Sie inflationieren uns alle arm

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Das Bundesamt für Lügen hat die Erwartungen für die Inflationsentwicklung im Monat Juni bekannt gegeben. Die eigentliche Inflationsrate liegt wie üblich bei 1,8 Prozent und wie diese Schönfärberei zustande kommt wurde auf Duckhome ja schon ausführlich erklärt. Da aber gleichzeitig auch die Werte für die Inflation bei Lebensmitteln mit ebenfalls geschönten 5,4 Prozent genannt werden, ist es an der Zeit die Folgen einmal klar zu machen.

Doch zunächst lohnt sich noch der Blick auf die Inflationsrate bei den Energiekosten, die bei schön gerechneten 3 Prozent liegen soll und die für Wohnraum, die dreist mit 1,3 Prozent angegeben wird, obwohl diese Zahl natürlich völliger Quatsch ist. In den Ballungsgebieten steigen die Mieten um jährlich 4-5 Prozent und in Spitzenlagen noch erheblich darüber. Bei Neuvermietungen sind es nicht selten 30 Prozent und mehr. Aber solche Wahrheiten soll das Bundesamt für Lügen ja verdecken, weil sonst die Politik handeln müsste.

In Deutschland sind die Reallöhne in der Zeit von 2000 – 2009 um 4,5 Prozent gesunken und der Trend setzt sich verstärkt fort. Von den OECD Ländern hat nur noch Japan mit 1,8 Prozent eine negative Entwicklung. Alle anderen liegen im Plus. In Finnland gab es sogar ein Plus von über 20 Prozent im gleichen Zeitraum. Aktuell verdienen 75 Prozent der steuerpflichtigen Deutschen unter 33.000 Euro im Jahr. Das sind brutto 2.750 Euro im Monat oder netto rund 2.000 Euro. Hört sich doch erst einmal richtig gut an.

Nach dem aktuellen Warenkorb des Bundesamtes für Lügen dürfte dieser Steuerzahler 10,271 % seines Nettoeinkommens für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke ausgeben, also 205,42 Euro. und 192 Euro nach dem Heraussrechnen der Mehrwertsteuer. Da Deutschland 80,2 Millionen Einwohner und nur 41,8 Millionen Beschäftigte hat, von denen viele selbst in prekären Verhältnissen arbeiten, kann man also davon ausgehen, dass von diesen 205,42 Euro im Schnitt 2 Personen satt werden müssen, was pro Tag dann stolze 3,42 Euro für die Ernährung bedeutet. Wohl gemerkt bei jemandem der voll arbeitet.

Daran sieht man schon, dass dieser Warenkorb ein einziger Betrug ist. Aber selbst bei einem Alleinstehenden wären 6,84 Euro pro Tag sehr wenig. Wenn dazu noch die Infaltionsraten für Wohnung, Nahrungsmittel und Energie sehr weit über dem politisch gewollten Mittelwert liegen, dann bedeutet das, das bei 75 Prozent der Bevölkerung die Lage immer kritischer wird.

Völlig unhaltbar aber ist schon jetzt die Lage der Hartz IV Opfer, der Armutsrentner, der Kranken und Schwachen. Gerade bei Hartz IV Empfängern hatte ja bereits der paritätische Wohlfahrtsverband eine Erhöhung auf 442 Euro als bedarfsdeckend errechnet. Da gerade die Hartz IV Haushalte und die Niedriglöhner im wesentlichen ihr gesamtes Einkommen für Nahrungsmittel Energie und Wohnen ausgeben müssen, ist jede Erhöhung hier existenzbedrohend.

Wenn es stimmt was die Simulationsrechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben haben und zusätzlich zu den Hartz IV Opfern noch weitere 3,1 bis 4,9 Millionen Menschen so arm sind, dass sie Hartz IV beantragen könnten, aber es nicht tun, um sich nicht den Schikanen der Jobcenter zu unterwerfen, dann sind zwischen 7,6 und 10,5 Millionen schon jetzt in aktueller Not. Das sind immerhin 10 Prozent der Bevölkerung.

Dazu kommen noch ca 8 Millionen Niedriglöhner wobei hier die Tendenz schnell steigend ist. Insgesamt sind also 20 Prozent der Deutschen durch die Inflation real in ihrer Existenz bedroht und weder die Bundesregierung noch SPD und Grüne wollen daran ernsthaft etwas ändern. Der SPD-Kandidat für das Arbeitsministerium, Klaus Wiesehügel, hält Nachbesserungen an den rot-grünen Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010 nicht für nötig. Der Herr Gewerkschaftsführer hat damals eben nur etwas Wind gemacht und freut sich heute darauf in einer großen Koalition unter Merkel alles zu tun, was den arbeitenden Menschen, den Alten und Schwachen in diesem Land schadet.

Verwunderlich ist nur, dass die 20 Prozent die aktuell schon unterhalb des Existenzminimums leben und die 55 Prozent die dieser Grenze täglich immer näher kommen, zusammen nicht genug Kraft aufbringen um die Parteien die für das Elend verantwortlich sind aus den Parlamenten zu werfen. Wie kann man so blöd sein, seine Schlächter auch noch zu wählen. In diesem Jahr könnte der Zirkus noch ein hartes Ende nehmen, wenn die Deutschen sich selbst gegenüber ehrlich wären und der Ausbeutung und dem Betrug ein Ende machten.

Das ginge bei der Bundestagswahl, wenn man möglichst viele LINKE in den Bundestag wählt. Denn die von der Parteiführung ausgesuchten Parteisoldaten auf den sicheren Listenplätzen wären dann gegenüber neuen unverbrauchten und vor allem unbeeinflussten Kandidaten in der Minderheit und es könnte endlich linke Politik von der LINKEN gemacht werden. Bei 20 Prozent für die Linke wären Leute wie Bartsch und andere praktisch erledigt. Aber es muss den Bürgern wohl erst noch viel schlechter gehen bevor sie aufwachen.

75 Prozent der Steuerpflichtigen in Deutschland sind schon jetzt akut bedroht. Leute wehrt euch, bevor ihr zu schwach seid um euch noch wehren zu können.

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3 Kommentare

  1. Wenn ich ehrlich bin, interessiert das in Dütschland kaum ein Mitglied der (verzweifelt um Aufstieg und Schulterschluss mit der Oberschicht bemühten – und dem Abstieg geweihten) Mittelschicht. Als Arbeitnehmer mit „Beschäftigungszuschuss” als Bibliothekar mit 7,50 € brutto nur kurz zu 2013:
    Monatskarte ÖPNV: +7,6 Prozent
    Miete kalt: +5,2 Prozent
    Miet-Nebenkosten und Heizung: +14 Prozent
    Strom vom Oligopol: +12,8 Prozent
    Lebensmittel: geschätzte 10 Prozent, bei Obst, Gemüse, Fisch und Backwaren eher 20 Prozent, bei Gewürzen 30 Prozent
    Entgelterhöhung: 0 Prozent

    Da ich weder in der Lage bin in Flachbildglotzen und überflüssige Gadgets zu „investieren“ sieht es bei mir und vielen anderen im Niedriglohnsegment echt übel aus.

  2. Betrachten sie einfach einmal die Preise von Kartoffeln, bzw. Pommes,
    angeblich hat ja die Flut die Ernte vernichtet.
    Warum aber die Preise exakt am Tag dieser Nachricht in unseren Mainstreammedien um 50-100% gestiegen sind hat sicher nichts aber auch gar nichts mit Inflation zu tun…..

    Mfg.

  3. Darf auch ich mal was von meiner Omma sagen: die kriegt, weil sie in GE(lesenkirchen) lebt, jetzt ab 1. Juli 2013 0.25 Prozent mehr Rente. Dolles Ding, oder?

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