Das haben die Rechten auch gesagt

Das aktuelle Totschlagargument in jeder Diskussion ist aktuell immer der Satz: "Das haben die Rechten auch gesagt – das thematisieren die Nazis auch" und deshalb darf man das alles überhaupt nicht ansprechen. 

Das ist Schwachsinn, wenn ein Russe, ein Chinese, eine Amerikanerin und ein schwarzer Deutscher bei mir auf die Uhr kucken und laut die Zeit sagen. Dann ist das doch keine russische, weibliche, chinesische, schwarze, amerikanische oder deutsche Zeit, sondern schlicht die CET Zentral Europe Time die mein Rechner mit Sommerzeitberücksichtigung rausgibt. 

Wenn Frau Petry von den AfD-Nazis und ich die Merkel scheiße finden, werde ich dadurch nicht zum AfD-Mann und Frau Petry wird keine Demokratin. Die Tatsache das es draußen Dunkel ist, kann jeder treffen ohne durch die Dunkelheit in seinen Anschichten über die Musik Beethofens bestätigt zu werden. 

Auch wenn Herr Meuten mit mir und Herrn Sarrazin die Ansicht vertritt, dass die Erde eine grundsätzlich runde Form aufweist, haben wir doch nicht die gleichen politischen Ansichten. Meine Großmutter – die die mir mit ihren Weisheiten immer so viele Prozesse einbringt, hat gesagt: "Auch ein blindes Huhn trinkt mal einen Korn!" Gut bei uns zuhause wäre die Chance auf einen Doppelwachholder größer gewesen als auf einen lappigen Korn. 

Eine Wahrheit wird doch nicht dadurch unwahr, dass sie ein Nazi auch äußerst. Vielleicht hatte der Nazi ja gerade einen seiner lichten Momente, eine Sternstunde oder hat wie die alten Musikautomaten nur gerade die richtige Platte erwischt.

Ich erinnere mich noch an den Tag nach dem Krach mit und der Trennung von Susanne, als Susanne dann nachmittags in die Frittenschmiede kam die sich großzügig Grillstube nannte und der Automat, als unsere Blicke sich trafen, genau unser Lied spielte und sie Sekunden später in meinen Armen lag. Der Automat hat nicht plötzlich Intelligenz entwickelt oder gar Empathie und wollte mir auch keine Dings auf der Toilette verpassen. Es war ein Zufall der gut traf. 

Mittlerweile vertreten die Rechten und die Nazis ja so ziemlich jede Position die man die Deutschland vertreten kann. Sie schaffen es sogar gleichzeitig für und gegen etwas zu sein. Wer eine solche Menge an Scheiße labert, muss einfach manchmal auch recht haben. Dann spielt der Automat halt die richtige Platte. 

Die Leute die noch selbst denken, sollten sich nicht davon abhalten lassen, Positionen die sie gut begründet, als für sich selbst zutreffend erarbeitet habe, zu vertreten auch wenn ein Nazis sie teilt. Das macht nichts. 

Natürlich missfällt das den Leuten die wie Gysi der Wagenknecht das Denken am liebsten ganz verbieten würden. Weil er möchte ja die reine Lehre und hat nicht gemerkt  dass er seit Jahren nur noch reine Leere vertritt. Von den anderen Bumsköpfen in der LINKE die nur Posten in Koalitionen suchen brauchen wir da gar nicht zu reden. 

Man bildet keine Querfront mit Nazis, nur weil die gerade dass für gut halten, was man selber auch für richtig hält. Dass die AfD im Moment, also genaugenommen solange wie sie nicht an der Macht ist, für Frieden mit Putin ist, hängt nur damit zusammen, dass sie damit auf mehr Wähler hofft, die Angst vor dem Krieg gegen Russland haben, zu dem die USA uns verurteilt haben. 

Da die AfD genauso eine neoliberale Partei wie die CDU, die SPD, die Grünen oder die FDP ist, wird sie rechtzeitig genug zurückrollen und den befohlenen Krieg gegen Russland gut finden und auch durchziehen. Sie weiß ja wer sie füttert. 

Wenn die freiheitlichen und demokratischen Menschen in diesem Lande aufhören sich gegenseitig zu beschuldigen und zu verteidigen weil sie angeblich rechte Gedanken vertreten, wird viel Kraft frei, die wir für den Kampf um Freiheit und Demokratie, dringend brauchen. 

Es geht jetzt nicht mehr darum ob Trotzki nun Nasentropfen nahm, oder Napoleon keiner gewachsen war, Adolf ein Ei fehlte und Marx Fußpilz oder Mao einen zu kleinen Schwanz hatte. Es geht darum gemeinsam zu kämpfen oder einsam und alleine unterzugehen. 

Momentan sieht es so als wäre es unser Ziel die zehn kleinen Jägermeister nachzuspielen. Das endete für neun tödlich und für den Letzten wäre es vielleicht besser er wäre tot. 

 

 

 

11 comments

  1. Jochen ( User Karma: 1 ) says:

    Ach He-Ka-Te das ist eine Falle in die laufen wir immer wieder rein. Ich bin nicht mal sicher ob Second Look nicht auch nur reingestolpert ist.

    Es ist extrem schwer zwischen der sachlichen Ausgrenzung wegen Fremdenfeindlichkeit (Rassismus) und einer wilden Mischung aus diversen Ablehnungsgründen die wir dann alle brav unter dem Begriff rechts subsumieren.

    Eine Sarah Wagenknecht wird ja nicht rechts, weil sie Merkel bescheuerte Flüchtlingspolitik kritisiert.

  2. Jochen ( User Karma: 1 ) says:

    Ein Manko dieses Artikels ist, dass ich mich bewusst nicht mit dem Gruppenverhalten beschäftigt habe, weil dies dazu gehört sich auch mit der Verführung zu beschäftigen.

    He-Ka-Te hat sehr schön auf die Ausgrenzung im Dorf hingewiesen, die es natürlich auch in der Familie gibt.

    Thilo hat sehr fein auf unsere anerzogenen wie auch aus Erfahrungen manifestierten Denkverbote hingewiesen sie unser Antisemtismusbegriff.

    Second Look versucht die Kritik an der Flüchtlingspolitik Merkels mit dem Rassismus in Verbindung zu bringen und hat mit KenFM natürlich auch den richtigen Erklärbären zur Seite. Aber er macht den wesentlichen Unterschied in dem er selber zugibt nícht mit Greenpeace zur TTIP Demo fahren zu können weil die ja Rassisten ausgrenzen. Er sieht sich also selbst als Rassist der, ohne erkannt zu werden nicht einmal eine Busfahrt durchhält.

    Tag heute findet weitere Begriffe. Das ganze ist ein schönes Bild unserer politischen Landschaft.

    He-Ka-Te die Gäule sind uns längst durchgegangen, die Herde ist bereits in der Vorstufe einer Stampede. Ich befürchte das einzige was wir tun können ist die Richtung so anzupassen, dass sie in einen Bergkessel läuft wo sie sich wieder beruhigen kann und nicht auf die Klippen zustürmt. Aber die Chancen sind klein viel Zeit wurde vertan.

    1. second look says:

      “Aber er macht den wesentlichen Unterschied in dem er selber zugibt nícht mit Greenpeace zur TTIP Demo fahren zu können weil die ja Rassisten ausgrenzen. Er sieht sich also selbst als Rassist der, ohne erkannt zu werden nicht einmal eine Busfahrt durchhält. ”

      Unsinn!!!
      Aber es mag jeder hineininterpretieren was er mag , was ihm am bequemsten erscheint.

      Früher gabe es z.B. Berufsverbote vornehmlich gegen DKP-Mitglieder und Antikriegsaktivisten(Vietnamkrieg).
      Was haben wir uns da aufgeregt. Aber heute ereiferm sich die selben Leute wenn ein Rechter einen Jugendfussballclub trainiert und meistens gelingt es ihnen auch den dann abzuservieren. Die selben Leute also,
      die damals Berufsverbote als Zeichen eines überreagierenden Staates brandmarkten, finden nichts dabei Leute aus dem “anderen Lager” auf die selbe Art und Weise zu schikanieren.

      Gestern war alles was links war verdächtig heute ist es halt eben umgekehrt.

      Und da ja vieles heute aus dem Ruder läuft und Alle so schön im mainstream mitschwimmen kann man mit dem Label jeglichen Widerstand als rechts brandmarken und so zum Abschuss freigeben.

      Kl. persönliche Anekdote.
      Ich war einige Zeit aktiv in einem Bündnis gegen rechts engagiert. Irgendwann wurde mir das zu blöd aber ich war noch im email Verteiler. Da wurde dann jeder Furz einer NPD – Lokalgröße ventiliert, Wandschmierereien mit Fotos im Anhang inkl.. Letzten Herbst klärten die Ihre Leser sogar darüber auf dass Xavier Naidoo höchstwahrscheinlich ein Rechter sei und sich doch tatsächlich mit “Reichsbürgern” unterhalten habe.
      Kurze Zeit später erfuhr ich von der Einsegnung eines Denkmals für den Faschistenführer Bandera, mit allem PIPAPO(sogar ein katholischer Priester war dabei). Wo das war? In München!!
      Also habe ich mal kurz im Netz nachgeschaut ob irgendein ANtifa -Verein davon Wind bekommen, ob es da Reaktionen gibt…

      Naja das Ergebnis dürfte nicht überraschen.

      Also dachte ich mir, wenn in unserer Stadt so aufgeweckte Leute umtriebig sind und jeden Stein umdrehen, weil sie überall Nazis erschnüffeln, werf ich mal eine email rein in die Gruppe.
      Ich schildere den unerhörten Vorgang in München und stelle so nebenbei die Frage was die Antifa, denn dazu zu sagen hat.

      Nun ja mancher wird schon erraten wie die Sache ausging.

      Natürlich erschien mein Hinweis nicht in einer der nächsten mails, denn das hätte ich ja dann mitbekommen.
      Die “Sache” wurde anders gehandhabt: Ich wurde aus dem Verteiler genommen.

      1. Jochen ( User Karma: 1 ) says:

        Second Look Es ist immer wieder wunderbar, wie du das,  was ich mühsam mit Sätzen beantworte mit einem Unsinn erledigst. 

        Dann kommt die Geschichte des Schlechters von Lemberg und faschistischen Massenmörders Banderas. Der war dummerweise auf diesem Waldfriedhof beerdigt worden nachdem Speznaz ihn aufgespürt und getötet hatten. Die Liegezeit für sein Grab war abgelaufen und da unsere Bunderegierung im Auftrag der USA genau die Bandera Nachkömmlinge vom schwarzen Sektor unterstützt, haben wir auf Duckhome zwar immer mal wieder das Thema erwähnt, zuletzt anlässlich des Gauck Besuches zur Befreiung von Auschwitz, aber es macht keinen Sinn gegen solche Leute zu kämpfen, wenn selbst die Polen das nicht wollen. 

        Warum also die Antifa Geschichte als Argument gegen uns, oder für dich als aufrecht linker Kämpfer. Wir haben nichts damit zu tun. Das Denkmal für einen ukrainischen Massenmörder steht in Bayern, also für mich außerhalb von Bayern und es ändert nichts daran, wie du dich verhälst. Vermutlich hast du auf dieser Antifa Mailingliste genauso agiert wie hier. Imerr ausweichend, immer darauf aus und die anderen an der Abeit zu halten. 

        Ich habe keinen Bock darauf. Ich will deine Geschichten und Ausweichmanöver nicht mehr. Wenn du mich fragst bist du ein AfD Troll und damit ist für mich das Thema erledigt. Ich muss Artikel schreiben und mich mit ernsthaften Leuten beschäftigen die etwas verändern wollen. Kotz dich doch bitte in Zukunft woanders aus. 

        Ach ja die Berufsverböte damals richteten sich gegen aufrechte Demokraten und nicht gegen Nazis, die Flüchtlingsheime betreiben oder Sportgruppen leiten um Menschen zu quälen und zu verdummen. 

         

    2. He-Ka-Te ( User Karma: 0 ) says:

      *hust

      Ich muss mich kurz an die Seite von Second Look stellen, denn ich glaube so einfach, Jochen, ist es nicht immer.

      Ich zähle mich selbst zu jenen die unter Demokratie noch ein Verständnis pflegen welches nicht in Richtung "Demokratur" geht. In so fern hätte und habe ich mit Leuten die bei Greenpeace einsteigen auch eher ein Problem. Demokratie heisst für mich eben ein bisschen mehr als die Toleranz als "selbstbeweihräucherndes Beiwerk" anzusehen – nämlich Toleranz in Gänze zu üben. Dazu gehört es eben auch, dass Greenpeace, Grüne, SPD, LINKE, CDU, AFD und was es da nicht noch alles gibt ..Toleranz nicht nur dann nutzen wenn es ihnen von Nutzen erscheint!!

      Oh, jetzt seh ich auf was Du Bezug nimmst, Jochen. Ich stimme Greenpeace selbstverständlich dennoch zu gegen Rassismus und Rechtspopulismus zu sein. Das ist auch meins.

  3. He-Ka-Te ( User Karma: 0 ) says:

    Ich denke es muss nach tieferen Ursachen begonnen werden zu suchen. Und da stimme ich mit Herrn Prof. Dr. Mausberger überein, wenn er von der kleinst möglichen Gruppierung spricht die auf sich und ihr Umfeld bezogen ihren Status Quo zu erhalten versucht.

    Im familiären Rahmen ist die Kontrolle einzelner, angestrebter Formen des Zusammenlebens meist leichter zu organisieren, zu überschauen und bei Bedarf einlenkbar. Diese in sich geschlossene Gruppe verteidigt ihren Wirkungskreis nicht nur nach innen, sondern auch nach aussen. Wenn nun eine Variable von aussen versucht – oder es so wahrgenommen wird als sei es so – diesen Status Quo zu ändern, kommt es zu "Beissreflexen". Das ist durchaus legitim und entspricht nicht nur der menschlichen Natur.

    Die nächstgrössere Gruppe ist dann schon das "Dorf". Früher war es zum Teil so, dass einzelne Dorfbewohner aus der Gemeinschaft ausgeschlossen – sogar "Dorfverbot" – bekamen, wenn sie der Gemeinschaft schädlich waren. Heute gar nicht mehr vorstellbar. Dennoch gibt es heute in fast jedem Dorf mindestens 1 Aussenseiter. Jemand den man mit dem Arsch nicht anguckt; wenn es nicht zu umgehen ist ihn von oben bis unten argwöhnisch mustert oder ihn aber von oben herab anschaut. In der Schule wird er niemals Elternvertreter und in der Nachbarschaft wird es zudem jemand sein, der mehr "gelbe Briefe" von der Gemeinde erhält als ein anderer. Irgendwann… verlässt er freiwillig das Dorf oder aber wird zum sich selbst abschottenden Einzelkämpfer.

    Kommen wir zurück zum Status Quo.

    Sobald sich die kleinste Gruppe bedroht fühlt fängt sie an sich zu wehren. Stellt sie fest, dass in der Nachbarschaft noch ein paar mehr Gruppen mit ähnlicher "Wehrbereitschaft" vorhanden sind, wird sich zusammengeschlossen. So wächst und wächst die Grösse einer Gemeinschaft und ergibt eine neue Gemeinschaft. Die Grössere öffnet sich wieder anderen dadurch, dass immer weitere "angebliche" Angriffsflächen zum "sich wehren" hinzukommen. So in etwa sollte man die Pegida und auch die AFD sehen. So eine Art "Melt- and Salad" Schale.

    Die NPD ist früher auch versucht gewesen so ihre Leute zu bekommen. Mit dem feinen Unterschied, dass die scheinbar noch grossen Wert auf äusserliche Identifikation gelegt hatten. Diese Zeiten sind jedoch schon länger vorbei. Man bediente sich zunehmend sozialer Thematiken. Ich unterstelle ihnen heute nicht mal mehr Wählerfang. Einzelne mögen das vielleicht immer noch versuchen, aber das Spektrum an Beitritten und auch Austritten zeichnet ein doch mittlerweile sehr verändertes Bild auf.

    Die NPD sieht ihre Chancen, seit auftauchen von "Petrys" AFD, schwinden. Ein grosser Teil der bisherigen Mitglieder verbinden sich mit dieser AFD, nicht Wenige treten sogar ganz aus und wechseln. Die Gründe dafür liegen klar auf der Hand. Die AFD hat mehr Zuspruch in der Bevölkerung bekommen und somit eine "noch grössere" Gruppe geschaffen und wächst beständig weiter. Unabhängig von dem doch eher sehr zweifelhaften Parteiprogramm. Nach aussen hin kolportiert sie genau das, was die "einstmals kleine Gruppe" als Angriff auf ihren "Status Quo" wahrnahm. So ist ihr Zuspruch überhaupt nicht verwunderlich.

    So ist im übrigen natürlich auch erklärbar, warum Gesinnungsrechte ihre Chancen bei "linken Parteien" ersahen und immer noch ersehen. Und auch warum "linke Parteien" zum Teil uns unverständliche Richtungen einschlagen oder Äusserungen tätigen die "eigentlich" so gar nicht "links" klingen. So ergibt sich auch, dass jene wiederum auch weiterhin noch Kontakte zu anderen eher rechtsorientierten (so der bisherige Wortgebrauch) Kleingruppen pflegen. Ihre Vernetzung untereinander hat zumindest das geschafft, wo von wir noch Meilen entfernt sind. Das muss man einfach auch mal anerkennen; alles andere wäre Selbstbetrug.

    Wenn wir ehrlich sind, streben wir doch schon eine gefühlte Ewigkeit danach, dass die Menschen Deutschlands sich zusammen gegen die Regierungen erheben. Wie weit sind wir denn gekommen? Ich sage niemandem er solle auf ein/das gesattelte Pferd springen. Was ich aber sagen kann ist, dass wir etwas gänzlich falsch gemacht haben und es dringend geboten ist umzudenken oder zu überdenken. Denn sonst landen wir unter den Hufen. (Sorry für die Länge)

    1. He-Ka-Te ( User Karma: 0 ) says:

      " Ich sage niemandem er solle auf ein/das gesattelte Pferd springen. Was ich aber sagen kann ist, dass wir etwas gänzlich falsch gemacht haben und es dringend geboten ist umzudenken oder zu überdenken. Denn sonst landen wir unter den Hufen."

      Erklärung: Wir blieben Eigenbrödler und Einzelkämpfer; verlinkten hier und da andere. Im Grossen haben wir aber "nur unser eigenes Ding" gemacht. DAS sehe ich als den grössten Fehler an.  

  4. Thilo ( User Karma: 0 ) says:

    Ich stimme meinem Vorredner zu, dass der Artikel an der Oberfläche eines sehr komplexen Themas kratzt. Ich denke, die Grenzen zwischen links und rechts verschwimmen teilweise, weil die Rechten, also Neu-Faschisten und Reaktionären erstens gelernt haben und teilweise moderner auftreten und zweitens gezielt bei der politisch Linken Themen und Methoden abgreifen. Zudem unterwandern Rechte linke Organisationen. Die Zeit, als die Neu-Faschisten mit Bomberjacke und Glatze, fett und besoffen herum rannten ist weitgehend vorbei. Es ist aber egal, ob man im Anzug auftritt oder nicht, es ändert nichts an der grundlegend falschen und verachtenswerten Einstellung. Wenn ein Linker und ein Rechter soziale Missstände kritisieren, so tun das, da stimme ich Jochen zu, beide zurecht. Der Unterschied besteht darin, dass der Linke, sofern er sich an marxistischer Herangehensweise orientiert, die Zusammenhänge in der kapitalistischen Produktionsweise und dem Klassengegensatz sieht, der Rechte stellt dagegen die Besitzverhältnisse nicht in frage, sondern überdeckt den Klassengegensatz mit nationalistischen Phrasen, apelliert an Instinkte, schürt Angst und lenkt diese auf einen Sündenbock, in der Regel eine Minderheit. Dass die politisch Linke von Faschisten unterwandert ist, das ist das Eine. Aber, so zum Beispiel die Antifa, sie wird auch von neoliberalen Anhängern amerikanischer Verhältnisse unterwandert, das sind diejenigen, die sofort mit den Schlagwörtern Antisemitismus, Antiamerikanismus und Putintroll ankommen. Das ist, nebenbei bemerkt, für mich persönlich ein großen Problem, denn auf Grund der Schandtaten meiner Vorfahren bin ich absolut gegen Antisemitismus, aber auch gegen die amerikanischen Verhältnisse, gegen den US Imperialismus und gleichzeitig vehement gegen Antizionismus. Und auch wenn Russland ein kapitalistischer Staat ist, so erkenne ich dort keine imperialistischen Tendenzen. Das ist ein Dilemma, denn ich sehe in vielen der sogenannten Antideutschen keine Linken, sondern neoliberale A**löcher. Auch Frau Baroness von Ditfurh ist für mich zwar eine Ökotante, aber so wie die Grünen und Ex-Grünen keine Linke, sondern so was wie Besserverdienerfaschisten. Leute, die Freude daran haben, anderen ihre Meinung aufzuzeigen.

  5. second look says:

    Das ist ein kleiner Anriss eines Phänomens, und mit diesem Artikel natürlich noch nicht erschöpfend ausgelotet.
    Diese links/rechts Schema ist meines Erachtens eine gute Methode Dikussionen abzuwürgen und durch Ausstellen von Zertifikaten wie Rechter, Verschwörungstheoretiker oder Antiamerikaner den Fokus umzubiegen und auf diese
    Weise abzulenken. Folgt man, ohne das Ganze zu durchschauen, dieser Einladung und positioniert sich in eingeübter
    pawloscher Folgsamkeit diesen vorgegebenen Schemen, findet man sich erstaunlicherweise ziemlich bald in trauter
    Übereinstimmung mit Positionen die als “vernünftig” und “alternativlos” tageintagaus von den gr.Medien und Politdarstellern ausgegeben werden.
    Leute, die die Flüchtlingspolitik kritisieren, müssen natürlich Rechte sein, deswegen gilt: Ohren zu , stimmt ja gar nicht brüllen und am besten gleich eine Gegendemo gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit organisieren. Eingespielte Rituale, die viele Menschen davon abhalten das im Hintergrund wirkende Skript zu durchschauen.

    Ich habe diese Woche überlegt mich an einer Busfahrt für die TTIP demo anzumelden. Es gibt in unserser Stadt ein Angebot von greenpeace die einen Bus chartern. Schön und gut. Was mich davon abhält dieses Angebot wahrzunehmen ist der disclaimer: In unseren Bussen und auf den Demonstrationen gibt es keinen Platz für Rassismus, Rechtspopulismus und Antiamerikanismus.

    Sorry aber diese Abgrenzung ist so überflüssig wie ein Kropf und mit dem Kampfbegriff Antiamerikanismus zu hausieren zeigt meines Erachtens in welchen Nebelschwaden diese “Aufklärer” agieren.

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