Der ewige Brexit

Die Briten haben sich in einer Volksabstimmung gegen Europa entschieden. Das war gut so, da die Briten nie mit dem Herzen in Europa angekommen sind, sondern lediglich profitieren wollten ohne jemals etwas zu geben. Sie haben eine Weiterentwicklung in Europa immer aufgehalten und sind gedanklich auch heute noch in ihrem längst verlorenen Empire. Aber das sollte nun nicht mehr das Problem der EU sein. 

Natürlich beklagen einige Briten bitterlich das ihnen nun drohende Schicksal. Viele hoffen wie der britische TV-Koch Jamie Oliver – der seine Gefühle deutlich äußert – entweder auf eine Revision der Entscheidung oder ein Brexit light. Auch Unternehmen wie Airbus die stets von der EU gemästet wurden, möchten das wir so tun als habe es den Brexit nicht gegeben. Airbus-Chef Thomas Enders barmt:

Wenn wir Zölle zahlen müssten oder unsere Leute nur noch räumlich beschränkt einsetzen könnten, würde das unsere Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigen

Er hält einen harten Brexit für "ökonomisch unverantwortlich" weil die 1300 Flügel im Jahr für sämtliche Airbus-Modelle in England hergestellt werden. Nun ja, wenn er kein Manager wäre und selbst denken könnte, hätte er direkt nach dem Brexit damit begonnen die Flügeproduktion in die EU zu verlagern. Dafür hätte er sicherlich Fördergelder in Mengen bekommen und eine ganze Region die sich zu Europa zählt, glücklich gemacht. Aber er läuft lieber mit geschlossenen Augen und laut pfeifend durch den dunklen Keller und hofft dass ihn die bösen Monster deshalb nicht sehen oder erschreckt weglaufen. Bei Kindern kann man über diese Haltung lächeln. Manager mit dieser Haltung sollte man sofort ablösen. 

Es gibt immer noch keinen offiziellen Austrittsbrief der britischen Regierung, die zwar laut rumtönt, dass sie alle europäischen Arbeitnehmer aus der EU dann beim Brexit aus dem Land jagen will, aber ansonsten auch mit geschlossenen Augen laut pfeifend durch die Dunkelheit tappt. Allerdings versuchen die Briten immer noch in der europäischen Politik die Karten zu zinken und mitzumischen. 

Das geht nun überhaupt gar nicht. Es ist eine Frechheit angesichts des Brexits zu fordern, dass der Brite Mike Williams, ein Karrierebeamter aus dem britischen Finanzministerium, den Vorsitz in der Arbeitsgruppe Verhaltenskodex beim Rat der Europäischen Union bekommt, die sowohl die Regularien der Überwachung von steuerschädlichem Verhalten der Mitgliedsländer mitgestaltet und diese dann auch überwacht. 

Die Briten haben mit ihrem Referendum erklärt dass sie aus der EU rauswollen. Das ist ihr gutes Recht. Das bedeutet jedoch auch, dass sie ihren Austritt schon einen Tag nach dem Referendum hätten erklären und sowohl die britischen Parlamentarier als auch alle britischen Mitarbeiter hätten zurückziehen müssen. 

Es ist wie bei einer Scheidung. Solange niemand die Trennung ausspricht, kann man alles, auch völlig sinnloses versuchen, aber danach muss man sich auch schnell trennen um einen endlosen Rosenkrieg zu vermeiden. Natürlich ist das Referendum für die Briten ein wirtschaftliches Desaster. Die USA wird unter Trump deutlich protektionistischer, die Globalisierung ist abgesagt und die EU wird über kurz oder lang genauso handeln, was bedeutet dass die Briten noch ein paar Heringe und Herrenkonfektion verkaufen können und der Finanzplatz London erledigt ist.

Dumm gelaufen aber alle britischen Regierungen haben die EU stets als Buhmann gegenüber dem Volk benutzt und dieses Volk hat ihnen über die Jahrzehnte geglaubt, und ist auf die Lügen der Politiker hereingefallen. Dieses Rad kann jetzt nicht mehr zurückgedreht werden, also muss schnellstens ein harter Brexit erfolgen. Wenn die Briten dazu selbst nicht in der Lage sind, ist die EU-Kommission gefordert. 

Die Briten müssen sofort raus, aus der EU und dürfen natürlich auch nicht mitbekommen wie sich die EU nach dem Brexit verhalten will und wird. Für die Briten dürfen spätestens ab Anfang Februar innerhalb der EU nur die gleichen Regeln gelten wie für jedes andere Drittland. Erst wenn die Trennung vollständig vollzogen ist, kann man über bilaterale Handelsbeziehungen sprechen und Verträge aushandeln oder es bleiben lassen. Dann können auch erst neue Verhandlungen über Visapflicht und ähnliches erfolgen. 

Die EU ist jetzt gefordert ein hartes Aus zu vollziehen. Die europäische Wirtschaft, wird eine Menge neuer Arbeitsplätze erhalten, was die Umsatzverluste im Handel mit den Briten mehr als ausgleicht. Verlieren werden nur die Firmen deren Manager hartnäckig die Realität verweigern. 

Für die normalen Bürger in Europa besteht aber durchaus die Hoffnung, nach dem Ausstieg der Briten endlich diese EU zum Nutzen der Bürger weiterzuentwickeln und zu den Vereinigten Staaten von Europa zu kommen. Mit angezogener Handbremse kann man nämlich nicht fahren. 

 

5 comments

  1. lollo says:

    “und zu den Vereinigten Staaten von Europa zu kommen. ”

    Das hat der Adolf doch auch gewollt ( besonders seine Hintermänner ) !

    Bitte, bitte nicht !

    MfG

    1. Jochen ( User Karma: 1 ) says:

      Ach lollo du liest hier lange genug mit um zu wissen, dass ich ein Europa der Regionen will und den Nationalstaat begraben möchte. Das ist das Gegenteil von dem was Adolf wollte

  2. Lenny says:

    Ok, das ist zwar eine ungewohnte optimistische Einschätzung von dir, aber gut. ;)

    Ich glaube nicht, dass sich damit etwas ändert, dafür ist “neoliberal” einfach viel zu erfolgreich, als das durch den Abschied eines Players aus der EU die Politiker der Länder sich vereinigen und gegen Deutschland und der vorherrschenden Wirtschaft stellen.

  3. Lenny says:

    “Für die normalen Bürger in Europa besteht aber durchaus die Hoffnung, nach dem Ausstieg der Briten endlich diese EU zum Nutzen der Bürger weiterzuentwickeln und zu den Vereinigten Staaten von Europa zu kommen. ”

    Öhm….wie kommst du zu dieser Einschätzung? Was wird der Brexit den Arbeitlosen in Griechenland, Spanien usw. bringen?

    1. Jochen ( User Karma: 1 ) says:

      Nun die Briten waren neben dem Merkel Regime immer die Verfechter des neoiberalen Wirtschaftsfaschismus in seiner schlimmesten Form. Deshalb ergibt sich jetzt die Chance für die anderen Staaten in Europa sich gegen Merkel und Schäuble aufzulehnen und vernünftig, sprich sozial verträgliche Politik zu machen und zumindest einige Fehler der Vergangenheit zu beseitigen. Das wird am Ende auch den Griechen und den Arbeitslosen überall helfen.

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