Die Nebelschiffchen der Großen.

Jetzt ist, – nennen wir es, unsereins ganz privater Kulturschock in Richtung Zeitgeist und auch bezüglich weiterhin zunehmender Verrohung der Sprache, sicher wenig geeignet, sich politisch zu äußern. Schon mal gar nicht mehr in gewohnten Formaten. Dies kann nur böse enden. Dass man mittlerweile auch High- und low-water mark der geistvollen Blüten weiser Staatenlenker, bzw. derer die es werden wollen, sogar noch oberhalb der sonnigen Temperaturen des hell lodernden Wahnsinns oder den argumentativen Minusgraden unterhalb der Bild-Zeitung betrachten muss, bereitet mir jedenfalls Schwierigkeiten. Da hilft auch die Comicseele nicht weiter, die mit dem Rudimentären eigentlich keine Probleme hat. Denn auch diese Seele hat ein Herz für Kinder, und es ist verwirrend, deren Verwirrung schon alleine bei den politischen Vorbildern im Vergleich zu den täglich pädagogischen Ansprüchen an sie selber zu betrachten.

Tatsächlich weiß darob sogar auch so manch neoliberal komplett verwirrter und vom Feng-Shui verzauberter Lehrkörper, nicht mehr so wirklich, wie ihn das akademische Chi am Bücherregal vorbei, zum richtigen Globuli führen soll-, um die Geschichte wenigstens für ihn gesunden zu lassen und den Nachwuchs dann endgültig in den aufgeklärten Nebel jagen zu können. Wobei Bildung ja eigentlich "das" Thema der Grünen ist, in deren Lehrkörpermentalitäten man solche Spezialisten besonders häufig findet. Das mag vielleicht erklären, dass ausgerechnet Kretschmann sich darin groß tut, die Bildung hoch zu heißen und gleichzeitig zugunsten der schwarzen Null und des Bildungsföderalismus Lehrerstellen abzubauen, sowie die Mängel des Bildungssystems dann von einem Expertengremium untersuchen lassen zu wollen, von deren Tätigkeit man allerdings bis heute noch nichts gehört hat. Aber, – alles in allem, auch dies, wohl eine eher zweifelhafte Voraussetzung für Hoffnungen in eine vielleicht tiefsinnigere Zukunft ausgerechnet über die Kinder.

Sinnigerweise gibt es ja auch noch die Verteidiger vermeintlich bildungstechnischer Überlegenheiten westlicher Strahlkräfte, die den Kindern noch sagen; "Lerne fleißig in der Schule, dann wirst du vielleicht mal Bundeskanzler oder gar amerikanischer Präsident, und kannst dann ganz dolle was verbessern." Worauf der Knirps dann antwortet, – "du meinst wie Trump?" Gut, – da freut man sich dann doch noch darüber, dass es auch in dieser elitären Upper-Class der pädagogisch vermittelten sozialen Beweglichkeit humaner Ressourcen noch klassische Träume gibt, wie z.B.; "Nööö, – ich werde lieber Astronaut". Astronaut klingt ja auch nach hoch gesteckten Zielen, Leistungswillen usw. usf. und alternativere Antworten wie z.B: "Ahwa, – ich mach den Schulz, da kann man selbst noch mit den eigenen Fehlern die Leute verarschen und Karriere machen", – rufen auch dort peinliche Gefühle hervor. Obwohl kaum zu befürchten ist, dass so was in der nächsten Shell-Jugendstudie auftaucht.

Europas Bildungselite atmet ja nach der Wahl in den Niederlanden auch ganz furchtbar auf, und ein hiesiger Politiker der CDU, erklärte dieses schöne Land sogar auf niederländisch zum Champion. Ist doch was, – ich meine, bei den ganzen Helden stringenter Rechtskurse muss es schließlich einen Champion darin geben, der eigenen Gesamtentwicklung von der schlimmsten Hacke springen zu können. The next Generation, wird dann wohl nur noch diese Rechts-Kriege zwischen Rechts und Ultrarechts bzw. rechts-neoliberal-patriotisch und rechts-neoliberal-nationalistisch kennen, bei denen die Märkte dann eben europäisch oder national alles regeln und sich generell einen Deut darum scheren, wie es den Menschen dabei geht. Beim Focus, machen sie sogar schon eine EM daraus und sprechen nach Österreich und den Niederlanden vom Viertel-, nach Frankreich vom Halb- und bei Deutschland dann vom Finale. Bildung über Fußball oder das Fußballspiel des kleineren Übels zwischen Rechts und Ultrarechts sozusagen, – und das Tor heißt, die Gefahr von letzterem zu bannen. Wären die Bertelsmänner noch aktiv, würden sie das wahrscheinlich auch noch als gesunden Leistungswettkampf der Länder mit einem entsprechendem Ranking in ihr Ländermonitoring drücken und unter europäischen Föderalismus verbuchen, – den die Kids dann solange zu lernen haben, bis sie auch in den Niederlanden zwischen Studium und Bachelor sowie zwischen und als Bachelor und Master, daran glauben, dass sie als rechtsliberaler Praktikant jetzt weniger ausgebeutet werden, während die Fremdenhasser wie üblich die Schuld dann gleich dem noch billigerem Opfer mit dem noch höheren Überlebensdruck anlasten.

Apropos, wo wir gerade beim Ranking sind, – was macht eigentlich die OECD? Ist bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung da jetzt Stillschweigen, weil ihnen die Welterklärungen ausgehen, oder basteln die gerade an einer PISA-Studie für Marktideologien, Politiker, – oder vielleicht sogar Stiftungen?

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