Vodafone – Meldungen aus der Datendiaspora

Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn man keine Internetverbindung und kein Festnetz mehr hat. Das gilt insbesondere für ein Nachrichtenjunkie wie mich. Selbstverständlich hatte ich mich vorbereitet und einen alten Surfstick bereitgelegt. Nur dumm, dass das Konto scheinbar nicht mehr existiert und man auch keinen Karte ohne Stick kaufen kann. Aber nun habe ich es geschafft und habe ganz 5 GB für 30 Tage. Welch ein Überfluss. Im Normalfall brauche ich rund 75 GB im Monat, obwohl ich keine Filme oder Musik runterlade.


Also auf zur neuen Bescheidenheit. Bescheiden ist auch die Leistung von Vodafone. Ich hatte doch tatsächlich vor einiger Zeit meinen Vertrag geändert um vom Festnetz per Flat in Vodafone und andere Mobilfunknetze telefonieren zu können. Die Idee war gut. Dummerweise ist Vodafone jedoch ein sehr begrenztes Unternehmen, dass immer nur eine Sache pro Kunde zur gleichen Zeit erledigen kann. Die Vertragsänderung gibt natürlich nicht sofort sondern zog sich bis zum 14 September hin. So lange konnte ich meinen Umzug nicht melden. Ein Call-Center Mitarbeiter der genau das versucht hat, scheiterte jämmerlich. Vodafone arbeitet eben sequentiell und ist darin auch noch besonders langsam.

Zum Glück lag an der neuen Adresse noch eine Telefonleitung an, so dass ich zumindest mit mäßiger Geschwindigkeit ins Netz konnte. Was das kostet wissen die Götter. Aber auch dieses Problem hat Vodafone gelöst. Als ich am Sonntag endlich meinen Umzug online ins System eingeben konnte, habe ich veranlasst die Telefonleitung in der alten Wohnung zu sperren. Vodafone handelte gleich richtig konsequent. und sperrte meinen Internetzugang komplett. Vermutlich ist die Telefonleitung aber noch offen.

Auch der Termin zudem nun umgeschaltet werden soll zeugt von der Leistungsfähigkeit Vodafones. Sie haben einfach nur den 30. September zugelassen, weisen aber fröhlich darauf hin, dass sich dieser Termin auch noch verschieben kann. Ich also die Hotline bemüht. Ein spaßiges Unterfangen. Da gibt es nämlich einen Computer der glaubt reden zu können und vor allen Dingen die Menschen zu verstehen.

Dieser Computer ist dermaßen bescheuert programmiert, dass es geradezu weh tut. Aber ich kenne das Gegenmittel. Ich singe dem Scheißding so lange etwas vor, bis es genervt aufgibt und mich mit einem Menschen verbindet. Die fassungslosen Gesichter meine Familie als ich am Schreibtisch sitzend ins Telefon singe, waren bärenstark. Mein Gesang ist übrigens schlimmer als jede Klospülung.

Die erste Callcenter Tante war einfach klasse. Von keiner Ahnung getrübt. Sie beharrte darauf, ich habe meinen Anschluss gekündigt. Als wenn man so einfach kündigen könnte und wer will schon zu den Telekomikern. Den Zusammenhang zwischen Abschalten der alten Telefonleitung und meinem Umzug wollte sie nicht sehen. Sie sah zwei einzelne Rechtsschritte und selbstverständlich muss auch mein Internetzugang gesperrt werden. So ist das halt bei Vodafones. Ich beschrieb ihr wie bescheuert es doch sei, einen Internetzugang zu sperren, der ja gar nichts mit der Telefonleitung zu tun hat sondern ein zusätzlicher Dienstleistungsvertrag ist, der über jeden Anbieter laufen kann. Aber die Dame war unversöhnlich und fühlte sich persönlich beleidigt und wollte auflegen. Das konnte ich noch verhindern und im weiteren Dialog verlegte ich mich darauf um eine schnellere Anschaltung zu bitten.

Oh, das war aber grundfalsch. Sie erklärte mir allen ernstes, dass da ein Telekomtechniker mit einem Stück Draht kommen müsste um mich ans Netz zu bringen. Das ich mit ihr über die Leitung die der Telekomiker verlegen sollte, telefonierte störte sie in ihren Konzept ganz und gar nicht. Natürlich hatte sie keinen Vorgesetzten und ich keine Zeit um den ganzen Tag auf einen Rückruf zu warten der nie kommen würde.

Also heute noch mal das Spiel. Die Computerstimme und mein Gesang. Dann lange Zeit Warteschlangenmusik und am Ende flog ich zweimal aus der Leitung. Aber ich bin ja hartnäckig. Dann hatte ich eine Menschin. Eine kluge Frau. Die wusste was sie nicht wusste und machte sich schlau und ich hatte wieder die Warteschlangenmusik. Aber dann verband sie mich mit einer Kollegin die Ahnung hatte. Aber Ahnung nützt bei Vodafone auch nichts. Sie bot mir an, dass ich mir bei Vodafone einen Stick kaufen solle und mir Vodafone einfach die Kosten ersetzen würde. Alternativ hätte sie mir auch einen Stick zu schicken lassen, was aber auch noch mal ein paar Tage gedauert hätte.

Ergo latschte ich ins Märkische Zentrum und wollte mir eigentlich nur für meinen alten Stick eine neue Simkarte besorgen. Die gab es aber weder bei Vodafone noch bei Saturn. Beide hatten nur mit Stick. Also kaufte ich bei Vodafone einen Otelo Stick – von Vodafone direkt hatten sie keinen – und nun bin ich für 65 Euro dreißig Tage online. Mit 5 Gigabyte. Eigentlich müsste ich die Satzzeichen in meinen Texten weglassen um Kapazität zu sparen. Würde ja auch kaum auffallen, da ich Interpunktion eh nicht kann.

Bis jetzt habe ich aber schon knapp 500 MB von 5120 MB verbraucht. Ich ahne schlimmes. Und ob Vodafone am Ende wirklich die Kosten übernimmt bezweifle ich auch. Aber ich kann wenigstens wieder schreiben. Wenn auch nicht klar ist wie lange es reicht. Am lustigsten aber ist das Vodafone mir prompt einen Link zu einer Umfrage geschickt hat um festzustellen wie zufrieden ich denn mit ihrer Leistung bin. Oh. Oh. Aber wahrscheinlich liest die Antworten eh nur ein Computer, oder löscht sie gleich wenn sie nicht ins Konzept passen.

3 comments

  1. toonsteiner says:

    ich empfehle dir das addon für firefox namens QUICKJAVA 1.80.
    unter extra-addons -quickjava-einstellungen alle haken ausser dem ERSTEN entfernen.dann hast du unten rechts im firefox browser ein blaues (ON)bzw. rotes (umschalte OFF) icon,womit du java beim browsen abschalten kannst.das spart MBs.wenn eine seite “komisch” aussieht,wieder auf BLAU schalten und seite neuladen (oben in der http-leiste den kringel rechts betätigen).
    viel spass

  2. D7 says:

    Hi Jochen Hoff, hatte ähnliches Problem hier im Koblenzer Raum, wo es kein Netcologne gibt. Ein Bekannter lieh den Stick, AldiTalk Simkarte gabs sofort, dazu dort zwei Mal 5 € gekauft und den günstigsten Tarif für einen Monat eingerichtet, es ging, Kosten 23 € für gesamt 5 GB den Monat, war halt langsam, etwas nostalgisch, erinnerte an die alte K-56-Modem-Zeit;-)

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