Deutschlands seltsame Eliten

Manchmal müsste man echt Schmerzensgeld bekommen wenn unsere politischen und wirtschaftlichen Eliten mal wieder öffentlich absoluten Stuss absondern. Aber dann fällt einem der alte Spruch ein, der alles erklärt:

Wir latschen durchs Kartoffelfeld, wir trampeln durch die Saat.
Hurra wir verblöden, für uns bezahlt der Staat.

Und man weiß wieder, die können ja nichts dafür, diese Eliten, sie können gar nicht anders. Deshalb müssen die arbeitenden Menschen sie ja alimentieren.

Jürgen Fenske, der Präsident des Bundesverbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), verrät uns was ein Nulltarif im öffentlichen Nahverkehr kosten würde, und spricht dabei von 12 Milliarden Euro. Woher er seine Zahl hat, erklärt er vorsichtshalber nicht und er vergisst auch zu erwähnen, dass ein großer Teil dieses Geldes für Fahrkartenautomaten, Kontrollen, Geldtransport und Wartung wieder draufgeht.

Aber es geht ihm ja auch nicht um die Sache, er möchte den Menschen erzählen das öffentlicher Personennahverkehr nicht zum Nulltarif geht. Warum eigentlich nicht? Deutschland leistet sich ja auch für 31 Milliarden eine Bundeswehr die für die Interessen der USA morden muss. Deutschland gibt 10 Milliarden für Kulturförderung aus die in der Masse nur die Kartenpreise für die Reichen und völlig unsinnige Ausstellungen subventioniert. Aber es geht dem Herrn Fenske ja darum, dass die Privatwirtschaft sich dann nicht mehr bereichern könnte. Der Vergleich zwischen BVG und S-Bahn in Berlin zeigt allerdings überdeutlich, dass der Staat der bessere Unternehmer ist.

Geradezu absurd wird es, wenn die Bundesnetzagentur feststellen muss, dass sie die von der deutschen Bahn geforderten Trassenpreise nicht kontrollieren kann, wie es ihre gesetzliche Aufgabe wäre, weil die Bahn die Daten dazu einfach nicht herausrückt.

Im Grunde genommen ist die Lösung ganz einfach. Die Bahntrassen müssen in die öffentliche Hand zurückgeführt werden und aus der 1 Milliarde Euro die die Bahn jetzt mit dem Netz verdient werden ganz schnell viele Milliarden die man dann sowohl für den Erhalt und den Neubau der Trassen ausgeben kann, der aber auch teilweise einen Nulltarif im öffentlichen Personennahverkehr quersubventionieren könnte.

Da ist es schon fast gar nicht mehr wichtig, dass die Atommafia mal eben 15 Milliarden Schadensersatz wegen dem Atomausstieg kassieren will. Die Regierung sollte mal die Kosten für die Asse und Morsleben und ein Endlager dagegen rechnen und sich dann die Aktien dieser Juxbuden aushändigen lassen.

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann und Martin Wansleben sind ganz betrübt über die Verknappung von Emissionszertifikaten, die EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard nun durchsetzen will. Dabei war von Anfang an klar, dass es von Jahr zu Jahr weniger Emissionen geben soll und dementsprechend auch weniger Zertifikate zur Verfügung stehen. Aber diese Logik war wohl zu hoch für den DIHK.

Der Axel Springerverlag will ja am 23.Juni mit seinem Propagandablättchen jeden deutschen Briefkasten beschmutzen. Neben all den Menschen die Springer bereits mitgeteilt haben dass sie deren Dreck nicht wollen gehen nun auch die Briefträger auf die Barrikaden, die das Sudelblatt verteilen sollen.

“Mit so einem Zeug muss man doch wirklich keine Zusteller nerven”, schreibt einer auf der Internetseite Postboten Forum. “Für eine solche Massenzustellung, dafür ist die ,blöde‘ gelbe Post gerade gut genug”, ein anderer. Die Briefträger beklagen sich über den großen Stress bei der Verteilung der Kostenlos-Zeitung, fürchten Mehrarbeit und suchen bereits nach kreativen Lösungen. “Ich kann nur sagen: Dienst nach Vorschrift”, rät ein Zusteller seinen Kollegen. Und einer schreibt sarkastisch: “Wäre ja auch ein Weltuntergang, wenn auch nur ein Haushalt in Deutschland keine ,Bild‘ bekommen würde.”

Die Briefträger haben ganz sicher nicht vergessen, dass Springer ihnen ihre Löhne mit der billigen Pin-Post zerstören wollte, aber daran grandios gescheitert ist. Die Postoberen haben kein so langes Gedächtnis. Hoffentlich sind sie sich darüber im klaren, dass eine ganze Reihe von Bürgern, die Springer die Belieferung untersagt haben, auf jeden Fall klagen werden und zwar als erstes gegen die Post.

Den absoluten Vogel aber hat Carina Gödecke von der SPD abgeschossen, die in NRW die Präsidentin des Landtages gibt. Sie stört nicht die eher bescheidene politische Leistung in ihrem Landtag, nein sie will das Erscheinungsbild des Landtages verbessern und möchte das die Abgeordneten ein Jackett tragen und die Damen ihre Schulter bedecken. Sie nennt das dann Seriosität. So kann man auch mit kleinen Sachen, Beamtenkindern Freude mache.

Den Bürgern in NRW wäre es vermutlich egal, selbst wenn die Abgeordneten nackt kämen. Es geht nämlich nicht darum wie die Typen aussehen, sondern was sie für eine Politik machen. Nur gut das Carina Gödecke nicht ins Lehramt übernommen worden ist. An Kindern hätte die echte Schäden anrichten können. So schadet sie wenigstens nur ihrer eigenen Kaste. Und alles was Politikern schadet freut die arbeitenden Menschen.

Ach ja, auch der Berliner SPD Abgeordnete Tom Schreiber hat auch keine wichtigere Aufgabe als sich mit der Bekleidung von Piraten zu beschäftigen. Ihn störte das am Samstag Fabio Reinhardt auf einer Sondersitzung des Innenausschusses im Bermuidashorts und Laptop auftrat. Er wünscht sich lange Hosen. Die Berliner würden sich anständige Arbeit im Abgeordnetenhaus wünschen, bekommen statt dessen einen Flughafen von dem nichts fliegt, eine S-Bahn die nicht fährt und einen Bürgermeister der außer Party zu nicht zu gebrauchen ist. Ach ja. Vielleicht sollte man noch erwähnen das Schreiber, seit 2001 Erziehungswissenschaften und Politikwissenschaften an der Universität Potsdam studiert.


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6 comments

  1. ZWG says:

    Weder Müll noch´n Problem. Sondern ein politisches Wirklichkeitspartikel:

    In Europa gilt Hamburgs St. Pauli als die sündigste Meile, die Düsseldorfer Altstadt als die größe Theke und *Berlin als die Hauptstadt mit der verkommendsten “politischen Klasse”.*

  2. Sprotte says:

    Unser Postbote hat uns erzählt, dass alle, die sich mit Adresse über das Internet, die Zustellung der BLÖD ablehnen, nun einen großen roten Umschlag von Springer bekommen (was auch immer drin steht).
    Er wird uns keine BLÖD verpassen, da wir ihn darum gebeten haben. Ich würde auch Briefmarke und Umschlag opfern, um dieses Scheissblatt ohne Absender persönlich zu Händen an den Chefredakteur retuor zu senden.

  3. chriwi says:

    Die Kosten für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr sind sehr schwierig zu beziffern.

    Positive Effekte werden in den Rechnungen häufig ausgeblendet. Wenn zum Beispiel 20% des Verkehrs sinkt, dann gibt es weniger Staus, weniger Verschleiß der Straßen, weniger Luftbelastung (niedrigere Gesundheitskosten), weniger Unfälle, …

    Wie will man diese durchaus positiven Effekte beziffern? Unsere Eliten denken einfach zu linear. Kostenlos ist immer automatisch schlecht. In Belgien in Hasselt gibt es den kostenlosen Nahverkehr bereits und alle sind zufrieden.

  4. osmosis says:

    Dieser Artikel beschreibt auf köstliche Weise, von welchen Eliten Deutschland regiert wird. Offensichtlich sind die der Spiegel des Volkes, oder nicht?? Was also soll bei solchen Pappnasen herauskommen? Deutschland wird mehr und mehr zweigeteilt. In die Minderbemittelten, sowohl geistig als auch materiell, und der kleine Rest, der die Rauchfahnen am Horizont sieht.

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