Richard David Precht und die Massentierhaltung.

Er lässt sich immer gerne als Autor und Philosoph bezeichnen, wobei mich seine Philosophie immer an die kleine Sofie erinnert die mit ihren Gummistiefeln in einer ca. 2 cm tiefen Pfütze herumtrampelte und steif und fest behauptete sie sei ein Tiefseetaucher. Aber schließlich ist ja alles relativ und kaum Tiefgang ist auch Tiefgang.

Diesmal darf der Herr Precht in der "Für Sie" philosophieren, einer Art Klopapier dass in den sechziger Jahren des vergangenen Jahres in Unmengen in jedem Friseursalon lag und von dem ich annahm, das  es längst tot sei, wie das Holz aus dem es gemacht wird. Aber et lebt noch und hat Platz für Herrn Precht. Da findet doch zusammen was zusammen … Sie wissen schon. 

Auf jeden Fall dürfen wir dem Artikel entnehmen das dem Herrn Precht die Massentierhaltung nicht gefällt. Bei der Massenmenschhaltung ist ihm das ziemlich egal. Aber wie dem auch sei, er bietet konkretes: 

Über einen Prozess von 3.000 Jahren haben wir das Tier versachlicht"

..

Früher empfanden die Menschen eine Mitgeschöpflichkeit dem Tier gegenüber. Dann wurde es moralisch immer unwichtiger, verkam zum Nutzmittel.

Mann das hat aber Tiefgang. Vor 3.000 Jahren liefen die Dinge als schief. Vermutlich auch an einem Freitag. So gegen 17 Uhr 30.  Ach ja der Precht. Aber tun wir mal so als ob wir ihn ernst nehmen. Die Zeit von Ackerbau und Viehzucht des Menschen begann in Syrien vor etwa 10,000 Jahren, das ist das Land das die USA mit Prechts Segen gerade in die Steinzeit bomben, diesen wichtigen Teil der menschlichen Geschichte. Vor 5.500 Jahren begann wir auch bei uns damit. Aber da war ja laut Precht alles noch in Ordnung. Die Datierungen sind ziemlich konfus, da sie mal auf die Zeit vor Christi Geburt mal auch die vergangene Zeit abzielen. 

Aber der Herr Precht, weiß ja dass es genau vor 3000. Jahren war. Der Herr Precht ist 51. Er kann also kaum aus Erfahrung berichten. Die Suchmaschinen wissen auch nichts. Sollte der Herr Precht vielleicht eine Zahl aus der Luft gegriffen haben, wie das meiste was er so ablässt. Ich nehme es mal stark an. 

Und nun muss ich leider etwas sagen was dem Herrn Precht nicht gefallen wird. Die Mitgeschöpflichkeit des Tieres wurde wie des arbeitenden Menschen von so Neoliberalen wie Precht, mit Beginn des 20. Jahrhunderts für erledigt erklärt. Es begann damit das Großschlachtereien und Großmolkereien den Markt für sich alleine haben wollten. Dabei wurde sowohl die Gewerkschaftsbewegung unterwandert und ausgehöhlt oder bei Widerstand ermordet, wie auch die Bauern in feste Verträge gezwungen. 

Zunächst in den USA und dann auch bei uns. Der Bauer zog ein Tier nicht mehr bis zur Schlachtreife auf, sondern das Tier wurde von anderen gemästet und die Verantwortlichkeit gegenüber dem Tier endete, weil Prechts Freunde noch mehr Geld abzocken wollten. Ende der siebziger Jahre war das Thema Hausschlachtung und Verantwortlichkeit in der Landwirtschaft durch. Industrielle Massentierhaltung mit all ihren Problemen war die Realität, die Precht heute so scheinheilig beklagt. 

Aber Precht wäre nicht Precht, hätte er nicht eine Lösung für uns: 

Ich denke, in zehn Jahren werden Sie ein Entrecote bestellen können, für das kein Tier sterben musste. Ich halte Kulturfleisch für die Lösung eines Menschheitsproblems.

Ach ja. Da haben wir ja die Erklärung dafür, dass sich der Herr Philosoph, für die paar Leserinnen der "Für Sie" den Griff ins Klopapier wählt. Denn am 17.10.2016 ist das neue Buch von Richard David Precht "Tiere denken" erschienen. Und das muss verkauft werden. Geht es doch für die Fleischindustrie um etwas ganz wesentliches. 

Anstatt sich weiterhin mit echten Tieren und all den Unwägbarkeiten die diese mit sich bringen zu beschäftigen züchtet man so etwas ähnliches wie Fleisch einfach im Labor. Ja wir sind wirklich schon ziemlich weit auf dem Weg des In-vitro-Fleisches gekommen. 

Wie immer spinnt Precht allerdings auch hier wieder vollkommen. Ein Entrecote könnte aufgrund mangelnder Bewegung gar nicht erzeugt werden, da es sich bis heute nur um zweidimensionale Strukturen handelt die bestenfalls als geschmackloser Hackfleischersatz taugen und dafür dann ungefähr 90 Dollar pro Kilo kosten.

Precht wird sich dieses Hackfleisch sicher leisten können, da die Wirtschaft solch tolle Werbeträger und Lobbyisten stets gut bezahlt. Prechts Leser sollten wissen, was und wer er ist. Wenn man eines seiner Bücher verwenden kann um einem Kneipentisch das Wackeln abzugewöhnen oder es im Häuschen mit dem Herzerl zu verwenden dann ist das, das beste was man mit seinen Machwerken tun kann. Billigste Propaganda für teures Geld. 

Die kleine Sofie die in ihren Gummistiefeln in der 2 cm Pfütze von ihrem Leben als Tiefseetaucherin erzählt, hat viel wertvolleres in wenigen kindlichen Sätzen vorzubringen als Precht in seinem unendlichen Propagandageschwätz. Sie ist eine echte Philosophin. Precht ist nicht einmal die Karrikatur eines solchen. Vergessen wir ihn,. 

 

 

 

3 comments

  1. Jörg Fuhrmann ( User Karma: 0 ) says:

    Weil ich auch gerne etwas herumphilosophiere, tut mir der Precht leid. Denn ich kann meinen Lebensunterhalt mit dem Wechseln defekter Leuchten bestreiten. Somit bin ich in meinen philosophischen Gedanken völlig frei und ergebnisoffen.
    Anders ist das bei dem Precht. Die arme Sau muss von der Philosophie leben. Aber wie soll das funktionieren in einer geistlosen, oberflächlichen und geschwätzigen Mediengesellschaft? Genau, man muss seine Philosophie dieser Gesellschaft anpassen.
    In diesem Sinne gehe ich morgen wieder an mein Tagwerk, und gönne mir am Abend etwas Schopenhauer zum Tee.

  2. Thilo says:

    Mir geht die Denke von den Besserverdienern in Deutschland ziemlich auf den Zwirn. Nur jemand, der sich alles leisten kann, erlaubt sich den Luxus, so einen Schwachsinn zu labern wie der Precht. Abgesehen davon, dass all diese elitären Spinner immer dann etwas absondern, wenn sie einen neuen Film oder ein neues Buch verbrochen haben, können sie sich Fleisch von Tieren, die in Champagner ertränkt wurden oder die vor der Schlachtung aus Grimms Märchen vorgelesen bekamen leisten. Und sich dann über die bösen Armen mokieren, weil sie Fleisch aus Massentierhaltung essen müssen. Das ist auch die Denke der grünen Faschisten, die auch fast allesamt Besserverdiener sind, vor allem der widerlichste Berufsstand nach Zuhältern, nämlich Lehrer. Herr Precht, wissen Sie was? Mir sind die Tiere recht gleichgültig, solange Menschen hungern. Für mich kommt erst der Mensch, und vor allem der Schwache, der Hilflose, dann der Rest und erst dann das Viehzeug. Ich habe als Kind jede Ferien auf einem gottverdammten Bauernhof im Allgäu verbringen müssen, dort wo alles noch Bio ist, weil der rechte Arm der Eingeborenen steilwinklig absteht. Fahren Sie hin und sehen Sie sich an, wie man dort mit Tieren umgeht. Das was Ihnen vorschwebt sind Vorzeigehöfe für die Gutmenschen, die denken, dass ein Huhn eine Seele hat. Wobei ich bei Precht glaube, dass er solche Ansichten nur schreibt, um das Buch zu vermarkten, in Wirklichkeit geht ihm das Tier sn sich am Arsch vorbei. Philosoph – dass ich nicht lache.

    1. M. Lehmann says:

      Bei all dem Schwachsinn welchen die Ökobourgeoisie verzapft, sollte man anmerken können, dass auch ein “Armer” kein Fleisch essen muss.
      Gar kein Fleisch zu essen befreit nämlich von dem ganzen Gelaber, und erst recht von ökologisch gequälten Tierleichen. Von konventionell gequälten Tierleichen auch.

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