklappen. Er darf nur sehen was in Fahrtrichtung direkt vor ihm liegt und nur ca. 26 Prozent der möglichen Ergebnisse weiterverfolgen, wirft also rund 70 Prozent seiner Forschungsergebnisse ohne Prüfung auf den Müll. Reine Verschwendung.

Während die Naturwissenschaften immer voraussetzen, dass ihre Erkenntnisse falsch sein können und sich oftmals erst Jahre oder Jahrzehnte später beweisen oder widerlegen lassen, gibt es die Pseudowissenschaften wie zum Beispiel die Ökonomie, insbesondere die Wahrsager aus der Volkswirtschaft, die ihre meist lächerlichen Modelle mit der Wirklichkeit und der Wahrheit verwechseln. In Wahrheit sind es Religionen wie ihre vielen Schismen zeigen. Einem mathematischem Theorem folgt eine lange Phase des Prüfens und Beurteilens, bevor es wahr als wahr anerkannt wird und manch einer wurde in seinen Forschungen auch schon um jeden Erfolg betrogen weil ein Theorem dem er vertraute nicht Bestand hatte.

In der Volkswirtschaft wird jeder Scheißhausgedanke sofort in einer Operation am offenen Herzen der Wirtschaft und der Menschen ausprobiert, ohne die Folgen auch nur kurz zu bedenken. Am Ende ist auch keiner dieser Spinner verantwortlich, weil die Okonomen ja nur die dumme Idee lieferten und sie in allen Medien propagierten. Für die Folgen ist niemand mehr zuständig. Nicht die Politik die zwar die Gesetze schuf, die sich aber auf die Ökonomen verließ und nicht die Medien die den Unfug propagierten und hinterher sagen, es sei doch das Werk von Ökonomen und Politik gewesen.

Kurzum wir müssen die Volkswirtschaft aus den ernsthaften Wissenschaften ausschließen und ihre Verwendung sogar unter Strafe stellen. Denn die Folgen dieser auf falschen Voraussagen und  Wunschdenken Perverser beruhende Politik, die nun überall sichtbar werden, ist ein immenser Vertrauensverlust. Es begann bei den Politikern denen selbst die Leute die sie wählen nicht mehr glauben und nichts mehr zutrauen. 

Die Demoskopen bemerkten diesen Vertrauensverlust und reagierten indem sie ihn weglogen. Die Politiker glaubten die Lügen der Okonomen und der Demoskopen und schuften für sich das Mantra "Weiter so!" Die Medien betrieben Propaganda für ein System von dem sie glaubten, das es ihnen das wirtschaftliche Überleben sichern und ihre Kapitaleigner reicher machen würde. Je weniger das System funktionierte desto wilder und irrationaler wurde Tanz auf dem Vulkan, desto höher sprang man und desto schneller drehte sich alles. 

Irgendwann endete für die Okonomen, die Politiker, die Medien und die Demoskopen jeder Bezug zur Realität und Rationalität. Sie leben in Ihrer Irrationalität aus selbstgenschnitzen Fakten und nennen alle die noch in der Rationalität und Realität verblieben sind: "Postfaktisch". Das ist übrigens nicht Pipi Langstrumpf die sich ihre Welt machte, sondern das ist reine Irrationalität die nur noch auf Wunschdenken basiert, also der pure Wahn. Ein Wahnsinn der sogar so weit geht einen dritten Weltkrieg, mit Russland als Schuldigem auslösen zu wollen, um die vorhandene Realität neu zu formen und dem System ein Reset zu erlauben.

Es gibt viele Auslöser aber tatsächlich keinen Schuldigen mehr. Hysterie ist ein Krankheit, genau wie der Realitätsverlust. Man hat angefangen seine eigenen Lügen zu glauben. Clemens Fuest, der neue Professor Unsinn des Ifo-Instituts ist auch so jemand der den Bezug zur Realität aufgegeben oder verloren hat. Da räsoniert er dass die EZB anfängt, ihre Geldpolitik davon abhängig zu machen, ob in irgendeinem Mitgliedsstaat gerade Wahlen sind. Anlass bot ihm die Volksabstimmung in Italien. Wenn die EZB allerding seine Klientel und Auftraggeber die Abzocker bedient, dann ist das politische in Ordnung für ihn und dann sieht er die Unabhängigkeit der EZB auch nicht gefährdet. Das ist nicht nur postfaktisch das ist völlig irrational. Eine Nationalbank ist immer politisch. 

Natürlich gibt es auch Ökonomen die die erkannt haben, dass die Globalisierung nicht funktioniert hat. Politiker wie Trump die sie massiv rückgängig machen wollen und auch Milliardäre wie Nick Hanauer die erkannt haben was passieren wird. Hanauer der sich selbst als überzeugten Kapitalisten bezeichnet bezeichnete die Situation in den USA schon 2014 als revolutionär im Sinne der französischen Revolution. Wenn man bedenkt dass solche Entwicklungen in der USA meist ein paar Jahre vor unseren Reaktionen erfolgt, der weiß was droht. Hanauers Warnung vor einem wütenden Volk mit Mistgabeln ist sicher nicht übertrieben. 

In der Diskussion mit Elmar habe ich zur aktuellen Situation gesagt: 

Am Ende bleibt nur Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit oder Wut und Hass. Die, die uns regieren und glauben uns zu beherrschen hoffen das wir uns in Wut oder Traurigkeit verlieren. Sie versuchen den offen geäußerten Hass weg zu zensieren. Wie ein Kind das im dunklen Keller die Augen schließt und pfeift. Wir müssen einen Ausweg aus dem Dilemma finden, oder der Topf explodiert. 

Elmar hat ein die Liebe als wesentliches Argument eingebracht: 

Ja Jochen, diese Wut und dieser Hass, der sich da gerade von allen Seiten auf alle direkt oder indirekt breit macht, wäre so ziemlich der zur Zeit pragmatischste Ansatzpunkt. Aber schreib bei diesen ganzen Denkerfiguren mal von Liebe. Schwerpunkt der Richtung einer Zeit. Ganz unabhängig sogar von Politik.

 Meine Antwort ist leider nur das was ich seit Jahren sage: 

Liebe bedeutet Vertrauen und damit Sicherheit und Solidarität. Das aber genau fürchten die Herrschenden. Weshalb haben sie den systematisch die Familien zerstört. Mobilität der Arbeitnehmer mit Wochenendehe oder täglich 4 Stunden Fahrtzeit. Wer aber den Menschen Liebe, Vertrauen, Sicherheit und Solidarität nimmt, der nimmt ihnen die Hoffnung und erzeugt Wut.

Es ist klar wer den Boden für diese Wut und diesen Hass bereitet hat. Ökonomen, falsche Wissenschaftler, gekaufte Politiker und Medien die sich als Huren des Systems und Systemgewinner selbst von ihren Lesern entfremdet haben. Es sind nicht die 62 die praktisch die Welt besitzen, die alleine das Problem darstellen. Vermutlich sind ihre fleißigen Helferlein in ihrem Ehrgeiz nach oben zu kommen weit schlimmer.

Unser wichtigster Feind sind also die Helferlein der Reichen und darunter haben Ökonomen und Journalisten den meisten Einfluss. Wenn wir diesen Einfluss brechen können, haben wir schon halb gewonnen. Unsere Politiker sind zwar schlimm, gekauft, böse und erbärmlich, aber eigentlich nur Abschaum der eben beim Kochen des Fleisches Demokratie zwangläufig entsteht.

Sobald wir die Wahrsager der Volkswirtschaft wieder in ihre Jahrmarktsbuden zurückjagen und die Systemmedien die letzten paar Leser verloren haben und auch die öffentlich Unrechten ihr Geld verdienen müssen, fallen die Politiker von selbst und mit ihnen ihre Parteien, die uns alle das gleiche Produkt nur in unterschiedlicher Verpackung verkaufen wollen. Es ist nämlich egal wie man Scheiße verpackt. Der Inhalt bleibt Scheiße. 

 

Ein Kommentar

  1. Hallo Jochen, im Zusammenhang mit Ökonomie zitiere ich (ich hoffe, der Autor hat nichts dagegen) etwas von dem Blog “Sascha’s Welt”, was ich gestern dort gelesen habe:

    “Für die Untersuchung der ökonomischen Gesetze und ihre Bewegung haben bürgerliche Ökonomen während der Herausbildung des Kapitalismus einen wichtigen Beitrag geleistet. Aber die Klasseninteressen der Bourgeoisie hinderten, sie daran, das Wesen der kapitalistischen Produktionsweise und ihre geschichtlichen Perspektiven aufzudecken. Je mehr sich der Klassenkampf zwischen Arbeiterklasse und Bourgeoisie entwickelte, um so mehr trat an die Stelle der objektiven Forschung die Apologetik, die ausschließliche Verteidigung des Kapitalismus.” (https://sascha313.wordpress.com/2016/12/11/ist-das-kapital-von-marx-noch-gueltig-oder-hat-sich-karl-marx-geirrt/)

    Alle Elemente unserer kapitalistischen, zumal neoliberalen, Gesellschaft erzeugen Angst. Angst ist eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Instrument zur Sicherung der Herrschaft der Klasse, die wir Bourgeoisie nennen. Wir könnten sie auch Eliten, Superreiche, Bonzen usf. nennen, wir meinen das Gleiche. Erleichtert wird die Implementierung von Angst durch die systematische Zerschlagung von Solidarität (und somit von Liebe und Vertrauen, wie du es beschreibst).

    Diese Gesellschaft besteht eigentlich, wenn man sie auf die objektiven Gegebenheiten reduziert, nur aus herrschender Klasse und Beherrschten, aus Oben und Unten, aus Arm und Reich, also aus denen, die Produktionsmittel besitzen und denen, die nur ihre Arbeitskraft besitzen. Das Oben zwangsläufig weniger sind als Unten, müssen sich die von oben Verbündete von unten suchen. Damit sie sich nicht mit ihresgleichen solidarisieren, stellt man sie scheinbar über den Rest, in dem man ihnen Macht qua Amtes, mehr Geld, mehr Besitz und oder mehr Wissen gibt. Sie mit mehr Privilegien ausstattet. Wenn diese nicht weiter nachdenken, werden sie sehr wahrscheinlich ihre bessere Stellung behalten wollen. Sie sind erpressbar, wenn es mehr von ihnen gibt, denn nicht alle werden benötigt. So entsteht Konkurrenz unter ihnen. So wird die Gesellschaft quasi endlos weiter gespalten, am Ende stehen viele Alte (nicht alle, es gibt ja auch wohlhabende Rentner), Kranke, Behinderte, Erwerbslose, Alleinerziehende und ganz zum Schluss die Obdachlosen.

    Man hielt es in den 60ern für links und fortschrittlich, die Familie als Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft zu zerschlagen und die Frauen zu befreien. Vom Grunde her war das richtig, nur hat man nichts Sinnvolles an die Stelle der Familie gesetzt, sondern nur Vereinzelung, Vereinsamung und Egoismus. An die Stelle von Liebe und Vertrauen züchtet man die Generation Ich-AG, die Selfiegeneration, die Kinderhasser und die Gestörten heran. Beispielsweise in meiner Heimatstadt Hannover sind weit mehr als die Hälfte aller Haushalte Single-Haushalte.

    Das Irrationale an dieser Situation ist, dass die Menschen KOLLEKTIV ausgebeutet, schikaniert und zu steuerabgaben gezwungen werden, aber ihre Arbeitsverträge sind individuell. Für den General gibt es keine individuellen Soldaten. Alle sehen gleich aus, es sind nur Pappkameraden auf einer Landkarte, die man hin und her schieben kann, wo man sie gerade haben will.

    Der Wegfall von Liebe, Vertrauen und Solidarität macht Angst und Angst macht krank. Wenn statistisch die psychischen Erkrankungen so extrem zunehmen, dann nicht, weil Psychiater und Pharmaindustrie neue Krankheiten erfinden. Letztere Aussage ist eine der vielen neoliberalen Lügenscheiße, die in den Köpfen der oben skizzierten Handlanger und Speichellecker entsteht. Die Krankheiten sind real, aber die Bourgeoisie profitiert noch davon.

    Angst wird zu Wut und Wut wird kanalisiert, damit sie sich nicht gegen die oben richtet. Daher die Hetze gegen Minderheiten. Besonders wir Deutschen werden so feige erzogen, unsere Wut auf die da oben, also im Kleinen die Wut gegen die Eltern, die einen misshandeln, gegen mich Schwächere zu richten.

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