Skål!

Das „zuprosten“ in skandinavischen Sprachen nennt sich „Skål“. Eine, mittlerweile, gebräuchliche Redewendung beim Anstoßen mit alkoholischen Getränken. Dies war nicht immer so. Einst war es sehr viel persönlicher.

In der «Egils saga Skalla-Grímssonar» (die Saga von Egil Skalla-Grimsson) findet man den Satz: "Drekk eg til þín, Egill", was so viel heißt wie «Ich trinke dir zu, Egill». Das zu trinkenwar hier wörtlich gemeint. Auch das Trinken unterlag zu Zeiten der Wikinger diversen Riten, oder sagen wir der einfachheitshalber Regeln“.

 

Bei Gemeinschaftsumtrünken (sveitardrykkjur) wurde ein Trinkhorn oder Becher im Kreis herumgereicht, aus dem alle nacheinander tranken. Beim Zweiertrinken (tvímenningr), auch “Zurhälftetrinken” (drekka til hálfs) genannt, tranken zwei Personen miteinander aus einem Gefäß. Beim Einzeltrinken (einmenningr) hingegen, sozusagen der härtesten Stufe, leerte jeder Beteiligte ein ganzes Horn.

 

Trinken war keineswegs reine Männersache“. Aus der «Ynglingasaga» (einigen vielleicht ein Begriff, den sie mit der «Beowulf-Saga» noch in Verbindung wissen) ist bekannt:

 

Und am Abend, wenn volle Becher (full) getrunken werden sollten, war es Brauch von Königen, die auf ihren Ländereien saßen oder bei Gastmählern, die sie ausrichten ließen, dass am Abend paarweise (tvímenningr) getrunken werden sollte, je ein Mann und eine Frau, soweit es aufging, die aber für sich, für die es nicht aufging. Es waren aber Wikingergesetze (víkinga lög), dass sie, wenn sie bei Gelagen waren, alle gemeinsam tranken (sveitardrykkja).

König Hjörvards Ehrenplatz war dem König Granmars gegenüber errichtet, und alle seine Männer saßen auf dieser Bank. Da sprach König Granmarr zu seiner Tochter Hildigunn, dass sie sich bereit machen und den Wikingern Bier bringen solle. Sie war eine sehr schöne Frau. Daraufhin nahm sie einen Silberkelch, füllte ihn, trat vor König Hjörvard und sprach: ‘Seid willkommen alle Ynglingar, zum Gedächtnis an Hrolf Kraki.’ Sie trank die Hälfte und gab den Kelch König Hjörvard. Er nahm ihn und zugleich ihre Hand und sprach, dass sie kommen und bei ihm sitzen solle. Sie sagte, es sei nicht Wikingersitte (víkinga sið) mit Frauen paarweise (tvímenningr) zu trinken. Hjörvard meinte, es sei davon auszugehen, dass er Veränderung durchführen werde und lieber die Wikingergesetze sein lassen und paarweise mit ihr trinken werde.

 

In Verfilmungen, aber auch durch Mundpropaganda entstand der Glaube, dass die Wikinger häufig Honigwein (Met) tranken. Dem ist vermutlich eher nicht so. Zwar konnte nachgewiesen werden dass dies auch konsumiert wurde, jedoch eher seltener war. Der Hauptkonsum alkoholischer Getränke galt dem Bier. Keines wie wir es heute kennen, nach dem deutschen Reinheitsgebot gebrautem. Man kann durchaus annehmen, dass das Bier der Wikinger auf ähnliche Weise zusammengebraut wurde wie bei den Kelten – gesichert ist dies allerdings nicht.

 

Die Spelzgerste machte den Geschmack des dunklen und rauchigen Bieres, und die obergärigen Hefen brachten zusammen mit Milchsäurebakterien einen säuerlich spritzigen Geschmack hinzu, der im Sommer bei heißen Temperaturen Abkühlung versprach. Abgemildert hat die Komposition eine leichte Karamell-Note im Abgang, verursacht durch Kochsteine. Gewürzt wurde mit Beifußkraut und Möhrensamen. Geschmacklich unterscheidet sich das Kelten-Bier von den heute bekannten Biersorten. Doch schon die Kelten legten Wert auf eine hohe Qualität ihrer Produkte, schlussfolgert Dr. Hans-Peter Stika vom Institut für Botanik der Universität Hohenheim.

Informationen:

http://wikinger.org/wikinger/trinksitten

http://www.archaeologie-online.de/magazin/nachrichten/500-jahre-reinheitsgebot-die-kelten-kannten-es-nicht-und-brauten-trotzdem-hochwertig-38095

 

 

Ég heiti Tilda Braknør
Sjáumst síðar. Bless!

 

 

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