Kurzkommentar 2008-08-10

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• Deutsche Bank Said to Foreclose on $3.5 Billion Vegas Casino
• Verbot für Tiermehl soll aufgehoben werden – BSE zurück auf deutschen Tellern?
• Fannie Mae schockt mit Milliardenverlust – Aktie fällt
• Kriegsrecht wird verhängt – Gefechte im Kaukasus
• Clement will Kompetenz von Bundes-SPD stärken

Deutsche Bank Said to Foreclose on $3.5 Billion Vegas Casino

Deutsche Bank AG will foreclose on the $3.5 billion Cosmopolitan Resort & Casino in Las Vegas, a step toward ownership by Germany’s biggest bank, two people briefed on the situation said.

The bank weighed selling the complex after Ian Bruce Eichner, the New York developer who was building it, defaulted on a $760 million loan in January, said the people, who asked not to be named because the discussions are private. Deutsche Bank will take over the Cosmopolitan and is talking with companies including MGM Mirage and Hilton Hotels Corp. to help run its 80,000-square-foot casino, the people said.

Endlich ist Josef Ackermann auch offiziell Besitzer eines Casinos. Allerdings könnte es angesichts der ARS Affäre schwierig werden die Lizenz zu bekommen, da die Amerikaner beim Glückspiel streng darauf achten das die Regeln beachtet werden, was dem guten Josef bekanntlich wenig liegt.

Manche Scherze des Lebens sind wirklich gut.

Verbot für Tiermehl soll aufgehoben werden – BSE zurück auf deutschen Tellern?

Erst wenige Jahre ist es her, dass Tiermehl als Auslöser von BSE in Verdacht geriet und als Futtermittel in der Landwirtschaft verboten wurde. Nun aber soll dieses Verbot wieder aufgehoben werden. Der Grund: Tiermehl wurde von den Landwirten weitgehend durch Sojaschrot ersetzt, das von Billiganbietern aus dem Ausland inzwischen jedoch überwiegend gentechnisch verändert angebaut wird. Für diese „gentechnisch veränderten Organismen“, kurz GVO genannt, herrschen in der EU jedoch ebenfalls strenge Einsatzbeschränkungen. Natürlich gibt es Alternativen zu Tiermehl und GVO als Eiweißquelle für Rinder, Schweine und Geflügel. Die aber sind nicht zu Billigpreisen und in ausreichenden Mengen zu haben. Der Deutsche Bauernverband (DBV) befürchtet deswegen einen Rückgang der deutschen Schweinefleischproduktion in den nächsten zwei Jahren um 35 %. Aber kann dies rechtfertigen, das Verbot für Tiermehl aufzuheben und den Weg für neue BSE-Fälle zu ebnen? Stellt man damit nicht die finanziellen Interessen der Landwirtschaft über die des Verbraucherschutzes?

Es sind natürlich nicht die deutschen Bauern die das wollen, sondern die Fleischindustrie, die den Bauern nur als Lohnmäster benutzt. Aber selbstverständlich wird Horst Seehofer alles abnicken was den Menschen schadet. Richtig wäre es die Strukturen der Fleischmafia zu zerschlagen, aber da wird ja nicht einmal ordentlich ermittelt, wenn die Billigarbeiter heranholen und Sozialversicherung in Deutschland wie Mitarbeiter prellen. Helfen würden da nur Berufsverbote.

Fannie Mae schockt mit Milliardenverlust – Aktie fällt

Die US-Hypothekenbank Fannie Mae rutscht immer tiefer in den Sog der Finanzkrise.

Der größte Immobilienfinanzierer der USA fuhr im zweiten Quartal wegen höherer Kreditausfälle und Abschreibungen einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar ein. Es war der vierte Fehlbetrag in Folge und er war deutlich höher als von Experten erwartet. Ein baldiges Ende der Krise ist nach Ansicht von Firmenchef Daniel Mudd nicht in Sicht.

Anleger reagierten geschockt: Die Fannie-Mae-Aktie brach über acht Prozent auf 9,25 Dollar ein. Nicht nur an der Wall Street herrschte Verunsicherung, auch in Deutschland kam der Leitindex Dax zeitweise unter Druck. Zu Beginn der Woche hatte bereits der Fannie-Rivale Freddie Mac einen Quartalsverlust von 821 Millionen Dollar verkündet. Analysten hatten auch hier deutlich weniger erwartet.

„Die Turbulenzen im Markt sind nochmals deutlich heftiger geworden“, erklärte Fannie-Mae-Chef Mudd. Ausfälle bei Krediten hätten zugenommen, mit einer Verbesserung sei in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen. Der Rückgang der Häuserpreise werde sich weiter fortsetzen. „Nach unserer Erfahrung im Juli erwarten wir eine weitere Erhöhung unserer Kreditrisikovorsorge“, sagte Mudd.

Die spannende Frage bleibt, ob der amerikanische Steuerzahl wirklich für diese Schulden aufkommen muss, oder ob Freddie und Fannie nach Olympia einfach in den Konkurs geschickt werden. China wäre mit einer der Hauptverlierer und dürfte vermutlich durch einen Konflikt in Uigurien, den die USA schüren, gebunden sein.

Kriegsrecht wird verhängt – Gefechte im Kaukasus

Russland und Georgien machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich. Der georgische Vertreter bei den Vereinten Nationen, Irakli Alasania, warf den russischen Truppen vor, eine Militäroffensive gegen ganz Georgien gestartet zu haben. Der Sekretär des georgischen Nationalen Sicherheitsrats, Alexander Lomaja, berichtete von russischen Angriffen auf die „zivile und wirtschaftliche Infrastruktur“ seines Landes. Russische Flugzeuge hätten unter anderem die Hafenstadt Poti, den Flughafen in Senaki sowie einen Eisenbahnknotenpunkt bombardiert, sagte er. Sicherheitshalber seien der Präsidentensitz in Tiflis sowie weitere Regierungsgebäude evakuiert worden. Präsident Saakaschwili sei an einem sicheren Ort untergebracht.

Tja. Das hatten sich die Georgier wohl etwas anders vorgestellt. Während sie gemütlich Abchasien und Südossetien zusammenschießen, sollten die Russen eigentlich durch einen Aufstand in China der angeblich von den Uiguren, in Wirklichkeit aber von US-Soldaten angezettelt wurde, abgelenkt sein. Vieleicht hat Präsident Saakaschwili auch wirklich geglaubt die USA würden ihm direkt zur Hilfe eilen. Das war ein Irrglaube.

Allerdings gewinnt Russland dadurch nichts. Die amerikanische Isolierungstaktik geht trotzdem auf. Hätte Russland nachgegeben, wäre die nächste Forderung gekomme, so haben sie das Elend sofort und stehen vor dem UN-Sicherheitsrat als Agressoren da.

Clement will Kompetenz von Bundes-SPD stärken

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) will Fragen wie eine mögliche Zusammenarbeit mit der Linken von der Spitze der Bundes-SPD entscheiden lassen.

Das SPD-Präsidium solle bei Fragen von nationaler Bedeutung wieder eine «letztentscheidende Steuerungs- und Führungskompetenz» gegenüber regionalen Parteigliederungen bekommen, schrieb der vom Parteiausschluss bedrohte Politiker in einem Beitrag für die «Welt am Sonntag». Dies sei bis 1995 so gewesen und «in einer medialen Demokratie wie der unseren eine nur zu berechtigte Erwartung».

Ja genau so möchte Clement die Partei und das Land. Als eine Diktatur durch seinen Klüngel. So dass er und die seinen, alle anderen ausbeuten können, ohne dass die fähig wären einen Widerstand zu formieren. Aber Clement hat sein Ziel ja fast erreicht. Demnächst besteht die SPD ja nur noch aus dem Parteivorstand und solchen Leuten wie ihm. Allerdings ist dann auch egal was der Vorstand beschließt. Es interessiert schon heute keinen mehr.

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