Rien ne va plus – Nichts geht mehr

Sie hat gezockt, alles verspielt und mit hängendem Kopf schleicht sie vom Spieltisch – sie, die Mittelschicht.

Bis zuletzt hat die Mittelschicht gehofft, Anschluss zu finden an die Futtertröge der Oberschicht, gehofft auf den Durchbruch oder den einen, ganz großen Coup und jetzt steht sie vor dem Aus. Sie, die geglaubt hat, wenn sie der Oberschicht nur nacheifert, dann wird es auch mit ihr bergauf gehen und sie kann am Reichtum partizipieren. Sie hat den Parolen, ausgegeben von der Oberschicht, vertraut: Durchhalten, mehr und höhere Einsätze, mehr Risiko, eine Gangart zulegen, dann läuft es mit der Karriere. Die schnellste Gangart des Pferdes ist 'Karriere', der gestreckte Galopp. Wie lange kann Pferd und Mensch dieses Tempo durchhalten ohne Zusammenbruch? Der Leistungsdruck, immer im Markt sein, fehlende Erholungszeiten, das macht krank und führt in letzter Konsequenz ins Abseits. Höchstleistung ist eben nur für kurze Zeit möglich. Das gleiche Prinzip gilt auch für Maschinen, ein teures und damit wertvolles Investitionsgut. Diese können nicht permanent am Limit gefahren werden, deshalb erhalten sie beste Bedingungen für gewünschte Langlebigkeit. Warum man mit dem 'Human-Kapital', dem Menschen, anders umgeht? Weil es davon von genügend bis zu viel gibt; die Ware 'Mensch' ist jeder Zeit ersetzbar. Deshalb werden Maschinen gewartet, der abgearbeitete Mensch schlicht ausgetauscht.

Früher verteilte die Mittelschicht die abfallenden Knochen vom Tisch der Oberschicht unter sich auf und nährte sich redlich. Heute frisst sie sich aus der Not selbst, denn die Oberschicht schottet sich ab. Und unter sich erkennt die Mittelschicht den Abgrund; sie blickt mit Grauen auf die Armut dort. Mit unerbittlicher Härte tobt jetzt der Kampf untereinander. Der Weg der Mittelschicht teilt sich in Aufstieg und Absturz, und mit allen Mitteln soll der Absturz verhindert werden. Dieser Kampf um die begrenzten Pfründe beschleunigt nicht nur den Verfall der Mittelschicht, sondern auch der dort beheimateten menschlichen und kulturellen Werte. Die hauchdünne Firnis der Wohlanständigkeit ist bereits verschwunden, es kommt das Tier im Mensch wieder zum Vorschein; denn wie immer, wenn es ums nackte Überleben geht, geht die Humanität zum Teufel und es gilt der Grundsatz: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“. Lohndumping, Ausbeutung auf breiter Front, kein Gedanke mehr an das Gemeinwohl, die Unterschicht wird noch mehr gebeutelt. Dieser Irrsinn! Es wird nicht mehr registriert, dass der mögliche eigene Absturz genau da enden kann. Anstatt eine weiche Unterlage für den Aufprall vorzubereiten, wird der Boden extrem hart zementiert. Denn man könnte ja auch zu den Gewinnern gehören; man klammert sich an diesen Gedanken wie ein von der Sucht besessener Glücksspieler und alles andere wird ausgeblendet.

Und die Vorväter ergehen sich in Vorwürfen, weil sie nicht verstehen, dass Gestern nicht Heute ist. Sie werden unterstützt durch die perfide, täglich verbreitete Meinung, dass jeder, der es nicht schafft, selbst Schuld sei. Es wird ihm als sein persönliches Unvermögen attestiert und das Vorhandensein von systemrelevanten Einflüssen wird einfach ignoriert.

Wenn die Mittelschicht nicht aufwacht und bekennt, dass sie einer Mär aufgesessen ist, dann ist nichts mehr zu retten. Wer aber Fehler eingesteht, dessen Mut sollte anerkannt und er sollte nicht, wie bisher, stigmatisiert werden. Das wäre der erste Schritt. Aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und neue, bessere Denk- und Handlungsweisen zu entwickeln, ist der zweite. Wenn die Mittelschicht dann noch erkennt, welche Macht im Zusammenhalt und in der Zusammenarbeit der Unter- und Mittelschicht liegt, sehe ich ein großes Potential für die Entwicklung einer gemeinsamen, wertvollen Lebensweise – geprägt von Humanität und Wohlstand. Als Folge wird sich die Oberschicht in ihrer dekadenten Lebensart von selbst ad absurdum führen und keine Relevanz mehr haben.

Lernen wir doch endlich aus der Geschichte und bewahren wir diese unsere Hochkultur vor dem Verfall; vernichten wir ihre widernatürlichen Anteile, doch retten wir ihre positiven Errungenschaften und Erkenntnisse, welche in großem Maße vorhanden sind.

Doch, es geht noch was!

4 comments

  1. Eckhardt says:

    Mhhh… tja – ich lese immer, was alles möglich wäre… WENN!? Aaaaber wie sieht denn die Realität aus!? Wen interessiert es denn im Moment noch?? Es ist doch alles soooo bequem sich ruhig zu verhalten!? Es hängt sich doch alles im Geld auf – die Dicken habens – die Mittelschicht schaffts einigermassen – beim Rest kommts schon irgendwie oder “ich hab da mal nen Dispo”! Überschuldung ist noch nie sooo hoch gewesen!
    Mein Lieblingssatz hierzu ist – “Die BOMBE muss erst platzen”! Dann werden alle hoffentlich verstehen, Verantwortung im gesamten Handeln wieder zu übernehmen. Alle stellen sich nur hin und schimpfen, dass von “oben” nix geändert wird – aber wir haben den Wasserkopp doch da hin gebracht – also sind wir selber schuld. Und dazu betrachte man doch mal unsere Wahlbeteiligungen – es interessiert doch eben keinen!
    ALSO – WIR WARTEN AUF DIE BOMBE! :-)

  2. globalvoter says:

    Bravo für die Ehrlichkeit und den Mut! Was jetzt noch fehlt, ist die qualifizierte Einsicht.
    Wir müssen gemeinsam neu anfangen, aber das geht nicht mit allen gleichzeitig! Die Dekadenz und Gehirnwäsche läuft über viele Jahrzehnte. Der Feind ist nicht zu unterschätzen!
    Die Demokratie ist tot, es lebe das Selbermachen. Die Direkte Verwaltung. Das macht Arbeit, aber auch Spaß. Harz 4-ler werden zu bewussten, aktiven Mitbürgern! Arbeitskraft gibt es genug!
    Wir haben es verlernt oder wurden negativ manipuliert Demokraten zu sein. Jetzt muss der Neuanfang kommen. Eine Überlebensfrage!
    Wir werden keine besseren Politiker bekommen, wenn wir nicht zu besseren Wählern werden!
    Wie geht`s!? Wenn wir selbstkritisch denken müssen wir zugeben, dass die Menschen gleich sind, aber doch unterschiedlich! Siehe, allein, den Gehaltsunterschied. Warum gibt es den wohl!?
    Wir können eine strategische Lüge der Eliten nicht unreflektiert hinnehmen. Das Gleichheitsprinzip der sogenannten Demokratie ist = Kommunismus. Ein “trojanische Pferd”. Niemals, niemals werden uns die Eliten so behandeln, wie wir es verdient hätten.
    Das hängt NICHT mit dem Gehalt zusammen! Sondern unserem menschlichen Werten und Talenten, die systematisch unterdrückt und ausgebeutet werden.
    Jetzt kommt der gedankliche “Quantensprung” und die Erkenntnis
    Time is Money! Wird uns eingetrichtert. Gelogen! Zeit ist LEBEN !
    Die Macht der Eliten kommt nicht vom Geld, sondern unserem Leben, welches sie dominieren!!! Geld ist NICHT die Welt!
    Die Eliten (Bankster) drucken sich nämlich alles Geld, welches sie brauchen, selber (FED = FIAT Money System). Nur wir müssen dafür arbeiten! Je höher man in der Pyramide aufsteigt, um so mehr “Schweigegeld” bekommt man! Wir, Alle, sind Teil des Problems und müssen uns dies klar werden! Nur, ist keine echte Macht für uns vorgesehen, bei dem Ponzi Schema. Die Macht der Stimme in der sogenannten Demokratie ist eine üble Farce!
    Wenn wir diese Erleuchtung erlangen und Selbstbewußtsein dazu, ist ein Weg “Die Qualifizierte Selbstverwaltung”. Am Anfang, um die Negativspirale zu drehen, brauchen wir wieder wahre Qualität. Unter uns, den 99,9 % Unterdrückten und verarschten! Weg mit den 0,1 % Dominanten! Linke, Rechte, Parteien, Sozialsysteme, Subventionen und Frühstücksdirektoren, Bürokraten und Vasallen!
    Selbstbestimmung ist angesagt. Gesunder Menschenverstand !
    Der Anfang geht so: 20% der Wähler erhalten 80% der Stimmen. Ein 10x Stimmen System. Merke, wir brauchen die Qualität. Das System GlobalVoter. Wichtig! Die Stimmen hängen NICHT vom Gehalt ab und man kann sie NICHT vererben oder kaufen! JEDER kann, nach ein paar Jahren, 10x Stimmen erlangen!
    Tja, das ist die bittere Pille, aber sie wird wirken. 20% der Wähler in D sind 12 Millionen! Besser als von 0,1%, also von 80.000, dominiert zu werden!
    Wir schaffen das. Seht Euch “Die Identitäre Bewegung” (googlen!)
    an. Es geht doch! Die Freiheit und Selbstbestimmung wird nicht “unter der Tür” durchgeschoben.
    Direkte Demokratie, jetzt oder nie !

  3. Elli says:

    Jeder kann etwas dazu beitragen, damit unsere Gesellschaft, unser Miteinander besser wird! Ich arbeite in einem Friseursalon und meine Chefin ist ein Mensch, der die Mitarbeiter gut behandelt. Sie sagt, dass sie es anders machen will als die Mitbewerber, sie will ein Beispiel sein für guten Umgang mit Menschen.
    Sie führt ihr Unternehmen nach dem Motto: wenn ich gut für meine Leute sorge, dann bringen sie auch gute Leistungen! Und genau so ist es auch! Dienst nach Vorschrift gibt es bei uns nicht! Wir sind mit Begeisterung bei der Sache und ich glaube, dass meine Chefin recht hat mit ihrem Konzept.

    Jeder kann etwas dazu beitragen. Und wenn wir endlich anfangen würden, anders zu denken, anders zu handeln, dann ist es wir ein Steinchen, welches in den See geworfen wird: es zieht immer größere Kreise!

  4. Thilo ( User Karma: 11 ) says:

    Dieses System ist nicht reformierbar. Will man soziale Gerechtigkeit und eine egalitäre Gesellschaft, so muss dieses System überwunden bzw. vernichtet werden. Solange die politisch Linke sich in Richtungstreitigkeiten verliert, ob Sozialismus in einem Lande oder Weltrevolution der richtige Weg ist, ob Stalin oder Trotzki, ob Revisionismus oder nicht, solange wird sich die PdL immer weiter zu einer SPD entwickeln, zumal sie unterwandert wird und die anderen, DKP, MLPD, PSG usw. geben sich mit ihrem Nischendasein zufrieden. Auch das ist eine Art von bürgerlichem Bonzentum, wenn die DKP ihre Feste und Parteitage zelebriert und mit einer Handvoll Wählerstimmen zufrieden ist oder die MLPD so ziemlich alles ignoriert, was im Land passiert und ein reiner Engel-Heimatwahlverein ist. Die politisch Linke, uneins wie eh und je, stellt sich weder als Avantgarde noch als irgendeine Alternative dar. Deswegen kann dieses System unmaskiert wüten was das Zeug hält.

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