Das Ende der Arbeit

Eigentlich war Arbeit ja immer etwas das zu unserem Leben gehörte. Vielleicht mehr im nördlichen Teil Deutschlands wo die evangelische Arbeitsethik mit teils calvinistischer Ausprägung den Ton angibt und weniger im Süden, wo doch häufig lieber mit der Felix Culpa gelebt wurde. 

Aber irgendwie scheint die grundsätzliche Herangehensweise keine Rolle mehr zu spielen. Arbeit ist ein rares Gut geworden. Arbeit von der man anständig leben kann wird es bald gar nicht mehr geben. Beginnen wir mit den Jungen. 

Die Ausbildungsbetriebe bejammern lauthals, das jeder dritte Ausbildungsplatz nicht besetzt werden kann und wollen die Ursachen nicht begreifen. Die Jugendlichen sind nicht blöd. Hauptschule und Mittlere Reife sind heute praktisch wertlos. Gesucht werden auch als Pommesbieger Auszubildende mit Abitur. 

Die Chancen in fast allen Ausbildungsberufen sind jämmerlich. Wozu soll man dreieinhalb Jahre mieseste Ausbildung ertragen, wenn man danach aufgrund von Lehrlingszüchterei doch arbeitslos ist und mit Hartz IV dasteht. Das will keiner und wehe wir fragen die Ausbildungbetriebe wie hoch denn die Bleibequote der Ausgebildeten ist.

Viele Ausbildungsbetriebe nutzen Lehrlinge als vollwertige Arbeitskräfte nur ohne anständige Bezahlung und werfen sie am Ende der Ausbildung gnadenlos raus, um frische neue Lehrlinge abzuzocken. Nach der Ausbildung auf dem Abstellgleis. 

Übrigens hat gerade eine Studie festgestellt, dass die meisten ihre Ausbildung abbrechen, weil sie Kommunikationsprobleme in ihren Ausbildungsbetrieben haben und die Gesprächskultur nicht begreifen. Das liegt aber nicht an den Schulen oder an den Auszubildenden sondern eher daran, dass bei Ausbeuten keine Zeit für Gespräche bleibt und es eh nicht gerne gesehen wird, wenn Mitarbeiter miteinander reden, könnten sie sich doch über ihre gemeinsame Situation klarwerden. 

Die Abiturienten die gut genug abgeschlossen haben um ein Studium wagen zu können, gehen auf die Universität, weil das noch am ehesten die Chance bietet irgendwann Geld zu verdienen. Nur die schlechtesten und ängstlichsten Abiturienten zieht es in die Betriebe. 

Natürlich wird es für Schüler und Studierende die nicht aus reichem Elternhaus kommen immer schwieriger, zumal die Bewilligungen von Bafög massiv zurückgehen. Das ist natürlich gewollt, weil ja auch Arbeitnehmer mit Studium eigentlich nicht gebraucht werden, da die Forschung ohne Konsum keinen Sinn macht. Für das was übrig bleibt an Jobs reichen aber die Kinder reicher Eltern vollständig aus. 

Deshalb hat die neoliberale und wirtschaftsfaschistische Junge Union gemeinsam mit der Mittelstandsvereinigung der Union und dem äußert rechten wenn nicht sogar schon faschistischem CDU-nahem Studentenverband RCDS dazu aufgefordert, dass es für studentische Praktika keinen Mindestlohn geben darf, weil das ja auch ärmeren Studenten ein Durchhalten erlauben würde. Offiziell sprechen sie natürlich davon, dass der Mindestlohn Praktikumplätze vernichtet, aber wer nicht ganz blöd ist, weiß was sie wirklich wollen. 

Jeer Mindestlohn ist den Wirtschaftsfaschisten aus der CDU und hier vor allem dem Wirtschaftsrat ein Dorn im Auge. Dieser Wirtschaftsrat versucht uns vorzulügen, dass es ihm um die Chancen der Langzeitarbeitslosen ginge, die durch einen anständigen Mindestlohn gemindert würden. Dabei wollen diese Typen – man darf sie glaube ich nicht Gauner nennen – nur die Gewinne des Kapitals steigern.

So wie die ganze CDU erzeugt dieser Wirtschaftsrat einfach nur Ekel, Wut und Hass. Ich befürchte dass der Tag an dem sie für ihre Lügen und Betrügereien zur Verantwortung gezogen werden, schneller kommen wird, als sie denken und sehe sie jetzt schon ohne Gerichtsurteil vor Mauern stehen oder an Haken baumeln. Aber sie säen stündlich neuen Hass, man wird die Reaktion wohl kaum verhindern können. 

Zum Abschluss zu den vielbeschworenen Langzeitarbeitslosen. Wer über 55 ist hat heute in Deutschland auf dem regulären Arbeitsmarkt keine Chance mehr. Selbst Menschen mit 45 bekommen Probleme weil sie natürlich teurer sind als jüngere Kollegen und es schon deshalb Sinn macht, sie auszutauschen. 

Während eine verkommene Bundesregierung zusammen mit gekauften Wissenschaftlern des Großkapitals und den Systemmedien die Renten immer weiter nach hinten verschieben will, brechen vorne die Arbeitsplätze immer früher weg. 

Das ganze beschleunigt sich zudem noch, da es in der Realwirtschaft kein Wachstum mehr gibt und die ungeheuren Geldmengen die die Zentralbanken ausgeben direkt in den Casinos der Börsen oder in der Immobilienblase landen. 

Dazu kommt, dass immer größere Anteile der Produktion von Robotern erledigt werden können. Das Roboter kein Bier und keine Schuhe kaufen, haben die Manager nicht begriffen. Aber sie müssen ja auch nicht über längere Zeiträume sonder nur in Quartalen denken und die Gewinne erhöhen. Dauerhaftigkeit ist für sie kein Thema. 

Arbeit im Sinne von Erwerbsarbeit ist am Ende. Jeder weiß es, aber niemand will die Schlusse ziehen. Also bewegen wir uns mit Volldampf auf den Abgrund zu. 

 

 

2 comments

  1. Benninghausen says:

    Wir sind in einer Übergangsphase bis alles von Robotern produziert wird und größere Mengen an Konsumenten nicht mehr notwendig sind.

    Schon der ehemaligen US Aussenministerin Albright schien Deutschland mit 3 – 6 Mio. Reichen dicht genug besiedelt. Was den grob 74 Mio. Rest an Menschen in Deutschland erwartet kann man nur mutmaßen. Der Frau schien ja auch die halbe Million verhungerter Kinder im Irak angemessen während der Blockadepolitik des Westens.

    Warum der CDU Mittelstand, welcher wohl eher zu den obengenannten 74 Mio. gehören wird,
    eifrig am eigenen Untergang mitwerkelt kann man wohl nur mit Dummheit erklären.

    Die Geschichte zeigt, die Handlanger der Despoten waren schon immer schlimmer
    als der Despot selber. Vielleicht ist dies die Erklärung?

  2. Ed says:

    Es sollten viel mehr gute Leute in diese neo-liberal-faschistischen Organisationen gehen, um von innen zu erfahren was da läuft. Die vernünftigen fairen Menschen sind wie immer zu naiv und gutgläubig.
    Sollte jemand den Begriff “liberal-faschistisch” abwegig finden, der sei an die allseits verschwiegene Startfinanzierung erinnert, die der “Liberale” Friedrich Naumann, nach dem heute die namensgleiche FDP-Stiftung benannt ist, für die “Antibolschewistische Liga” besorgte. Die Gelder kamen laut Leiter dieser Liga, Eduard Stadtler, von der Deutschen Bank und einem Industriellen. Das Verdienst dieser Propaganda- und Mord- und Bürgerkriegsanzettelungs-Organisation war es den nur negativen Begriff Anti-Bolschewist, einen positiven Begriff, nämlich Nationalsozialist, zu geben. Zusammen mit seinen Geldgebern, insbesondere Hugo Stinnes, aber auch der gesamten deutschen Wirtschaft, die 1919 den “Antibolschewistenfonds der deutschen Wirtschaft” gründete, wurde die demokratische Räterepublik in Deutschland mit der *”Privatarmee der Deutschen Wirtschaft”*, heutzutage als Freikorps verklärt, brutalst nieder gemordet und alle nur denkbaren Arten von NAZI-Organisationen geschaffen.
    Also die deutschen Liberalen, sogar deren Gründervater, war ein entscheidender Geburtshelfer der NAZIs !! Kein Wunder dass das deutsche Kapital oder diese Partei sich diesen Namen für ihren Spenden/-Ideologietopf ausgedacht hat. Genau so wie der SPD-Revolutionär, Ebert, sich an die Spitze der Revolution stellte um sie zu killen, mitsamt seinen ehem. Parteigenossen Liebknecht und Luxemburg oder anderen in Bayern, dem Ruhrgebiet oder sonstigen 153 deutschen Stadten die als Räterepubliken ausgerufen wurden.

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