Mensch Günther du bist aber ein toller Hecht

Da hast du uns noch vor gar nicht so langer Zeit mit der Spaßnummer „Günther Oettinger spricht Englisch“ so viel Freude bereitet. Doch nun kehrst du zu deiner wirklichen Begabung zurück. Denn komisch Englisch reden können auch andere. Doch so richtig ernsthaft dumm daher schwätzen kannst wirklich nur du.

Schon letzte Woche hattest du in der Welt am Sonntag was von deinem Aktionsplan von wegen des Klimaschutz geschwäbelt. Das ist ja so eine Sache mit diesem Klima und dem ganzen bösen CO2. Weil nämlich die Medien da so richtig den Klimakatastrophenofen angeheizt haben, ist das CO2 in aller Munde, Nase und Ohren. Ja was erst einmal in den Ohren ist, das ist nicht mehr weit vom Konsumenteninstinktzentrum entfernt. Dort lässt es sich denn auch immer schön zu Geld machen. Man kann beispielsweise damit sehr gut energieintensiv hergestellte Produkte aus schwer umweltschädlichen Materialien und Produktionsprozessen wie Solarzellen und Akkus für Elektroautos verhökern. Auch das Äthanol zum Autofahren soll hier nicht unerwähnt bleiben. Es gibt doch so viele landwirtschaftliche Nutzflächen auf der Welt, die nur darauf warten für die Mobilität der Industriestaaten bestellt zu werden.

Wenn da jemand rumheult von wegen Welthunger und so, dem sagen wir dann einfach, er soll sich nicht so haben. Denn schließlich gibt es ja Fressen ohne Ende. Soll doch der Neger einfach mal zu Aldi gehen. Da haben sie billig was Billiges für den großen Appetit. Wo wir schon beim Neger sind. Wenn der weniger schnackseln würde, dann bräuchte er nicht so viele Bohnen für sich und seine vielen Kinder. Das hätte zu einen den Vorteil, dass es noch mehr Flächen für die Biospritproduktion gäbe. Außerdem erzeugt die ständige Bohnenfresserei Pups. Ja und der ist auch nicht gut fürs Klima. Gelle Günther, wir beide wissen schon wie man Probleme löst.

Also ich habe das jetzt mit dem Welthunger gemacht. Dafür hast du mal so eben den ganzen Komplex aus CO2, Wirtschaftsinteressen, Energiepolitik und Stromkundenabzocke angepackt. Das ist natürlich weitaus komplizierter als meine simple Aufgabe. Darum hast du auch meine volle Hochachtung. So einen Aktionsplan muss man sich wirklich erst einmal ausdenken. Da braucht es schon einige Einflüsterer aus den Lobbyistenbüros und eine kräftige Portion Unverfrohrenheit.

Doch nun zu deiner genialen Lösung. Als erstes musstest du ja die Interessen der Großkonzerne berücksichtigen. Die wollen zwar an dem ganzen CO2-Rummel kräftig mit verdienen. Doch kosten darf sie die Sache aber bitteschön nichts. Dafür hast du den Angst der Arbeitslosigkeit Joker gezogen. Auch Globalisierung genannt. Denn selbstverständlich kann darum Deutschland oder Europa keinen Alleingang in Sachen CO2-Reduktion machen. Denn wie soll sich die europäische Industrie denn gegen die Billigprodukte aus Asien schützen, wenn der gelbe Mann so viel Dreck machen kann wie er will? Darum muss auch erst er mit dem Umweltschützen anfangen. Einfach genial Günther.

Doch nun kommt der Höhepunkt in deinem Aktionsplan. Da erzählst du den Leuten was vom Pferd, also von Umwelt- und Verbraucherschutz, und eröffnest gleichzeitig neue geschäftliche Möglichkeiten. Denn den Verbrauchern möchtest du die Möglichkeit verschaffen monatlich, ihren Energieverbrauch zu erfahren. Gut, das könnten sie auch indem sie einfach regelmäßig auf den Gas- oder Elektrozähler schauen würden. Aber dann lässt sich damit ja nichts verdienen. Es braucht also für jeden Stromkunden nun „die Technik der Smart Meter“. Nicht nur, dass man so den größten Teil der bestehenden Zähler austauschen muss. Nein, durch die dann nötige Fernauslesung freuen sich die Telekommunikationsunternehmen schon auf die riesige Zahl von Zwangsneuverträgen. Profitieren dürften auch die Post und Papierindustrie. Wieder ganze Berge von Briefen die monatlich über das Land gestreut werden müssen.

Also Günther so viel wirtschaftlicher Aufschwung nur wegen dem CO2. Da spürt man geradezu bei dir die den Schwaben nachgesagte Sparsamkeit. Du sparst der Wirtschaft das Sparen am Umweltschutz und die Verbraucher zahlen dafür. Falls die sich dann über die höheren Kosten aufregen, gib ihnen einfach den Rat, von wegen Aldi und weniger Bohnen. Denn die gehören doch eigentlich auch zu den Negern. Sie haben es nur noch nicht bemerkt.

Na dann Günther viele Grüße,
und immer schön schwätze,
damit das Kapital weiter schaffe kann.

Dein ordnungspolitischer Bewunderer
J. Fuhrmann

One comment

  1. unschland ( User Karma: 0 ) says:

    Die Erfahrung hat mich mittlerweile gelehrt, dass es vernünftig ist, paranoid zu sein im Hinblick auf die Politik der wirtschaftsfaschistischen Einheitspartei.
    Alarmstimmung kommt bei mir immer dann auf, wenn etwas, das die vorschlagen, scheinbar vernünftig daherkommt oder dem Normalsterblichen nützen könnte, denn dafür wird man als Politiker ja nicht bestochen, äh, bezahlt.
    Die Frage, die ich mir stelle, ist:
    Wann dürfen die Behörden auf diese Verbrauchsdaten zugreifen und wann wird Strom für Minderleister kontingentiert.
    “Sie haben zu viel Strom verbraucht, wo doch Umweltschutz Staatsziel ist! Nur aus Schaden wird man klug – wir müssen ihnen deswegen den Regelsatz kürzen…”
    Unwahrscheinlich?
    Ich dürfte ja auch kein Lotto mehr spielen. Man meint es aber eigentlich nur gut, weil ja bekannt ist, dass die Minderleister nur deswegen in Hartz IV fallen, weil sie dumm, ungebildet, haltlos und verkommen sind. Da ist es doch die Pflicht eines frommen Feudalherren für ordentliche Verhältnisse zu sorgen.
    “Pflicht des weißen Mannes” auf sozialrassistisch.

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