Heftige Abneigung

Starke Gefühle der Ablehnung und Feindschaft gegenüber einer Person oder Gruppe bezeichnet man auch als „Hass“. Das Adjektiv „hässlich“ ist nicht weit vom Substantiv entfernt.

 

Einem anderen gegenüber erkennen zu lassen/geben, dass man ihm gegenüber einen Gram empfindet (subjektiv geartet wie auch immer) ist nicht nur unerfreulich und unangenehm, sondern sorgt mitunter auch dafür, dass man eben vom Gegenüber das Gleiche oder Ähnliches zu erwarten hat. Freunde schafft dies unter Umständen nicht unbedingt. Oftmals ist das gegenseitige Ergebnis daraus das oben schon benannte Substantiv „Hass“.

 

Weder gibt es in unserer kleinen Gruppe echten Hass, noch das jemand hässliches Verhalten an den Tag legt – geschweige denn dass wir irgend jemanden als „hässlich“ (in optischen Bezug stellend) bezeichnen oder empfinden. Dies hat uns den Vorteil eröffnet selbst mit den „eigenartigsten“ – von vielen „abgelehnten“ – „Halunken“ auf normaler Ebene Gespräche führen zu können. Von Angesicht zu Angesicht – Aug' in Auge. Einige Freundschaften sind dadurch zustande gekommen; einige „Halunken“ haben sich von anderen „Halunken“ entfernt. Natürlich geschieht so etwas nicht von heute auf morgen – so wie auch kein „normaler“ Mensch von jetzt auf gleich zum „Halunken“ wird – es ist ein Prozess. Eine Entwicklung die nur dann tragend werden kann, wenn beide Seiten dafür offen sind und aufeinander zugehen ohne von Vornherein ablehnend zu sein.

 

Im Endeffekt lässt sich erkennen, dass Viele die selben oder ähnliche Problematiken mit der gesellschaftlich auferlegten „Norm“ oder mit „Doktrinen“ haben wie man selbst auch. Im Internet ist dies zwar auch erkennbar, aber nicht wirklich immer diskutierbar. Meines Erachtens nach liegt die Unlösbarkeit der diskutierten Probleme nicht darin, dass man unterschiedlicher Ansicht ist, sondern an der vorhandenen Distanz und der Möglichkeit sich schneller einer Diskussion entziehen zu können, als in einem persönlichen Gespräch. Auch eine Flucht sozusagen vor dem eigenen Ich.

 

Entziehe ich mich einer angefangenen Diskussion, so dann nur, weil ich nicht bereit bin mich auch mit den Gedankengängen des Anderen auseinanderzusetzen oder nicht den Versuch wage Ursachen auf den Grund zu gehen um diese dann wiederum diskutieren zu können. Dies ist nicht nur gezeigte Ablehnung dem Gesprächspartner gegenüber, sondern eben auch Ablehnung sich selbst gegenüber – man verbaut sich und anderen damit „mögliche Wege“ der Veränderung.

 

Auf die eine oder andere Art wünscht sich heute jeder Veränderung. Sie beginnt jedoch immer bei einem Selbst.

 

 

Ég heiti Tilda Braknør
Sjáumst síðar. Bless!

 

 

2 comments

  1. Schnulli says:

    “Meines Erachtens nach liegt die Unlösbarkeit der diskutierten Probleme nicht darin, dass man unterschiedlicher Ansicht ist, sondern an der vorhandenen Distanz und der Möglichkeit sich schneller einer Diskussion entziehen zu können, als in einem persönlichen Gespräch. Auch eine Flucht sozusagen vor dem eigenen Ich.”

    Ich empfehle gerne von einfachen ‘Welterklaerungen’ Abstand zu nehmen. So auch hier.
    Der Prozess ist komplizierter. Dass Informationen ueber das Internet, egal ob es in einer Diskussion oder in einem Artikel, sehr wirksam sein koennen im ‘sicher naeher kommen’ und lernen, zeigen hunderttausende Beispiele. Auch in der Internetkommunikation bilden Medium, Position, Inhalt und Form eine Einheit, deren Einzelbestandteile eigene Attribute und ihre Wirkungen an das Ganze uebertragen.

    Ja, die Flucht aus der Internetkommunkation faellt leichter, doch das hat auch Vorteile und ich denke der ‘Flucht vor sich selber’-Aspekt wird nicht beguenstigt durch das Medium.

    Ein persoenliches Gespraech bietet mehr Moeglichkeiten zu Manipulieren und so zu Dominieren.
    Hoch lebe das Internet! Rueckzugsmoeglichkeiten beguenstigen Ehrlichkeit!
    https://youtu.be/SddZvNQOuFw?t=20s

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