Säureknack zum Füße hochlegen

Klarer Fall: Stephan Steinmetz ist wieder mal schuld, dass ich mir eine Kiste Austern kaufen musste. Denn eigentlich wollte ich am Freitag in der Metro nur ein Paar anständige Jeans und ein Kilo Muscheln besorgen. Doch dann brachte der Postbote kurz vor meiner Abfahrt dieses merkwürdige Paket.

Ich hatte den Moselwinzer lediglich gebeten, eine Probeflasche seines gerade abgefüllten Spätburgunders zu schicken. Aber Steinmetz schickte mir nicht nur die gewünschte Testflasche, sondern hatte ein kleines Weihnachtspaket geschnürt, dem auch 2 Flaschen Elbling beilagen.

Eigentlich hatte ich meine diesjährige Elbling.-Saison bereits beendet, es ist mein Terrassenwein an lauen Sommerabenden und mundet hervorragend zu Spargel und allerlei im Wasser lebenden Nahrungsmitteln. Laue Sommerabende sind derzeit nicht in Sicht, Spargelsaison ist vorbei. Steinmetz ist das egal. Für ihn ist sein Elbling einfach „ein Wein der Zukunft, ohne viel Geplänkel: Füße hochlegen, trinken und denken, wie gut man es eigentlich hat“. Hab ich schon oft genau so versucht, hat eigentlich auch immer geklappt. Macht aber in der Abendsonne auch mehr Spaß als im dunklen Dezember. Zumal der frische, spritzige „Säureknack“ dieses Weins für mich ebenfalls ein Frühling/Sommer-Feeling ist.

Aber da gibt es noch eine kleine Besonderheit. Denn Elbling ist der optimale Begleiter für Austern. Was blieb mir also anderes übrig, als meinen Einkaufsplan kurzfristig zu ändern.

Gesagt getan, am Sonnabend stand das frisch geknackte Dutzend Austern dann als kleine Vorspeise für unsere vierköpfige Gesellschaft auf dem Tisch. Und meine Gäste, darunter ein Winzer, eine rasant lernende Weinliebhaberin und ein trotzkistischer Bürokrat, konnten sich davon überzeugen, dass mein oft verspottetes Faible für Elbling absolut seine Berechtigung, besonders wenn es um Austern geht . Oder eben um „Füße hochlegen, trinken und denken, wie gut man es eigentlich hat“, aber das sagte ich bzw. Steinmetz bereits.

Und da der Elbling einen eher bescheidenen Ruf hat, hat er auch einen bescheidenen Preis, so ist das nunmal im Kapitalismus. Die Flasche gibt es für 5,40 Euro ab Hof. Bestellen bitte hier.

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