Eine Welt ohne Bundesliga ist möglich – aber sinnlos

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Bundesliga ist, wenn 18 Mannschaften in einer Doppelrunde gegeneinander spielen und am Ende der FC Bayern Meister wird und der HSV (warum auch immer) nicht absteigt. Natürlich ist dieses eherne Gesetz ein ziemlicher Spannungskiller, dennoch hatte die Hinrunde in dieser Saison einiges zu bieten.

Wie schon in den Vorjahren zu beobachten, spielen einige Vereine bislang weit über ihren eigentlichen Verhältnissen. Das gilt diesmal vor allem von Hertha BSE, Eintracht Frankfurt, den 1.FC Köln, aber auch den FC Freiburg. Es spricht allerdings wenig dafür, dass diese Klubs ihre derzeitigen Positionen bis zum Saisonende verteidigen können.

Durchaus erwartbar dagegen die Bilanzen von SAP Hoffenheim (bislang ungeschlagen) und Dosenplörre Leipzig. Das Hassobjekt aller „traditionsbewussten“ Fans verfügt nicht nur über enorme finanzielle Mittel, sondern auch über eine Erfolg versprechende Mannschafts- und Spielphilosophie: Nur junge Spieler wurden in den vergangenen drei Jahren eingekauft, die allerdings vom Feinsten (Poulsen, Selke etc.). Auf dem Feld wird 90 Minuten gerannt und gepresst, dass so manchem arrivierten Gegner schwindlig wurde. Gegen Bayern in guter Form reicht das noch nicht, das 3:0 am Mittwoch war eine Lehrstunde. Doch ein 2. Platz am Saisonende wäre keine Überraschung.

Die Loser der Vorrunde sind zweifellos die westdeutschen Traditionsvereine und Bayer Leverkusen. Schalke legte mit einer neu formierten Mannschaft einen desaströsen Saisonstart hin (Fünf Niederlagen), erholte sich dann sichtlich, um schließlich von einer kaum fassbaren Verletzungsserie heimgesucht zu werden. Sturm und Verteidigung bestehen derzeit fast nur aus Spielern, denen ihr 18. Geburtstag noch in recht frischer Erinnerung sein dürfte. (Reese, Kehrer, Avdijaj usw.) Für die Gurken-Gegner in der Euro-League reichte das, für den Bundesliga-Mainstream nicht. Doch der Klub bewahrt Ruhe, was wohl die eigentliche Überraschung ist. In der 2. Saisonhälfte wird es mit Sicherheit nach oben gehen, aber die Champions League ist schon jetzt in arg weiter Ferne.

Leverkusen und Gladbach befinden sich offensichtlich in eine regressiven Phase. Von dem teilweise begeisternden Offensivfussball der letzten Saison ist kaum noch etwas zu sehen, die Systeme funktionieren nicht, vor allem das Umschaltspiel von der Abwehr zum Angriff. Ob sich das zeitnah mit neuen Trainern beheben lässt, bleibt abzuwarten, wobei Leverkusen die besseren Karten hat.

Auch der unter dem Fake-Namen Borussia Dortmund bekannte Klub aus Lüdenscheid-Nord bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Zwar liegt man als derzeit 6. nur drei Punkte hinter einem direkten Champions-League-Platz, doch für den vermeintlich einzig Ernst zu nehmenden „Bayern-Jäger“ ist das natürlich viel zu wenig. Offensichtlich konnten die Abgänge von Gündogan und Hummels bislang nicht kompensiert werden. Dennoch verfügt der BVB über einen Top-Kader und mit Thomas Tuchel über einen nahezu mythisch verklärten „Wundertrainer“. Warum eigentlich? Ja, Tuchel hat einen Underdog wie Mainz zu erstaunlichen Erfolgen geführt, doch „da oben“ wird die Luft offensichtlich dünner. Vielleicht ist er ja der derzeit am meisten überschätzte Trainer der Bundesliga. Denn was sich der BVB derzeit regelmäßig an Abwehrpatzern auch gegen eher limitierte Gegner leistet, lässt sich nicht aus der Qualität der einzelnen Spieler ableiten, sondern spricht für systemische Mängel.

Bleibt ein Blick nach unten. Wie immer haben es Aufsteiger, die in der Euphorie ihrer 1. Saison in der Bundesliga über sich hinaus wuchsen, in der Folgesaison extrem schwer. Das gilt diesmal für Ingolstadt und Darmstadt. Beide sind jedenfalls heiße Kandidaten für den direkten Abstieg. Natürlich wünscht sich jeder Humanist, dass es endlich den Scheiß-HSV erwischt, doch der wird sich wohl wieder auf den Relegationsplatz retten.

Zum Schluss meine ultimative Prognose für die Abschlusstabelle der Bundesliga, und bekanntlich liege ich (fast) immer komplett richtig. Bayern wird Meister, gefolgt von Leipzig, Dortmund und Hoffenheim. Um die Euro-League-Plätze balgen sich Hertha, Frankfurt und Leverkusen, vielleicht (die Hoffnung stirbt zuletzt) auch noch Schalke. Der Rest kämpft um die berühmte Goldene Ananas, die Absteiger nannte ich schon.

Ach so: Natürlich gewinnt der FC Bayern erneut NICHT die Champions League.

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