Gesellschaftlicher Burnout

Kommentar zu "Self-Tracking und kybernetischer Kapitalismus" von Peter Nowak

Nowaks Artikel zeigt auf, wie die neoliberale, kapitalistische Ideologie die Gesellschaft in den kollektiven Burnout treibt. Man kann schon davon sprechen, daß die Produktion von gescheiterten Existenzen zu einem der Hauptprodukte des kapitalistischen Prozesses geworden ist.

 

Herausstechend ist eine von Nowak hervorgehobene Aussage Schaupps, die aufzeigt, wie die gegenwärtigen Gesellschaftsverhältnisse Eigentlich aussehen: “Die These von Schaupp lautet, dass das Self-Tracking ‘Teil einer kapitalistischen Landnahme ist, im Zuge derer sich Unternehmen die Produkte unbezahlter Arbeit in Form von Daten aneignen und als Waren verkaufen’.”

 

Schaupp hat vollkommen Recht mit seiner These: Wir sind schon Lange als Produzenten und Urheber von Daten in eine ständige Vorleistungsstellung zu den Kapitalinteressen getreten. Und das begann nicht erst beim im Artikel aufgeführten Self-Tracking, sondern bereits vor Jahren mit der Verfolgung und Aufzeichnung solcher Dinge, wie des Surfverhaltens. Ob ein Gesellschaftlich erfolgreicher Self-Tracker oder Gesellschaftlich gescheitert, spielt für die Vorleistungsstellung keinerlei Rolle. In seiner Bürgerfunktion wurde dabei jeder Einzelne deemanzipiert. Dabei ergibt sich aus einer Vorleistung doch eigentlich auch Zumindest ein Anspruch auf Vergütung!

 

Hier tritt ein eklatanter, politischer Missstand zutage. Aufgabe der Politik müsste es sein, die Emanzipation der Bürger als Bürger wiederherzustellen und ein Recht auf angemessene, sich aus der Vorleistungsstellung ergebenden Vergütung festzuhalten. Diese Vergütung muss dabei Zwangsläufig auch ausreichen, die im kapitalistischen Prozess gescheiterten Bürger zu versorgen. Doch statt dessen faselt die Kanzlerin Weiter von “Daten-Souveränität,” wo dem Bürger jede Souveränität bereits genommen wurde.

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