Mitansehen tut weh

Sehschmerz, verursacht durch Entzündungen, allergische Reaktionen, Reizüberflutung und andere Dinge – viele Menschen leiden unter Augenproblemen. Mittel dagegen gibt es wie Sand am Meer. Einiges davon kostet ein kleines Vermögen, ist rezeptpflichtig und schafft oftmals nicht die ersehnte Linderung oder gar Besserung. Noch dazu enthalten viele Mittel Konservierungsstoffe die bei einer längeren Behandlung mitnichten zur Besserung beitragen. Einige Konservierungsmittel können sogar selbst der Auslöser für allergische Reaktionen sein.

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Aufgelesen und kommentiert 2010-05-17

NRW-Umfragen: Mehrheit der Bürger für Rot-Rot-Grün
Kampagne gegen Rot-Rot-Grün in NRW (Teil 3)
Interview mit Sahra Wagenknecht
Halbe Million Menschen betroffen: Ein Leben ohne Bankkonto
Naturschutzbund NRW schlägt vor, den landeseigenen Wald zu privatisieren
Kommerzialisierung der Medizin: Das Krankenhaus verkommt zum Marktplatz
Internet-Expertenkommission der Regierung: Der Bürger bleibt außen vor
Griechenland: Gewaltsame Proteste und Randale
Nordrhein-Westfalen: Polizisten möglicherweise bald mit Tasern
Studiengebühren plötzlich sozialgerecht? Nein!
Die wahre Katastrophe
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IGeL – Der Marktstand des Kurpfuschers

Der Vizepräsident der Bundesärztekammer Frank-Ulrich Montgomery ist für die Abschaffung der Praxisgebühr, weil sie angeblich das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient belastet. Sie belastet aber nicht das Vertrauensverhältnis, sie macht in den Praxen nur mehr Arbeit als sie einbringt. Das Vertrauensverhältnis belastet das ständige Angebot der Ärzte an ihre Patienten von sogenannten Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) die nichts anderes als Betrug am Patienten sind.

Bereits im Mai 2007 schrieb ich über den gemeinen Igelarzt und das diese Igelleistungen nach Meinung der AOK nur eine Marketing-Maßnahme der Ärzteschaft zur allgemeinen Gewinnoptimierung sind.
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Hubert Hüppe, MdB CDU, macht lieber gar nichts

Der CDU Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe hat seinen politischen Schwerpunkt in der Behindertenpolitik, was sicherlich nicht das Schlechteste ist, für das sich ein deutscher Politiker einsetzen kann. Bei Behindertenpolitik in Deutschland ist es unmöglich, das Wort Euthanasie zu vermeiden. Jenes Grauen das die Medizin und die Nazis in die Welt brachten, um "unwertes" Leben zu vernichten. Deshalb hat Hüppe einen Bonus, wenn es um die Diskussion über die Patientenverfügung geht.

Die Patientenverfügung ist das Instrument, mit der ein jeder Mensch selbst bestimmen kann und muss, wie im Falle von bestimmten Krankheiten mit ihm verfahren werden soll. Es geht also um eine sehr individuelle Entscheidung. Solange man sie selber treffen kann, ist es unstrittig, dass sie akzeptiert werden muss. Schwieriger wird es, wenn Eltern für ihre Kinder entscheiden müssen und Mediziner zeitgleich an Transplantate denken oder Kinder über ihre alten Eltern entscheiden müssen.
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Gibt es den Weihnachtsmann? Entscheiden Sie selbst!

Vermutungen werden angestellt, besonders häufig von Kindern, das möglicherweise doch etwas an der Geschichte des Weihnachtsmannes dran sein könnte. Erwachsene glauben das weniger. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Erwachsenen einfach nur zu unartig waren und somit der Weihnachtsmann kein Interesse mehr daran hat seine Identität den Erwachsenen gegenüber glaubwürdig zu machen.

Sie haben die Wahl. Entscheiden sie selbst:

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Medizin-Nobelpreis für deutschen Krebsforscher

Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr an den deutschen Krebsforscher Harald zur Hausen. Er teilt sich den Preis mit den Franzosen Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier, wie das Karolinska-Institut in Stockholm mitteilte. Zur Hausen wies nach, dass das Humane Papilloma-Virus (HPV) Gebärmutterhalskrebs auslöst. Seine Forschungen führten zur Entwicklung eines Impfstoffes, mit dem sich Patientinnen inzwischen gegen diese zweithäufigste Krebsart bei Frauen nach Brustkrebs schützen können.

Ich denke, die entsprechende Werbung ist jedem bekannt:

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Frauen vertragen männliche Nieren schlechter

Nach einem Bericht von wissenschaft.de scheinen Frauen bei Nierentransplantationen, männliche Spendernieren deutlich schlechter zu vertragen als weibliche:

Die Forscher analysierten die Daten von nahezu 200.000 Organempfängern, denen zwischen 1985 und 2004 eine neue Niere eingesetzt worden war. Insgesamt war die Transplantation einer weiblichen Niere seltener erfolgreich als die einer männlichen Niere, stellten Alois Gratwohl und seine Kollegen von der Universität Heidelberg fest. Allerdings traten am häufigsten Probleme auf, wenn Frauen eine männliche Spenderniere erhalten hatten: Bei ihnen war das Risiko, dass das Organ wieder abgestoßen wurde, im ersten Jahr nach der Operation um elf Prozent höher als bei anderen Spender-Empfänger-Kombinationen. Und auch zwischen zwei und zehn Jahren nach der Operation lag das Risiko einer Abstoßung noch um 10 Prozent höher als in den übrigen Gruppen.

„Vermutlich ist die höhere Abstoßungsrate auf Abwehrreaktionen des Immunsystems zurückzuführen, die mit dem männlichen Y-Chromosom zu tun haben“, erklärt Gratwohl. „Deshalb sollte in Zukunft auch das Geschlecht berücksichtigt werden, wenn eine Entscheidung über eine Organtransplantation getroffen wird.“

So wichtig diese Erkenntnis auch ist, ändert sie doch nichts an dem Dilemma der Transplantalogie. Wenn es nicht genügend Spenderorgane gibt, kann nicht nach der besten sondern nur nach einer verfügbaren Lösung gesucht werden. Es wird und muss auch weiterhin die Transplantation von männlichen Nieren für Frauen geben, wenn wie eigentlich immer, keine Alternativen vorhanden sind. Das Forschungsergebnis gilt übrigens nur für Nieren.

Es gibt eine Unzahl guter Gründe der heutigen Medizin und vor allem den Intentionen einzelner Mediziner und medizinischer Organisationen zu misstrauen. Solange ein Prof. Peter Oberender in einer Ethikkommission sitzen kann, verdient diese Ärzteschaft, die das ermöglicht, ein Wort wie Ethik nicht.

Natürlich muss man bei Leuten wie Oberender natürlich auch immer nachfragen für wen die eigentlich sprechen und da ist es schnell klar das es um die neoliberale Selektion von Menschen in brauchbar und unbrauchbar geht, die nach dem System INSM und Mohn/Bertelsmann eben nicht solidarisch denkt sondern wirtschaftsfaschistisch die eigenen Vorteile und die eigene wirtschaftliche Macht benutzen will, um sich das zu nehmen, was sie braucht.

Eines der Hauptargumente gegen einen Organspendeausweis der immer wieder zu hören ist, ist die Angst, in die Hände von solchen Medizinern oder Gruppen von Medizinern zu fallen, die nur, weil der Betreffenden einen Organspenderausweis bei sich führen, diese praktisch bei lebendigem Leib ausschlachten, obwohl gute Überlebenschancen beständen.

Natürlich gibt es eine solche Gefahr theoretisch. Allerdings nur sehr theoretisch. Grundsätzlich gibt es ein sehr gut abgesichertes Verfahren über Gewebeverträglichkeit die geeignetsten Empfänger auswählt. Erst wenn mehrere geeignete Spender vorliegen kommen Dringlichkeit und Wartezeit ins Spiel.

Natürlich hat es über die Stiftung Eurotransplant Betrugsversuche gegeben und es kann sein, das auch einige damit durchkamen. Das ist aber nicht damit verknüpft das jemand als Organspender bewusst früher sterben musste, sondern passierte im nachfolgenden Verteilungskampf. Aber diese Verteilung wurde immer sicherer und an möglichen Fehlerquellen wird permanent gearbeitet.

Illegale Organspenden im In- wie im Ausland können so natürlich nicht geregelt werden. Es gibt eine ziemlich hohe Sicherheit, das in bestimmten Staaten über scheinbare Hilfsorganisationen potentielle Spender ausgesucht und bei Bedarf benutzt werden, ohne auf deren Leben Rücksicht zu nehmen. Die Anzahl der Fälle die bekannt wird, ist jedoch gering. In Deutschland ist so etwas kaum machbar, da die restliche Leiche nur schwer zu beseitigen ist.

Es ist theoretisch denkbar das sich ein Transplantationsmediziner in einer kleineren Klinik daran wagt, illegal Organe zu entnehmen oder dem Tod nachzuhelfen. Das nützt ihm aber nur dann etwas, wenn er entsprechende Kunden hat. Die Chance, dass Opfer und der potentielle Kunde zusammen passen, ist sehr gering. Dazu kommt noch die Gefahr der Entdeckung. Nein in Deutschland kann ein Mediziner sein Geld leichter verdienen.

Man sollte zwar nie, nie sagen, aber wer einen Organspendeausweis in der Tasche hat ist nicht gefährdeter als jeder andere auch. Um ein Missbrauchsopfer zu werden, braucht es keinen Ausweis.

Kehren wir dann zu den Frauen zurück, die männliche Nieren schlechter vertragen als weibliche, dann bleibt eigentlich nur ein Wunsch. Möglichst viele andere Frauen die selber Organspender sind um im Falle ihres eigenen Todes, wenigstens noch für andere von Nutzen zu sein.

Der Zerfall der Organe in irgendeinem Grab oder deren Verbrennung in einem Ofen nutzt niemandem. Die Organspende nützt allen. Sie ist ein Zeichen gelebter Solidarität. Ein Zeichen das natürlich auch alle Männer setzen sollten.

Zeigen wir denen die unsere Gesellschaft vergiften und nur die eine Gruppe der Bevölkerung auf die andere hetzen, das wir lieber solidarisch sein wollen.

Sterbehilfe: Wo Roger Kusch draufsteht ist meist nichts gutes drin

Es gibt Leute denen würde ich nicht einmal für viel Geld die Hand geben. Zu diesen Leuten gehört der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch. Ich halte diese ganze Truppe um Ole von Beust, Kusch und Schill für dermaßen übrig, das sie normalerweise keinen Zeitaufwand rechtfertigen. Es ändert auch nichts daran, dass Schill und Kusch nicht mehr mit Beust zusammenarbeiten, es ist dieser perfide Geist, der da aus allen Ecken und Kanten hervor blitzt und den ich nur allzu gut zu kennen glaube.

Sterbehilfe ist etwas viel zu wichtiges als dass ich es Leuten wie Roger Kusch überlassen würde da tätig zu werden. Bei mir bekäme Herr Kusch nicht einmal die Aufgabe alte Briefumschläge aufzuschlitzen damit sie als Notizpapier genützt werden können, oder Altpapier für die Altstoffsammlung zu bündeln.

Der Bundestag befindet sich gerade in der Phase, wo es die Bürger mit viel Glück erreichen könnten, das endlich ihre Patientenverfügungen ernst genommen würden und sie nicht als Gefangene von einnahme- und experimentierfreudigen Medizinern zu deren Vergnügen an Apparaten leben müssen, wenn sie das nicht wollen. In dieser Phase hält man am besten die Klappe um wenigsten ein Miniziel zu erreichen.

Natürlich gehört es zu den Rechten eines mündigen Bürgers jederzeit über seinen Tod bestimmen zu können. Aber in der gerade laufenden Phase des Abbaus von Bürgerrechten und der Totalkontrolle ist das ein Thema das überhaupt nicht diskussionsfähig ist.

In dieser schwierigen Situation presseerklären sich erst der Verein Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V. und der Maestro des maschinellen Tod, will heute folgen:


Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat nach eigenen Angaben am Wochenende in einem Fall Sterbehilfe geleistet. Der Sprecher des Vereins „Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V.“, Guy Seidel, sagte der Nachrichtenagentur AP am Sonntag, der Fall habe sich in Deutschland ereignet, aber nicht in Hamburg. Kusch rechne mit juristischen Konsequenzen: „Das wird natürlich ein Nachspiel haben“, sagte Seidel. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten.

Kusch hatte Ende März einen selbst entwickelten Selbsttötungsautomaten für Sterbehilfe vorgestellt und angekündigt, das Gerät bei den Patienten aufbauen und diese beim Sterben begleiten zu wollen. Bei Ärzten, Politikern und der Hospizbewegung stieß seine Erfindung auf Empörung und entschiedene Ablehnung.

Leider, leider wird es nicht die richtigen Konsequenzen haben. Denn ebenso wie die Schergen dieses Schweizer Tötungsvereins geht es Kusch nicht um die Kranken die den Wunsch nach dem Tod haben. Diese Auseinandersetzung hätte er als Jurist auch vor Gerichten führen können. Es ging ihm wie leicht zu sehen ist um eine Show, um den Medienrummel. Damit ist das ganze für mich nämlich keine Beihilfe zum Selbstmord mehr sondern Beihilfe zur Selbsttötung aus niederen Motiven oder Totschlag mit Zustimmung, auf jeden Fall aber unterlassene Hilfeleistung aus eigennützigen Motiven.

Natürlich kann ich mir diese meine Rechtsmeinung vor das Knie nageln. Sie ist innerhalb dieses Rechtssystems bedeutungslos. Man wird Kusch ein paar Euro Geldstrafe abnehmen und der wandert mit der Vermarktung seiner Ermordungsmaschine weiter.

Durch den zu erwartenden Zirkus, wir das Recht auf Selbsttötung noch lange auf sich warten lassen und humane Wege dazu auch. Anstatt mittelfristig ein vernünftiges Gesetz zu bekommen haben wir den Roger Kusch Zirkus, mit Auftritten in allen Medien.

Genitalideal

Es gibt Worte die wirken auf mich wie Betonwände auf Autos beim Crash-Test. Sie stoppen mich sofort. Genitalideal. Nein es ist nicht das Wort Genitalien das mich stört, auch wenn es für mich immer seltsam künstlich klingt. Im Gegenteil das Thema hatten wir hier im März schon anlässlich der unbenannten Klitoris. Ich kenne da eine Menge Worte. Wenn ich an meiner sonstigen Texte schreibe und eine Sexszene habe muss ich jedesmal hinterher streichen, damit kein Porno daraus wird.

Aber Genitalideal. Das ist ein Wort das mir bis heute fehlte. Aber in dem Kontext in dem die Politikwissenschafterin Sara Paloni ihn bei ihren Untersuchungen darüber wie kosmetische Genitalchirurgie und Genitalverstümmelung auf politischer und sozialer Ebene diskutiert werden verwendet, ist er eigentlich unumgänglich. Beate Hausbichler hat mit ihr für den Standard ein sehr lesenswertes und dem Thema hoch angemessenes Interview geführt, das man unbedingt ganz lesen sollte:

dieStandard.at: „Die in wissenschaftlichen Kontexten diskutierte Vergleichbarkeit von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation: FGM) und Ästhetischer Plastischer Chirurgie (ÄPC) war der Anstoß für das vorliegende Forschungsvorhaben“ – heißt es in Ihrer Projektbeschreibung. Ist es nicht problematisch, freiwillige chirurgische Eingriffe mit Genitalverstümmelungen zu vergleichen?

Sara Paloni: Der Vergleich ist problematisch, was wir eben mit unserem Projekt auch ansprechen wollen. Für mich stellen sich zwei Fragen: Können wir diese beiden Praktiken vergleichen und vor allem: Was macht der Vergleich hinsichtlich einer politischen Praxis der Bekämpfung von Gewalt an Frauen für einen Sinn?
Aber in meiner Arbeit geht es weniger um einen Vergleich der beiden Praktiken selbst, sondern um die Frage, wie Wahl und Zwang durch die Repräsentationen von FGM diskutiert werden.

..

dieStandard.at: Was soll durch Vergleiche erreicht werden?

Sara Paloni: Die Gründe für die Vergleiche zwischen FGM und ÄPC sind unterschiedlich. Zum einen wird damit versucht, bestehende Vorstellungen, was gewählt und was erzwungen ist, zu demontieren. Zentral für viele AutorInnen ist, die Autonomie der Frauen mit ihren Entscheidungen hervorzuheben. Zum anderen will damit Kritik an einem hegemonialen Diskurs geübt werden, der westliche Körperpraktiken als unproblematisch – weil freiwillig – und nicht-westliche Körperpraktiken als Ausdruck patriarchaler Unterdrückung schlecht hin repräsentiert.

Komplexe Phänomene

FGM, wie auch kosmetische Chirurgie, sind sehr komplexe Phänomene, die in ihrem sozial-kulturellen Kontext gesehen werden müssen.
Beispielsweise wurde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts weibliche Beschneidung (vor allem die Entfernung der Klitoris) in England und Deutschland praktiziert, um Hysterie und Masturbation „zu heilen“. FGM, wie wir es heute kennen, wird auch zur Einschränkung der sexuellen Lust der Frauen praktiziert. Beschnittene Mädchen und Frauen werden als schöner empfunden und sie gelten in der jeweiligen Gesellschaft als „normal“. Mir persönlich fällt es schwer, die Brutalität dieser Praktik in Frage zu stellen, aber Tatsache ist, dass viele beschnittene Frauen sich dagegen verwehren als verstümmelt bezeichnet zu werden.

Was die Praktiken nicht vergleichbar macht ist, dass FGM hauptsächlich bei Mädchen durchgeführt wird, die keine Einwilligung geben können. Interessant finde ich an dieser Stelle den Vergleich zwischen FGM und der operativen Vereindeutigung von den Genitalien bei Intersex-Kindern (Anm.: Kinder, die mit männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren werden) in westlich-liberalen Ländern. Hier gibt es auch keine Einwilligung der betroffenen Kinder, aber die Eingriffe werden ganz selbstverständlich vollzogen.

Es bedarf eigentlich keiner Diskussion das die Entfernung der Klitoris ein Verbrechen ist, das übrigens auch nicht wie häufig behauptet durch den Islam gerechtfertigt wird. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber, das es diese Praxis aus angeblich medizinischen Gründen bei uns auch noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gab.

Bei der Zwangsbehandlung von Kindern ist es unumgänglich auch die Beschneidung der männlichen Vorhaut zu erwähnen die zum Beispiel im jüdischen Kulturkreis ein Teil des Mannbarkeitsrituals und religiöse Vorschrift ist, in vielen Teilen der Welt aber auch aus rein hygienischen, also medizinischen Gründen vorgenommen wird. Ich halte diesen Ritus für akzeptabel auch wenn ich gerne an den Randbedingungen feilen würde, was aber hier keine Rolle spielt.

Wenn in diesem Zusammenhang aber darüber gesprochen wird das in der postnatalen Behandlung, mehrgeschlechtlichen Kindern, also Kindern die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane haben, durch den Arzt und die Entfernung der „falschen“ Geschlechtsmerkmale ein Geschlecht zugewiesen wird, dann frage ich mich ob das wirklich vertretbar ist.

Da mir der Ablauf eines solchen Entscheidungsprozesses nicht bekannt ist, kann es aber sein, das dieser nicht nur gut medizinisch begründet ist sondern auch ethisch vertretbar ist, da ein natürlicher Zwitter als Kind durch den Zwitterstatus auch erhebliche Probleme hätte. An dieser Ecke muss ich allerdings passen, dafür reichen meine Recherchemöglichkeiten und mein Wissen nicht aus.

dieStandard.at: Was wird bei FGM genau gemacht, und was bei ÄPCs?

Sara Paloni: Die Weltgesundheitsorganisation führte 1997 eine Typisierung der einzelnen Beschneidungsformen ein, die eine grobe Unterteilung vorsieht. Diese Typisierung reicht von der vollständigen Entfernung der Klitorisvorhaut mit oder ohne teilweiser oder vollständiger Entfernung der Klitoris, der Entfernung der inneren Schamlippen mit anschließendem Vernähen der äußeren Schamlippen bis zu nicht-permanenten Eingriffen an den weiblichen Genitalien, wie eine Kauterisierung des Gewebes, Abschaben oder Einschneiden von Vaginalgewebe, das Einführen von Kräutern zum Verengen der Vagina oder die symbolische Gewinnung einiger Blutstropfen.

Bei kosmetischen Operationen der weiblichen Genitalien werden in den häufigsten Fällen die kleinen Schamlippen verkürzt, wenn sie über die großen Schamlippen hinausragen. Um das sexuelle Lustempfinden zu steigern, gibt es die Möglichkeit der vaginalen Verengung. Interessanter Weise wird die kosmetische Genitalchirurgie auch als „rekonstruktive Chirurgie“ bezeichnet. Die Rekonstruktion impliziert hier, dass die Genitalien zu etwas Normalem gemacht werden sollen. Wenn man sich Vorher-Nachher-Fotos von operierten Frauen ansieht, zeigt sich, dass das Ideal weiblicher Genitalien darin besteht, möglichst jung auszusehen.

An dieser Stelle kommt man einfach nicht darum herum die Schuldigen zu benennen. Das ist ziemlich einfach, es sind die Männer. Natürlich wird traditioneller Unfug meist von den Frauen am hartnäckigsten weitergetragen, die am meisten darunter gelitten haben, was ich meist als eine Art Rache sehe, die nicht an den Tätern sondern an den eigenen Töchtern vollzogen wird. Aber auch bei den Gründen die Frauen haben, reicht mein Wissen einfach nicht aus. Ich glaube aber das an dieser Stelle der Schlüssel liegt, mit dem eine Fortsetzung solcher Verbrechen heute verhindert werden könnte.

Gefragt wäre auch da unsere Medizin, die eben den betroffenen Frauen deutlich machen müsste, das ihnen wirklich Schlimmes angetan wurde. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal wie hoch die Fallzahl in Deutschland ist, und ob diese Frauen überhaupt zu Untersuchungen gehen. Im normalen Umgang sehe ich keine Möglichkeit diese Dinge zur Sprache zu bringen. Tatsächlich würde eine Behandlung und Aufklärung der Opfer wahrscheinlich eine Vielzahl neuer Opfer verhindern.

Was die sogenannte Freiwilligkeit in der Ästhetischen Plastischen Chirurgie (ÄPC) angeht so liegt ihr ein falsches Freiheitsbild zugrunde. Die Werbeindustrie hat ein weibliches und männliches Schönheitsideal geschaffen, daß nur auf Jugendlichkeit setzt und dieser Jugendlichkeitswahn bestimmt das weibliche Modelle häufig unter 14 Jahre alt sind. Gleichzeitig werden Kinder aber auch körperlich immer früher reif, was die Zuordnung von Optik und Alter verwischt.

Als bekennender Pornobetrachter, wenn ich denn mal Zeit habe, sehe ich auf den kostenlosen Seiten des Internet, geizig bin ich auch, häufig mal Vintage Angebote aus den frühen Siebzigern. Die damals 18 Jährigen Mädchen sehen viel jünger aus, als es die heutigen Modell tun. Nur am Inhalt der Pornos hat sich nichts geändert. Eine heute 18 jährige sieht körperlich oft so aus wie früher eine Mittzwanzigerin.

Das Schönheitsideal und die Realität entwickeln sich also gegenläufig, was nicht gut gehen kann. Natürlich wirken auch Frauen bei der Entwicklung dieses Schönheitsideals mit. Frauen programmieren auch erstklassig Computer, können Busse und LKW viel unaufgeregter als Männer fahren und haben sicherlich einen guten Blick für Mängel bei anderen Frauen. Aber Frauen sind immer noch nicht die Führungskräfte, die, die Richtung bestimmen. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Das aktuelle Schönheitsideal ist also ein männliches Schönheitsideal. Also von den Typen mit Bierbauch und unmöglichem Haarschnitt oder homosexuellen Gestaltern die als Ideal den schlanken zarten Knaben haben, ohne deshalb pädophil zu sein. Beide kommen erstaunlicherweise auf ein ähnliches Schönheitsideal. Es scheint also das aktuelle männliche Schönheitsideal zu sein.

Im Zusammenhang mit Jugend fällt mir eine Begriffskette sofort ein: „jung, neu, unverbraucht, unschuldig“. Diese Kette könnte man noch durch Ahnungslos oder ohne Vergleichsmöglichkeiten und ohne Erfahrung ergänzen. Plötzlich bekommt die ganze Sache einen Sinn. Frauen sind nämlich gemein. Erfahrene Frauen sind noch gemeiner. Die könnten nämlich mal die Wahrheit sagen.

Die Wahrheit ist das unser 50 jähriger bierbäuchiger konditionsloser alte Mann nicht die wirkliche Erfüllung ist und jener ahnungslose 30 jährige auch nicht. Wir haben ein aus der Angst geborenes Schönheitsideal und wir haben es schon lange. Wir Männchen scheuen den Vergleich. Also nicht so sehr den Vergleich untereinander, obwohl da auch alle schamhaft weggucken. Nein wir scheuen den Vergleich den Frauen haben könnten.

Denn Frauen die nicht vergleichen können, können uns auch nicht sagen wie grenzenlos mies wir im Bett sind. Die halten das Unzulängliche für normal. Deshalb sollen die Frauen Jungfrauen sein. Deshalb kommt man auf die Idee die Klitoris wegzunehmen, weil Frauen die keinen Spaß am Sex haben ihn natürlich auch nicht praktizieren. Es ist einfach nur die Angst Männer davor, das ihr Versagen bekannt werden könnte.

Woher diese Angst kommt? Ich habe einen Aspekt bereits im Zusammenhang mit der namenlosen Klitoris beschrieben:

Beginnen wir bei dem Anfang, nicht bei den Träumen sondern bei dem ersten Anfang. Wo Knabenhände fremdes Terrain erforschen. Patsch. Lass das, ich das hass dass, meine Mama will das nicht. Natürlich ist ihr ihre Mama egal und sie will durchaus, aber Patsch.

Dieser Patsch wird jenen Knaben immer begleiten. Vorkampf ersetzt Vorspiel. Der Knabe ist Forscher, möchte jene Stelle im Urwald ergründen, erforschen, detailliert kennen lernen. Patsch. Selbst im Dunkeln Patsch. Warum soll er etwas mit Namen benennen was er nie kennen lernen durfte.

Setz dich an irgendeinen deutschen Stammtisch, so zu der Zeit, wo die Helden eigentlich nach nach Hause müssten. Noch ein Bier oder häuslichen Frieden? Dann lehn dich zurück, lächle überheblich und frage den mit dem größten Maul. „Sag mal weißt du eigentlich wie Frauen pinkeln? Aus welchem Loch und so?“

Schon hat sich die Sache mit dem häuslichen Frieden erledigt und eine hitzige Diskussion entbrennt. Sie sind Ehemänner und Väter von Töchtern, aber bei diesem Thema liegt der Nordpol am Äquator. Die etwas ehrlicheren können sich an den Patsch erinnern. Die Luft über der Kampfzone beginnt zu glühen. Jahrzehnte alte Freundschaften werden binnen Sekunden gekündigt. Bis dann der eine, der nach Hause will, aber nicht als Feigling dastehen möchte, einfach mit der Wahrheit kommt. „Also meine Else sagt heute noch, wenn ich da genauer nachsehe das ich eine alte Sau sei. Also stecke ich in rein und lass da sein, was da ist. Zähne sind da keine also wird er nicht abgebissen.“

Natürlich sind das alles nur Ausnahmefälle und sicher ist der verehrte Leser nicht betroffen. Aber ich weiß wie oft der entsprechende Artikel bereits gelesen wurde. Wir haben ein ernsthaftes Dilemma. Die Männer haben Angst vor dem Versagen, was oft genug wohl auch berechtigt ist. Die Möglichkeiten etwas dagegen zu tun, sind begrenzt weil notwendige Erfahrungen nicht gemacht werden können, es also meist keinen Lernerfolg gibt.

Die Frauen die sich optisch durchaus neidisch mit anderen Frauen vergleichen, haben insgesamt die Situation erkannt. Da sie sich schon länger „verschönern“ war der „freiwillige“ Sprung zur Schönheitschirurgie nicht besonders schwer. Die Brust vergrößern, den Hintern verkleinern und den Bauch absaugen sind praktisch normale Maßnahmen.

Das ist schon nicht gesund und mit Sicherheit nicht zielführend. schafft es doch eine langweilige Einheitsfrau die jederzeit austauschbar ist. Körperlichkeit ist ja nicht sinnlos, sondern dient unter anderem auch dem Zweck, geeignete Paarungspartner zu finden. Diese Auswahl wird aber unmöglich gemacht, was vermutlich zu sehr vielen Enttäuschungen führt. Das wird auch nicht besser, wenn Männer den gleichen Blödsinn machen.

Sich aber jetzt als Steigerung auch noch die Schamlippen und die gesamte Scheide nach einem Genitalideal wie bei einem sehr jungen Mädchens gestalten zu lassen ist die pure Idiotie. Es ist das gleiche wie bei Gesichtern. Wir kennen sie alle, die reglosen festgezurrten Gesichter ohne Mienenspiel mit Nähten und Botox mühsam in bizarrer Form gehalten.

Wollen wir wirklich solche Vaginas. Wer eh nicht hinsieht sondern die Muschi nur als Spermatoilette benutzt dem kann es egal sein. Für den muss nicht operiert werden. Aber wer spielen will, will doch nicht mit künstlichem Zeug spielen wo schöne Natur ist. Und komme mir bitte keiner damit die Frauen wollen das so. Sie „wollen“ das nur dann wenn wir Kerle nicht den Arsch in der Hose haben, ihnen zu sagen, das wir das alles so ganz in Ordnung finden, wie es natürlich ist. Das wir das was wir sehen und fühlen. auch mögen.

Denn jede Frau die mal mit einer anderen Frau über Dammrisse und ähnliches gesprochen hat, weiß, wie schlecht Wunden in dieser Region häufig verheilen und wie viele Probleme sie bereiten. Eine einigermaßen informierte Frau wird sich genau da nicht auf Operationen einlassen. Zumindest nicht ohne Zwang. Genau da aber liegt der Punkt. Was ist der Unterschied wenn einem Kind die Klitoris geraubt wird weil Papa und Mama das aus ihrem sozialen Kontext heraus für richtig empfingen, oder wenn soviel Gruppendruck auf eine erwachsene Frau ausgeübt wird, das sie solchen Blödsinn mitmacht?

Es ist das gleiche. Es ist auch die gleiche Art von Gemeinheit und die gleiche seltsame Art von Freiwilligkeit. Beides hat seinen Grund in Männern die viel zu wenig Ahnung von dem haben was sie da eigentlich treiben und das dazu in einer Gesellschaft die nicht begreift, dass man Sex mindestens ebenso lernen muss wie autofahren. Man kann nämlich mit Nichtkönnen beim Sex ebenso viel kaputt machen, wie beim schlechten Autofahren. Man kann Menschen zerstörten.

Es wird Zeit, das wir den Dingen einen Namen geben und ihre Bedeutung und den Umgang damit erklären. Die Entwicklung an sich ist eine Bankrotterklärung unseres Sexualkundeunterrichtes. Darin gleicht die Sexualkunde aber nur den anderen Fächern in den schlecht unterrichtet wird. Anders als bei anderen Fächern helfen hier die Eltern auch nicht wirklich. Sie haben es ja selber nie wirklich gelernt, sondern bestenfalls in Heimarbeit oder in Feld und Flur ergründet.

Es gibt viel zu tun.

Wahr aber trotzdem falsch

Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse die machen einen trotzdem das sie wahr und eigentlich ganz toll sind, nicht so richtig glücklich:

Kein Wunder, dass der Präsident der Eidgenössischen Kommission für Aidsfragen, Pietro Vernazza, für Verunsicherung sorgte, als er Anfang des Jahres in der Schweizerischen Ärztezeitung einen Artikel mit der Überschrift veröffentlichte: „HIV-infizierte Menschen ohne andere STD (sexuell übertragbare Erkrankungen) sind unter wirksamer antiretroviraler Therapie sexuell nicht infektiös.“

..

Die Ergebnisse, die Vernazza aus mehreren Studien zieht, sind weder neu, noch richten sie sich vor allem an Homosexuelle. Im Gegenteil: Seit Jahren wird beobachtet, dass die sogenannte Viruslast im Blut und vor allem im Sperma von Aidskranken mit einer wirksamen und konsequenten Therapie unter der Nachweisgrenze liegt, dass das Übertragungsrisiko gleich null ist. In der Schweiz, in der viel mehr Heterosexuelle HIV-infiziert sind als in Deutschland (2007 waren in der Schweiz von 750 neuen Fällen 345 heterosexuell, 310 homosexuell, in Deutschland waren es von 2752 Neudiagnosen 1543 Homosexuelle und 413 Heterosexuelle), geht es bei serodifferenten Paaren daher besonders um die Erfüllung ihres Kinderwunsches.

Bei einer Studie mit 62 Paaren – der HIV-positive Mann erhielt antiretrovirale Medikamente – kam es zu keiner Infektion. Ausschließen müssen die Ärzte dabei allerdings, dass der Aidspatient unter einer weiteren sexuell übertragbaren Erkrankung leidet, zum Beispiel Syphilis oder Herpes. Sonst kann das Infektionsrisiko schnell um das Zehn- oder sogar Hundertfache steigen.

Vergleichbare Studien mit homosexuellen Paaren gibt es noch nicht.

Das erste was einem dazu einfällt ist „El Condom basta“ jene schreckliche Verballhornung von dem alten Inkalied El Condor Pasa. Schluss mit dem Kondom. Wer seine sexuellen Erinnerungen noch aus jenen seeligen Vor-Aids-Zeiten bezieht, der weiß, wieviel Spaß die Gummis gekostet haben, wieviel schlechtes Gewissen sie verursachen wenn man sie heute vergißt.

Dummerweise ist dieser Traum aber immer noch ausgeträumt. Er gilt bestenfalls für Männer die antiretrovirale Medikamente erhalten und auch regelmäßig einnehmen und deren feste Partnerinnen. Männer und Medikamente. Man könnte ein Buch daraus machen. Wenn Männer die Pille nehmen müsste würde die Geburtenrate drastisch steigen. Wer jetzt den Schluss zieht das man mit den dämlichen Kondomen aufhören könnte, gefährdet sich und andere.

Was wir haben ist der Hauch einer Chance für die Zukunft. Wer die sich jetzt verbaut, verbaut sie auch anderen. Lassen wir zunächst einmal die Paare mit Kinderwunsch unter ärztlicher Überwachung der Werte ihre Chance. Alle anderen sollten sich schöne bunte Kondome kaufen und gleichzeitig ihre Politiker in den Hintern treten, damit genügend Geld für eine wachsende Forschung und vor allem für eine Behandlung und Überwachung aller infizierten vorhanden ist. Dann haben wir eine gute Chance, dass unsere Urenkel dieses Problem nicht mehr haben.

Bis dahin ertragen wir ruhig auch die dümmlichste Kondomwerbung. Denn das mieseste Kondom ist immer noch besser als der schönste Tod. Nein das sind nicht die sauren Trauben, es ist die offensichtliche Unerreichbarkeit dieser Trauben.

Gesammelte Gemeinheiten 15

Vorsitzender der Impfkommission wechselt zu Novartis

Der bisherige Vorsitzende der “Ständigen Impfkommission” (STIKO am Robert-Koch-Institut), Prof. Schmitt von der Uni Mainz, erhält gleich von 9 Impfstoffherstellern Zuwendungen. Ihm wurde auch ein Preis über 10.000 Euro verliehen, für seine Verdienste, die Impfbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen. Der Preis wurde gestiftet von dem Hersteller des Impfstoffes gegen Gebärmutterhalskrebs (HPV).

Prof. Schmitt wechselte nun zu dem Impfstoffhersteller Novartis.

Schon wegen der interessanten Links sollte man unbedingt den Originalartikel lesen. Ansonsten ist es bezeichnend für dieses unser Land, das jemand wie Prof. Schmitt so gut die eigenen wirtschaftlichen Interessen mit einem oder besser mehreren öffentlichen Ämtern verbinden kann. Aber dafür dürfen wir ihm nicht böse sein. Das tut unsere Politik ja auch.

Es ist allerdings klar, dass auf diesem Weg das Vertrauen in das deutsche Impfwesen nicht gestärkt wird. Denn das Geld das der Professor für seine unabhängigen Empfehlungen bekommt dürfte sicherlich weitaus interessanter sein, als die Gesundheit der Menschen. Ich werde bei jeder Impfungen meiner Kinder ein schlechtes Gefühl haben und innerlich sicher diesen sauberen Herrn Professor verfluchen.

Wem kann man noch glauben, wenn der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission ein Pharmavertreter ist?

Menschen erwarten friedliche Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide

Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn sich zwei Ausschüsse länderübergreifend mit einem gemeinsamen Thema beschäftigen“ so Kirsten Tackmann anlässlich der gemeinsamen Sitzung des Hauptausschusses des Brandenburger Landtags und des Innenausschusses des Landtags Mecklenburg-Vorpommern in Rheinsberg. Die Prignitz-Ruppiner Bundestagsabgeordnete der LINKEN erklärt weiter:

„Und auch die Einhelligkeit und Vehemenz ist sehr bemerkenswert, mit der Kommunalpolitiker, Bürgerinitiativen und Vertreter der regionalen Wirtschaft in dieser Anhörung der beiden Ausschüsse ein klares Signal an Bundesregierung und Bundestag sandten: die Region will eine politische Entscheidung für den Verzicht auf die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide. Das ist der einzige Weg zu einer verlässlichen Entwicklungsbasis für diese Region in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Bereits Geschaffenes und Investiertes steht allein mit der weiteren Verzögerung der Entscheidung auf dem Spiel. Es ist gut, dass die beiden Ausschüsse mit ihrer Erklärung diesen Willen der Region unterstützen.

Nun ist es an der Bundespolitik, diese Signale demokratisch aufgreifen. Meine Kolleginnen und Kollegen im Petitionsausschuss sollten sich im Rahmen der Behandlung dieses Themas sehr ernsthaft mit den Folgen eines Bombodroms für diese Region befassen und bei ihrem Votum berücksichtigen.

Auf Bundesebene haben DIE LINKE, die SPD und die Grünen Parteitagsbeschlüsse gegen das Bombodrom gefasst. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist auch die CDU gegen die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide. Es gäbe also eine rechnerische Mehrheit im Bundestag für eine friedliche Nutzung der Region. Die Menschen erwarten zu Recht, dass dann auch eine entsprechende Entscheidung herbeigeführt wird. Alles andere wird zu einem weiteren Verlust an politischer Glaubwürdigkeit führen.

Es ehrt Kirsten Tackmann das sie sich für den Erhalt einer friedlichen Kyritz-Ruppiner Heide stark macht, aber alleine die Angst vor der Linken wird schon dafür sorgen, dass Leute wie Jung, die ja viele Tote für ihren Gedächtnislokus brauchen, alles tun werden um keine friedliiche Heide zuzulassen. Es geht darum den Krieg zum Gegenstand des Alltags zu machen, deshalb werden nach der nächsten Bundestagswahl wahrscheinlich wieder die Bomber fliegen.

Den Jung und Merkel sind die Menschen egal, aber das Gefühl Menschen in den Tod schicken zu können, scheint für beide so erfreulich zu sein, das sie nicht nachlassen werden. Sollten die Grünen in die Bundesregierung kommen, werden sie freudig zustimmen, wie sie bisher in Regierungsverantwortung immer für den Krieg gestimmt haben. Ich glaube die Situation der Heide hat sich eher verschlimmert als verbessert.

Italien: Frattini gegen Entschädigung für NS-Opfer

Italiens Außenminister Franco Frattini hat statt finanzieller Entschädigungen für italienische NS-Zwangsarbeiter den Bau einer Gedenkstätte angeregt. Den Betroffenen sei mit einer Entschädigung von vielleicht einigen tausend Euro nicht geholfen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht vom Donnerstag.

Wer solche Minister hat braucht wirklich keine Feinde mehr. Frattini baut eine Gedächtnisbude, streicht sauber die Bestechungsgelder ein und die Opfer gehen leer aus. Tolle Regelung. Natürlich weiß so ein italienischer – ich habe nicht korrupt geschrieben – Politiker nicht, was ein paar Tausend Euro bei armen Leuten für einen Unterschied machen. Das wissen unsere auch nicht. Die brauchen einfach höhere Summen um fröhlich zu werden.

Es ist eine bodenlose Gemeinheit gegenüber den Opfern, aber eben nur eine mehr unter vielen.

Internet-Dschihadist muss ins Gefängnis

Erstmals hat ein deutsches Gericht die Verbreitung von Hetzbotschaften und Gewaltaufrufen des Terrornetzwerks Al Qaeda im Internet mit einer Haftstrafe geahndet. Der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Celle verurteilte am Donnerstag einen 37-jährigen Iraker zu drei Jahren Gefängnis wegen Werbens um Mitglieder für eine terroristische Vereinigung in 22 Fällen.

Der Iraker kurdischer Abstammung hatte eingeräumt, Videobotschaften und Reden von Al Qaeda-Rädelsführern über einen allgemein zugänglichen Internet-Chatroom verbreitet zu haben. Damit habe er gezielt Kämpfer für den Dschihad (Heiliger Krieg) gewinnen wollen, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Der in Georgsmarienhütte bei Osnabrück lebende Flüchtling hat dem Urteil zufolge in den Jahren 2005 und 2006 in einem islamistischen Internet-Chat Sammlungen von Video- und Audiobotschaften von Osama bin Laden und Abu Mussab al Sarkawi durch Weitergabe von Internet-Links zugänglich gemacht. In einigen Fällen spielte er Botschaften der Al-Qaeda-Führer auch in dem von den deutschen Behörden überwachten Chat ab.

Dieses Urteil hat einen seltsamen Geschmack. Selbstverständlich ist die Werbung für den Heiligen Krieg nicht nur gegen das islamische Gesetz sondern auch gegen das Deutsche. Es ist auch mehr als dämlich wenn ein irakischer Kurde sich hier so betätigt obwohl er als Flüchtling hier lebt. Er hätte doch jederzeit die Gelegenheit gehabt zurück nach Kurdistan zu gehen und sich dort der kämpfenden Truppe gegen die Amerikaner anschließen können. Aber er war wohl mehr ein Maulheld.

Ob das Strafmaß in Ordnung ist, wage ich zu bezweifeln. Eine Bewährungsstrafe bei gleichzeitiger sofortiger Abschiebung wäre wohl eher der Schwere der Tat entsprechend gewesen. Das es sich bei dem Gericht aber um einen Staatsschutzsenat, also ein dem Anschein nach politisches Gericht handelt macht die Sache schlecht und ein Richter der auf sein Urteil drauf noch die Abschiebung verlangt, hat den Bereich richterlicher Unabhängigkeit längst verlassen.

Genauso ist die Weitergabe von Links eben kein Straftatbestand, sondern Links machen nur Information zugängig. Es steht zu befürchten das dieses Sondergericht auf etwas völlig anderes einschlägt und in Wirklichkeit die Weitergabe von Information verhindern will. Das wäre ein Einstieg in die Zensur wie ihn sich Wolfgang Schäuble in seinen kühnsten Träumen nicht erdacht hätte.

Man sollte diesen Staatschutzsenat und den Richter Siolek genau im Auge behalten und den Anfängen wehren. Das die Justiz kritische Berichterstattung in Blogs systematisch unterbindet ist bekannt, aber dies hier könnte eine völlig neue Qualität bedeuten. Zum Glück ist der Verteidiger in Revision gegangen und vielleicht ist ja die nächste Instanz vernünftiger.

Schwarze Kasse bei Siemens – Frühere Beteiligung der Deutschen Bank in Verdacht

Bis zum Jahr 2003 hat offenbar die Exportgesellschaft Lincas als schwarze Kasse für Siemens gedient. Brisant dabei: Lincas gehörte zur Hälfte der Deutschen Bank.

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Ein Handelsunternehmen, bei dem die Deutsche Bank größter Anteilseigner war, soll also als schwarze Kasse für Siemens gedient haben. Dass die Deutsche Bank bei Lincas auch sonst eine größere Rolle einnahm als die beiden anderen Mitgesellschafter, ergibt sich darüber hinaus aus der Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Der wurde jahrelang von Jürgen Krumnow geleitet, einem früheren Vorstand der Deutschen Bank. Laut Firmenunterlagen war Krumnow bis 2004 Aufsichtsratschef bei Lincas. Sein Stellvertreter war Jürgen Radomski, damals Personalvorstand von Siemens. Komplettiert wurde das Kontrollgremium von Bernd A. Wilken, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank in Hamburg. Lincas machte Anfang des Jahrzehnts noch fast eine Milliarde Euro Umsatz.

Die Deutsche Bank erklärte auf Anfrage, ihr lägen keine Erkenntnisse darüber vor, dass Siemens sich die Lincas Electro Vertriebs GmbH für Schmiergeldzahlungen zunutze gemacht haben könnte. Man sei lediglich eine „Finanzbeteiligung“ an der Exportgesellschaft eingegangen, die von 1958 bis März 2003 bestanden habe. „Es war keine unternehmerische Beteiligung.“

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Der frühere Siemens-Kaufmann sagte bei der Staatsanwaltschaft aus, bei zwei Großprojekten in Asien habe man Leute an „entscheidender Stelle“ bestochen, um die Aufträge zu erhalten. Das seien entweder die Kunden selbst oder „politisch Verantwortliche“ gewesen. Die Sparte Energieübertragung habe Mittel von Lincas genutzt. Für die zwei Großprojekte seien von Lincas über Scheinfirmen und Scheinverträge neun und vier Millionen Euro nach Dubai am Persischen Golf und von dort zu den Geldempfängern geschleust worden.

Nach Angaben eines anderen ehemaligen Siemens-Angestellten, der die schwarze Kasse betreute, soll Lincas vor allem der Energiesparte beim Bau von Kraftwerken und Hochspannungsanlagen weltweit illegale Provisionszahlungen ermöglicht haben. Das sei vor der Übernahme von Lincas durch Siemens im März 2003 geschehen.

Das ist schon ein seltsames Zusammentreffen, zumal Josef Ackermann bei Siemens im Aufsichtsrat sitzt. Natürlich hat er nicht zusammen mit Herrn von Pierer und gegen gute Provision für sich selbst der Firma Siemens einen bequemen Kanal für Bestechung zur Verfügung gestellt. Wer könnte so etwas nur denken. Allerdings würde es mich auch nicht wundern wenn Josef Ackermann von einem seiner nächsten Ausflüge ins Ausland nicht mehr zurückkommt. Sicher ist sicher und er muss sich ja um all seine schönes Geld kümmern.

Vielleicht haben wir aber noch mehr Glück und er macht einen Deal mit der Staatsanwaltschaft. Er kriegt eine Strafe wegen Ordnungswidrigkeiten und von Pierer geht in den Bau. Neoliberale sind auch untereinander nicht fair. Das könnte ganz großes Kino werden, wenn der Staatsanwalt mitspielt. Aber wahrscheinlich wird auch da eine Putzfrau gehängt und die Herrschaften werden nicht einmal ernsthaft befragt.

Gesammelte Gemeinheiten 7

Pofalla: Arme sind gar nicht so arm

Die Studie beruhe auf den Zahlen von 2005, dem Jahr des Regierungswechsels, sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. «Der Armutsbericht spiegelt das Ergebnis nach sieben Jahren rot-grüner Regierung wider», erklärte er. «Wir haben doch längst eine Trendumkehr in Deutschland.»

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Auch ifo-Chef Werner Sinn betonte, die Menschen in Deutschland seien nicht so bedürftig, wie im Armutsbericht dargestellt. Pofalla sagte dem «Tagesspiegel am Sonntag», seit 2005 seien 1,6 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen worden – genau so viele, wie unter der Regierung von Gerhard Schröder (SPD) in der gleichen Zeit vernichtet worden seien. Ein Armutsbericht, der sich schon auf die Zahlen von heute stützen könnte, hätte demnach eine klare Botschaft: «Es geht aufwärts.»

Da haben sich die zwei richtigen gefunden. Es macht keinen Sinn sich mit ihren Thesen auseinanderzusetzen. Sie lügen schneller als ein Pferd laufen könnte. Es macht keinen Sinn davon zu sprechen das Professor Unsinns Arbeitsplätze Armutsarbeitsplätze sind, die ihren Mann und seine Familie nicht ernähren, aber Sinns Hintermänner das dreckige neoliberale und wirtschaftsfaschistische Pack reich machen. Das bringt alles nichts. Sinn und Pofalla gehören beide in den Knast, wobei ich bei Pofalla sicher erst noch einen guten Mediziner beiziehen würde, der feststellt ob Pofalla überhaupt verantwortlich ist für das was er sagt. Manchmal oder eigentlich meistens bezweifele ich das.

Aber wie dem auch sei. Eine alte Theorie bestätigt sich immer wieder. Ein Arschloch bleibt nicht nur ein Arschloch, das Arschloch an sich vergrößert sich auch noch. Natürlich betrifft das nicht die edlen Herren Pofalla und Sinn. Die sind ja keine Arschlöcher. Denn Arschlöcher haben einen Nutzen. Die beiden nicht.

Otto Meyer in Ossietzky Die große Enteignung

Das neoliberale Projekt einer Privatisierung der Rente ist in Wahrheit ein massives Enteignungsvorhaben. Die bisher hierzulande geltende Gesetzliche Rente diente – und dient in ihren noch nicht demontierten Teilen immer noch – als kollektiver Fond der Arbeiterklasse für die Altersversorgung. Er ist zwar staatlich organisiert, seine Aufgabe ist aber eine solidarische Lohn-Umverteilung innerhalb der eigenen Klasse. Bei vollständiger Privatisierung (Schröders Minister Riester machte nur den Anfang, in Großbritannien und den USA ist man schon weiter) würde auch in der BRD mehr als ein Fünftel der Gesamtlohnsumme aus dem Konsumtionsfond der Arbeiterklasse genommen und der Kapitalakkumulation zugeschlagen. Das wären bald 250 Milliarden Euro jährlich, in vier Jahren also eine Billion. Das Ziel ist eine von der polit-ökonomischen Managerklasse ins Werk gesetzte gigantische Erhöhung der Gewinnrate durch massive Absenkung der Lohnrate.

Neoliberalismus ist eben Diebstahl. Genau wie bei Riester wird dann der innere Wert dieser Privatrente ausgehöhlt und von den Managern in wilden Spekulationen veruntreut. Was die Manager nicht verspielen, stiehlt der Staat in dem der die solidarische Rente einfach früher auslaufen lässt. Alle Menschen verlieren, vor allem aber auch die arbeitende Wirtschaft, der die Kaufkraft fehlt. Gewinnen tun wie immer die hemmungs-, gewissen-und verantwortungslosen Spekulanten.

Folter an Kindern Fürchterlich schrille Schreie

Angesichts neuer Meldungen, dass internationale Beobachter und Journalisten weiterhin und wiederholt berichten, in irakischen Gefängnissen (d.h. in der Gewalt der US-Regierung) würden Hunderte oder sogar Tausende von Kindern gefangen gehalten – und wohl auch gefoltert – soll hier noch einmal ein Ausschnitt eines Artikels von Elmar Getto veröffentlicht werden. Wenn die Frage der Besatzung im Irak ansteht, so ist das unmenschlichste neben den 1 Million Ziviltoten die Folter an Kindern.

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Das schockierendste von allem ist, daß Bush Kinder foltern ließ und läßt. Die ersten Meldungen darüber gab es in „Report Mainz“ im Sommer 2004. Florian Westphal, ein Repräsentant des Internationalen Roten Kreuzes, berichtete dort, daß das Rote Kreuz bei seinen Inspektionen in den Gefängnissen der Besatzer im Irak 109 Kinder angetroffen hatten (die internationale Definition von „Kinder“ ist „höchstens 14 Jahre alt“).

In der Sendung gab es auch einen Augenzeugenbericht von US-Staff Sergeant Samuel Provance, der über sexuellen Mißbrauch von Mädchen mit 15 und 16 Jahren berichtete.

Der beeindruckendste Zeugenbericht allerdings kam von Seymour Hersch, der von einem der Videos erzählt: „Dort wurden Kinder, Jungen gefoltert, indem man sie ‚sodomized’“ (das ist der übliche US-Ausdruck für Analsex), sagte er. „Das schlimmste von allem war der Ton des Videos, wenn man die Jungen fürchterlich schrill schreien hörte. Und das ist unsere Regierung im Krieg!“

Ich kann diesen Artikel von Karl Weiss nicht nachprüfen. Das möge jeder für sich selber tun. Dank unserer verkommenen deutschen Medien und den genauso verkommenen in anderen Ländern ist die Suche nach der Wahrheit fast unmöglich geworden. Aber bisher hatte Karl Weiss mit allen Dingen recht, die ich bei ihm gelesen habe. Wir sollten dabei eins nicht vergessen. Herr Steinmeier war in dieser Zeit verantwortlicher Kanzleramtsminister. Wir sollten ihm deutlich zeigen was wir von ihm und seinesgleichen halten. Die hatten Zugang zu allen Informationen. Ich könnte kotzen.

Die Ehrung der schuldigen Greise

Ärzte begingen im Namen der Wissenschaft unvorstellbare Verbrechen im Dritten Reich. Nach 1945 konnten viele ihre ärztliche Karriere ungebrochen fortsetzen. Einer von ihnen wird jetzt vom Internisten-Verband ausgezeichnet.

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Einer dieser Ärzte war Hans-Joachim Sewering. Jahrgang 1916, trat er 1933 der SS bei (Mitgliedsnummer 143 000), 1934 der NSDAP (Mitgliedsnummer 185 805). 1941 wurde er Arzt. Da überwies er körperlich und geistig behinderte Kinder aus dem „TBC-Hilfskrankenhaus Schönbrunn“ an die „Kinderfachabteilung Eglfing-Haar“, wo diese „unwerten Leben“ ermordet wurden. Davon habe er nichts gewusst. Alle haben ja nichts gewusst.

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Nach über 60 Jahren ehren wir sie also wieder, die schuldigen Greise. Ungeniert und schamlos, als wäre nichts gewesen. Der BDI ist mit 25 000 Mitgliedern der größte europäische Fachärzteverband. Hat da wirklich niemand gewusst, wer geehrt wird?

Der Internisten-Verband BDI hat seine höchste Auszeichnung an den früheren NS-Arzt Sewering vergeben. Schamlos, als wäre nichts gewesen.

Ja warum sollten wir sie auch nicht ehren. Der Mordrichter Filbinger durfte den Menschenverachter Köhler wählen. Die CDU hetzt gegen die Linke, die eventuell eine Frau Schwan zur Bundespräsidentin wählen könnte und lässt Udo Ulfkotte in ihren Niederungen gegen die Muslime hetzen, währen ein deutsches Landgericht diejenigen verfolgt, die dagegen warnen. Es ist wieder soweit. Alles vergangen alles vergessen und auf ein Neues. Die Merkel reist derweil durch die Welt, Kauder und Oettinger mit Koch hetzen wo sie nur können. Die Vergangenheit ist nicht tot. Sie ist leider noch nicht einmal vergangen.

Aber wenigstens dürfen wir wieder Krieg führen.

Arbeitsmarktstatistik wird geschönt

Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ hatte Möller der Bundesregierung vorgeworfen, die Daten künstlich niedrig zu halten und die „Arbeitslosen-Statistik“ zu manipulieren. Möller bestritt diese Aussage. Er sei in diesem Punkt falsch zitiert worden. „Der von mir als Zitat ausgegebene Satz „Die Arbeitslosenstatistik ist manipuliert“ ist nie gefallen.“

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Der Stillen Reserve gehören nach Möllers Angaben rund 625.000 Menschen an. Hinzu kämen etwa eine Million Menschen, weil sie als Ein-Euro-Jobber arbeiten, gerade Fort- und Weiterbildungen absolvieren oder staatlich gefördert früh verrentet worden seien.

Da hat aber jemand mächtig Angst um seinen Arbeitsplatz. Ist in diesen Zeiten ja auch zu verstehen. Allerdings kann er meiner Ansicht nach schon kündigen. Wenn bei einer zu erwartenden Arbeitslosenzahl von 3,25 Millionen einfach 1,625 Millionen nicht mit gezählt werden, dann bedeutet das, dass 50 Prozent der Arbeitslosen nicht erfasst sind. Nein das ist nicht geschönt, das ist auch nicht nur manipuliert, das ist Betrug eine riesengroße schäbige Lüge, wie alles was uns diese Regierung an Zahlen vorsetzt. Aber wir regen uns nicht auf. Wir wissen ja genau das auch der von Herrn Möller zugegebene Betrug nicht stimmt. Wir haben ungefähr 10 – 12 Millionen Arbeitslose und ca. 6 Millionen Beschäftigte in Arbeitsverhältnissen von denen man nicht leben kann, wenn man so bezahlt wird.

Mann kann von diesen Beschäftigungsverhältnissen allerdings ganz gut leben wenn man ein bestochener Politik oder Großkapitalist ist. Einige Arbeitgeberfunktionäre der gehobenen Klasse leben auch ganz gut davon und viele Berater und sogenannte Wissenschaftler, die nur dreckige Mietmäuler sind.

Juchu. Ich bin nicht verfressen ich bin eine genetische Naschkatze

Bisher habe ich meine Lust auf Süßes ja immer meiner natürlichen Verfressenheit und der nicht vorhanderen Selbstkontrolle zugeschrieben. Aber nein. Das ist es nicht. Ich bin unschuldig, ich bin eine genetisch bedingte Naschkatze

Ob jemand eine Naschkatze ist oder nicht, liegt in seinen Genen. Eines der wichtigsten dabei ist ein Gen namens GLUT2, haben kanadische Forscher entdeckt: Menschen mit einer bestimmten Variante dieses Gens konsumieren messbar mehr Zucker und Süßigkeiten als Gleichaltrige mit der herkömmlichen Genvariante. Das betreffende Gen trägt den Bauplan für einen Zuckertransporter, der im Gehirn als eine Art Zuckersensor fungiert. Aufgrund des Austauschs eines Bausteins scheint er bei den Variantenträgern jedoch nicht ganz so empfindlich zu sein – und das bedingt wohl wiederum den größeren Zuckerkonsum, glaubt das Team um um Karen Eny von der Universität von Toronto.

GLUT2, eine Abkürzung für „Glukose-Transporter Typ 2“, ist in der Bauchspeicheldrüse, der Leber, dem Dünndarm, den Nieren und dem Gehirn aktiv. Dort ist sein Genprodukt – der Transporter, dessen Bauplan im Erbgut hinterlegt ist – dafür zuständig, Glukose aus dem Blut in das Innere der Zellen hineinzuschleusen. Besonders im Gehirn ist es dabei wichtig, dass weder zuviel noch zuwenig Zucker in die Zellen gelangt, da es dort noch mehr als in den anderen Organen auf eine optimale Versorgung mit dem essenziellen Brennstoff ankommt. Daher gibt es schon länger die Vermutung, dass GLUT2 auch eine Sensorfunktion für die Verfügbarkeit von Zucker besitzt. Dafür spricht auch, dass Störungen in der GLUT2-Funktion mit einen erhöhten Risiko für Diabetes einhergehen.

Na bitte. Diabetiker bin ich auch. Mag also wirklich sein, das dieses Gen schuld ist. Aber momentan ist es zwar als Ausrede brauchbar, bringt einen aber nicht weiter:

Der Zuckertransporter wird im Gehirn genau dort produziert, wo auch die Kontrollzentren für Hungergefühle sitzen und die Regulation der Nahrungsaufnahme stattfindet, erläutern die Forscher. Wenn die veränderte GLUT2-Variante also weniger effizient Zucker transportiert und damit die Verfügbarkeit des Zuckers auch weniger empfindlich anzeigt, erkläre das, warum manche Menschen mehr Süßes brauchen, um das Stopp-Signal auszulösen. Gelänge es, in diesen Regelkreis einzugreifen und das Signal künstlich zu setzen, könnte das in Zukunft vielleicht bei der Bekämpfung von Übergewicht helfen, lautet das Fazit der Wissenschaftler.

Künftig bei der Bekämpfung von Übergewicht helfen. Künftig aber nicht heute. Das macht uns allerdings nicht wehr- und hilflos. GLUT2 schaltet nämlich nicht die Selbstkontrolle und auch nicht Eigenverantwortung ab. Wer weiß, das er persönlich gefährdet ist, muss sich einfach mehr Mühe geben und ein wenig Geschick entwicklen. Ja. Ich weiß wovon ich rede. Die Elefanten im Zoo haben schon immer ganz pikiert gekuckt, weil ich schwerer war als sie.

Den gesamten Diätkram habe ich nie ausprobiert. Das einzige was funktioniert, ist bewusstes Essen, gerade von Süßigkeit und das Betrügen des eigenen Körpers. Es reicht ganz wenig Zucker um den Körper zu belügen. Wenn man stark genug ist, sich nur die geringste denkbare Menge pro Verzehr zu genehmigen, dann reicht das normalerweise aus.

Setzt man dazu noch auf die eigene Faulheit und packt alles Süße in Dosen und zwingt sich dazu immer wieder aufstehen, in die Küche gehen, Dose öffnen, ein Stück Schokolade entnehmen, Dose schließen zu müssen, kommt irgendwann der Punkt, wo man lieber verzichtet. Das ganze ist auch eine Trainingsfrage. Der Körper gewöhnt sich an immer weniger Zucker.

Gewohnheit und Faulheit sind gute Helfer beim Zuckerverzicht. Sie ersetzen bei Diabetes natürlich nicht den Arzt.

Nutzloses Blättchen bringt nutzlose Nachrichten

Es gibt Pressemitteilungen bei denen rollen sich mir die Hufnägel auf:

Haustiere tun ihren Haltern gut – Katzen Männern ganz besonders. Frauen finden Katzenhalter sensibler und einfühlsamer als Männer ohne Schmusekater, berichtet die „Apotheken Umschau“. 60 Prozent der vom Bremer Marktforschungsinstitut TheConsumerView unter 1016 Personen befragten Frauen gestehen den Katzenfreunden diese Eigenschaft zu. Aber auch knapp 47 Prozent der Männer teilen die Ansicht.

Wenn mich Männer für einfühlsam und sensibel halten, kennen sie mich nicht. Männer müssen bei mir immer in voller Härte durch das Leben. Schließlich haben sie nichts besseres verdient, sie wurden ja gerade deshalb als Männer geboren.

Ich mag es wenn mich Frauen mögen. Ich mag Katzen und trauere meinem Fridolin auch nach so vielen Jahren noch nach. Mit etwas mehr Platz und einer Lebensabschnittsgefährtin ohne Katzenhaarallergie hätte ich auch wieder einen Stubentiger. Selbst der Dackel mag Katzen. Haben meine Hunde immer gemocht. Der Dackel mag sogar Zwerghamster. Nicht zum Essen. Er wedelt wie verrückt mit dem Schwanz und lässt die Hamsterin auf seinem Rücken rumturnen.

Aber wenn Frauen mich wegen meiner Katze besser bewerten, dann zeigt das nur das diese Frauen keine Ahnung haben. Hitler mochte seine Schäferhündin sehr.

Normalerweise sind mehr derartige Pressemitteilungen egal, aber diese blödsinnige Apotheken Umschau geht mir auf den Wecker. Andauernd werde ich in irgendeiner dummen Werbung angehauen in meiner Apotheke nach der Apotheken Umschau zu fragen. So als würde dieses Blättchen für mich die wichtigste Information überhaupt sein.

Dabei wollen die mich nur als Erpresser gegenüber den Apotheken benutzen. Das Käseblatt schafft es nämlich nicht, sich durch Werbung zu finanzieren oder ist zu faul um sich um Werbekunden zu kümmern, möchte aber trotzdem existieren und Gewinne abwerfen. Deshalb sollen die Apotheker dazu gebracht werden den Mist, mit 35 Cent pro Blättchen zu kaufen um ihn dann kostenlos zu verteilen.

Ich finde die Methode des Vertriebs schon mehr als anrüchig. Der Inhalt des einen Heftchens das sich die beste aller Lebensabschnittsgefährtinnen mal hat andrehen lassen, war schlicht und ergreifend Müll, genau wie die obige Umfrage.

Es spricht nichts dagegen seine Meinung der Umwelt kund zu tun. So unwichtig sie auch sein mag. Genau das mache ich hier in diesem Blog ja schließlich auch. An der Apotheken Umschau stört mich, das für diese inhalte auch noch Bäume sterben müssen und das ich über die Apotheken diesen Unfug finanzieren soll. Denn die Kosten gibt der Apotheker natürlich auch an mich weiter. Bei 14 tägigem Erscheinen sind das 8,40 Euro pro Kunden und Jahr.

Für manche Menschen ist das ja genau der Betrag der ihnen fehlt um sich dringend notwendige Medikamente leisten zu können. Deshalb ist die Apotheken Umschau nicht nur unnütz sondern auch noch schädlich für die Gesundheitsversorgung in Deutschland. Jeder Apotheker der den Mist verteilt, versündigt sich an seinen armen Kunden. Er sollte das Geld das er jetzt für das Blättchen ausgibt einsparen, um wenigsten den ärmsten von seinen Kunden zu helfen.

Dann müssten die Apotheken Umschauer ihr Geld zwar wieder mit Arbeit verdienen, aber damit kann ich gut leben. Katzenmänner sind eben doch nicht so sensibel und einfühlsam.

Ich werde alt

Ich habe aus den Augenwinkeln im Feedreader gelesen

Stiftung deutsche Schlagerhilfe

und wollte gerade schon lostoben ob man diesen Schwachsinn und das Gejaule jetzt auch noch mit einer Stiftung unterstützen muss, da schau ich genauer hin und es ist in Wirklichkeit:

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Professor Karl Einhäupl, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist sauer auf uns Männer:

Mit Sorge beobachtet der Direktor der Klinik der Neurologie in der Berliner Charité, dass weniger als 20 Prozent der Männer Vorsorgeuntersuchungen nutzen und erklärt: „Eine konsequente Senkung des Bluthochdrucks könnte fast die Hälfte der Schlaganfälle bei Männern verhindern“.

„Sei es aus Angst, Scham oder Sorglosigkeit, Männer haben im Vergleich zum weiblichen Geschlecht Nachholbedarf bei der Gesundheitsvorsorge. Männer leben nicht nur ungesünder, sie informieren sich zudem auch weniger über Gesundheitsthemen“ erläutert Prof. Einhäupl und verweist darauf, dass Männer stärker von gesundheitsschädlichen Belastungen betroffen seien als Frauen.

Ob dieses Professorlein vielleicht auf die einzig wahre Idee kommen könnte, warum Männer seinen Vorsorgequatsch nicht mitmachen. Sicher nicht. Männer glauben ihm kein Wort. Alle naselang haben er und die anderen Shamanen, die ums goldene Kalb der Patientengelder tanzen, einen neuen Vorwand was sie noch untersuchen könnten. Es ist ja auch nett. Jeder Volltrottel der sich von diesen Shamanen ins Bockshorn jagen lässt, bringt bares Geld.

Natürlich sind die Vorschläge auch immer die gleichen. Nicht saufen, nicht rauchen, nix mit Weibern, weniger Arbeiten, besseres Essen, mehr Ruhe, Mittagsschlaf. Herrlich. Kann ich alles machen wenn ich Stiftungsvorsitzender einer gemeinen aber unnützen Stiftung bin. Dann habe ich Zeit und Geld für derartigen Firlefanz. Der Rest hastet sich durchs Leben um solche Professoren und Stiftungen zu finanzieren und nimmt das, was er im Vorbeigehen bekommen kann.

Ja wir werden früher sterben. Wenn wir die Pillen des Professor nicht nehmen leben wir vielleicht sogar ein paar Jahre länger als mit seinen Pillen. Im Gegensatz zu dem Professor werden wir aber unsere Pflicht gegenüber der Gesellschaft durch ehrliche Arbeit erfüllt haben. Er kann sich seine Vorsorgeuntersuchungen einführen wo er mag, aber er und die anderen Shamanen sollen uns doch bitte in Ruhe lassen.

Da wünsche ich mir doch lieber eine Stiftung deutsche Schlagerhilfe. Die Lieder die da rauskommen kann ich wenigstens im Keller abspielen um die Mäuse zu verjagen. Noch besser wäre allerdings die Abschaffung der Gemeinnützigkeit. Des Professors Stiftung müsste dann wenigstens vollständig von der Pharmaindustrie bezahlt werden. Da wäre es dann auch leichter den Finger in die Wunde zu legen.

Glänzende Flachleute

Da tagt in München der BVKJ. Wie, den kennen sie nicht. Kannte ich auch nicht. Aber die müssen die Schwäbische Zeitung irgendwie bepressemitteilt haben. Die wusste nämlich das es sich beim BVKJ um den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte handelt.

Häufig sind diese ärztlichen Abzockervereine ja nur dazu gedacht, besser an die Bestechungsgelder von den Pharmaleuten zu kommen. Die machen dann Kongresse auf den Malediven. Fünf Wochen Urlaub und fünf Minuten Weiterbildung. Aber wer glaubt bei der Mehrheit der deutschen Ärzte wirklich an eine Weiterbildungsfähigkeit.

Der BVKJ hat aber zumindest noch ein ganz anderes Hobby:

«Am exaktesten misst ein Thermometer im Darmausgang», erläutert BVKJ-Sprecher Ulrich Fegeler.

Bevor es eingeführt wird, sollte die Spitze mit weißer Vaseline bestrichen werden. «Legen Sie Ihr Kind bäuchlings auf den Schoß oder mit hochgezogenen Beinen seitlich ins Bett, damit es sich nicht verkrampft», rät der Kinderarzt. Es sollte nach 2 bis 2,5 Zentimetern gestoppt werden – spätestens aber bei einem Widerstand.

Ist er nicht entzückend der Herr Ulrich Fegeler. Da merke ich doch sofort den Fachmann oder heißt das Flachmann? Egal. Bei dem hat Weiterbildung auf jeden nicht funktioniert und Ahnung von Kindern hat er annähernd gleich Null. Wenn Kinder krank sind, werden sie nicht einfacher. Selbst wenn ihnen sonst mit Vernunft durchaus beizukommen ist, sind sie dann wehleidig bis unleidlich. Fast so schlimm wie erwachsene Männer. Damit können Eltern leben.

Kluge Eltern suchen dann nach Wegen, die Kinder so wenig wie möglich mit dem ärztlichen Kram zu belästigen. Deshalb gibt es Thermometer die berührungslos im Ohr messen. Vor allem messen sie problemlos. Das Kind wird nicht gestört, hat keinen Grund sich aufzuregen, der Heilungsprozess wird gefördert.

Aber das gefällt Herrn Fegeler ja nicht. Der muss den Kindern ja im Hintern rumpopeln um glücklich zu sein, und so bei jeder Messung weinende oder zumindest genervte Kinder erzeugen. Wie gesagt ein Fachmann erster Kajüte. Oder will er etwas ganz anderes. Sollen Eltern etwa ihren Kindern nicht bestens helfen können, ohne einen Kinderarzt reich zu machen, der im Normalfall nicht in die Wurst taugt.

Das dürfte wohl des Pudels Kern sein. Der Herr Fegeler möchte mehr Umsatz für Kinderärzte generieren. Denn wenn Eltern maximal einmal am Tag, sich an eine Fiebermessung auf Fegelers dumme Art trauen, dann unternehmen sie meist viel zu spät etwas. Das nützt den Kinderärzten.

Falls mir so ein Flachmann mit der Genauigkeit der Messung kommt, kann ich nur müde lächeln. Temperaturmessungen sind nie genau. Weder bei Stahl- noch bei der Glaserzeugung und auch nicht beim Fiebermessen im Krankenhaus. Da sind Abweichungen in der Messgenauigkeit normal. Es geht also nicht um ein singuläres Meßergebnis, sondern um eine Folge von Meßergebnissen, die einen Trend bilden. Behandlung gegen Fieber oder ein Arztbesuch dient ja nur der Trendumkehr. Die Genauigkeit des Meßergebnisses, wir reden von Abweichungen zwischen Ohr- und Analmessung von 0,1 – 0,3 Grad ist also völlig nebensächlich.

Genauso nebensächlich wie der Herr Fegeler und seine Meinung, oder sein ulkliger Berufsverband. Wenn die auf anale Spielchen stehen, dann reicht die Eingabe von Analsex bei Google und sie sind bis zum Ende ihres Lebens bestens versorgt.

Ich hatte übrigens zwischen Weihnachten und Neujahr drei Kinder mit Fieber und trockenem Husten. Ich habe mir erlaubt am Samstag mal den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung in Berlin anzurufen. Also eigentlich wollte ich einen Notarzt. Nachdem mich aber die Arbeitsabweisungsbeauftragte der KV endlich am Telefon hatte und ihr die Sachlage schilderte, frage sie mich, was ich von ihr erwarte. Ich müsse in eins der Kinderkrankenhäuser fahren.

Ich gebe zu, ich bin nicht einmal mehr dazu gekommen mich aufzuregen. Da unterhalten diese Geldvernichter auf Kosten aller Beitragszahler einen Notdienst und wollen drei kranke Kinder von den Eltern in ein Kinderkrankenhaus verfrachten lassen. Nicht so sehr ein Problem bei uns. Aber was machen Leute ohne Geld für ein Taxi und ohne Auto. Oder Alleinerziehende von denen nicht alle Kinder krank sind. Die kranken Kinder notfalls sterben lassen? Tolle KV. Diese Parasiten am Arsch unseres Gesundheitssystem müssten sofort abgeschafft werden.

Wir brauchen Ärzte, die ihre Rechnungen an den Patienten stellen müssen und nur das erstattet bekommen, was der Patient abgezeichnet und selbst der Kasse geschickt hat. Erlauben wir dann keine Pharmareferenten mehr und statt dessen die Freizügigkeit bei Medikamenten, dann haben wir die Gesundheitskosten halbiert.

Verlierer sind natürlich solche Verbandsfachleute wie Herr Fegeler vom BKVJ. Aber da die Steigerung von nutzlos ja Verbandsfunktionär ist, muss er damit leben.

Der gemeine Igelarzt

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Leider nicht so putzig

Wer denkt bei einem Igel schon an etwas böses. Der gemeine Igel ist ein sehr nützliches Tier, was man von dem gemeinen Igelarzt mit Sicherheit nicht behaupten kann. Der Igelarzt beschäftigt sich nämlich nicht, wie der Name vermuten ließ mit Igeln, sondern mit IGeLn, sogenannten „Individuellen Gesundheitsleistungen“.

Diese sind laut AOK in erster Linie um eine Marketing-Maßnahme der Ärzteschaft zur allgemeinen Gewinnoptimierung.

Der Begriff IGeL wurde 1998 von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) eingeführt. Marketing-Gesichtspunkte standen dabei im Vordergrund. Mit der so genannten IGeL-Liste hat die KBV einen bis dahin bestehenden Grundkonsens mit den gesetzlichen Krankenkassen aufgekündigt: Ärzte und Krankenkassen definieren einvernehmlich den Umfang einer wirtschaftlichen, ausreichenden und zweckmäßigen ärztlichen Versorgung.

Lukrative zusätzliche Einnahmequelle

Der IGeL-Katalog umfasst inzwischen fast 250 Zusatzangebote. Sie werden in der ärztlichen Fachpresse und auf Kongressen massiv beworben. IGel gelten als willkommene Möglichkeit, lukrative zusätzliche Einnahmequellen für Ärzte und Zahnärzte zu erschließen oder Umsatzverluste auszugleichen. Ärzten wird geraten, ihrer jeweiligen Patientenklientel gezielt Zusatzleistungen anzubieten. Das reicht von zusätzlichen Vorsorgemaßnahmen über Reisemedizin und Naturheilverfahren bin zu Anti-Aging-Maßnahmen.

Wenig Sinnvolles, viel Überflüssiges

Einige der ärztlichen Zusatzleistungen sind durchaus nützlich, zum Beispiel eine reisemedizinische Beratung. Viele sind jedoch schlicht überflüssig. Einzelne Angebote sind dagegen medizinisch umstritten und können sogar gesundheitsschädlich sein. Im Bereich der Vorsorge können etwa unzuverlässige Diagnose- und Behandlungsmethoden Patienten in falscher Sicherheit wiegen oder sie unnötig in Sorge versetzen.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, wäre da nicht das besondere Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Ausgehend vom Schamanen, über die Druiden und Medizinmänner bis in die heutige Apparatemedizin war ein wesentlicher Teil des Behandlungserfolges der Glaube an den Arzt, zumindest soweit es die Heilung betrifft. Der Patient wird von unserem Gesundheitssystem sogar dazu gezwungen sich einem Hausarzt anzuvertrauen, der genau zu einem Facharzt überweist. Vergleichsbesuche bei mehreren Ärzten sind aus Kostengründen ausdrücklich nicht erwünscht.

In dieser Abhängigkeitssituation kommt also der Arzt, umgeben mit dem mythischen Schleier des Heilers und verordnet. Der Arzt muss sich dabei beeilen, weil Beratung ja nicht bezahlt wird, der Patient versteht im Normalfall von der ganzen Sache überhaupt nichts, was auch nicht unbedingt verkehrt ist, weil neunmalkluge Eigendiagnostiker per Internet, auch eine ziemliche Seuche sind und mehr Schaden anrichten, als Nutzen. Aber wenn der Arzt aus dieser Vertrauenssituation dem Kunden ein Geschäft anbietet und nichts anderes sind IGeL-Verkäufe, dann hat er einen mächtigen Hebel in der Hand.

Wollen wir von einem Patienten wirklich verlangen, das er dem Arzt, dessen Behandlungskünsten er sein volles Vertrauen schenkt und auch schenken soll, an dieser Stelle widerspricht. Geht doch gar nicht. Wenn er den Arzt hinterfragen soll, dann muss er das immer tun. Bei jeder Rezeptur, bei jeder Untersuchung. Er muss den Arzt als gerissenen Verkäufer von wertlosen Dienstleistungen sehen und unterscheiden zwischen faulem Zauber und echter Notwendigkeit. Der Patient müsste selbst Arzt sein. Aber wir wissen gleichzeitig das der Anwalt der sich selbst verteidigt den schlechtesten Verteidiger hat.

Abschlüsse über IGeL-Leistungen kommen also aus einem Umfeld das für solche Geschäfte ausdrücklich nicht geeignet ist. Sie sind in den meisten Fällen, in denen sie vom Arzt angeboten werden, Betrug.

Dabei soll ausdrücklich erwähnt werden, das es natürlich umstrittene Leistungen, Behandlungen und Medikamente gibt, deren Einsatz sich in einem genau ausgeloteten Umfeld und nach sehr ausführlicher Beratung als sinnvoll erweisen kann.

Auch wenn ich für mich z.B. Homöopathie oder gar Bachblüten, als Schwachsinn abtue, komme ich nicht um hin, zu resümieren, das die Homöopathie zumindest bei einem Pferd scheinbar genutzt hat und die Bachblüten einen Hund wieder hochbrachten. Aber da gleichzeitig andere Behandlungen liefen, sind das eben keine Beweise, sondern Bauchgefühle.