Der letzte Rabe – Elsa Rieger

Die Ansichten waren geteilt. Die einen sagten: „Hoffentlich sind sie – ‚sie’ waren die Regierenden – zu vernünftig, um ihre Bomben zu werfen. Sie müssen doch wissen, dass dann alles aus ist.“ Die anderen sagten: „Wenn ihnen – auch sie meinten die Politiker – nicht bald etwas einfällt, um diese wirtschaftliche Not zu beenden, werden wir alle verhungern.“ Und dann gab es noch eine dritte Gruppe, die meinte: „Fast wäre es besser, sie würden uns einen raschen Tod gönnen und damit diese Qual beenden.“ Abgezeichnet hatte sich die Katastrophe schon im letzten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts. Trotz der massiven Warnungen der Umweltschützer stellten sich die Staaten taub. Zum Beispiel parierten sie den Vorwurf wegen der immer stärker vorangetriebenen Rodung der Regenwälder damit, dass man doch diese vielen Menschen, die dadurch einen Arbeitsplatz hätten, nicht verhungern lassen könnte. Der Umweltschutz brüllte auf: „Und was ist danach, wenn es den Regenwald nicht mehr gibt? Dann verhungern sie nicht nur, zusätzlich werden sie ersticken, weil kein Sauerstoff mehr da ist!“ „Bis dahin dauert es noch eine Ewigkeit“, war die lakonische Antwort. Fünfzig Jahre später war die Ewigkeit angebrochen. Die Luft war schal und dick geworden, Asthmatiker und Herzkranke lebten in Symbiose mit ihren Sauerstoffgeräten; ein alltägliches Bild in den Städten der Welt. Doch die Spezies Mensch war hart im Nehmen. Allmählich begannen die Lungen zu mutieren und verkrafteten die stickstoffangereicherte Luft halbwegs. Dadurch wurde die Sauerstoffdezimierung zu einem geringeren Teil des Problems. Die erheblich größere Schwierigkeit bestand darin, diese neu auftretende Krankheit in den Griff zu bekommen. Scheinbar aus dem Nichts wuchsen geheimnisvolle Viren, krochen in die, von der giftigen Luft angegriffenen Organismen, und zerstörten sie binnen drei Wochen. Ganze Landstriche wurden auf diese Weise geleert. Kaum einer wagte sich in diese Gegenden, in denen kein Vogel sang, kein Maulwurf mehr sich seinen Tunnel grub, denn diese todbringenden Viren oder Bazillen – keiner wusste das so genau – machten keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier. In den Städten wusste man sich keinen anderen Rat, als die befallenen Viertel mit hohen Mauern zu umgeben und so von den Gesunden abzuschirmen, in der Hoffnung, das Übergreifen der Seuche zu verhindern. Ratlos beugten sich die Mediziner in ihren Schutzanzügen über die Betten der Todkranken. Man konnte den Verfall der Infizierten mit freiem Auge verfolgen. Die ersten Symptome machten sich als nässender Hautausschlag bemerkbar, gepaart mit einer Augenbindehautentzündung. Dieser Zustand hielt ungefähr eine Woche an, danach trockneten die kleinen nässenden Pusteln ab. Gleichzeitig – und das war das Schrecklichste an dieser Krankheit – hörten die Augen auf, Tränenflüssigkeit zu produzieren, und der Verseuchte erblindete auf höchst schmerzhafte Weise. Dazu kam Fieber. Es war so hoch, dass es das Eiweiß im Blut gerinnen ließ, und daran starb man schließlich. In den Labors wurde bis zur Erschöpfung gearbeitet, um dem Massensterben ein Ende zu machen – bisher ohne Erfolg. Es blieb beim Abriegeln. Kaum brach in einem Teil der Zehnmillionenstadt die Seuche aus, wurde er isoliert und zugemauert. Wer nicht rechtzeitig flüchten konnte, war mit ziemlicher Sicherheit zum Tod verurteilt. Die Leichen stanken zum Himmel, das Virus überwand jede Mauer und war sie noch so hoch. Es ist ein warmer Frühling in dem Jahr 2.070. Ein süßlicher Geruch liegt über der Stadt. Max blickt aus dem Fenster. Auf dem Bett hinter ihm liegt der Körper seiner Frau. Hubschrauber fliegen in einer Linie, unter ihren Rümpfen hängen große Haken, an denen sie gemeinsam eine Art Drahtmaschennetz hinter sich herziehen. Während ihres Fluges legt sich das Netz über das Planquadrat. Max wendet sich ab. Er hat es schon gestern gewusst, obwohl die Stadtverwaltung nicht mehr bekannt gibt, welcher Sektor als nächster drankommt. Es war eine Nachrichtensperre verhängt worden, weil die Bewohner des jeweils betroffenen Stadtteils panisch die Flucht ergriffen, sobald sie erfuhren, dass die Kräne und Bauarbeiter unterwegs waren. Und da sich die Wissenschaftler über die Verbreitungsart des Virus immer noch nicht klar waren, wollten sie die scheinbar Gesunden einer verseuchten Gegend auf keinen Fall in die sauberen Viertel überwechseln lassen. Obwohl einige dieser Gesunden niemals krank wurden. Warum das so war, wusste man nicht. Es gab Menschen, die gesund blieben, auch wenn sie mit einem Infizierten das Bett teilten. Andere wieder mussten nur an einem Verseuchten vorbeigehen und schon waren sie angesteckt. Sicherheitshalber hatte sich die Regierung dazu entschlossen, diejenigen, die in den befallenen Gebieten lebten, mit einzumauern; egal, ob sie krank waren oder nicht. Waren genügend Lebensmittelläden vorhanden, und gehörte man zu den Resistenten, konnte man in diesen Ghettos lange Zeit überleben. Max hat es gestern schon gewusst, weil er zur Maurerbrigade gehört. Er war damals, als sie ihn eingestellt hatten, überglücklich gewesen, endlich wieder einen Job zu haben. Über den Grund für die plötzliche Anstellung hatte er sich zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken gemacht, denn die drei vorangegangenen Jahre der Arbeitslosigkeit hatten ihm arg zugesetzt. Wenn nicht seine Frau … Max wirft einen letzten Blick auf sie. Die runzeligen Lider bedecken nun gnädig die ausgedörrten Augäpfel. Die hektische Röte, die auf dem Siedepunkt des Fiebers die Wangen überzogen hatte, ist verschwunden. Jetzt, wo sie erkaltet, ist sie weiß wie das Laken, auf dem sie liegt. Wäre sie gestern gestorben, würden wir schon weg sein, denkt er. Er geht ins Nebenzimmer und streichelt das Kind wach. Verwirrt öffnet Laura die Augen. „Zieh dich schnell an. Es ist soweit. Vergiss die Gummistiefel nicht.“ „Warum ist Olga nicht mitgekommen, Max?“ „Deine Mutter musste woanders hin.“ „Ich weiß aber, dass sie mitwollte. Weil sie mich nämlich lieb hat. Das hat sie gesagt.“ „Ich hab dich auch lieb.“ „Ja.“ „Ich glaube es einfach nicht! Laura, siehst du das auf der Wiese?“ „Den großen schwarzen Vogel?“, fragt das Kind müde. Sie sind beinahe vierundzwanzig Stunden unterwegs. Ihr Fluchtweg hat sie durch nasse, stinkende Kanäle geführt, Kilometer um Kilometer. Vor Wochen schon hatte Max die Route geplant, war nach der Arbeit an den Mauern hinunter gestiegen in die Dunkelheit und hat die Gänge bis zu ihren Endpunkten verfolgt. Oft war er stundenlang unterwegs gewesen, kam dann feucht, frierend und übelriechend zurück in die Wohnung, nahm sich kaum Zeit für die Säuberung, sondern zeichnete den eben erforschten Tunnel in seinem Kanalnetzplan ein. Den Weg, den er jetzt mit Laura gegangen ist, entdeckte er erst, als Olga bereits krank war. Dieser Gang war von allen der einzige, der wirklich in die Freiheit führte. Ein offenbar vergessener Kanal, der weit außerhalb der Stadt unter einer zugeschütteten Baustelle endet. Die Sonne ist über dem Wald aufgegangen und wirft ihre ersten Strahlen auf die taunasse Wiese. Plump stakst der schwarze Vogel auf Nahrungssuche durch das Gras. Max kauert sich neben Laura hin. Sie sehen sich sehr ähnlich, nur, dass bei dem Vater alles etwas größer ist. Laura ist fünf Jahre alt. Sie war kein Wunschkind. „Schau nur, jetzt hat er uns gesehen, der Rabe“ ,flüstert Max. Er kann es immer noch nicht glauben; offiziell ist diese Gattung seit dreißig Jahren ausgestorben. Greifvögel gibt es seit Ewigkeiten nicht mehr, genauso wenig wie Nachtigallen oder Lerchen. Aber die Insekten, deretwegen die Vogelwelt mehr oder weniger sterben musste, weil sie die Gifte auf die Dauer nicht verkraftet hat, leben noch immer, stellt Max fest und erschlägt einen Moskito, der an seinem Hals saugt. Laura ist zu müde, um den Vogel zu beobachten, erschöpft lehnt sie sich gegen Max. Er schnallt den Schlafsack vom Tramperrucksack ab und rollt ihn aus. Während Laura schläft, sucht er Holz und entfacht ein kleines Lagerfeuer. Als er die Konservendosen öffnet und in einen Topf leert, kommt der Rabe neugierig näher. In zwei Meter Entfernung verharrt er. Er flattert mit den blauschwarzen Schwingen, faltet sie ordentlich auf dem Rücken. Max legt ein Stück Fleisch auf seine Handfläche. „Komm, hol es dir“, sagt er leise, um Laura nicht zu wecken. Fast sieht es aus, als würde das Tier den Kopf schütteln, es ignoriert die Leckerei auf der Menschenhand und beginnt in sicherer Entfernung wieder das Gras abzusuchen. Max bleibt regungslos hocken. Nach einer Weile hat sich der Rabe, scheinbar unablenkbar mit dem Boden beschäftigt, so nahe heran gepirscht, dass Max ihn berühren könnte. In Sekundenschnelle ruckt der Rabenkopf nach vorn, fasst das Fleischstück mit dem starken Schnabel und zieht sich auf seinen Zweimeterabstand zurück. Den ganzen Vormittag umkreist er das Lager und beobachtet Max mit seinen glänzenden schwarzen Augen. Doch wenn Max den Blick erwidert, senkt der Vogel rasch seinen Kopf und bohrt in der Erde nach Würmern. Als Max vom Waldrand zurückkommt, wo er noch etwas Holz gesammelt hat, sieht er, wie der Rabe neben Lauras Kopf steht. Max rennt los, er hat Angst hat, dass der Vogel seine Tochter vielleicht angreift. Das Tier hüpft erschreckt davon, und Laura, die wach ist, sagt: “Lass ihn! Wir haben uns gerade so gut unterhalten.“ Ärgerlich schält sie sich aus dem Schlafsack und versucht, den Raben wieder in ihre Nähe zu locken. Sie kriecht auf allen Vieren auf ihn zu und flüstert in einem Singsang: „Komm, mein Schöner. Komm, süßer, schwarzer Vogel, so komm doch.“ Abwartend legt der Rabe den Kopf schräg. Laura legt sich auf den Bauch und streckt ihm die Hand entgegen. Und tatsächlich stolziert er auf sie zu. Max rührt sich nicht, er bleibt ganz still. Der Rabe hat Laura erreicht und blickt in ihre Hand, in der Annahme, es läge ein Leckerbissen für ihn bereit. Weil aber die Hand leer ist, sieht er ihr frech und fordernd in die Augen. Laura hebt langsam ihren Arm und streicht mit dem Zeigefinger über den schwarzen Kopf. Später, als sie essen, bleibt der Rabe dicht bei Laura. Sie verfüttert die Hälfte ihrer Ration an ihn, und als sie weiterziehen, um möglichst viel Distanz zwischen sich und die Stadt zu bringen, folgt er ihnen. In einer ausgestorbenen Gegend, am Fuß eines bewaldeten Hügels, errichtet Max eine Holzhütte. Er hat den Platz für ihren vorläufigen Verbleib ausgesucht, weil er in der Nähe einen kleinen Bauernhof mit dazugehörigen Feldern und Obstbäumen entdeckt hat. Die Hütte ist eine Zwischenlösung. Er hofft, eines Tages den Hof beziehen zu können. Aber erst muss er sicher sein, dass von dort keine Seuchengefahr mehr droht. Einige Wochen später bemerkt er, wie ein Spatz an den Sämlingen auf dem Feld zupft. Das bestätigt seine Annahme, dass die Krankheit nicht dort bleibt, wo sie gewütet hat, sondern weiterzieht. Als er dann noch einen frisch aufgeworfenen Maulwurfshügel entdeckt, und fast zur gleichen Zeit ein aufgeschrecktes Reh durch die Büsche am Waldrand bricht, macht er sich auf den Weg zum Bauernhaus. Laura will mitkommen, aber Max verbietet es. Erst will er die mumifizierten Leichen entfernen und zusammen mit den Lebensmitteln verbrennen. Abschließend räuchert er das Haus aus. Dann lässt er weitere Wochen vergehen. Als er keine Symptome der Krankheit an sich entdecken kann, ziehen sie ein. Laura liebt ihren Raben. Als Max fragte, was denn das für ein Name sei, den sie dem Tier gegeben habe, antwortete sie: „Ich kann es dir nicht erklären. Er ist eben Schnork. Er ist der letzte Schnork.“ Max hat ihr gesagt, dass sie ihren Raben hüten müssten wie ein Kleinod, denn es gäbe nur noch ihn. Manchmal, wenn sich Schnork weiter als gewöhnlich vom Hof entfernt, schreien sie seinen Namen in die Einsamkeit, ängstlich hoffend, dass er sie hört und wiederkommt. Eines Tages, im zweiten Frühling ihres Hierseins, kommen zwei Fremde auf den Hof. Laura ist eben dabei, einen Kranz aus Gänseblümchen zu flechten. Max ist unterwegs, weil kein Frischfleisch mehr da ist. Laura sitzt im Gras, vertieft in ihre Flechtarbeit, sie bemerkt die Männer erst, als sie vor ihr stehen. Schnork ist hin und hergerissen zwischen seinem angeborenen Fluchtinstinkt und Laura, die er liebt und nicht im Stich lassen möchte. Er tänzelt aufgeregt und nervös nickend auf dem Fleck zwischen Laura und den Fremden herum. Sie blickt erschreckt auf. „Wen haben wir denn da! Guten Morgen, kleine Dame“, grinst der eine. Die Männer tragen abgerissene Kleidungsstücke, unrasiert und hohläugig starren sie das wohlgenährte kleine Mädchen an. „Na, hier scheint‘s jedenfalls genug Essen zu geben. Hast du was für uns, oder sollen wir das Vieh da schlachten?“, fragt der andere und heftet seinen Blick auf Schnork, der sich nun doch in sichere Entfernung zurückgezogen hat. Laura nickt furchtsam und steht auf: „Ich bringe etwas, wartet bitte.“ Sie lockt den Raben zu sich und nimmt ihn in die Arme. Sie läuft mit ihm ins Haus und lässt ihn dort erst wieder frei. Rasch packt sie einen Fladen Maisbrot und ein großes Stück getrocknetes Fleisch. Sie wirft die Tür hinter sich zu. Die Männer haben sich mittlerweile auf der Bank vor dem Haus niedergelassen. Sie sind sehr hungrig und schlingen das Essen in wenigen Minuten hinunter. „Gibt‘s nichts zu trinken?“, fragen sie fordernd. Laura pumpt Wasser aus dem Brunnen. Der eine wischt den Eimer mit einer Handbewegung vom Tisch. „Ich habe gemeint, etwas zum Trinken! Kein Wasser!“ Im Herbst haben Max und sie Traubensaft gepresst und daraus einen leichten Wein gekeltert. „Falls wir doch einmal Gäste bekommen“, scherzten sie und zerdrückten die Trauben mit den nackten Füssen. Um von dem Wein zu holen, muss Laura zur Rückseite des Hauses, denn dort befindet sich die Kellertür. Sie beeilt sich, damit die Fremden nicht zu lange unbeaufsichtigt bleiben. Schnell füllt sie den Krug und hastet zurück. Als Laura ankommt, ist die Bank vor dem Haus leer. Die Tür steht offen, die Männer sind eingedrungen. „Ihr habt es euch ja sehr gemütlich gemacht hier … Während wir Stadtleute fast verhungern, leben die hier ein süßes Leben, was?“ Die Stimme klingt hart und neidisch. „Wie viele seid ihr, ha? Sag schon!“ Laura überlegt keinen Augenblick, sie antwortet: „Zehn. Wir sind zehn. Die anderen werden gleich zurücksein.“ Der eine der Männer nähert sich Laura: „Ich glaube dir nicht. Ich kann nur zwei Betten sehen.“ Er packt sie an den Haaren und reißt daran ihren Kopf in den Nacken. „Lüg‘ mich nicht an!“, sagt er böse. Schnork sieht von seinem sicheren Platz auf der Trockenstange über der Feuerstelle aufmerksam zu, und als der Mann die Hand hebt, um Laura zu schlagen, stößt er sich ab und greift den Eindringling an. Er landet auf dessen Kopf und beginnt mit dem Schnabel auf ihn einzuhacken. Der Mann reißt den Arm hoch und erwischt den Raben am Hals. Hasserfüllt hält er das flügelschlagende Tier fest: „Das machst du nicht noch einmal, du Teufelsbiest!“, sagt er und dreht ihm den Hals um. Es knackt, als die Wirbeln brechen. Dann wirft er das Tier achtlos zu Boden. Die beiden Männer stopfen alle Maisbrotfladen und Dörrfleischstücke aus dem Vorratsregal in ihre Rucksäcke, dann machen sie sich davon. „Er war der letzte Rabe …“, weint Laura verzweifelt und streichelt den seltsam verkrümmten schwarzen Vogel. „Max! Max, so hör doch! Komm zu dir, Liebling.“ Schlaftrunken blinzelt Max in das Rosa der aufgehenden Sonne. „Schatz, du hattest einen schlechten Traum.“ Benommen schließt er die Augen vor dem Licht, spürt Lauras Haar an seiner Wange, als sie sich über ihn beugt. Er schluchzt trocken auf: „Der letzte Rabe …“ Immer noch halb im Schlaf wischt er sich die Tränen aus den Augen. Und wie er sie zum zweitenmal öffnet, sieht er, dass das rosige Sonnenlicht nichts anderes ist als die seidenbespannte Nachttischlampe. Jetzt sieht er auch, dass es kein Kind ist, das sich da über ihn beugt. Es ist seine Frau, die ihn beruhigend anlächelt. „Oh, Olga! Wie wunderbar, dass es dich gibt.“ Max fühlt ihren warmen hochgewölbten Bauch an seinen Lenden und fragt verschlafen: „Sag mir, welcher Tag ist heute?“ „Der fünfzehnte März“, sagt sie verblüfft. „Das Jahr, Olga, das Jahr – „ „2065. Warum?“

 

© Elsa Rieger