Neues vom Lehrer Kraus

Neues von Duckhomes Lieblingslehrer dem Lehrerverbandsvorsitzende Josef Kraus, der fest verwurzelt im tiefsten Mittelalter und der Anbetung seiner bayrischen Heimat, regelmäßig dummes Zeug von sich gibt, das uns alle in die falsche Richtung führen soll und selbst bei klugen Leuten Wirkung zeigt. 

So regt es ihn maßlos auf, dass in den NRW Lehrplänen von Kompetenzen die Rede ist und nicht von per Multiple Scheiß abfragbaren Wissen. Professor Harald Lesch, der mir sehr gut gefällt, hat diese Kompetenzfrage sehr gut beschrieben: 

 

Professor Lesch hat einen falschen Kompetenzbegriff, aber in seinem Video trifft er das Thema sehr gut. Weil er sich schnell von der Kompetenz trennt. Ich möchte den Begriff doch noch einmal etwas untersuchen. Wir haben uns in unserer Sprache mit vielen Begriffen sehr weit von dem entfernt, was sie ursprünglich bedeuteten. Kompetenz ist ein Wort mit sehr vielen Bedeutungen in den unterschiedlichsten Anwendungen. Sprachliche Kompetenz bewertet die Fähigkeit eine Sprache zu sprechen, sich in ihr auszudrücken und sie zu verstehen. Für mich bedeutet Kompetenz können. 

Die junge Dame die Lesch zitiert hat nicht die Kompetenz auszurechnen was 10 Prozent von 49,99 sind. Ich liebe wie Lesch Mathematik und halte sie für eine der wichtigsten Kompetenzen die ein Mensch braucht, wenn er sozial gefestigt ist. Ich erkläre meinen Kinder, das 49,99 aufgerundet 50 Euro sind und zehn Prozent davon rund 5 Euro bedeuten. Gut ich habe noch mit einem Rechenschieber angefangen. In der heutigen Schule geht es aber auch dabei um Genauigkeit. Die richtige Antwort wäre 4,99 Euro. Ein Wert den in der Praxis niemand braucht. 

Wenn unser Lehrer der Herr Kraus fordert, das in den Lehrplänen stehen muss, dass die Lateinschüler den Cicero oder gar Seneca, gelesen haben müssen, dann meint er sklavisches Übersetzen und auf gar keinen Fall ein Verständnis des Textes. Denn würden die Menschen in Bayern so kompetent sein, die beiden zu verstehen, dann sähe die politische Situation in Bayern heute anders aus, was auch für Deutschland ein Gewinn wäre. 

Das nächste Problem unseres Lehrers des Herrn Kraus, ist der durch unterschiedliche Prüfungsordnungen in den Bundesländern entstehende Unterschied, das in Bayern Prüflinge erst 30 Minuten vor der Prüfung ihr mündliches Thema bekommen, während in Hamburg die Prüflinge zwei Wochen Zeit haben eine geschliffene und fundierte Präsentation auszuarbeiten. Herr Klein, liebt es Leute mit Prüfungen Angst zu machen und die Möglichkeit zu haben, seinen Schützlingen leichte Aufgaben zuzuteilen, während vernünftige Menschen wie auch Professor Lesch Zeit für anständige Ausbildung und Lehre fordern. Ich überlege ernsthaft mal die Frau von Herrn Klein anzurufen und über sein Sexualleben zu reden. Ich hab in 30 Minuten oft noch nicht einmal den richtigen Einstieg mit einer vertrauten Frau gefunden. 

Am meisten aber stört unseren Lehrer den Herrn Kraus die Tatsache, dass sich in Berlin die Zahl der Abiturzeugnisse mit einem Notendurchschnitt von 1,0 innerhalb von zehn Jahren vervierzehnfacht hat. Der Arme. Natürlich kann ich eine Klasse alleine auf Pisa-Aufgaben dressieren und wenn ich als Lehrer eh keine Zeit und kaum Mittel habe, dann werde ich meine Schüler dahin bringen, dass die die Abituranforderungen bestmöglich erfüllen. Das ist logisch, aber nicht für Herrn Kraus. Das wahre Desaster ist noch viel größer und betrifft den ganzen Bereich von Aus- und Weiterblildung.

Wenn wir die Schule weiterhin den Anforderungen der neoliberalen Wirtschaftsfaschisten unterwerfen, müssen wir immer weniger Bildung in immer kürzerer Zeit akzeptieren. Schluss mit den Orchideenfächern und zurück zur Dorfschule mit dem Lehrer Klein. Also das Gegenteil von dem was Professor Lesch forderte. Wenn wir vernünftig handeln würden, müssten wir unser Bildungssystem komplett umbauen. 

Ich hatte unserem Lehrer dem Herrn Kraus ja schon einmal aufgezeigt, wie einfach er seine und unsere Probleme lösen kann

Das Zauberwort heißt Zentralabitur. In ganz Deutschland werden an den gleichen Tagen zur gleichen Zeit die gleichen Aufgaben gestellt. Die Aufgaben werden erst 10 Minuten vor Prüfungsbeginn elektronisch in die Schulen geliefert und dort auf Druckern für die einzelnen Prüflinge und die Prüfer ausgedruckt. 

Damit es nicht zu Hilfestellungen durch die Prüfer kommt, darf kein Lehrer an seiner eigenen Schule oder auch nur im eigenen Bundesland prüfen. Damit wird überall die gleiche Leistung gemessen. Diese Leistungen werden im Netz veröffentlicht – ohne Schülernamen natürlich – aber dem verantwortlichen Lehrer und der Schule zugeordnet, so dass sich klar sagen lässt, welche Schule und welcher Lehrer gut ist und Konsequenzen gezogen werden können. 

Damit die Schüler aber nicht nur beim Abitur plötzlich mit der eigenen Unfähigkeit und der ihrer Lehrer und Schulen konfrontiert werden, müssen solche Prüfungen praktisch in allen Klassen stattfinden. Natürlich unter den Bedingungen wie die Abiturprüfungen und einmal im Jahr. 

Ich persönlich halte nicht viel von Noten und finde die Leistungsgespräche und die gemeinsame Entwicklung von persönlichenLernzielen wie sie an den Gesamtschulen in Berlin üblich ist, bedeutend besser. Aber es gibt ja viele Leute die Noten lieben. 

Nur wenn man Noten vergibt, dann müssen sie Bestand haben. Ach ja mein lieber Josef Kraus. Ich glaube keine einzige bayrische Schulnote ist wirklich werthaltig, weil es dort mehr auf Gehorsam, als auf Denken oder Lernen ankommt. Ich will jetzt nicht über Baden-Württemberg reden, wo die Leute ja stolz sind, dass sie kein Deutsch können. 

Aber das war wahrscheinlich zu groß für unseren Lehrer den Herrn Kraus. Vielleicht findet er ja einen Erklärbären oder versteht das was Professor Lesch uns sagte. Hoffnung habe ich allerdings keine und kann wie immer nur die Frage stellen, wie können Lehrer so blöd sein sich von diesem Typen vertreten zu lassen. Ich kenne haufenweise Lehrer die mehr Intelligenz und Gefühl im kleinen Zehennagel haben, als unser Lehrer der Herr Kraus insgesamt hat. Ach ja weil ich immer von Lehrern spreche. Die Lehrerinnen sind natürlich genauso gemeint.  Ihr seid gut, also trennt euch von solchen Typen und macht euer Ding. Die Eltern stehen in ihrer Mehrheit hinter euch und die Schüler nach meiner Meinung auch. 

Für mich sollten die Lehrer Verkäufer sein die ihren Schülern die Werkzeuge fürs Leben verkaufen und dies so gut und spannend machen, dass die Schüler darauf abfahren. Die fröhliche Schule, die in bester Ausstattung Lehrern wie Schülern ein tolles Erlebnis bietet und dabei, quasi nebenbei Kompetenzen vermittelt die Können sind. 

 

Lernen wie man an Wissen kommt

Ich war heute mal wieder an der Uni. Es gab gute Gründe für Gespräche, die aber im Moment noch keine Rolle spielen, weil sie ungelegte Eier sind. Wo sich alte Männer sammeln geht es immer um die goldene Vergangenheit, die doch so viel besser als die Gegenwart gewesen sein soll. Wir schlugen einen Bogen von meiner Studentenzeit bis heute ohne den goldenen Glanz zu suchen, aber wir fanden eine Entwicklung, die uns betroffen macht, vermutlich weil wir uns alle nicht ganz unschuldig fühlen. Schließlich haben wir ja alle Dummheiten mitgemacht. 

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Heil Josef – Unser Lehrer der Herr Kraus

Immer wenn man glaubt es sei nun alles zu einem Thema wie diesen Burkas gesagt, dann kommt da so ein Typ aus seinem Mustopf und muss auch noch seinen Senf dazugeben. Und wieder einmal ist Josef Kraus, der Präsident des Deutschen Lehrerverbands. LIegen da eigentlich Wahlen an oder will er das Sommerloch persönlich füllen?

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