Hat 2016 überhaupt einen Jahresrückblick verdient?

Wenn man ehrlich ist, muss man die Frage mit einem klaren Nein beantworten und damit wäre der Artikel an dieser Stelle zu Ende. Aber es hilft ja nichts. Am Ende es Jahres muss nun einmal Bilanz gezogen werden. Soll und Haben und sollte gehabt haben. 

Zunächst einmal gab es Attentate, Tote, Verletzte und viele Zweifel. Keines dieser Attentate machte einen politischen Sinn, wenn man mal davon absieht, dass sie die Menschen in Europa in Angst versetzen sollten, was auch gut geklappt hat. Genutzt haben Attentate auch den Herrschenden die mehr Überwachung, mehr Zensur und vor allem mehr Unfreiheit durchsetzen konnten, ohne dass die Völker sich erhoben haben. 

Natürlich haben sie auch überall in Europa die Rechten und die Rassisten gestärkt. Schuldig sind auf jeden Fall diese Asylanten, diese Wohlstandsflüchtlinge, die man auch gerne unter Terroristen subsumiert. So macht man die Länder reif für Diktaturen. In Deutschland hat es die AfD-Rassisten wie Scheiße in der Kanalisation oben schwimmen lassen und die bestehende Machtoligarchie gehörig durchgerüttelt.

Die CSU will die Nazis samt Adolf noch rechts überholen um die AfD zu schlagen und Teile der CDU machen fröhlich mit. Die SPD ist ratlos wie immer und die Grünen sind endgültig zu Kriegsbefürwortern und Faschismusunterstützern degeneriert. Über die FDP gab es nicht viel zu sagen, sie kam praktisch nicht vor, auch wenn sie mit viel Propaganda wieder in Landtage kam. 

Über "Die LINKE (PdL)" gibt es viel zu sagen. Aber wer bitte schön ist daran noch wirklich interessiert. Es gibt diese Partei im Grunde zweimal. Einmal einen Teil der noch kommende Pöstchen und den Erhalt bereits gewonnener Postchen im Auge hat und dann jenen Teil der noch etwas ändern möchte. Die die noch etwas ändern möchten unter allen Linken möchte teilen sich erneut auf. In jene die Marx, Engels und Lenin lesen und nun auf die Weltrevolution warten, während sie ihre Bibeln interpretieren und ihren Gegnern einen Verstoß gegen den reinen Glauben vorwerfen. Die Anderen müssen sich beschimpfen lassen, weil sie wollen, dass es den Menschen besser geht und das sie ja damit den Beginn der Revolution verzögern. 

Nach meinem Empfinden gab es im Netz einen gewaltigen Rechtsruck. Selbst bei vernünftigen Menschen gibt es nun glühende Nachschwätzer der rassistischen Irren, weil man doch ach so bedroht sei. Das nutzt der AfD und weil die AfD eine Systempartei ist, die nichts für den Menschen, sondern auch nur Pöstchen will, ist es die direkte Unterstützung des neoliberalen Wirtschaftsfaschismus, der hofft so noch bis zum nächsten Krieg weitermachen zu können. 

Die USA sind trotz des Präsidentenwechsels noch mächtig dabei ihre Truppen an die Ostfront zu verlegen. Vielleicht hofft man ja noch vor der Amtsübernahme von Trump einen neuen Vorfall um den Sender Gleiwitz produzieren zu können um den Krieg wirklich zu machen. Viel zu viele sind zu faul um umzudenken und zu feige um ihre Fehler einzugestehen.

In der Wirtschaft gab es nicht viel Neues. Man übernimmt andere und oft sich selbst. Die Gewinne wandern weiterhin auf die gleichen großen Haufen und kommen von den Verlierern die die Politik in dieser Rolle festgelegt hat. Das einzig wirklich neue ist, dass die Automatisierung so weit fortgeschritten ist, dass Adidas nun wieder Schuhe von Robotern in Deutschland produzieren lässt, weil das billiger ist als chinesische Gefängnisfabriken oder Kinder in asiatischen Entwicklungsländern. In zwei oder drei Jahren wird es dort auch keine Arbeit mehr geben, wobei ich mich frage ob dann die Roboter all die tollen Produkte kaufen die sie erarbeiten. Das System ist am Ende. Umdenken oder Krieg sind die einzigen Möglichkeiten. 

Was passieren wird? Das schreibe ich am 1. Januar. 2017. Da aber bis dahin die Menschheit von 2016 nicht ausgetauscht sein wird, wäre es ein Wunder wenn man vom neuen Jahr etwas besseres erwartet, als 2016 gebracht. Es gibt keinen Grund für einen Nachruf. 2016 soll sich endlich verziehen, ich bin es leid und habe nur für eine Person, deren Name hier nichts zu Sache tut, ein ehrliches Dankeschön übrig, das aber auch nichts mit dem Jahr zu tun hat. 

 

 

 

Ein Kommentar

  1. Der Schrecken interessiert sich nicht dafuer, was auf dem Kalender steht.
    Ebenso verhaelt es sich auch mit dem Glueck, der Liebe und der Hoffnung.

    Dass sich wohl kaum etwas aendert, nur weil ploetzlich statt einer 2016 eine 2017 auf dem Papier steht, wissen die meisten. Sich persoenlich zu veraendern an einem durch das System definierten Wechsel von einem Jahr zum naechsten sind auch Hirngespinste. Gute Vorsaetze fuers naechste Jahr sind Schall und Rauch. Diese armen Irren, die sich irgendwann 2016 vornehmen z.B. am 01.01.2017 damit aufzuhoeren fremdzugehen oder die eigenen Kinder zu schlagen oder zu rauchen, zu saufen, zu fressen, sind schon putzig. Gute Vorsaetze sind schneller auf dem Baum verschwunden als das gemeine Eichhoernchen dies zu tun vermag. 1, 2, 3, vorbei.

    Der richtige Zeitpunkt sich zu bessern ist immer genau jetzt. Doch die Gegenwart spielt hier in der westlichen Welt kaum noch eine Rolle in den Koepfen. Und der Osten wird mehr und mehr zum Westen.

    Prost Neujahr liebes Entenvolk und Prost Neujahr ihr Schlafschafe.

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