Betrogene Betrüger – die Telekom und die Doping-Tour

Da hat das mit dem Markteting mal wieder so gar nicht geklappt. Eigentlich hatten die Telekomiker ja gehofft, die Doping-Geschichte bis zum Sonntag auf kleiner Flamme kochen zu können und neben einer Kündigung an Jan Ullrich auch noch ein Gesprächsangebot mitgereicht.

Allerdings wusste Jan Ullrich, das dieses Gesprächsangebot so unehrlich wie das Serviceangebot und das sonstige Geschäftsgebahren der Telekom ist und hat die Kündigung auf seiner Website sofort veröffentlicht.

Weiterlesen

Fusionitis

Die Börsenkurse bewegen sich langsam aber sicher wieder in schwindelnde Höhen. Jede Entlassungs- und Einsparungswelle wurde und wird mit einem Kursfeuerwerk gefeiert. War es bei letzten Mal DotCom das die Blase begründete, ist es jetzt das Sparen um jeden Preis. Wen interessiert Qualität, Sicherheit, Innovation oder gar Zukunft. Nur das hier und jetzt ist entscheidend. Dieses Quartal ist mehr wert als die nächsten Jahrzehnte.

Weiterlesen

Parteien sind keine Schweinebande, abzockende Manager und Kapitaleigner auch nicht!

Oskar Lafontaine, dem 1999 das Amt des deutschen Finanzministers zu viel Arbeit machte und der statt seine Verantwortung zu übernehmen, sich lieber gut abfinden ließ, hat laut Aussage der Leipziger Volkszeitung, auf einer Wahlkampfveranstaltung im rheinland-pfälzischen Schöneberg-Kübelberg, alle Parteien bis auf seinen Verein als Schweinebande bezeichnet. Sein Fraktionssprecher Hendrik Thalheim verschlimmbesserte das Ganze in dem er erklärte, die Äußerungen hätten sich nicht auf Politiker bezogen, sondern auf Unternehmen, die trotz großer Gewinne Mitarbeiter entließen.

Weiterlesen

Ohne Brille wär das auch passiert!

Mit der Brille auf der Nase sieht sie aus wie’n Osterhase. Als Träger eines Nasenfahrrads von Kindesbeinen an, lässt sich leicht lästern. Aber dat Angela muss wirklich erbitterte Feinde haben. Wer hat ihr nur diese Brille angetan? Das ist wie pommersche Beene und französische Schuhe. Die Gläser sind viel zu klein. Aber vielleicht ist das Absicht. Vielleicht wollte jemand ihr Gesichtsfeld noch weiter einengen, damit sie gar nichts mehr mitbekommt. Als erfahrener Brillenträger hätte ich jeden Optiker oder Typberater der mir mit einem derartigen Missverhältnis gekommen wäre, an Ort und Stelle verhauen. Aber bei Angela ist wohl so ziemlich alles egal. Hauptsache Bundeskanzlerin.

Weiterlesen

Er ist ein anständiger Junge

Mütter sind so. Weil Mutterliebe blind macht. Das gilt auch für die alte Frau in Mels, die ihren Sohn liebt. Allerdings hat Herr Ackermann wie jeder andere Mensch auch, nur eine Mutter die ihn blindlings lieben darf. Alle anderen Menschen können ihn lieben, müssen das aber nicht tun. Sie dürfen ihn auch hassen, zumal er Millionen einen Grund dafür gegeben hat.

Mütter haben ihre Kinder immer geliebt. Das gilt für Nero, Hitler, Stalin und auch Mao. Aber deren Mütter haben sich geirrt. Das gilt auch für die Mutter aus Mels. Ackermann hat dieser Welt nichts Gutes gebracht. Jede Hand die ihn förderte hat er gebissen. Zuerst wollte er Rainer Gut von der Credit Suisse stürzen der ihn zu seinem Nachfolger aufgebaut hatte. Allerdings war der Herr Gut viel cleverer und hat Ackermann einfach rausrationalisiert. Er hätte ihn notfalls auch zum Chef der Bleistiftanspitzabteilung gemacht.

Was nicht gut genug für die Schweiz war, war gut genug für die Deutsche Bank. Hilmar Kopper, der Mister Peanut und der lebende Kleiderständer Rolf Breuer meinten das Ackermann sehr gut zu ihnen passe. Pfeifen aller Länder vereinigt euch. Was aber bei Kopper und Breuer schlichte Dämlichkeit war, ist bei Ackermann Dämlichkeit gepaart mit einer unheimlichen Selbstüberschätzung und totaler Verkennung der Lage. Er glaubte wirklich, das er für ein paar Aktionäre, alle Regeln menschlichen Zusammenlebens in Deutschland auf den Kopf stellen könne.

Das ist ihm unter Mithilfe seines Chefideologen und Chefarbeitnehmerbeschimpfers Norbert Walter und des unersättlichen und grenzenlos verdorbenen Herrn Kannegießer von Gesamtmetall auch teilweise gelungen. Die Medien haben brav mitgespielt. Es schien keine Grenzen mehr zu geben. Aber der Schein trog. Die Besitzer der Medien verfolgen ihre eigenen Ziele und diese sind nicht einmal annähernd deckungsgleich mit denen von Ackermann.

Die Springer und Mohn merkten sehr schnell, das Ackermann überzogen hatte. Der Mannesmann Deal war der sichtbare Punkt an dem Ackermann und sein Vorgehen unerträglich wurden. Das eine ehemalige Jugendrichterin eingesetzt wurde, die, die erwarteten Freisprüche lieferte, war nur eine kurze Hilfe. Immer mehr Bürger wussten, was sie von Ackermann zu halten hatten. Das er nicht zurücktreten musste lag an Breuer, der bestenfalls als Hutständer einzusetzen ist.

Außerdem brauchte man einen Schuldigen für all die vielen anderen Pleiten. Vodafone bezahlt der deutsche Steuerzahler über Abschreibungen, Mitsubishi genauso. Die Deutsche Bank hat Siemens seine Fertigungskompetenz gestohlen und Millionen von Arbeitsplätzen in Deutschland vernichtet. Nun ist mit der Pleite des Immobilienfonds auch der Immobilienmarkt an der Reihe. Ackermann wird 25 Prozent Rendite erhalten. Eine Rendite die aber nicht aus guten Geschäften der Deutschen Bank, sondern aus Spekulation und Betrug resultiert.

Aber Ackermann wird auch ein Urteil bekommen. Die Bundesanwaltschaft und der Bundesgerichtshof haben nicht mitgespielt. Wahrscheinlich wird es in mildes Urteil werden. Jeder Apfeldieb wird bei uns härter bestraft.

Aber eine Strafe wird zumindest dem Rechtsempfinden gut tun und es bedeutet das Ackermann nun endlich gehen muss. Das rettet die Deutschland AG nicht mehr. Die ist Geschichte. Es rettet auch die Deutsche Bank nicht mehr. Deren Ansehen ist auf dem Nullpunkt. Sie wird sich in einen Bereich der reinen Abzocke mit Sitz in London und in einem Geschäftsbankenbereich mit Sitz in Frankfurt aufteilen. Aber das ist egal. Eine Bank ohne jede Verantwortung braucht niemand. Die Zeiten von Abs und Pferdemenges sind vorbei.

Lügner und Demagogen wie Walter oder gesichtslose Bürokraten sind alles was der Bank bleibt. Sie wollte die deutschen Arbeitnehmer vernichten oder doch zumindest ausrauben. Das hat sie geschafft. Aber dabei hat sie auch sich selbst vernichtet. Ackermann sei Dank. Nein er ist wirklich kein guter Junge, egal was seine Mutter denkt.

Mehrwertsteuererhöhung, Job-Gipfel und sonstiger Blödsinn

Wolfgang Clement, Mister Unfähig und Großkotzig in Personalunion, musste mal wieder etwas Geseiere ablassen. Diesmal gegenüber dem Hauptstadtbrief. Danach ist er zwar gerade jetzt nicht für eine Mehrwertsteuererhöhung aber generell nicht dagegen. Das heißt im Klartext das wir uns mit einer Erhöhung um zwei Prozent abfinden müssen. Damit will er die Arbeitslosenversicherung um ein Prozent billiger machen und die Krankenversicherung um 1,5 Prozent. Sagt er, hat er gesagt. Tatsächlich will er die Großkonzerne ein wenig subventionieren und die Medizinindustrie. Die Subventionierung bringt keinen einzigen Job. Wie alle Subventionen vorher auch nicht. Aber sie stiehlt den Beziehern kleiner Einkommen weitere zwei Prozent. Damit können die weniger kaufen was die Binnenkonjunktur weiter abbremst und weitere Arbeitslose bringt.

Nein, Wolfgang Clement ist nicht so dämlich, dass nicht zu erkennen. Es stellt sich ernsthaft die Frage, ob er als Höhepunkt seines Versagens nun Deutschland gänzlich erledigen will, oder wer ihn so gut bestochen hat, dass er jede Vernunft außer acht lässt. Gibt es einen Staatsanwalt der hier ermitteln kann oder einen Arzt der für eine Einweisung in die geschlossene Abteilung einer Klinik sorgen kann?

Den Job-Gipfel haben wir nun ja auch hinter uns. Unsere vereinigten Politclowns haben heiße Luft produziert und die Medien hatten was zu berichten. Wie bereits vermutet war das Ergebnis gleich Null. Unsere Politiker sind einfach unfähig und unwillig. Schröder, Merkel und Stoiber taugen eben nur zum Verprassen ihrer Diäten und Sondereinkünfte. Nur der bayrische Finanzminister vermag noch einen obendrauf zu setzen. Nun will er, der schon den toten Franz Josef Strauß pfänden ließ, den Bundesfinanzminister kontrollieren. Ich wusste gar nicht das Falterhäuser überhaupt lesen kann.

Die FDP ist auch gründlich vergräzt, weil sie beim Job-Gipfel nicht mitmachen durfte. Das ist ja auch gemein. Die völlig unnütze FDP hätte gut auf diesen völlig unnötigen Gipfel gepasst. Madame Westerwelle hätte näselnd seiner völligen Unkenntnis der Sachlage Ausdruck verleihen können und die Presse hätte ein paar schicke Bilder von ihm in den Zentren der Macht gehabt. Ein echter Verlust für Westerwelles Familenalbum.

Ackermann und sein Cheflügner Walther sind leider auch immer noch nicht verhaftet worden und Breuer steuert aus seinen Aufsichtsratspöstchen weiterhin die deutsche Wirtschaft in den Abgrund. Mister Peanuts lebt und erfreut sich bester Abzocke. Unsere Staatsanwälte haben den Schwanz eingezogen und Esser wird sicher noch Schmerzengeld dafür bekommen, dass er die deutschen Steuerzahler 25 Milliarden kostet.

Wenn das Gesetz sichtlich versagt, ist es an der Zeit das Gesetz zu ändern. Wir können natürlich auch warten bis wir 15 Millionen Arbeitslose haben und Ackermanns Bank ganz Deutschland besitzt. Ich werde die Ostertage nützen um wieder einmal deutsche Märchen zu lesen. Knüppel aus dem Sack ist zwar wenig österlich, wäre aber sicher ein Segen für Deutschland.

Am Ende der Reförmchen

Der Flickenteppich wird zur Kunstform erhoben. Anstatt mit der Schere die Flicken zuzuschneiden und sie ordentlich festzunähen, wird der erstbeste Flicken auf das nächste sichtbare Loch geklebt. Die losen Enden machen jedes Begehen des Teppichs zur Gefahr und manche Flicken treibt der Wind einfach davon.

Unsere politische Kaste hat längst vergessen, wie der ursprüngliche Teppich aussah und wozu er diente. Sie vertraut den Erinnerungen und Einflüsterungen von Lobbyisten jeder Couleur. Die Bürokratie hat sich im Netz ihrer eigenen Verordnungen gefangen und ist nur noch mühsam zu minimalen Bewegungen fähig. Gleich einer schwer verletzten Spinne produziert sie trotzdem weiter sinnlose Fäden, die sie noch weiter einengen.

Knapp 10 Millionen Menschen, für die es nie mehr ein Erwerbsleben und eine Zukunft geben wird. Manager, die sich straflos bereichern und ihre Aktionäre praktisch enteignet haben. Alle Kraft für die Bekämpfung der Symptome und nichts gegen die Ursachen. Rechtlosigkeit für alle. Ziellosigkeit und Mutlosigkeit liegen wie eine schwere Decke über dem Land und halten die Menschen gefangen.

In den alten, bösen Zeiten wurde in solchen Situationen immer heftig mit nationalen Fahnen gewedelt, die Waffenkammern geöffnet und irgendeinem Nachbarn die Schuld zugewiesen und schließlich der Krieg erklärt. Das Arbeitslosenproblem wurde auf den Schlachtfeldern blutig gelöst und an der Heimatfront gab es genug Zerstörungen für einen konjunkturell wirksamen Wiederaufbau. Diese praktische Methode bleibt uns heute in Ermangelung von Feinden verwehrt.

Wir sind Exportweltmeister und strafen mit unserer hohen Produktivität die Schlusslichtdebattierer Jahr für Jahr Lügen. Rein wirtschaftlich geht es uns glänzend. So gut wie noch nie. Gleichzeitig geht es den Menschen in unserem Land immer schlechter, so schlecht wie noch nie.

Einigen wenigen geht es immer besser. Sie wissen nicht mehr, wohin mit ihrem Geld. Da wird spekuliert auf Teufel komm raus, da werden Fantasiepreise für Kunstwerke bezahlt, Hauptsache, das Geld ist weg. Die Vermeidung von Gewinnen wird als Volkssport betrieben. Geiz ist geil und den Letzten beißen die Hunde.

Im Gebührenfernsehen wird fleißig Stimmung gegen die Gebührenzahler gemacht, im Werbefernsehen werden Promis gegen hohes Entgelt veralbert und in den Printmedien wird der Untergang als unausweichlich beschrieben. An jeder Ecke schießen Alternativen und Bündnisse für irgendwas wie Pilze aus dem Boden und sind sich doch nur in einem einig: Es muss anders werden. Sie müssen an die Macht. Wahlen finden fast ohne Bürgerbeteiligung statt und die Parteien feiern Siege, die eigentlich Niederlagen sind, rechnet man die Stimmen, die sie wirklich erhalten haben.

In Ermangelung eines äußeren Feindes haben wir den inneren Feind geschaffen. Den Sozialschmarotzer, der die Früchte der Arbeit aufzehrt. Damit sind aber nicht die Herren Esser und Ackermann gemeint, die mal eben ein paar Millionen dafür kassiert haben, Mannesmann zu zerschlagen und 25 Milliarden Steuergelder zu vernichten, sondern diejenigen, die von diesen Herren aufs Abstellgleis geschoben wurden, um Kosten zu sparen, nein um die Kosten auf die Allgemeinheit umzulasten.

Der innere Feind sind die Arbeiter und jene, die keine Arbeit mehr bekommen und dieser Feind wird mit allem was zur Verfügung steht bekämpft. Noch sind es nur verschärfte Gesetze und die Streichung von Rechten, aber der Ruf nach der Nationalgarde und dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren zeigt wohin die Reise gehen soll.

Bewachte Zwangsarbeit zu den Sozialhilfesätzen in Industrie und Wohlfahrtspflege für die meisten, rechtlose Arbeit zum Niedriglohn für viele und die große Abzocke für wenige. Die unkündbare und sich selbst versorgende Politikerkaste zerschlägt Tarifrecht und Kündigungsschutz und unfähige Manager lasten die Kosten ihrer Fehlspekulationen auf die Arbeitnehmer und die Allgemeinheit um.

Es gibt nur zwei denkbare Folgen. Die schlimmste denkbare Folge, wären anarchistische Aufstände, die brutal zusammengeschossen werden und doch nicht einzudämmen sind. Terror und Gegenterror bis die Gegner erschöpft sind und sich einer beliebigen Diktatur unterwerfen müssen. Die totale Vernichtung des bisher Geleisteten und die Aufgabe aller Hoffnungen für die Zukunft. Diese Folge ist leicht zu erreichen. Sie entsteht einfach durch Nichtstun.

Die beste mögliche Folge, aber zu gleich auch die schwerste, wäre es, den Flickenteppich der uns von Deutschland übrig geblieben ist, einfach rauszuwerfen und durch einen neuen, zeitgemäßen Bodenbelag zu ersetzen.

Justitia ist doch nicht ganz blind oder schützt die Staatsanwaltschaften und Richter

Diese Göttin mit dem Schwert, der Waage und den verbundenen Augen fasziniert mich immer wieder. Wenn die Gute schon nichts sehen kann, soll sie bloß vorsichtig mit diesem großen Käsemesser umgehen, wahrscheinlich hat sie sich damit schon ihr rechtes Auge ausgestochen, auf dem sie ja schon immer blind war. Die Sache mit der Waage kennt jeder aus bestimmten Geschäften, in denen man nach dem ersten Besuch gleich zweimal, nämlich zum ersten und zum letzten Mal war. Ein Kilo ist nämlich nicht unbedingt ein Kilo, wie auch Schuld in Deutschland meist eine Frage der Stellung und des politischen Standorts war und ist. Aber es geschehen noch Zeichen und Wunder. In Düsseldorf ging ein Licht an.

Weiterlesen

Offener Brief an Rolf Heckmann, Gesamtbetriebsrats- und Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG.

Guten Morgen Herr Heckmann, willkommen in der Realität. Da sitzen Sie nun schon seit 1988 im Aufsichtsrat dieser Bank mit angeschlossenem Elektroladen und haben doch erst heute mitbekommen wohin der Zug fährt. Respekt. Sie selbst haben doch 1992 Herrn Dr. jur. Dr.-Ing. E.h. Heinrich v. Pierer mit zum Vorstandsvorsitzenden gemacht. Jenen weisen Unternehmenslenker, den die Bundesregierung sogar vor dem Un-Sicherheitsrat reden ließ.

Sie haben doch einen Mann zugelassen, der außer einer kurzen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Erlangen niemals in der freien Wirtschaft gearbeitet hat und als Siemens-Indianer tief durchdrungen ist vom bürokratischen Ungeist Ihres Ladens. Und nun plötzlich finden Sie heraus, dass der Standort Deutschland aus reiner Profitgier komplett in Frage gestellt wird. Einen schönen guten Morgen aber auch.

Weiterlesen

Welteke, Esser, Ackermann, Pierer und Kumpane

Also mal ganz ehrlich. Die 7.661,20 Euro die Ernst Welteke mit seiner Familie, auf Kosten der Dresdner Bank, im Berliner Hotel Adlon ausgegeben hat um den Euro zu feiern sind doch wirklich nicht der Rede wert. Peanuts. Ein durchschnittlicher Arbeitsloser kriegt das in acht Monaten an Stütze ausbezahlt und selbst ein Sozialhilfeempfänger bekommt diese Summe in 26 Monaten als großzügiges Geschenk vom Staat. Das ist doch alles nur blanker Sozialneid.

Das Gleiche bei dem armen Herrn Esser. Was sind schon dreißig Millionen Abfindung? Will er seinen Kindern die Summe vererben, muss er das Geld für kümmerliche sechs Prozent anlegen und kann dann im Monat lediglich 150.000 Euro ausgeben. Das reicht kaum für die Brötchen. Es ist geradezu bösartig ihm vorzurechnen, dass mit diesem Geld 154 Arbeitslose oder 515 Sozialhilfeempfänger versorgt werden könnten.

Zum Glück sind wir in Deutschland. Da wird einer zurückgetreten, der andere bleibt und selbst die Ermittlungen einer erstaunlicherweise übereifrigen Staatsanwaltschaft enden in einem Rechtsgespräch. Wie bitte, bei Ihrer letzten Verurteilung gab es kein Rechtsgespräch?
Sie wurden einfach verdonnert? Das muss an Ihrem Billiganwalt liegen. Solche Rechtsgespräche sind durchaus üblich.

Schließlich handelt es sich um Manager. Das sind laut Brockhaus mit weitgehender Verfügungs- und Entscheidungsbefugnis ausgestattete Führungskräfte in einem Unternehmen.
Da denkt man doch gleich an Loriots Pferderennen und fragt sich, wo führen sie den hin und was entscheiden sie denn. Also, der Herr Pierer entlässt jetzt mal eben 10.000 Leute, damit Siemens die nicht mehr bezahlen muss. Die bezahlt dann der Steuerzahler. Das macht im ersten Jahr eine Mehrbelastung von 116 Millionen Euro für alle Steuerzahler. Wenn Siemens dann gleichzeitig noch richtig Subventionen abgreift, dann steigt sogar der Aktienkurs. Das ist Führung und Entscheidung und dabei verfügt er mal eben über das Geld aller anderen.

Der Esser hat auch den Aktienkurs nach oben gebracht und die Arbeiter von Mannesmann dem Steuerzahler überlassen. Weg damit. Neun Monate derartig erfolgreicher Führungstätigkeit wurden dann ja auch mit mehr als 3 Millionen Euro je Monat zusätzlich vergütet. Der Ackermann hat das auch so gesehen, sonst hätte er ja nicht zugestimmt.

Natürlich hat sein Hauptberuf bei der Deutschen Bank nichts mit dieser Sache zu tun. Selbstverständlich hat die Bank nichts daran verdient. Natürlich fließen die Informationen aus Aufsichtsratsmandaten nicht in Eigengeschäfte der Bank, das wäre doch verbotener Insiderhandel. Die Deutsche Bank handelt selbstlos.

Das alles ist nur eine Frage der Globalisierung. Pierer entlässt ja nur, weil er den gleichen Kram woanders billiger produzieren kann. Bei einem Handy machen die Lohnkosten vier Prozent der Kosten aus. Wenn er die halbiert, steigt sein Gewinn. Das ist Führungsqualität.

Den Ackermann anzugreifen ist übrigens hochgradig kontraproduktiv. Das hat er selbst gesagt. Wenn man gegen Ackermann ermittelt, kommen nämlich keine Investoren mehr nach Deutschland.

Es gibt auch gar keinen Grund unsere Manager anzugreifen. Das Lexikon der Psychologie verrät uns nämlich, dass in der angelsächsischen Terminologie alle Firmenmitglieder, die Vorgesetztenfunktion wahrnehmen, als Manager bezeichnet werden. Der Antreiber von drei unwilligen Aushilfsputzkräften ist demnach ein Manager. Dafür hatten wir in Deutschland eigentlich das Wort Vorarbeiter, wobei dieses aber auch nicht stimmt, da es voraussetzt, dass da jemand etwas vormachen könnte. Obwohl, eigentlich machen sie uns ja eine ganze Menge vor.

Es ist unser Fehler, dass wir Manager mit Unternehmern verwechseln.

Produktion aus Deutschland verlagern

Da sind sie sich einig, der Dr. jur. Dr.-Ing. E.h. Heinrich v. Pierer, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG und Dr. Giancarlo Galli, Leiter der Geschäftsführung der Rodenstock GmbH, sie wollen immer mehr Produktion in Billiglohnländer verlagern. Das ist völlig in Ordnung so.

Meine letzten Brillengläser von Rodenstock kosteten 348 Euro, das biegsame Gestell etwas über 300 Euro. Da muss etwas geschehen. Diese Brillen sind für Deutschland eindeutig zu teuer. Rodenstock muss sich tragfähigere Märkte erschließen. Zum Beispiel die Ukraine. Nach nur fünf bis zwölf Monaten Arbeit kann sich eine Sekretärin dort schon eine solche Brille leisten, wenn sie auf Essen, Kleidung und Wohnung verzichtet. Eine chinesische Näherin braucht nur knapp zwei Jahre so zu arbeiten und schon besitzt sie diese schöne Brille.

Da die Produkte sogar etwas taugen, wäre das eine lohnende Investition, wenn auch eine unbezahlbare.

Weiterlesen