Das Breivik Attentat und der Kapitalismus

Über die religiösen Hintergründe von des Attentates von Anders Behrig Breivik wurde ja bereits berichtet und natürlich stellt der religiöse Hintergrund auch nur einen Teilaspekt einer Erklärung da. Ein weiterer und großer Aspekt ist der Kapitalismus, dessen Ziel die Gewinnmaximierung ist. Der Islam und die Muslime an sich, wären fast vollständig uninteressant, wenn nicht große Teil der Weltvorräte an Öl und Gas in muslimischen Ländern gefunden worden wären.

Der Kapitalismus will für die von ihm benötigten Waren und Dienstleistungen möglichst wenig bezahlen und ist auch durchaus bereit für bessere Gewinne kriminell zu handeln. Wenn Staaten kriminell werden, dann bedeutet das Unterdrückung und am Ende meist auch Krieg. Zunächst hat man in den muslimischen und ölfördernden Staaten Marionettenregierungen als Diktatoren installiert, die zum Teil bis heute noch existieren und die von Leuten wie Angela Merkel und ihrer Bande mit Panzern und Waffen aller Art versorgt werden, wie es auch alle anderen Nationalstaaten tun, um Energie billiger zu beziehen oder doch zumindest mit dem Export von Mordinstrumenten einen Teil des Geldes zurückzuholen, das sie für Öl ausgeben.

Natürlich sind solche Diktaturen nicht lange überlebensfähig und in Lateinamerika hat man eine dieser Marionettenregierungen stets von der nächsten ablösen lassen. Das funktionierte in den islamischen Staaten aber nicht, da ganze Clans sich in der Regierungsmacht eingerichtet hatten und nun als Könige oder Scheichs agierten und sich einfach nicht mehr rausdrücken ließen. Obwohl die Politik noch immer beste Beziehungen zu diesen Diktaturen hatte und hat, wurde bereits in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts damit begonnen, einen Propagandafeldzug gegen die raffgierigen Muslime zu starten, der bis heute andauert.

In Deutschland gab es noch eine andere Entwicklung, die den Hass auf Ausländer an sich anstachelte. In den fünfziger Jahren hätten die Löhne in Deutschland signifikant steigen müssen, da es nicht genügend Arbeitnehmer gab, um alle wünschenswerten Arbeitsplätze zu besetzten. Statt dessen haben Ludwig Erhard und Franz Josef Strauß dafür gesorgt, dass mit allen möglichen Ländern Abkommen geschlossen wurden, damit diese sogenannte “Gastarbeiter” nach Deutschland schickten, um dort die Löhne zu drücken. Neben Spaniern, Italienern, Portugiesen und Jugoslawen kamen aber wie gewollt auch Marrokaner, Tunesier und vor allem viele Türken.

Gerade die Türken fühlten sich in Deutschland wohl, was zusammen mit Heiraten aus der Türkei ihren Anteil stark steigerte. Solange die Wirtschaft noch brummte, nahm das Kapital die tollen Gewinne mit und die Systemmedien mussten sich zurückhalten, wenn sie Anzeigenaufträge haben wollten. Allerdings stieg durch neue Maschinen und veränderte Produktionsverfahren, die Produktivität, was bedeutete das die Unternehmen immer weniger Mitarbeiter brauchten. Dazu kam, das sowohl die Stahlwerke als auch der Bergbau unter immer stärkeren Druck gerieten, weil andere Länder billiger produzieren konnten.

Es begann die Zeit der Arbeitslosigkeit und damit die Ausländerhatz. Zwar hatten nicht die Ausländer die deutschen Löhne drücken wollen, die wollten nur Arbeit, aber nun mussten ja Schuldige für die Arbeitslosigkeit her und sofort verschärfte die Systempresse den Druck auf die Gastarbeiter und vor allem auf die bösen Türken. Selbst die Türkenkriege wurden ständig aufgewärmt, nur um eine Progromstimmung zu erzeugen. Das reichte damals und bis heute um Fragen zu verhindern, wo denn das Geld geblieben sei, das das Kapital mit den Gastarbeitern verdient hatte, während damals wie heute die Arbeitnehmer für die sozialen Folgekosten dieser falschen Politik aufkommen müssen.

Propaganda ist ein Mittel um Fragen zu verhindern. Nach dem Ende des real existierenden Sozialismus brachen aber alle Dämme die die Arbeitnehmer beschützt hatten, da es ja scheinbar keine Möglichkeit mehr gab, ein System zu errichten, das nicht kapitalistisch war, weil diese Idee ja als gescheitert betrachtet wurde. Das führte dazu, dass in Deutschland die soziale Marktwirtschaft in ihr Gegenteil verkehrt wurde und auch in der sonstigen Welt verschlechterten sich die Bedingungen für Arbeitnehmer drastisch, während das Großkapital die angeblichen Globalisierungsgewinne genoss, die in Wirklichkeit alleine durch die Verluste der Arbeitnehmer entstanden.

In dieser Gemengelage war es wichtig etwas mehr als reine Propaganda in der Hand zu haben und diesmal gab es sogar eine gute Ausgangslage. Die Palästinenser die sich im Kampf gegen Israel befanden, aber auch andere muslimische Aufständische hatten mit Attentaten das Interesse der Berichterstatter geweckt. Natürlich waren die Attentäter nach der offiziellen Lesart im Unrecht, weil sie sich mit dem militärisch hoch aufgerüsteten Israel keine offene Feldschlacht leisten konnten, sondern als Partisanen und Selbstmordattentäter mit Bomben Angst und Schrecken in die Reihen ihrer leider vor allem zivilen Gegner tragen mussten. In wieweit sich eine israelische oder us-amerikanische Fliegerbombe von einer menschlichen Bombe unterscheidet, konnte bisher allerdings niemand so recht begründen. Beide wirken nämlich tödlich und beide gelten meist Zivilisten.

Es ist völlig egal, wie viele Attentate echt und wie viele einfach unter falscher Flagge begangen wurden. Jedes Attentat lieferte tolle Begründungen für weiteren Hass. Den Höhepunkt lieferte dann 9/11. Nein, bitte 9/11 muss nicht mehr diskutiert werden. Alle Argumente sind ausgetauscht und die Linien fest gezogen. Dieses Attentat lag weit über den bisher von Al Quaida oder sonstigen muslimischen “Terrororganisationen” gezeigten Fähigkeiten und wurde auch danach nie wieder erreicht. Dabei hatte es doch einen Schock um die Welt gejagt, der geradezu eine oder mehrere Wiederholungen herausgefordert hätte. Aber es gab nie einen Versuch ein weiteres Attentat in dieser Klasse zu starten.

Die Bomben in der Londoner U-Bahn waren dagegen ein Witz, die Anschläge auf die Züge in Madrid waren sehr viel einfacher strukturiert und entsprachen wohl eher den Fähigkeiten von Al Quaida. Es spricht einiges dafür, dass der CIA die Attentäter von 9/11 unter falscher Flagge angeworben und in Wirklichkeit geführt hat. Aber selbst wenn es nicht so war, war der Propagandaerfolg toll.

Plötzlich drohten überall auf der Welt die Bombenattentate der bösen Muslime. Islam wurde mit Attentat gleich gesetzt und die Systemmedien überschlugen sich vor Geifer. Prompt produzierte man extra für Deutschland die Sauerland-Bomber die unter Führung eines CIA-Agenten so traurig agierte, dass niemand es wagte sie als Al Quaida Abkömmling zu bezeichnen. Alles Propaganda.

Aber eine Propaganda die ihren Zweck erfüllt, in Deutschland wie in Norwegen. Die Menschen die diesen Unsinn glauben, weil sie eben nicht besser informiert werden, bekommen Angst. Angst ist der schlechteste Ratgeber und das was man am meisten fürchtet, hasst man auch sehr schnell. Wenn sich aber alle Kraft auf den Hass gegen Muslime richtet, dann kann man sich nicht mehr mit den wirklichen Problemen befassen. Selbst die Tatsache dass man vom Großkapital ausgebeutet wird, richtet sich dann gegen diese Muslime anstatt sich gegen die wirklich Schuldigen zu richten. Die Ablenkung funktioniert. wie auch die Islamwissenschaftlerin Sabine Schiffer feststellt:

Die Medienpädagogin und Islamwissenschaftlerin Sabine Schiffer hat den Medien vorgeworfen, bewusst Angstszenarien und Verschwörungstheorien gegen eine vermeintliche Islamisierung zu kreieren.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Zahlreiche Blogs und andere Internetseiten würden Berichterstattungen aus den letzten Jahren sammeln, wo Moslems irgendein Vergehen begangen haben, sagte Schiffer im Deutschlandfunk. “Die werden dann in einer teilweise sehr polemischen sprachlichen Art einfach so zugespitzt auf die Zusammenfassung, dass Europa vom Islam in seiner Existenz bedroht sei”, so die Medienpädagogin. Viele der Islamkritiker stünden mittlerweile öffentlich zu ihren Ansichten.

“Islamkritik ist salonfähig geworden”, so Schiffer.

“Divide et impera – Teile und herrsche” ist eine Kunst die das Großkapital sehr gut beherrscht. Arbeitslose, Streikende, Hartz IV Empfänger, Kranke aber eben auch Ausländer werden in Gruppen selektiert und dann ausgegrenzt. Unterstützt durch die Propaganda der Systemmedien funktioniert das sehr gut und es enstehen Gedankenwelten wie die des Anders Behrig Breivik, die zwar nur wenig mit der Wirklichkeit zu tun haben, aber als fiktive und von der Propagande erstellte Realität für diese Leute tatsächlich die Grundlagen für Entscheidungen sind.

Die unendliche Gier des Kapitalismus und dessen absolute Verantwortungslosigkeit hat mit zu den Attentaten in Norwegen geführt und tötet oder verletzt auch ständig andere Menschen in Europa und der Welt. Es ist als ob die abzockenden Anleger selbst mit der eigenen Hand die Waffe geführt hätten. Da hilft es auch nicht, auf die die Tatsache hinzuweisen, dass Europol für 2010 insgesamt 249 Terroranschläge in der EU registriert hat, wovon ganze 3 der islamischen Szene zuzurechnen sind. Drei islamische Anschläge sind 1,2 Prozent aller Anschläge also eine zu vernachlässigende Zahl, auch weder jeder Terrorakt genau ein Terrorakt zu viel ist.

Die Propagandewelle die sich gegen die Muslime richtet ist damit aber sicher nicht zu begründen. Trotzdem werden sich die Menschen weiter vor den Muslimen fürchten, während ihnen das Großkapital die Lebensgrundlage entzieht. Menschen sind eben leicht zu beeinflussen und da es kaum noch eine freie und ehrliche Presse gibt, wird sich daran so schnell auch nichts ändern.


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2 comments

  1. willi says:

    Schöner Text, dem ich zu 100% zustimmen würde. Boshafte Kommentatoren würden dir jetzt natürlich vorhalten, dass du nur Islamismus mit Kapitalismus ersetzt und deine Einschränkung der “mit Schuld” geflissentlich überlesen ;-).

    Es ist einfach erstaunlich wie gut der apologetische Apparat funktioniert. Da brennen in Europa die Städte, weil immer mehr Menschen begreifen, dass der Kapitalismus in Todeskanpf der Überschuldung/Anhäufung von Reichtum ihnen die Lebensgrundlagen entzieht und wir machen uns Gedanken über Parallelgesellschaft und die Frage nach Multikulti.
    Es reiht sich ein Missbrauch an den nächsten: Als Lohndrücker geholt, als Verursacher von Arbeitslosigkeit und Überfremdung verunglimpft, müssen jetzt die Muslime unter ihnen als dschijadistische Schläfer herhalten, die die islamische Weltrevolution vorbereiten.
    Niemand aber fragt wirklich danach warum das alles geschah wer von alldem am meisten profitiert. Statt von Banken und Konzernen spricht man von einzelnen schwarzen Schafen, von der Gier Einiger Weniger oder bestenfalls von Auswüchsen, die man lediglich zurechtstutzen müsse, damit alles wieder gut wird.

  2. Elga says:

    Die angebliche Bedrohung durch den Islam ist die Schreckgestalt die von der echten Gefahr die durch die Finanzoligarchie ausgeht ablenken soll. Die Maßnahmen gegen den „Terror“ dienen einzig dem Zweck die durch Geldbetrug zu Schuldsklaven gemachten Bürger ihrer Kontrolle zu unterwerfen.

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