Nur mal nebenbei gemault.

Bei diesem zur Zeit angesichts seiner Beschleunigung doch etwas frustierendem zeitgemäßem Zwangskraulen durch den politisch-gesellschaftlichen Dschungel der Meinungsvielfalt, kommt man unweigerlich an den Punkt, dass man die Themen nicht mehr wirklich sauber voneinander trennen kann, weil es hier vor Schnittmengen zwischen denen und jenen bzw. welchen und solchen, – nur noch so blüht, und natürlich keiner im falschen der vielen möglichen Lichter oder Mondscheinbekenntnisse stehen möchte. Was selbstverständlich nicht besonders einfach- aber ehrlicherweise ja auch etwas ist, was schon etwas länger währt. Zumindest hat es seinen bedenklichen Charme, wenn jetzt der eine oder andere Pirat weiß, was korrektes Linkssein ist, weil er gerade irgendwo eine Querfront sichtet. That's Comic. Aber gut, – sinnigerweise bemühe ich mich ja selbst mehr innerhalb eines gewissen Verhältnis zwischen den Extremen der ultimativ objektiv philosophischen, systemischen, ideologischen Sichten beim Überflug über die Menschen und eben dem ultimativ pragmatischem Bauchgefühl des kürzesten subjektiven Gedankens dieses oder jenen Bauches. Solcherlei Menschenliebe sollte allerdings nicht dazu führen, seine eigenen Überzeugungen zu verkaufen. Selbstverkauf ist eigentlich etwas für Neoliberale. Weshalb es mich dann doch schmerzt, wenn auch die eine oder andere linke Seele damit Schindluder treibt.

Wenn ich den Stein des eigenen Anstoßes auf einen Satz komprimieren würde, der mittlerweile bereits von mehreren Seiten auf mich nieder fiel, dann hieße der; "Man muss ja zugeben können, dass fallende Grenzen im Sinne der Neoliberalen waren". Ich kann damit leben und de facto ist er in der Aussage auch richtig, solange es bei diesem; "im Sinne" bleibt, – dass geht allerdings nicht mehr, wenn daraus ein; "fallende Grenzen waren ein Ding der Neoliberalen", – wird. Also mit Grenzen, sind so Dinger gemeint wie, Zäune, Mauern, Grenzkontrollen und sonstige Einrichtungen, welche die Innereien von Ländereien vor dem Außen auch dort schützen sollen, wo die Selbstherrlichkeit des da drinnen sich für was besseres hält als wie das da draußen. Da trete ich gleich mal in den Fettnapf, – ich bin nämlich dagegen. Ich bin auch für Globalisierung. Ebenso für Europa. Hah. (Reflexartig reagierten einige Mitglieder der Jagdgesellschaft auf ihr konditioniertes Wahrnehmungsvermögen beim Horchen auf bekannte Umgebungsgeräusche, hoben die Schrotflinte und fegten die Ente vom Teich). Das Blöde ist nur, ich hatte mir was ganz anderes darunter vorgestellt. Womit ich überhaupt nicht der einzige bin. Viele Menschen, litten besonders zu Zeiten, als z.B. das Thema Globalisierung so in den 60/70igern hoch kochte, noch nicht so unter Marktfetisch oder Ökonomie-Religion wie heute-, und hatten, wie ich auch, in ihrer Naivität so einen Dream im Kopf; "Eine Welt der Menschen" sollte es werden, keine Welt der Märkte oder Profitgier. Das ist ein bisschen wie mit dem Internet. Die ersten Bastler von Akustikopplern hatten auch alles andere-, aber bestimmt nicht diese Sascha-Lobo-Werbemaschine für Unternehmensberater mit Best-practice-Pseudophilosophien ala Peter-Kruse-Schwarmintelligenz im Auge. Auch Europa, wurde eigentlich mehr in dem Sinne eines Next-Step eben im kontinentalen Sinne zur World of humans betrachtet. Dass daraus ein Europa des Euros und auch nur des Euros und seiner Verwalter plus Banken wurde, war eigentlich genauso wenig im Sinne des ursprünglichen Gedankens, wie die normgerechte europäische Gurke.

Ja, – geht's noch? Als wenn es keine Träume gebe, die weitaus älter sind, wie auch der über-strapazierteste blöde politische Kampfbegriff für verkleisterte Vollblut-Polithirne. Das ist kein Ding der Neoliberalen gewesen, eine gesamte Friedensbewegung hat mit auf das Pferd der fallenden Grenzen gesetzt. Wobei der Witz ja eigentlich der ist, dass wir Träumer dunnemals wenigstens noch wussten, dass man Menschen nicht einfach so aus ihren Klischees und Konditionierungen für den big Dream reißen kann, wie das nicht nur diese Marktglobalisierung- oder auch Euroeuropäisierung gemacht hat, sondern die Menschen dabei mitnehmen muss. Und zwar alle. Nicht nur die Gewinner, oder die Schnellsten, oder die intelligentesten davon bzw. darin. Bereits schon als das ökonomisch-funktionale Geschwafel über ein Europa der zwei Geschwindigkeiten los ging, war auch dem letzten Traumtänzer klar, dass es hier nicht mehr um Menschen ging. Weshalb auch das mit dem Antieuropäer, vielleicht hie und da ein wenig differenzierter betrachtet werden könnte, bevor man da Menschen in Ecken stellt, die ganz anderes im Sinn-, als Nationales oder gar Völkisches hatten.

Doch zurück zur, meiner Ansicht nach etwas zu einfachen Assoziation, – fallende Grenzen = Neoliberalismus. Wobei ich da jetzt lieber deutlicher direkt vom Kapitalismus sprechen würde. Natürlich brauchte der fallende Grenzen. Wie kriegt man sonst größere Märkte hin, wenn es in der eigenen Höhle nichts mehr steigerbar zu rauben gibt? Ganz davon zu schweigen, dass man dem gar nicht genug billiges Menschenfutter in den Rachen schmeißen kann. Aber speziell der Neoliberalismus, benötigte noch etwas anderes ganz dringend, – und das fehlt mir entschieden in der Aussage; nämlich "Nationalismus", oder wenigstens "Patriotismus", denn wie bekommt man sonst Leistungswettkampf unter sozio-ökonomischen Systemen von Ländern hin? Spätestens mit diesem; "Du bist Deutschland" – Ding, inklusive dem ganzen bertelsmanischem Ländermonitoring, bei dem selbst noch Obama gerne das entsprechende Bertelsmann-Ranking sichtete-, und aller-spätestens-, bei der innerdeutschen Arroganz gegen die ökonomischen Looser im großen Binnenmarkt Europa, hätte jedem klar werden können, dass es nicht um Menschen- sondern um eine ökonomisch-technokratische Leistungsideologie für Marktfetischisten ging. Diese doppelmoraline Mischung aus Open-World und latent erhaltenem Nationalismus, war genauso das Rezept schlechthin dafür, wie man agendual innerhalb einer solchen Leistungsideologie mit mental eingezäuntem Wir-Gefühl, auch noch auf den Bösartigkeiten der Menschen darin untereinander Schifferklavier spielen kann. Ich bitte dies einfach zu bedenken. Nur weil jetzt gerade ringsum die Nationalnasen Oberhand gewinnen, heißt das noch lange nicht, dass man deshalb jetzt die dem entgegen wirkenden träumenden Triebfedern in andere Richtungen, – indirekt rhetorisch neutralisieren darf. Das wäre, – ziemlich traurig.

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