Aufgelesen und kommentiert 2017-02-28

Richterin: "Es ist besonders verwerflich, dass Sie Geld nahmen, das für bedürftige Menschen bestimmt war"
Es kommt wie es kommen musste
SPD stellt klar: "Die wichtigsten Säulen der Agenda 2010 bleiben"
Mindestlohn auf zwölf Euro anheben
Das System "Knorr Bremse"
Gedanken zum Rosenmontag
Nach Rent-a-Sozi-Affäre: SPD-Vorstoß für mehr Lobbytransparenz
Neuer WLAN-Gesetzentwurf: Mehr Sperren, weniger Störerhaftung
Deutsche Justiz: Unschuldig im Gefängnis sitzen – lebenslang
Wie BILD einen "Sex-Mob" in der Silvesternacht erfand
Klarer Bruch der Flüchtlingskonvention – Wegschauen bei Misshandlungen ist Mittäterschaft
Die Zahl der Toten im Mittelmeer steigt – und Frontex teilt gegen Retter aus
Schmierige U-Boot-Deals: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Thyssen-Krupp
Kurzvideo: Lisa Fitz auf der Demo gegen die Münchener Sicherheitskonferenz
Griechenland-Krise: Licht am Ende des Tunnels

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Aufgelesen und kommentiert 2017-02-27

Video: Die Agenda 2010 ist kein Sündenfall, sondern ein Verbrechen
Pinneberg: Eine Birke wuchs durch einen alten Schornstein
Selbstbedienung: EU-Betrugsermittler prüfen Ermittlungsverfahren gegen Schulz
Müssen die GRÜNEN fürchten, unter die 5-Prozent-Hürde zu fallen?
Mangelnde Kaufkraft ist in erster Linie ein Problem westdeutscher Städte
Ein bitterer Abschied: Redaktionen von Berliner Zeitung und Berliner Kurier werden zerschlagen
"Super Return" in Berlin
"Gefährder" Gesetz: Sorge um die Freiheit der Bürger
Trotz EuGH-Urteil: De Maiziere (CDU) arbeitet weiter an Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung
Drei Jahre Geheimdienst-Untersuchungsausschuss: Aufklärung bleibt Wunschdenken, Überwachung geht weiter
DIE LINKE deckt auf: Nur 2,25 Prozent "falsche Syrer"
Volksparteien CDU/CSU und SPD: Rassismus als Konsens
Themen deutscher TV-Talkshows: Alles, was rechte Hetzer lieben
"Bist Du 50.000,- wert?" – Diese ZDF-Sendung ist ein Arschloch
Hinterher wundern sie sich
Mehr Waffen sichern unseren Wohlstand

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Aufgelesen und kommentiert 2017-02-26

GfK-Marktforscher: Trump trübt Verbraucherstimmung in Deutschland
EU-Mitgliedsstaaten bezahlten 747 Milliarden Euro für Bankenrettungen
Nach sieben Jahren "Rettungspolitik" versinkt Griechenland in Armut
Können Sie fünf sachlich fundierte politische Entscheidungen der letzten 25 Jahre nennen, zu denen unsere etablierten Medien mit kritischen Sachverstand beigetragen haben?
Harte Kritik an bayerischem "Gefährder"-Gesetz
Bundestagsgutachten: Deutsche Vorratsdatenspeicherung genügt EuGH-Vorgaben nicht
Geheimdienst hörte Journalisten von New York Times und BBC ab
"Das kann keinem Menschen zugemutet werden"
ZDF heute verschweigt 8,3 Millionen Hungernde im Jemen
ARD und ZDF verschweigen, dass Mehrheit höhere Rüstungsausgaben und Auslandseinsätze ablehnt
Die deutsche Bombe
Frau von der Leyen wird pingelig
NSU: Staat und Nazis Hand in Hand
Fremdenhass: Mehr als 3500 Angriffe auf Flüchtlinge
Karnevalissimo: ZDF schickt rechten AfD-Hetzer in die Fernseh-Bütt
Heuchler der Woche: Deutschlands Sozialdemokraten kritisieren Trumps Abschottungspolitik
Trump verschärft Abschieberegeln

 

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Das Christentum ist an den Mängeln der EU schuld

Ich freue mich ja immer wieder wenn in den Niederungen des täglichen Nachrichteinerleis ein schöner Satz auftaucht, der zeigt, wie bei uns im Ländchen gedacht wird und wenn ein solcher Satz nun ausgerechnet von Michael Hüther, dem Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), zum Auftakt des Kongresses christlicher Führungskräfte geäußert wird. 

Tatsächlich hat er ihn auch nicht so grob geäußert, schließlich ist Herr Hüther im Gegensatz zu mir ein gebildeter Mann. Er hat allerdings gesagt: 

Die EU fußt auf dem Christentum

Und er hat auch noch die griechisch-römischen Werte der Antike zur Grundlage der Wertegemeinschaft der EU gemacht. Das ist, nett wenn auch wie alles andere was von Herrn Hüther kommt natürlich dumme Propaganda. Wie es wirklich ist, habe ich schon vor langer Zeit in meinem Artikel über Behaarten und die Unbehaarten beschrieben. Religion ist Politik. 

Aber mal davon abgesehen das Herr Hüther  das jetzige verkommene Europa der Ausbeutung und Unterwerfung propagandatechnisch so mit dem Christentum verbinden möchte, dass es eine unauflösliche Einheit darstellt, hat er natürlich recht. Die Religion bestimmt die Kultur – die Kultur das Denken.

Tatsächlich hatte diese neue Religion (Christentum)  aber scheinbar einen unüberwindbaren Vorteil. Sie lieferte gleich einen Generalschuldigen mit. Luzifer oder Satan brachten die Sünde in die Welt und verführten den Menschen zu Sünde. 

Das ist extrem praktisch. Wenn man nur ein Verführter oder eine Verführte ist, dann ist die Schuld geringer. Wenn man diese Schuld dann auch noch durch Buße wieder loswerden kann, dann lässt sich gut sündigen.  Das System hatte nur einen Nachteil. Es braucht immer wieder neue Sünden. Nichtsünder stellen das System in Frage. Deshalb wurde so ziemlich alles was Spaß macht zur Sünde. Vor allem das Begehren in jeder Form. 

Ein Großteil der Vorschriften hatte nicht den Sinn die Menschen besser zu machen, sondern sie in den Zustand der Sünde zu versetzen um ihnen dann die Gnade zuteil werden zu lassen. Tatsächlich ist mit dem sogenannten Buch des Lebens auch das Schicksal des Menschen in gewisserweise festgeschrieben. Hiob und andere wachsen an den Niederschlägen durch ihren Gott. Der Gott ist ein rächender Gott, der die nicht reuigen Sünder austilgt. Der Gott ist ein Herrscher und Richter. Die die ihn anbeten sind bestenfalls Knechte. 

Der römische Kaiser Konstantin I. hatte das genau erkannt und machte das Christentum zur Staatsreligion im römischen Staat. Auf dem Konzil von Nicaä im Jahr 325, ließ er sich diese Religion ziemlich genau auf sein totalitäres Staatsverständnis zu schreiben und begründete damit das bis heute enge Zusammenspiel von Herrschaft und Kirche, bei denen die Gläubigen geschoren und geopfert werden.  

Tatsächlich ist das Christentum eine Religion die nur die Herrschenden schützt und die Beherrschten gerne völlig rechtlos sieht. Deshalb passt es auch so gut in das neoliberale, menschenverachtende und wirtschaftsfaschistische Weltbild des Herrn Hüther. Menschen wie er haben zu allen Zeiten als Helfer der Ausbeutung ohne jede Moral und Ethik die Schwächsten ausgenutzt. An starke Gegner wagen sich solche Leute nicht heran. Sie drohen mit einem allmächtigen Gott, mit dem Weltuntergang wenn jemand ihren Raubtierkapitalismus stört und allerlei anderen Märchen.

Jetzt wo Donald Trump ihre Welt der globalen Ausbeutung stört, wollen sie diese zumindest in diesem Europa behalten um nicht unterzugehen und nicht vor selbst vor Gericht zu kommen. Diese Leute sind nicht für Europa. Sie sind nur für Ausbeutung und für sich selbst.

Natürlich sind solche Leute nicht intelligent genug um zu verstehen dass der Brexit natürlich eine Folge ihres Handelns ist. Sie haben den Leuten erzählt, dass alles was schlechter wurde, durch die EU schlechter würde. Mit ihrer Propaganda haben sie ihr Europa zerstört. 

Aber dass muss nicht bedeuten, dass wir uns unser Europa zerstören lassen. Wir werden die Hüthers dieser Erde noch rechtzeitig vor Gericht bekommen. Spätestens dann wenn Killary und Obama in den USA vor Gericht stehen. 

Aber wir sollten an unserem Europa, den echten vereinigten Staaten von Europa weiterbauen. 

Der niveaulose Deutsche

Ähäm…

Ich dachte bislang, außer dem widerwärtigen rheinischen Sitzungskarneval gäbe es nichts Niveauloseres als einen sogenannten Comedian, der sich selbst für lustig hält, dessen "Witze" aber irgendwo zwischen Fips Asmussen und Elton herumkrebsen. Seine "Witze" sind schäbig wie seine Performance. 

Ach so, ja, ich schreibe über Mario Barth. Ich dachte, ein Volk, das mehrheitlich  dumpf tickt findet die Schenkelklopfer a la "Meine Freundin" und "kennste  kennste?  Kennste Regen? ".

Ich hätte nicht gedacht, dass man Herrn Barth noch nach unten toppen kann. 

Liebe Duckhome-Leser*innen, wenn Ihr Euch einmal richtig fremdschämen wollt, dann seht Euch das hier an:

Aufgelesen und kommentiert 2017-02-23

Sechs Millionen Armutsrentner: Was bleibt noch vom Lebensabend?
ARD-Kurzreportage: Hunderttausende um den Mindestlohn geprellt
Was steckt hinter dem Medienhype um Schulz?
Mutloser SPD-Gesetzentwurf zu Managergehältern
ARD-Reportage: Zu Besuch in der Steueroase Malta
Pinneberg: Schulallianz setzt sich für Sanierung der Schulen ein
VW-Dieselskandal: Polizeiautos werden nicht nachgerüstet
Siemens streicht Arbeitsplätze in Tübingen und in Dänemark
Europäischer Polizeikongress: de Maiziere (CDU) fordert erweiterte Vorratsdatenspeicherung
Abschiebungen treiben die Menschen in den Selbstmord
23,7 Milliarden Euro: Rekordüberschuss im Staatshaushalt
Normenkontrollrat der Regierung bezweifelt Maut-Einnahmeberechnung
Bilanz des NSA-Untersuchungsausschusses ist für die Bundesregierung beschämend
Die Festnahme eines britischen Hackers entlarvt antirussische Hetze
Das Boot ist voll

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Aufgelesen und kommentiert 2017-02-22

Mehr Gerechtigkeit: Die alte Leier frisch aufgeschulzt
SPD läutet traditionelles linkes Halbjahr vor wichtigen Wahlen ein
Videoreportage: Dafür ist die SPD verantwortlich
Wohnen auf sechs Quadratmetern
Stadt Zossen (Brandenburg): Lernen in einer Ruine
Baden-Württemberg: Selbstbedienungsladen für GRÜNE, CDU und SPD
Arbeitgeber behindern jede sechste Betriebsratsgründung
Berlin: Bahn testet intelligente Videoüberwachung am Südkreuz
Neusprech: Das Distanz-Elektroimpulsgerät
Handy-Entsperrzwang-Gesetz: De Maiziere macht den Trump
Sicher in den Tod
Afghanistankurs von de Maiziere ist beschämend
Angehörigen der Attentatsopfer vom Breitscheidplatz: Als erstes kam ein Gebührenbescheid
ARD und ZDF verschweigen Friedens demonstration gegen Münchner Kriegskonferenz
Deutschlandfunk-Reportage vom Flüchtlingslager in Libyen
Massenmord funktioniert nur mit Massenmordmedien
Wegen Knappheit: Todeskandidaten sollen Gift selber kaufen
Wahlkampf 2017

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Von Experten, Gurus und Weisen.

ÄchsExperten kennt ja jeder, – oder? Also Leute, die sich mit irgendwas ganz besonders gut auskennen. Experten, gibt es für alles und jeden. Es gibt Experten für Politik, für Märkte, für Finanzen, für Versicherungen, für Ernährung, für Kunst, für Wissenschaft, – ja selbst Terrorexperten sind überhaupt keine Seltenheit mehr. Ich selber mag ja Experten für Astronomie, Teleskopbau, Bärtierchen, Comic, Märchen, Schleimpilze, Gemüse, Bier und Zwiebelkuchen. Wobei man ja nicht um die Erkenntnis herum kommt, dass das alles nur second hand, Dünnbrettbohrertum bzw. erbärmliche Mittelklasse ist, denn die wahren Weihen der Erkenntnis, fangen erst beim Guru an.

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Was machen wir bloß mit diesem Schulz?

Seien wir ehrlich. Niemand hat damit gerechnet, dass die Ausrufung des EU-Filzokraten Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten der SPD einen derartigen Hype auslöst und sogar einen Wahlsieg möglich erscheinen lässt. Um aus dem Umfragetief herauszukommen, hätte die Partei zwar auch den Pförtner des Willy-Brandt-Hauses als Nachfolger der komplett verbrannten Sigmar Gabriel benennen können. Doch von Umfragewerten von 30% und mehr und persönliche Beliebtheitswerten auf Merkel-Augenhöhe hätte wohl auch der optimistischste Sozi nicht zu träumen gewagt.

Schulz hat es geschafft, so etwas wie Aufbruchstimmung zu verbreiten. Er setzt dabei auf gefühligen Sozialpopulismus und verspricht u.a. „Korrekturen“ bei Hartz IV, Leiharbeit und befristeter Beschäftigung und bessere soziale Sicherung für die „hart arbeitenden Menschen“, geißelt die „Exzesse“ bei den Managervergütungen, Gerne gibt er sich ein wenig zerknirscht und will „Vertrauen zurückgewinnen“.

Die Partei wird ihrem Hoffnungsträger nahezu willenlos folgen. Und es ist abzusehen, dass er zu den Linken und den Grünen abgewanderte SPD-Anhänger teilweise zurückgewinnen wird, aber auch von einem gewissen Überdruss an Merkel profitieren könnte, die – zermürbt von den Grabenkämpfen in ihrer Partei – den Großteil ihrer Landemutti-Aura eingebüßt hat.. Sogar der Vormarsch der AfD könnte auf diese Weise zwar nicht zum Erliegen gebracht, aber etwas eingedämmt werden., zumal diese Partei gerade einen offenen Richtungsstreit zwischen Wirtschaftsliberalen, Nationalkonsertiven und Neofaschisten ausfechten muss.

Für die LINKE könnte der Schulz-Hype zum Desaster werden. Falls seine verbale „Rückbesinnung auf sozialdemokratische Werte“ vom Wahlvolk tatsächlich für bare Münze genommen werden sollte, droht ihr ein beträchtlicher Absturz, denn wer braucht schon eine sozialdemokratische Kopie, wenn das Original anscheinend wieder verfügbar ist. Jetzt rächt sich sich, dass die Partei in erster Linie nicht als konsequente soziale und gesellschaftliche Oppositionskraft, sondern als Regierungspartei im Wartestand wahrgenommen wird. Über zentrale Fragen wie das Verhältnis zu NATO und EU, das Bündnis mit der Türkei, Waffenexporte, Auslandseinsätze der Bundeswehr, die Schuldenbremse, eine armutsfeste, sanktionsfreie Grundsicherung, eine grundlegend andere Steuerpolitik u.v.a.m. bräuchte ein erstarkter Schulz mit den LINKEN nicht einmal verhandeln, wenn er auch noch die Option einer Großen Koalition unter seiner Führung hätte. Entsprechend weinerlich und hilflos fallen auch die Reaktionen der LINKEN-Spitze auf den Schulz-Hype aus.

Natürlich ist noch nichts entschieden. Keiner weiß, welche Verwerfungen sich im transatlantischen Gebälk noch entwickeln werden und was das für ökonomische Folgen haben wird. Ähnliches gilt für die Zentrifugalkräfte innerhalb der EU. Aber man kann es drehen und wenden wie man will: Gute Aussichten sind das nicht.

Aufgelesen und kommentieren 2017-02-20

Armut in Deutschland: Erst zur Arbeit, dann zur Tafel
ARD-Kurzreportage: Armutslöhner in der deutschen Filmbranche
Lassen Jobcenter Google-Bewertungen löschen?
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz verspricht Korrekturen an Agenda 2010
Aktion "Einstürzende Schulbauten": Tagebuch über marode Schulen
Schäubles Finanzministerium will Daten zu Briefkastenfirmen nicht veröffentlichen
Steuerflucht: "Schäuble macht alles, um Transparenz zu verhindern"
EU-Expertenkommission für Diesel-Fahrtests dominiert von Unternehmen
Videovortrag von Prof. Rainer Mausfeld
Gewerkschaft "Cockpit" stimmt Schlichtungsergebnis zu
Regierung will Medizinern Sozialbeiträge erlassen
Afghanistan: Immer mehr zivile Opfer
Versteckte Spionage: Spielzeug-Puppe "Cayla" laut Netzagentur verboten
EU-Parlament beschließt Websperren-Gesetz
Deutsche Behörden sollen Handys auslesen dürfen
Hausdurchsuchung: Polizei findet mehr als eine Tonne Munition und 114 Schusswaffen
Wiesbadener AfD-Mitglied will Wehrsportgruppe gründen
Abschied vom Willkommen
Spanien: 350 Flüchtlinge überwinden Grenzzaun zu Ceuta
Bundestag erteilt Deutschem Bündnis Kindersoldaten Redeverbot
Kriegskonferenz: Aufrüsten für den Frieden
Neuer Skandal: Video zeigt Höcke bei Neonazi-Aufmarsch

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Schluss ist, wenn der Schiri pfeift, ihr HONKS!

Angesichts der großen Aufregung über den vergangenen Spieltag der Bundesliga wird es höchste Zeit für ein paar Klarstellungen von kompetenter Seite, also von mir.

1.) Bayern München hat gegen Hertha BSE hat am Sonnabend in der letzten Sekunde der Nachspiel-Nachspielzeit den Ausgleich erzielt. Das ist zweifellos bitter, kommt aber vor.

2.) Die ursprüngliche Nachspielzeit von fünf Minuten war vollkommen berechtigt, da in der Schlussviertelstunde mehrere Herthaner mit Krämpfen auf dem Spielfeld behandelt werden mussten und Herthas Torwart bei Abstößen bereits wegen Spielverzögerung ermahnt wurde..

3.) Während der Nachspielzeit hat Hertha im Minutentakt drei Auswechselungen vorgenommen, um Zeit zu gewinnen. Das gibt dem Schiedsrichter natürlich das Recht, auch diese Zeit noch nachspielen zu lassen.

4.) Kurz nach Anbruch der sechsten Minute der Nachspielzeit, wurde ein Bayern-Spieler kurz vor dem Strafraum gefoult, was der Schiedsrichtier sofort gepfiffen hat Dann ist es quasi zwingend, dass der entsprechende Freistoß auch noch ausgeführt wird.

 

Die Lösung dieser des öfteren auftretenden Problematik wäre die Einführung einer „effektiven Spielzeit“, wie sie auch beim Handball und beim Basketball, Hockey, Eishockey, Handball und , Wasserball gilt. Das würde beim Fußball bedeuten, dass die Uhr angehalten wird, wenn sich der Ball nicht im laufenden Spiel befindet, also z.B. bei Verletzungen, Auswechselungen, vor Torsabstößen und Einwürfen. Nach Ablauf der effektiven Spielzeit wäre dann definitiv Schluss. Aber auch dann würde ein bereits gepfiffener Freistoß noch ausgeführt werden. Eine entsprechende Neuregelung würde aber nur Sinn machen, wenn sie international umgesetzt würde, daher ist in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen.

Ansonsten geht in der Liga alles seinen Gang. Bayern wird Meister werden, vor Leipzig und Dortmund. Für den 4. Platz hat wohl Hoffenheim die besten Karten. Allerdings könnten noch mehrere Mannschaften mitmischen, vor allem Frankfurt Hertha und Köln. Diese drei haben allerdings in der Hinrunde eher über ihren Verhältnissen gespielt und sind recht schwach in die Rückrunde gestartet. Daher ist auch nicht auszuschließen, dass auch die allmählich zu ihrer „Normalform“ findenden Teams von Leverkusen und Schalke noch in den Kampf um die europäischen Fleischtöpfe eingreifen.

Überspringen wir mal die Abstiegszone, sowie 2. und 3. Liga und begeben uns in die Niederungen der 4.Spielklasse, Abteilung Nordost. Mein Moabiter Heimatclub BAK 07 ist nach etlichen witterungsbedingten Spielabsagen endlich in die Rückrunde gestartet, mit einem Auswärtssieg bei Meuselwitz. Zwar konnte damit der 3. Tabellenplatz in der Regionallige und der Status als „3.Kraft“ im Berliner Fußball (hinter Hertha und Union) gefestigt werden, doch Jena und Cottbus sind bereits ziemlich enteilt. Wird wohl wieder nichts mit dem ersehnten Aufstieg in die 3. Bundesliga. Und das ist – neben dem Fehlstart vom ruhmreichen, göttlichen SChalke 04 – das eigentliche Drama dieser Spielzeit

Nur mal nebenbei gemault.

Bei diesem zur Zeit angesichts seiner Beschleunigung doch etwas frustierendem zeitgemäßem Zwangskraulen durch den politisch-gesellschaftlichen Dschungel der Meinungsvielfalt, kommt man unweigerlich an den Punkt, dass man die Themen nicht mehr wirklich sauber voneinander trennen kann, weil es hier vor Schnittmengen zwischen denen und jenen bzw. welchen und solchen, – nur noch so blüht, und natürlich keiner im falschen der vielen möglichen Lichter oder Mondscheinbekenntnisse stehen möchte. Was selbstverständlich nicht besonders einfach- aber ehrlicherweise ja auch etwas ist, was schon etwas länger währt. Zumindest hat es seinen bedenklichen Charme, wenn jetzt der eine oder andere Pirat weiß, was korrektes Linkssein ist, weil er gerade irgendwo eine Querfront sichtet. That's Comic. Aber gut, – sinnigerweise bemühe ich mich ja selbst mehr innerhalb eines gewissen Verhältnis zwischen den Extremen der ultimativ objektiv philosophischen, systemischen, ideologischen Sichten beim Überflug über die Menschen und eben dem ultimativ pragmatischem Bauchgefühl des kürzesten subjektiven Gedankens dieses oder jenen Bauches. Solcherlei Menschenliebe sollte allerdings nicht dazu führen, seine eigenen Überzeugungen zu verkaufen. Selbstverkauf ist eigentlich etwas für Neoliberale. Weshalb es mich dann doch schmerzt, wenn auch die eine oder andere linke Seele damit Schindluder treibt.

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Ich war “beim Griechen”

Früher war die Welt in Westberlin für unsereins noch überschaubar. In den 70er und 80er Jahren ging der weltgewandte Linke nach einer der unzähligen Sitzungen, Veranstaltungen und Aktionen „zum Italiener“ oder „zum Griechen“ . Bei Ersterem gab's in der Regel Pasta oder Pizza bestenfalls einigermaßen erträglicher Qualität. Berüchtigt vor allem das Kultgericht schlechthin; „Spaghetti carbonara“ mit eine Sahnesoße (sic!!), Begleitet wurde dies von schlechtem Wein und zum Abschluss „auf Kosten des Hauses“ eine petroleumartige Flüssigkeit, bei der es sich angeblich um Grappa handelte.

Der Grieche“ (egal welcher) verdankte seine Beliebtheit der Tatsache, dass er alle Speisen, vom Salat über den Schafskäse bis zum Gyros, in unglaublichen Mengen Olivenöl ertränkte. Außerdem gab es eine Spezialität: Panierte, frittierte, unverdauerliche Gummiringe die als „Calamaris“ firmierten. Auch hier gab es dazu schlechten Wein, der , anders als beim Italiener, noch eine spezielle verfaulte Note aufwies („Retsina“) Der Schnaps „auf's Haus“ schmeckte zwar auch nach Petroleum, hieß aber „Ouzo“. Dir Portionen waren meist riesig, die Preise ausgesprochen billig und gratis dazu gab es eindrucksvoll verqualmte Räumlichkeiten und einen hohen Geräuschpegel.

Warum viele dieser Etablissements bis zum heutigen Tag überlebt haben, ist mir ein Rätsel. Denn mittlerweile hat sich Westberlin gastronomisch durchaus diversifiziert, und die hippe, urbane Avantgarde wie auch das linke Jungvolk bevorzugt mittlerweile Falafel, Sushi und vor allem vegane Pampe aller Art.

Eines der Relikte der „guten alten Zeit“ ist die „Kreuzberger Weltlaterne“ in der Kohlfurter Straße. Die müsste zwar eigentlich „Taverna XY“ heißen, tut sie aber nicht. Als „Grieche“ wird diese Ur-Kreuzberger Stampe seit über 40 Jahren geführt. Mein letzter Besuch in diesem Laden dürfte immerhin rund 30 Jahre zurückliegen.

Einiges hat sich nicht verändert. Der Laden ist an diesem Sonnabend proppenvoll, mit Mühe bekommen wir einen kleinen Zweiertisch. Die Bedienung ist ist nahezu ansteckend freundlich und zumindest im Nebenraum ist die Atmosphäre ausgesprochen familiär. Das leigt wohl daran, dass da heute die sind, die schon vor 30-40 Jahren hier einkehrten, jetzt aber zusammen mit Kindern und Enkeln. Auf dem Tisch auch nicht mehr übervolle, qualmende Aschenbecher, sondern Tablets, Smartphnoes und pädagogisch wertvolles Spielzeug.

Voll Old School ist die Speisekarte: Tzaziki, Taramas, Souvlaki, Soutzukakia, Calamaris und all die anderen Merkwürdigkeiten, die man eigentlich nie wieder essen wollte, jedenfalls nicht so zubereitet, wie es über Jahrzehnte üblich war. Einzige Konzession an den Zeitgeist ist eine „vegane Moussaka“.

Wir beginnen mit einem kleinen Teller Calamaris. Die Panade der kleinen Ringe und Füße ist nicht mehr so eklig wie früher, doch gummiartige Konsistens und Geschmacksneutralität sind geblieben. Also reichlich Zitrone rauf und rein damit. Und natürlich was trinken: Auch der Retsina ist weniger aufdringlich als früher, aber so richtig anfreunden kann ich mich mit dem Harzgeschmack nicht. Dann noch ein überraschend trockener weiér griechischer Landwein. Aromatisch zwar eher neutral, aber mit gutem Säutebiss

Dann der Hauptgang, aber bitte nur die kleinen Portionen, denn das Normalformat ist genauso üppig wie früher. Wir wählten Gyros bzw. Soutzukakia mit Tzaziki,Salatbeilage und Oregano-Kartoffeln. Tzaziki und Salat ganz o.K., jedenfalls ohne Ölteppich, Kartoffeln aber etwas matschig. Gyros wie immer, aber die Soutzukakia eher merkwürdig. Auf dem Teller keine Hackfleischröllchen, sondern zwei verdächtig nach TK-Ware aussehende Burger—Patties mit leicht hellenisierter Würzmischung. Dann natürlich noch der obligatorishce Ouzo „auf's Haus“, die schmale Rechnung, und wir beendeten unseren kleinen Ausflug in die eigene Vergangenheit. Und das zu einer Zeit, wo man früher erst anfing, richtig zu trinken. Das ist vermutlich das Alter.

Fazit: Der Laden ist irgendwie ausgesprochen angenehm. Aber was das Essen betrifft wird „der Grieche „ wohl immer „der Grieche“ bleiben.

 

 

Malias nächste gelungene Konvergenz.

Schon das Zusammentreffen von Malia und Boris Blank betrachte ich als absoluten Glücksfall. Brachte es doch mit Convergence ein Album hervor, das zu meinen Lieblingsplatten zählt. Die Verbindung einer großartigen Stimme mit dem perfekten Sound des Herrn Blank. Meiner Meinung nach, war nichts an diesem Album was nicht passt. Anders es in den vorigen Alben wurde bei Convergence die unvergleichliche Stimme von Malia besonders hörbar. Dieser etwas raureife Diamant bekam durch die Produktion von Blank den perfekten Glanz. Doch wie geht es danach weiter?

Schließlich waren Malias Vorgängeralben, meiner Ansicht nach, in ihrer Produktion weit weniger strahlend. Also stellt sich die Frage, wie kann Malia an ihre hervorragende Arbeit mit Boris Blank anschließen? Wird sie weitergehen wie mit ihm oder zurückgehen zu dem was vorher war?

Mit Malawi Blues / Njira zeigt sie, dass sie weder das eine noch das andere tut. Sie geht ihren eigenen Weg konsequent weiter. Ohne jedoch das Beste des vorherigen zurückzulassen. Somit ist auch Malawi Blues / Njira eine erneute Konvergenz. Eine die aus den Wurzeln des klassischen Jazz, Blues und Soul schöpft. Die aber auch nicht mehr unter das musikalische Niveau zurückfällt, welche Malia durch ihre Arbeit mit Boris Blank erreicht hat. Mehr noch, weil sie hier eine Fusion des Jazz mit dem Klang Afrikas schafft. Das jedoch auf Augenhöhe. Da trifft nicht Intellektualität auf Ethno. Nein, sie würzt das eine leicht mit dem nach, aus dem es einst entstand. So schafft sie eine perfekte Mischung. Ausgewogen aber nie beliebig. Sowohl die Instrumentierung als auch die Produktion folgen diesem Prinzip. Nicht zu zu viel um ihre, außergewöhnliche Stimme untergehen zu lassen. Doch ausreichend, dass sie wieder ihre hervorragende Einzigartigkeit voll entfalten kann.

Als mein Fazit bleibt, Malawi Blues / Njira ist nicht wie ihr Tribute an Nina Simone. Es ist auch nicht wir Konvergenz mit Boris Blank. Malawi Blues / Njira ist von beiden etwas, aber besonders viel Malia selbst. Dieses Album steht für sich alleine, und den anderen in nichts nach.

Nicht unerwähnt lassen darf man ihre hervorragenden Mitmusiker. Alex Wilson der Malia nicht nur bei der Komposition der Songs zur Seite stand, sondern dessen kongeniales Klavierspiel prägend für dieses Album ist. Ebenso die dem Grundprinzip des Albums perfekt zuarbeitenden Dimitris Christopoulus am Double Bass und Edwin Sands. Letzterer verantwortlich für Drums und Percussion. Sowie Ahmed Fofana an der Gitarre. Dessen Spiel unaufdringlich aber nicht unauffällig dem Song Love Is Holding Both Our Hands und Friendship den perfekten Feinschliff gibt.

Leider wird wohl Malawi Blues / Njira nicht die Popularität von Convergence erreichen. Verdient hätte es dieses Album auf jeden Fall.

Aufgelesen und kommentiert 2017-02-16

Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher steigt wieder
General Motor will Opel/Vauxhall an Peugeot/Citroen (PSA) verkaufen
Öffentlicher Dienst: Bedingte Solidarität von DIE LINKE
SPD will Managergehälter begrenzen – aber nur mit Zustimmung der Union
System Madeira: Steuerparadies mit Segen der EU-Kommission
Wofür stand Martin Schulz als Präsident des EU-Parlamentes?
Europaparlament stimmt CETA zu
Über 90.000 Euro Schmiergeld von RWE: CDU-Politiker Golland in Erklärungsnot
Harald Schumann: Die Diktatur der Wirtschaftselite erhebt ihr Haupt
Verwaltungsgericht Köln setzt die Vorratsdatenspeicherung nicht aus
Familienministerin Schwesig (SPD): Jugendliche besser vor Rechtsextremen im Netz schützen
Mehrheit will keine Gesundheitsdaten mit Krankenkassen teilen – noch
Pfullendorf-Skandal offenbart systemisches Problem bei der Bundeswehr
USA räumen Einsatz von radioaktiver Uranmunition in Syrien ein
EU will Flüchtlingslager in Weißrussland finanzieren
BILD füttert rechte Hetzer mit "Sex-Mob"-Gerücht
Können "Faktenchecker" ein Mittel im Kampf gegen "Fake-News" sein?
DIE ZEIT enthüllt: So erkennt ihr russische Propaganda
GM hat Opel an Peugeot verkauft

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Dem Herrn Königshaus sein Israelbild

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Hellmut Königshaus, hat sich bitterlich darüber beklagt, was für ein Israelbild in vielen deutschen Schulbüchern gezeichnet werde. Als ehemaliger Wehrbeauftragter der Bundesregierung ist er es natürlich nicht so sehr gewohnt, dass irgendwo einfach nur die Wahrheit steht. 

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Aufgelesen und kommentiert 2017-02-14

Hartz IV-Leben im Dunkeln: Mehr als 350.000 Haushalte ohne Strom
Obdachlosigkeit im kapitalistischen Paradies
NSA-Ausschuss: Denn sie wussten nicht, was sie tun
Geheimprojekt ABSINTH: BND arbeitet an erheblicher Erweiterung seiner Satelliten-Überwachung
Noch ein Igor als Zeuge: Das ZDF verkämpft sich gegen Putin
Öffentlich-Rechtliche im Kampf gegen Fake-News
Keine neuen dreckigen Flüchtlingsdeals
Auf Trumps Pfaden: Merkels Abschiebepolitik
Journalistin Andrea Röpke im Interview
Stimmen aus der AfD zum Parteiausschluß von Björn Höcke
Trumps Mauer, ein unmenschlicher Skandal

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Das Buch!

Da ist es endlich! Mein kleines, aber feines Standardwerk zur Geschichte und Gegenwart von Reformpolitik. Unverzichtbares Rüstzeug für den kommenden Bundestagswahlkampf. Wer sich als Rezensent bei mir gemeldet hat, wird es bald im Briefkasten haben, alle anderen sollen es gefälligst KAUFEN! Und ich warte weiterhin auf Angebote für Lesungen und Diskussionen.

Anbei eine kleine Kostprobe

Gibt es ein »Reformlager«?

Diese Frage kann man uneingeschränkt mit Ja beantworten. Es gibt sogar nicht nur eins, sondern ganz viele Reformlager. Bei genauerer Betrachtung kommt man gar zu dem Schluss, dass Deutschland ein einig Land von Reformern ist, denn jede relevante Partei hat umfangreiche Reformpläne für diverse Bereiche im Angebot. Nicht zu vergessen die mächtigen Institutionen und Verbände, die ebenfalls lauthals Reformen fordern.

Schwieriger wird es, wenn sich die Frage auf ein »fortschrittliches« oder gar »linkes« Reformlager bezieht. Als solches wird – aktuell im Vorfeld der kommenden Bundestagswahl – eine mögliche Koalition aus SPD, Grünen und Linken in Stellung gebracht, gesellschaftlich ergänzt durch Gewerkschaften, Sozialverbände, Teile der Kirchen, Verbraucher-, Umwelt- und Mieterschutzorganisation usw.

Würde man die Zustimmungsraten zu einigen Anliegen dieser Parteien und Verbände einfach addieren, käme man in der Tat auf eine ziemlich große gesellschaftliche Mehrheit für eine fortschrittliche Reformpolitik.Leider funktioniert das aber nicht, weil die jeweils angestrebten politischen Ziele für sich genommen in großen Teilen recht vernünftig erscheinen mögen, mitunter aber nicht miteinander vereinbar sind. Ein Beispiel: Vor allem die Grünen und Umweltverbände fordern einen möglichst schnellen Ausstieg aus der Förderung und Verstromung von Kohle sowie mittelfristig ein Verbot von Autos, die mit fossilen Brennstoffen wie Benzin und Diesel betrieben werden. (..) Damit beißen sie aber nicht nur bei der CDU, sondern auch bei der SPD, großen Teilen der Gewerkschaften und, was die Kohle betrifft, auch bei Teilen der Linken (besonders in Brandenburg) auf Granit, da diese den Verlust von Arbeitsplätzen und große strukturelle Verwerfungen in einigen Regionen befürchten. Und was Autos betrifft, gibt es auch bei den Grünen inzwischen einen einfluss­reichen Flügel, der die Konzerne – besonders im »grün-schwarz«-regierten Baden-Württemberg – nicht übermäßig erschrecken will.

Wenig Gemeinsamkeiten

Andere Frontverläufe gibt es bei der »Schuldenbremse« und der damit verbundenen restriktiven Haushaltspolitik. Während Linke, Sozialverbände und große Teile der Gewerkschaften dieses neoliberale Dogma in Frage stellen und besagte Bremse lockern beziehungsweise abschaffen wollen, stehen Grüne und SPD zur Austeritätspolitik. Ohnehin ist schwer verständlich, wie man ausgerechnet die SPD als Bestandteil einer möglichen »linken Reformmehrheit« jenseits der CDU/CSU definieren kann. Was auf kommunaler und Landesebene zumindest denkbar erscheint, ist auf Bundesebene wohl schier unmöglich. Die Partei steht nach wie vor nicht nur zu Kriegseinsätzen der Bundeswehr, sondern auch zu den Hartz-Gesetzen und zur tendenziellen Absenkung der gesetzlichen Renten. Ihre steuerpolitischen Vorstellungen sind weit von einer wirklichen Umverteilung von oben nach unten entfernt, was aber eine der wichtigsten Voraussetzungen für dringend notwendige Sozialreformen wäre.

(..)

Auch die Gewerkschaften sind nicht so ohne Weiteres in Gänze einem »fortschrittlichen Reformlager« zuzuordnen. Besonders im großindustriellen Bereich werden oftmals die Geschäftsinteressen der jeweiligen Konzerne vertreten, weil man sich im Gegenzug auskömmliche Löhne und sichere Arbeitsplätze verspricht. So unterstützte die IG Metall die Idee, deutsche Kampfdrohnen zu entwickeln, und tritt auch keineswegs für ein Verbot von Rüstungsexporten ein. Lobbyis 116ten der Chemieindustrie und der IG BCE agieren Hand in Hand, wenn es um die Zukunft der Braunkohle, die Verhinderung höherer Umweltstandards und die Zulassung bedenklicher Stoffe und Verfahren geht. Auch die IG BAU hat die Interessen ihrer Mitglieder fest im Blick und fordert große Steuergeschenke für private Investoren im Wohnungsbau. Bei Fragen des Verbraucherschutzes – einem traditionellen Steckenpferd der Grünen – findet man Gewerkschaften nicht selten auf der »anderen Seite«. Umweltverbände und mit ihnen auch große Teile der grünen Kli entel scheren sich wiederum wenig bis gar nicht um soziale Belange.

Während die SPD besonders in Großstädten und Ballungsräumen nach Jahren des wohnungsbaupolitischen Nichttuns nunmehr endlich auf forcierten Neubau und Nachverdichtung auch in innerstädtischen Bereichen setzt, wollen unheilige Allianzen aus grünen Umweltschützern und linken Bewahrern »gewachsener Strukturen« beziehungsweise »Freiräumen« eben genau das verhindern (…)

Aufgelesen und kommentiert 2017-02-13

Kinder leiden unter Hartz IV-Sanktionen
Hartz IV: Sanktionen treiben Jugendliche in die Obdachlosigkeit
Der "Schulzeffekt" war nie etwas anderes als eine Mediengeschichte
Joachim Gauck: Der Bundespräsident der Mächtigen
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Abschiebungen ein Thema ohne Ende
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Abschiebungen ein Thema ohne Ende

Abschiebung von Gefährdern, Abschiebung von Straftätern, Abschiebung von Ausreisepflichtigen und Zurückweisung an den Grenzen. Alles wird schön wild mit einander vermengt und jeden Tag von den Systemmedien unters Volk geworfen um die öffentliche Meinung abzulenken, damit die Menschen sich nicht mit unserer maßlos unfähigen Regierung und den Verbrechern vom Großkapital beschäftigt. 

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Schluss mit dem Nachhaltigkeitsterror

Der folgende Text erschien heute in der Wochenendbeilage von “Neues Deutschland” und ist dort nur für Abonnenten abrufbar.

Das Leben in der liberalen Wohlstandsgesellschaft ist ziemlich kompliziert geworden. An jeder Ecke lauern unzählige Weggabelungen und Fallstricke, die den „bewusst lebenden“ Menschen vom Pfad der Tugend abzubringen drohen. Wer sich dem Diktat der Nachhaltigkeit widersetzt, wird bestenfalls nur belächelt oder schief angeguckt, oftmals aber regelrecht ausgegrenzt. Das informelle Regelwerk ist umfangreich, unübersichtlich und teilweise widersprüchlich. Es greift in alle Lebensbereiche ein und ist vielseitig auslegbar. So taugt Nachhaltigkeit auch hervorragend als neoliberaler Kampfbegriff, wenn es etwa um die Kürzung von Renten oder strikte Austeritätspolitik geht. Schließlich müsse man nachkommende Generationen vor hohen Staatsschulden bewahren. Auf der anderen Seite dient sie als Klammer für esoterischen Irrationalismus bis hin zur Verehrung von faschismusaffinen, rassistischen Naturphilosophen wie Rudolf Steiner, dem wir nicht nur die Waldorf-Schulen, sondern auch die biodynamische Landwirtschaft zu verdanken haben. In den urbanen Mittelschichten ist Nachhaltigkeit zum Distínktionsmerkmal geworden, in den Werbeagenturen und PR-Abteilungen zum zentralen Verbreitungs- und Vermarktungsargument für Ideologien, Produkte und Dienstleistungen.

Wer sich in diesem Sinne gründlich daneben benehmen will, hat viele Möglichkeiten. Man kann beispielsweise den Kauf von Bio-Lebensmitteln verweigern, das „Fairtrade“-Siegel konsequent ignorieren, Pauschalreisen buchen, regelmäßig Fleischprodukte zu sich nehmen, die häusliche Stromversorgung nicht aus 100% erneuerbaren Energien bestreiten, sein so genanntes Übergewicht gleichmütig zur Kenntnis nehmen und bei der Behandlung von Krankheiten auf die „Schulmedizin“ vertrauen.. Dann ist man schon ein ziemlich schlechter, nicht bewusst lebender Mensch, der sowohl an seinem eigenen Verfall, als auch am drohenden Untergang der menschlichen Zivilisation ein gerütteltes Maß Schuld trägt. Dabei sind die Verdikte zunehmend aggressiver agierender Sektenpropheten, wie z.B. Veganern und anderen Selbst- und Weltoptimierern, noch gar nicht berücksichtigt, denn da hängt die Latte noch wesentlich höher.

Die informellen Diktate der Nachhaltigkeitsideologie haben einiges gemeinsam. Sie enthalten stets ein paar Körnchen Wahrheit, aber auch jede Menge Lügen. Sie sind über kurz oder lang stets marktkompatibel und politisch in viele Richtungen instrumentalisierbar. Beginnen wir mit „bio“, sozusagen der Basisversion der bewussten Lebensführung. Die in Deutschland stetig wachsende Nachfrage nach ökologisch angebauten Lebensmitteln führt in vielen Anbauländern längst zu jenen desaströsen Monokulturen, Umwelt- und Naturzerstörungen, die durch diese Art der Landwirtschaft eigentlich überwunden werden sollten. Besonders augenfällig ist das in einigen spanischen Provinzen, wo vor allem Tomaten, Paprika, Gurken und Erdbeeren zunehmend „ökologisch“ für den deutschen Markt angebaut werden. Dieser Boom bringt den örtlichen Großbauern und den hiesigen Groß- und Einzelhändlern zwar satte Profite, aber die Böden in großen Teilen Andalusiens sind längst ausgelaugt, die Grundwasserknappheit ist dramatisch, der Blick streift nicht über Gemüsefelder, sondern über ein schier endlosen Meer von Plastikplanen. Längst kämpfen Umweltschützer gegen die neuen Megafarmen „die im Namen von bio die Natur zerstören“, wie es Marcos Diéguez von der Gruppe Ecologistas en Acción  im November im „stern“ formulierte. Doch davon will der deutsche Bio-Kunde ebensowenig wissen, wie von den Arbeitsbedingungen der meist nord- und schwarzafrikanischen Saisonarbeiter, die dort für unseren „nachhaltigen Konsum“ tätig sind. Und das gilt auch für die Massentierhaltung, die in der deutschen Biobranche vor allem für die Eier- und Milchproduktion längst Standard ist.
Doch man zahlt gerne einen Aufpreis für ein gutes Gefühl, denn auch in Bezug auf Qualität und Verträglichkeit lebt die Bio-Branche in erster Linie von liebevoll gepflegten Mythen. So sehen das auch ausgewiesene Kritiker der konventionellen, industrialisierten Landwirtschaft wie die Stiftung Warentest oder die Verbraucherschutzorganisation foodwatch. Es gebe „keine belastbaren Beweise, dass Bionahrung per se vorteilhafter für die Gesundheit ist", sagte deren stellvertretender Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt in einen Interview. Auch Geschmackstests lassen in der Breite keine Vorteile für Standardprodukte aus ökologischer Erzeugung erkennen. Natürlich gibt es Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Möhren, Äpfel und Birnen oder auch Eier, Milchprodukte und Weine, die eindeutig besser schmecken als andere. Aber das Ökosiegel ist dafür alles andere als ein verlässlicher Indikator. 

Daher hat sich in der Biobranche mittlerweile ein Edelsegment etabliert. Produkte von Verbänden wie Demeter und Bioland werden nach deutlich strengeren Kriterien zertifiziert. Sie machen aber nur einen Bruchteil des Angebots aus und sind zudem nochmals deutlich teurer. Also setzt die Branche noch einen drauf, gemäß dem Motto: „Regional ist das neue bio“. Lebensmittel aus dem Umland, mit kurzen Transportwegen und Lagerzeiten? Auch das ist wenig mehr als gefühliger Schwindel, wenn man mal von kleinen Direktvermarktern und Produkten mit offiziell zertifizierter geschützter geografischer Herkunftsangabe absieht. Der Begriff regional ist gesetzlich nicht definiert. Bei verarbeiteten „regionalen“ Produkten können die Rohstoffe von sonstwoher kommen, und auch die Milch von der „regionalen“ Molkerei hat oft sehr weite Wege hinter sich. Bei Obst und Gemüse ist es auch mit dem oft zitierten „ökologischen Fußabdruck“ nicht so gut bestellt, wie es der „bewusste“ Käufer gerne hätte. Der monatelang im Kühlhaus gelagerte Apfel von nebenan  hat auf seinen Lebensweg zum Käufer im Frühjahr jedenfalls deutlich mehr Energie verbraucht als ein saisonal geernteter Importapfel aus anderen Teilen der Welt.

Natürlich will fast niemand auf Produkte aus fernen Ländern vollständig verzichten. Ein Asketismus, der den Verzicht auf Kaffee, Tee, Bananen, Mangos, Pfeffer, Reis u.v.a.m. beinhaltet, ist selbst  unter ausgewiesenen Freunden von „Nachhaltigkeit“ und „Regionalität“ nur eine marginale Randerscheinung. Für den perfekten Selbstbetrug gibt es in diesen Fällen das „Fairtrade“-Label. Dies suggeriert eine hohen moralischen Anspruch. „Faire“ Preise für die Erzeuger, die damit die Lebensbedingungen der Arbeiter vor Ort verbessern, beispielsweise durch höhere Löhne, den Bau von Wohnungen Schulen und die Gewährleistung medizinischer Versorgung. Auch hier gilt: Man zahlt seinen Ablass für ein gutes Gewissen und guckt lieber nicht etwas genauer hin. Dokumentiert sind etliche Fälle in Lateinamerika und Afrika, wo selbstversorgende Kleinstbauern vertrieben wurden, um Platz für lukrative, exportträchtige „Fairtrade“ -Monokulturen zu schaffen. Auf den Bildern von glücklichen Kindern, die jetzt dank „fairtrade“ eine Lehmhütte als Schulgebäude haben, ist davon leider nichts zu sehen. Auch ist es den Betrieben erlaubt, nur einen Teil ihrer Produktion zu zertifizieren bzw. bei verarbeiteten Produkten muss für das begehrte Siegel nur ein bestimmter Teil der verwendeten Rohstoffe aus „fairer“ Herstellung kommen. Ein schönes Beispiel für diesen Etikettenschwindel schilderte vor zwei Jahren die Verbraucherzentrale Hamburg. Ein Eiskaffeehersteller schraubte seinen Anteil an fair gehandelter Ware von sechs auf 60 Prozent hoch, indem er bei den Zutaten das Wasser und den Wasseranteil der Milch heraus rechnete. Ohnehin kommt von dem beträchtlichen Aufpreis, der hier für „Fairtrade“-Produkte gezahlt wird, nur ein Bruchteil bei den Produzenten an, der Rest landet bei Zertifizierungsstellen und in Form von Extraprofiten bei Groß- und Einzelhändlern.

Allerdings geht der Nachhaltigkeitsschwindel nicht nur durch den Magen. Individualreisende und Ökotouristen in fernen Gefilden sorgen in ihrer Gesamtheit zumindest mittelfristig für ähnliche soziale und ökologischer Verwerfungen wie die Nutzer von Bettenburgen auf Malle und den Malediven. Die Sinnlosigkeit des Bezugs von teurem Ökostrom sollte angesichts der Ausweitung der Kohleverstromung in Deutschland eigentlich auf der Hand liegen, vom europäischen Stromverbund ganz zu schweigen.

All dieser und vergleichbarer Humbug wäre vernachlässigenswert – wenn er nicht mit dem Impetus der moralischen Überlegenheit zelebriert würde. Oder gar mit der Überzeugung, dass man schließlich „etwas tut“ für die soziale und ökologische Zukunft der Menschheit. Dabei müssten wir tatsächlich „etwas tun“, nämlich gesellschaftliche Rahmenbedingungen für nachhaltige Entwicklung im umfassenden Sinne zu schaffen. Mit dem Kassenzettel vom Biomarkt als Ablassquittung und der Fairtrade-Banane auf dem Obstteller kommt man in dieser Hinsicht jedenfalls keinen Schritt weiter. Also lasst uns gefälligst unbehelligt essen und trinken, was uns schmeckt und preislich angemessen erscheint, Geld bei der Wahl des Stromanbieters sparen, den Urlaub verbringen, wie wir es mögen und dabei auch ganz viel Unvernünftiges tun.

Tot oder lebendig

Wann ist eine Sache, ein Ding oder gar ein Mensch tot? Über die verschiedenen Definitionen kann man sich etwas heraus suchen. Das ein Mensch tot sein kann obwohl alle lebenserhaltenden Voraussetzungen gegeben sind, darüber machen sich jedoch die Wenigsten Gedanken. Und das der Tod selbst nicht gleichbedeutend mit dem Adjektiv ist.. noch viel Wenigere.

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