Et macht doch allet keinen Sinn

Wir können doch eh nix ändern. Die machen doch was sie wollen, wer das Geld hat bestimmt. Das ist die ewige Litanei wenn ich jemanden bitte doch selbst aktiv zu werden um die Dinge zu ändern, die er oder sie doch so lauthals beklagen. 

Natürlich kann man nichts ändern wenn man es nicht einmal versucht die Dinge zu ändern. Wenn man wirklich nichts ändern könnte, rasten wir alle noch mit nacktem Hintern durch den Wald und würden Mammuts von den Klippen stürzen, oder vom Säbelzahntiger gefressen. 

Da wir uns aber nicht mehr mit Keulen sondern mit Gewehren und Atombomben umbringen, muss sich doch etwas geändert haben. Wir haben heute Anzüge über den nacktem Hintern und einige waschen sich sogar ziemlich regelmäßig. Außerdem ist die Zahl der Säbelzahntiger deutlich zurückgegangen. 

An der Stelle kommen dann meist nur noch zwei Antworten. Die einen sagen das sie das was geschehen ist ja gar nicht gewollt haben. Die anderen sagen das es aber doch so fürchterlich lange gedauert hat. Wir Menschen haben den Karren in diese Richtung geschoben und selbstverständlich können wir ihn auch wieder umdirigieren. 

Napoléon Bonaparte ließ in großem Stil Alleen in ganz Europa anlegen, um für seine marschierenden Soldaten Sonnenschutz zu schaffen. Als er von einem seiner Leute angesprochen wurde, dass diese Bäume aber frühestens in zwanzig Jahren Schatten spenden würden, soll er geantwortet haben, das es dann um so wichtiger ist jetzt sofort mit der Pflanzung anzufangen. 

Leute natürlich ist es mühsam etwas zu ändern. Als ich jung war, hatten wir noch die Probleme mit den Altnazis die an jeder Stelle saßen. Die konnten wir zurückdrängen und hatten ein paar Jahre so etwas ähnliches wie eine soziale Marktwirtschaft. Wir hatten die RAF und die Grünen, die auf dem Marsch durch die Institutionen jeden Charakter verloren haben, und sind heute nun wieder an dem Punkt, dass wir erneut die Nazis in Deutschland bekämpfen müssen, die sich jetzt in schlumpfblau als AfD tarnen. 

Ja das tut weh. Wie gewonnen, so zerronnen. Wir haben uns zu sicher gefühlt und einmal errungene Positionen nicht mehr verteidigt. Nein. Es komme mir keiner mit dem Untergang des real existierenden Sozialismus und der Wiedervereinigung, die ja doch nichts anderes als eine feindliche Übernahme war. Die sind nicht schuld. 

Ich weiß nicht wer von meinen Lesern jemals Storms Schimmelreiter gelesen hat. Im Hauptstrang geht es darum, dass es eine immerwährende Aufgabe ist die Deiche vor dem ständig anflutenden Meer zu schützen. Eine nie endende Arbeit, bei der die kleinste Nachlässigkeit zur Vernichtung all des bisher erreichten führt. Rudi Dutschke hat es uns gesagt: 

Revolution ist nicht ein kurzer Akt, wo mal irgendwas geschieht und dann ist alles anders. Revolution ist ein langer komplizierter Prozess, wo der Mensch anders werden muss.

Aber wir haben es nicht geglaubt. Wir wollten uns auf dem Erreichten ausruhen. Für die Frommen unter uns habe ich es auch noch biblisch aus den Sprüchen 6 Vers 9 in der Schlachter Übersetzung

9 Wie lange willst du liegen bleiben, du Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf? 10 «Ein wenig schlafen, ein wenig schlummern, ein wenig die Hände in den Schoß legen, um zu ruhen»:  11 so holt dich die Armut ein wie ein Schnelläufer, und der Mangel wie ein Leichtbewaffneter!                

So und nun haben wir den Salat. Wir alle. Hätten wir uns am Riemen gerissen und weitergekämpft, könnten wir uns all die zusätzlichen Kämpfe heute ersparen und wären schon viel weiter auf dem Weg in eine bessere Gesellschaft. Aber was hilfts, das verschüttete Wasser bleibt verschüttet. 

Also gibt es nur eines was wir tun können. Wir müssen den Kampf erneut aufnehmen. Ganz toll wäre es wenn wir diesmal erreichte Postionen dauerhaft absichern könnten. Also nicht erst jubeln, sondern erst arbeiten und absichern. Gesetze schaffen die einen Rückbau unmöglich machen. Vielleicht sogar eine Verfassung für die Menschen und nicht Schäuble Fälschung gegen die Menschen. 

Bitte lasst die Schuldfrage. Wir alle sind schuld und jeder der euch auf die Schuldfrage abdrängen will,  möchte einfach nur verhindern, dass wir alle, die normalen Menschen Erfolg haben. 

Nein ich erspar euch das Lied (Originalversion) nicht. Hannes Wader musste es bis heute immer mal wieder überarbeiten, aber solange wir den Mut nicht verlieren, werden wir am Ende siegen. Kämpfen schweißt zusammen und macht stark. 

 

One comment

  1. Jörg Fuhrmann ( User Karma: 0 ) says:

    Das Dutschkezitat gefällt mir. Nur was sind diese klugen Worte wert, wenn sich insbesondere die westdeutsche Linke diese nie wirklich zu Herzen genommen haben.
    Denn mit einer wahren Veränderung des eigenen Ichs hatten es die Bürgerkinder noch so. Dafür mit viel Plakatismus und einer gehörigen, gerne auch mal bourgeoisen, Distanz zur arbeitenden Klasse.
    Ich hänge da gerne der These nach, dass es gerade die “Revolutionäre” der Zeit des Rudi Dutchke waren, die dem Neoliberalismus in Deutschland den Boden bereitet haben. Und eben deren Differenz zwischen Wort und Tat ist immer noch Realität. Wenn ich also dem Unkraut des aufkommenden Populismus beikommen will, sollte ich die Wurzel auch mit ausreißen.

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