Die Freiheit der Wissenschaft

Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes garantiert: “Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei!” Bei der Lehre folgt aber dann gleich die Einschränkung, dass sie treu zur Verfassung stehen muss. Wer also lehrt, das Wolfgang Schäuble und der fette Kohl, die von den Verfassungsvätern geforderte Volksabstimmung über eine neue Verfassung bei einer Wiedervereinigung gestohlen haben, der darf nicht lehren, weil er ja nicht Treu zu Schäubles Betrug steht.

Die Freiheit der Kunst ist nichts anderes als eine Narrenfreiheit zumindest bei den bildenden Künsten, die machen können, was sie wollen, weil es eh niemanden interessiert. Bleiben Wissenschaft und Forschung.

Beginnen wir mit der Forschung. Es gibt keine freie Forschung, weil die Mittel die der Staat für Forschung an den Universitäten und für freie Forschungseinrichtungen zur Verfügung stellt, angesichts der heutigen Anforderungen lächerlich sind. Tatsächlich wird die Forschung immer dazu aufgefordert sich Drittmittel zu besorgen. Drittmittel kommen von Konzernen die nur wenig Interesse an Grundlagenforschung haben und sich meist auf Forschungen beschränken, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten bescheren. Dabei geht es vor allem um Patente die in erster Linie den Wettbewerb behindern sollen.

Tatsächlich haben die Konzerne nur wenig Interesse daran, dass Forschungen neue, oder bahnbrechende Ergebnisse bringen, da solche Forschungen vermutlich gut laufende Produkte in Schwierigkeiten bringen würden und für neue Produkte Investitionen getätigt und Risiken getragen werden müssten. Da Konzerne und Manager aber nur in Quartalen denken und Forschungen eine langen Atem benötigen, wird Forschung sehr stark behindert.

Wer forschen will muss dies also mehr oder weniger im Geheimen tun, indem mit den Mittel der Auftragsforschung des Kapitals und staatliche gewünschte Forschung, im Verborgenen die Forschung finanziert werden kann, die die Forscher eigentlich machen wollten. Wer aber nur für großes Geld arbeitet macht auch nichts verkehrt. Entsprechend mager sind die Forschungsergebnisse die Deutschland heute erbringt.

Wissenschaftliche Arbeit ist ja eigentlich das Zusammenwirken von Forschung und Lehre. Wenn man also nur in absoluter Verfassungstreue lehren darf, dann darf man auch nur absolut verfassungstreu forschen und Wissenschaft betreiben. Tatsächlich müsste aber Wissenschaft um uns weiter zu bringen, ständig über unsere Verfassung, unser System und alles festgefügte hinausgehen um wirklich Neuland zu betreten. Wenn für unsere Politik das Internet schon “Neuland” ist, dann zeigt das wie eng der Wissenschaftshorizont in Deutschland schon ist und dass er noch enger werden wird, bis die Binde direkt auf den Augen sitzt.

Dazu aber kommt, dass bestimmte Forschungsrichtung, wie die grüne Gentechnik, benutzt werden um Propaganda für Lebensmittel zu machen, die zwar weitaus umweltschädlicher als die der industrielle Landwirtschaft an sich sind, aber eben von der Industrie patentierbar sind und sich durch Auskreutzung auch noch vermehren , so dass es sehr schnell kein sauberes Saatgut mehr gibt und freie Bauern Leibeigene der Saatgutmafia werden.

Aber auch andere Wissenschaften sind vom Ungeist des Raubtierkapitalismus stark beeinflusst. Die Betriebswirtschaftslehre hat sich soweit von den betrieblichen Realitäten entfernt, dass sie nicht mehr erkennen kann, ab wann Sparmaßnahmen, den Betrieb schädigen. Man kann den Mann der mit Hubwagen oder Gabelstabler Vormaterial an die Arbeitsplätze bringt, durchaus streichen und die Leute ihr Material von zentralen Plätzen selbst holen lassen. Das Wissen dieses Mannes geht aber verloren. Und so bekommt eben nicht mehr die Leute der Gruppe die eine bestimmte Arbeit am besten erledigen, die richtigen Aufträge, sondern diese gehen wahllos an jeden. Geringere Leistung und mehr Produktionsfehler sind die Folge.

Ganz schlimm aber wird es bei den Volkswirten, die ich persönlich ja eh nicht zu den Wissenschaften sondern zur Theologie zähle. Einen großen Teil ihrer Zeit vergeuden die unterschiedlichen theologischen Schulen damit, sich gegenseitig zu bekämpfen, wobei das gewählte Beispiel noch eines der harmloseren ist.

Egal wie auch immer man Volkswirtschaft betrachtet, im Grunde genommen geht es darum aus den Zahlen der Vergangenheit die Zukunft vorauszusagen. Selbstverständlich eine gute Zukunft. Natürlich nur für die Auftraggeber. Diese sogenannten Experten sind also vor allem Wahrsager, Schamane und wie schon immer werden sie von den Reichen bezahlt und ihre Voraussagen sollen nur die Reichen glücklich machen. Neben den Reichen arbeiten sie auch noch für die Regierenden, die zwar weniger Geld haben, aber die Schamane dafür an der Macht teilhaben lassen. Wohin das führt ist schon seit Urzeiten bekannt.

Heute umgeben sich die Regierenden mit einem Haufen von sogenannten Wissenschaftlern, die allerlei Wahrsagerei und Begutachtung mit viel Hokuspokus liefern, im Grunde genommen aber immer noch die Regierenden von ihrer Verantwortung befreien und das Volk in die Irre führen sollen. Böswillige Kaffeesatzleserei.

Natürlich könnten Wissenschaft und Forschung auch echte und für die Menschen nützliche Ergebnisse erbringen, wenn sie frei wären. Aber sie sind egal ob freiwillig oder aus wirtschaftlichen Gründen in der Sklaverei und damit nutzlos für die Menschen. Es geht nicht mehr darum neue Medikamente zu entwickeln, sondern alte so neu zu verpacken, dass es neue Patente gibt, die dann langfristig konkurrenzlos Geld bringen.

Forschung und Wissenschaft als Erfüllungsgehilfen des Großkapitals.

2 comments

  1. quantux says:

    1) Mein Bruderherz arbeitet als angestellter Techniker in der öffentlichen Forschung.
    Als die Grünen dieses Ressort unter ihre Fittiche bekamen, hat er bei allen folgenden Wahlen die Konsequenz aus deren Hampeleien gezogen.
    Geld war nicht das Problem, jedoch hat er von politischen Anbiederungen gesprochen, die einem Arschkriecher wohl nur unzureichend beschreiben.

    2)Über diesen Fischstäbchen Prof. unSinn brauchen wir wohl kein Wort weiter zu verlieren.
    Hier muss man eigentlich die Leute zur Rechenschaft ziehen, die diesem Mann & Institut immer noch die Kohle rüber schieben.

  2. Albert says:

    Herr Hoff:

    Wissensschaft, die diesen Namen verdient und Wissen schaft, soll vor allem eins: Die Mühsal der menschlichen Existenz (Brechts Mühen der Ebenen) mildern. Aufheben kann Wissenschaft als solche und allein diese nicht.

    Gruß, Albert W.

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