Der große Sprung nach man weiß noch nicht wohin

Viele die meine Texte lesen, halten sie zu Teilen immer für Spökenkiekerei, was ich nicht ganz von der Hand weisen will. Ich habe auch kein zweites Gesicht, aber ich rieche den Gestank. und lese zwischen den Zeilen. Nachdem Trump nun die Globalisierung abgesagt hat und die Roboter billiger als chinesische Gefängnisfabriken arbeiten, nimmt der Gestank zu. 

Wenn Roland Berger die 24 Stunden Woche mit zumindest teilweisem Lohnausgleich fordert und Klaus Schwab, Leiter des Weltwirtschaftsforums, grundsätzliche Änderungen am Weltwirtschaftssystem fordert die darauf ausgerichtet sein sollen, dass die Marktwirtschaft fair wird. Ja er möchte Solidarität zwischen den Gewinnern der Globalisierung und den Verlierern. Riechen sie es auch. 

Das gleiche passiert, wenn auch sehr verklausuliert bei vielen Volkswirten weltweit die vorsichtig zurückrudern. Denn den steigt die Angst langsam eiskalt den Rücken hinauf. Denn natürlich ist Wachstum endlich. Die Erde ist ein geschlossenes System und damit sind alle Rohstoffe endlich. Ein Elefant und eine Eiche werden nicht größer als Elefanten oder Eichen eben so werden.  Ja es gibt da draußen noch den Weltraum in dem alles was wir brauchen in Hülle und Fülle vorhanden ist. Ich habe auch mal Perry Rhodan gelesen. Mag sein, dass wir aus der Quantenmechanik mit aktzeptablen Kosten im Raum herumdüsen können. Aber jetzt eben nicht. 

Der Raubtierkapitalismus ist mal wieder an seinem natürlichen Endpunkt angekommen und  nur 62 Leuten oder meinetwegen auch 62.000 gehört die Welt. Der Rest sammelt Almosen, wenn auch teilweise auf hohem Niveau wie Herr Winterkorn. Für diesen Zyklus sind die Grenzen des Wachstums erreicht. Normalerweise gibt es dann Krieg. Die Karten werden neu gemischt und das Spiel beginnt von vorn. 

Der Krieg gegen Russland scheint aber abgesagt zu sein. Wenn wir Glück haben. Trump braucht Geld und will deshalb die Militärausgaben begrenzen. Das kann er am leichtesten in dem er Europa und die arabische Welt aufgibt.

Er ist pazifikorientiert und hofft da gewinnen zu können. Lateinamerika bleibt der Hinterhof der USA und das ist schlecht für Lateinamerika. Er wird die die straffälligen Latinos rauswerfen und eine Art New Deal versuchen. Natürlich ist er gegen Globalisierung, weil er um gute Stimmung im Volk zu erzeugen, mit Schutzzöllen die eigene Wirtschaft schützen will.

Das wird auch funktionieren, weil der Binnenmarkt dort, genau wie der Binnenmarkt in Europa groß genug ist. Natürlich nur eine Zeitlang, aber für seine Wiederwahl dürfte es reichen. Jeder seiner Tweets und jede seiner Äußerungen ist Balsam für die verwundeten Seelen der Mehrheitsamerikaner und die Rednecks, aber auch die Nationalgardisten stützen ihn. Natürlich sind ihm die Amerikaner genauso egal wie der Merkel die Deutschen. Aber seine Haltung ist gut für Deutschland und Europa. Was natürlich nicht heißt dass er gut ist. 

Wenn der Krieg also erst einmal abgesagt ist, brauchen wir eine andere Methode um einen Neustart zu ermöglichen. Da die Menschen insgesamt auf Wettbewerb ausgerichtet sind, ist ein Systemwechsel auch undenkbar. 

Die anstehende Aufgabe ist also einen Ausgleich zwischen den Gewinnern des neoliberalen Globalismus und den Verlierern zu erreichen um innerhalb des Systems einen Restart zu versuchen. Haben wir Menschen noch nie hingekriegt, ist aber denkbar. 

Wir brauchen dazu auch keine künstlichen Gegensätze. Nicht die Reichen sind das Problem, sondern eher deren Helfer die in vorauseilendem Gehorsam die Dinger über den Bruchpunkt hinaus zu biegen versuchen. Es gibt auch fast  niemanden der wirklich schuldlos wäre. 

Der Rest ist einfach, Entweder wir lösen das Problem oder es beginnt eine Phase des Protektionismus die allen schaden wird und den Ärmsten überall auf der Welt wohl am meisten. Es spricht nämlich nichts gegen Globalisierung, wenn sie fair und anständig bleibt. 

Es geht auch nicht gegen den Kapitalismus. Der entspricht unserem Wesen und muss lediglich immer wieder darauf überprüft werden, dass Waffengleichheit und Fairness herrschen. Schaffen wir das nicht kommt überall ein neuer Faschismus und daraus resultierend weitere imperiale Kriege die mit etwas Pech uns alle zerstören. 

Nein ich wette nicht. Ich weiß leider wie sich die Menschheit entscheiden wird. 

 

7 comments

  1. KlingelBernd says:

    Es gibt keine faire Globalisierung, wie es keinen nachhaltigen oder fairen Kapitalismus geben kann.
    Die Regeln des Geldsystems fordern den Profit und den Zwang zu wachsen. Der Zins fordert maximales Wachstum der Wirtschaft und der Schulden. Und ohne Kreditausweitung keine Wirtschaft. Alles wirkt Hand in Hand und bedingt sich gegenseitig. Wenn Schäuble Schulden zurück zahlt, kann er das nur, weil er weiss, das sich wer anders verschuldet. Im Moment ist das wohl Italien.
    Die Großkonzerne und Investoren sind auf der Jagd nach mehr Profit, haben die Politik veranlasst, die Regln zu lockern und die Grenzen zu öffnen, damit sie global alles ausbeuten können, was geht. Denn da draußen sind noch jede Menge regionale Märkte zu erschliessen. Das nennt man dann Globalisierung und versucht da krampfhaft irgendwas positives dran zu finden. Da gibt es aber leider nichts, denn die regionalen Märkte, in denen die Menschen arbeiten, können nur durch regelnde Grenzen geschützt werden, wozu die korrupten Regierungen nicht bereit sind.
    Die Großkonzerne und Investoren habe sich die Macht angeeignet, überall die Grenzen abzubauen und dei nächste Stufe wäre CETA, TTIP und TISA. Wer das nicht glaubt, muss ja nur in die Welt sehen, was da abläuft. Die Globalisierung ist Lichtjahre von fair entfernt und sie entfernt sich immer mehr.
    Wenn “Ausbeuter” fair wären, würden sie erst mal den Schaden zahlen, für Regenwaldabholzung für Palmöl, Soja, Mais, Gartenmöbel, Cellulose, Staudämme, Landgrabbing, Energie-Pflanzen, usw., oder für Plastik in Weltmeeren, Monokulturen, also die Zerstörung der Lebengrundlagen. Oder man schließt die Augen und sieht nichts und sagt, bitte bitte seid fair und macht nichts mehr kaputt.

  2. flurdab ( User Karma: 1 ) says:

    “Die Karten werden neu gemischt und das Spiel beginnt von vorn.”
    Ich befürchte das diese Annahme so nicht stimmt.
    Denn die Spieler am Tisch bleiben immer die selben.

  3. Frau Lehman says:

    Wieso sollte denn der Kapitalismus “unserem Wesen” entsprechen? Also, meinem jedenfalls nicht. Oder gehöre ich etwa nicht zum “wir”?

  4. Hoddl says:

    Hallo Jochen,
    ich hoffe nicht das es zum Krieg zwischen West und Ost kommt und jeder der
    gegen den Krieg ist, ist mir sympathisch.
    Mir sollte es mit 70 eigentlich egal sein, aber die Jugend sollte mal in den
    Quark kommen und sich für eine friedliche Politik einsetzen.

    Hoddl.

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