Bildet sich der FC Bayern die Schiedsrichter jetzt gleich wunschgemäß aus?

Es ist nur ein kleiner Absatz in einem Bericht der Schwäbischen Zeitung, der sich ansonsten mit Entwicklung der Schiedsrichter in Deutschland beschäftigt.

Da wird über den Abschied von Markus Merk und den Aufstieg von Wolfgang Stark zum starken Mann der Schiedsrichter-Gilde gesprochen und das man Bibiana Steinhaus den Sprung in die erste Bundesliga zutraut. Alles gute und positive Nachrichten, auch wenn man einige Schiedsrichter vielleicht anders sehen mag, als der DFB und der Autor der Schwäbischen Zeitung. Nur zum Ende des Beitrages hin wird es ekelig:

Die Unparteiischen treffen sich in der Sportschule Kamen-Kaiserau. Knapp vier Monate nach dem ersten Runden Tisch der Bundesliga mit den Schiedsrichtern soll die Zusammenarbeit mit einem Gastbesuch von Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß bei der Tagung der Regelhüter vor der neuen Saison intensiviert werden. Hoeneß soll bei der Zusammenkunft der 42 Referees, die in 1. und 2. Liga pfeifen, zum Thema «Erwartungen an die Bundesliga-Schiedsrichter» sprechen.

Wie bitte der Manager des FC Bayern München definiert die «Erwartungen an die Bundesliga-Schiedsrichter». Das muss doch ein Stück aus dem Tollhaus sein. Hoeneß ist Partei. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern als man von Schiedsrichtern auch als den Unparteiischen sprach. Aber diese Zeiten scheinen komplett vorbei zu sein.

Gehen wir doch mal ein Jahr zurück in die Vergangenheit. Am 30.Juli letzten Jahres, forderte Uli Hoeneß öffentlich:

Der Manager des FC Bayern München hat rund 70 Millionen Euro für Spieler wie Franck Ribéry und Luca Toni ausgegeben – sein Kapital soll nun gesondert geschützt werden. Nach dem Ligapokalfinale gegen Schalke 04 (1:0) sagte Hoeneß: «Ich habe große Sorge, dass unsere Spieler in der kommenden Saison zu hart angegriffen werden. Besonders in Auswärtsspielen».

Auslöser war die aggressive Spielweise der Schalker. Halil Altintop, Fabian Ernst, Mladen Krstajic, Levan Kobiashvili sowie Gerald Asamoah sahen Gelb. «Unsere Spieler müssen von den Schiedsrichtern geschützt werden», forderte Hoeneß deshalb

Natürlich forderte er nicht das Spieler anderer Vereine wie z.B. Fernando Meira geschützt werden. Den hatte der Bayern Spieler Mark von Bommel mal eben in den Schritt gekniffen.

Aber Hoeneß setzte sich, dank seltsamer Unterstützung durch den DFB Oberen Theo Zwanziger, leicht durch und wir sahen eine Saison in der die Schiedsrichter in ihrer Mehrheit praktisch jedes Fußballspiel gegen die Bayern unterbanden. So war es so gut wie verboten den Bayern den Ball abzunehmen und ihnen das Schussfeld auf das Tor zu begrenzen, kam fast einem terroristischen Akt gleich.

Im Grunde genommen stand Bayern München schon am Beginn der Saison als Meister fest. Ich hatte damals und danach schon mehrfach vorgeschlagen den Bayern einfach Meisterschale und Pokal kampflos zu übergeben, weil es ja keinen Sinn macht, gegen eine Mannschaft zu spielen, bei der, der Schiedsrichter und die Linienrichter gleich mitspielen müssen.

Das wäre ja auch nicht weiter schlimm. Den Bayern bliebe mehr Zeit für internationale Auftritte und alle anderen hätten wieder Spaß am Fußball. Leider hat niemand auf mich gehört. Statt dessen soll es in der nächsten Saison noch wilder werden.

Uli Hoeneß definiert beim Saisonauftakttreffen der Schiedsrichter die Erwartungen und Anforderungen. Sagt ihnen wen sie wie zu ahnden haben. Natürlich wird sich kein anderer Vereinsmanager oder Präsident trauen etwas dagegen zu sagen, aber damit ist die Saison de facto entschieden. Wenn der DFB einen solchen befangenen Redner nicht nur zulässt sondern wahrscheinlich auch einlädt ist das ein klares Signal.

Die Schiedsrichter haben zu tun was Bayern München will. Was folgt als nächstes? Bekommt die Bayernbank auch Zugriff auf die Schiedsrichterkommunikation. Kann Sie nachträglich gegnerische Tore annullieren lassen? Werden Spieler die Tore gegen Bayern schießen auf Lebenszeit gesperrt? Werden dann in der folgenden Saison den gegnerischen Spielern die Füße gefesselt. Niemand weiß es, aber alles ist möglich.

Der DFB scheint jedes Interesse an fairem Fußball verloren zu haben, wenn er denn jemals ein solches Interesse hatte. Da die Bayern sich scheinbar nicht mit dem freiwilligen Erhalt des Pokals und der Meisterschale zufrieden geben wollen, sondern ihre Gegner auch noch öffentlich in ihrer Hilflosigkeit demütigen wollen, kann man die erste Fußballbundesliga eigentlich nicht mehr als Sportveranstaltung werten.

Sie ist eher ein Showkampf wie Wrestling, bei dem die Dinge zwar wie Kampf und Sport aussehen, aber natürlich vorher abgesprochen und geübt sind. Dafür ist dann aber Mehrwertsteuer fällig. Für die notwendige Polizeiabsicherung des Events, die Bereitstellung von Feuerwehr und Sanitätern muss bezahlt werden und die Gewinne müssen versteuert werden.

Wer in dieser Showliga spielen will mag das tun. Dann aber als Wirtschaftsunternehmen und völlig ohne Subventionen durch den Steuerzahler. Mögen die Marke FC Bayern München und die Marken der anderen Vereine sich im freien Wettbewerb zu unfairen Bedingungen bewähren oder nicht. Das ist dann nicht mehr Sache der Bürger.

Gleichzeitig muss überlegt werden ob der DFB noch weiter förderungswürdig ist. Wer sich das Heft des Handelns derartig aus der Hand nehmen lässt oder sich, aus welchen Gründen auch immer den Gewinninteressen anderer unterwirft, kann eigentlich nicht halbstaatlich tätig sein. Es würde naheliegen die Kopforganisation DFB mit der Liga zusammenzulegen und die zweite Liga herauszulösen.

Dann könnte eine neue Organisation sich föderal stärker organisieren und lediglich für die zweite Liga müsste von Fall zu Fall ein Ligatag einberufen werden. Zwar würden diese “echten” Fußballvereine nicht international mitspielen können, aber sicher lassen sich auch da mittelfristig Lösungen finden. UEFA und FIFA sind ja auch nicht unbedingt traumhaft demokratische Gebilde.

Der deutsche Fußball braucht einen Neuanfang. Diese Saison ist schon jetzt verloren. Bis zur nächsten Saison muss eine Änderung stehen.

13 Kommentare

    1. In voller Länge vielleicht zwei oder drei weil es sich nicht vermeiden ließ, in Ausschnitten praktisch alle.

      Ich weiß was du sagen willst. Aber setz dich hin sieh dir die Aufzeichnungen durch und urteile dann. Ich saß erst im Mai mit einem Journalisten zusammen, dessen Computeranalysen sich damit beschäftigten. Aber keine wollte den Text haben, obwohl er es ausgezählt hatte.

      Es ist so Bayern wird schwer bevorzugt und du willst mir doch nicht sagen, das Hoeneß die Schiedsrichter belehren darf?

      1. Hätt ich dir widersprechen wollen, hätt ichs gleich getan. Im Gegenteil, mehr Zustimmung wirst du von mir bei kaum einem anderen Thema bekommen :)

        Mich hats einfach nur interessiert, ob du eher von nem vagen Bauchgefühl, einer eigenen Beobachtung oder von konkreten Zahlen ausgingst.

        1. Ich hatte das Thema ja vorher schon mal am Wickel, als Hoeneß im letzten Jahr zugeschlagen hatte. Danach habe ich aufgepasst und immer mehr Infos auch von anderen bekommen, wie von dem Journalisten.

          Bauch mach ich ungern als Text. Ich war dreimal verheiratet. Das macht vorsichtig.

      2. Sehr geehrter Herr Hoff,
        da Sie regelmäßig mit oberflächlichem Halbwissen im Bereich Profi-Fußball glänzen, nur mal kurz etwas zu dem hier angerissenen Thema Schiedsrichter-beeinflussung:
        Vor und nach jeder Fußballsaison, und teilweise auch zwischendurch, hält die Schiedsrichterorganisation mit den Vorständen der Liga sowie den Club-Vertretern eine tagung ab.
        In solchen Sitzungen ist es an der Tagesordnung, dass Vereinsvetreter und Schiedsrichter in einen Austausch über die Anforderungen an einander kommen. Zu dieser runde gehören aber neben hernn Hoeneß noch 35 weitere Clubvertreter. Teilweise kommt es, wie bei Ihnen vor, dass auch einzelne Manager o.ä. zu den Tagungen geladen werden, was jedoch nichts mit Herrn Hoeneß zu tun hat. Er hat sich schließlich nihct seber eingeladen.Wenn Sie dies in Ihrem Kommentar berücksichtigt hätten und nicht durch ihre Anti-Bayern-Brille schauen würden, hätten sie nicht den geringsten Grund für diesen Kommentar gehabt.
        Viele Grüße

        1. Nein. Es war ja auch nicht Uli Hoeneß der ein Jahr zu vor eine Sonderbehandlung der Bayernspieler durch die Schiedsrichter verlangte.

          Es ist immer schön, anonym zu sein, wo Charakter und klare Positionierung notwendig wäre. Wissen sie weshalb Leute wie sie nur anonym argumentieren.

          Weil sie die Wahrheit nicht vertragen können.

          1. Ich denke, das ich zurecht sagen kann, das sie nicht wirklich auf den Beitrag des anonymen posters eingegangen sind, und ihre fehler nicht anerkennen wollen.
            Stattdessen retten sie sich in Polemik (“Weil sie die Wahrheit nicht ertragen können”), und versuchen dem kommentator seine Seriösität zu nehmen. (“Es ist immer schön, anonym zu sein, wo Charakter und klare Positionierung notwendig wäre.”)

            Eine Anmerkung möchte ich gerne machen: In einem anderen Artikel (“Profifussball zum erbrechen”) kam von ihnen eine sehr negative sichtweise zum profifussball rüber. Ich habe einen guten tip: Glotze aus!
            Dann können sie in aller ruhe fundiertes halbwissen über andere themen verzapfen, und der rest des fussballinteressierten deutschlands sieht hochklassigen topfussball. (Leider nur vom FC Bayern, der rest hat sich ja durch jahrelange misswirtschaft selbst in den ruin getrieben!)
            Und schlussendlich, Hoeneß hat nie gesagt das nur die topstars des FC Bayern geschützt werden müssen, jedoch ist es seine Aufgabe nach schutz für die Diegos und restlichen stars zu schreien? Es ist sein gutes Recht zu fordern das seine Spieler geschützt werden.

          2. Ich habe ihrem Beitrag die Aufmerksamkeit gewidmet die er brauchte.

            Ja ich stehe einem Sport der sich Profisport nennt, die eigenen Regeln verbiegt und jemanden wie Uli Hoeneß gestattet die Schiedsrichter zugunsten des FC Bayern zu beeinflusssen und dabei Subventionen im dreistelligen hohen Millioneneurobereich bezieht, sehr kritisch gegenüber.

            Der FC Bayern ist der Verein, der in Deutschland den Vorteil des Olympiastadions hatte und deshalb höhere Einnahmen bei geringeren Kosten generieren konnte. Davon zehrt er heute noch. Des weiteren ist er unfair bei der Verteilung der Fernsehgelder, wie er es auch auf dem Spielfeld ist.

            Es wäre nett wenn jemand die anderen Spieler vor Oliver Kahn geschützt hätte und sie jetzt vor den Bayern schützen würden.

            Ich hoffe ich war ihnen deutlich genug.

          3. jede zweite woche beschwert sich ein trainer/manager/präsident irgendeiner mannschaft in deutschland, dass sein team vom schiri benachteiligt würde, seine spieler besser zu schützen sind etc pp. immer anlassbezogen und immer gehts nur um die eigene mannschaft.
            warum ist das plötzlich, wenn’s herr hoeneß macht, skandal und weltverschwörung? soll er vielleicht fordern, dass die schiris diego und özil besser schützen? das ist immer noch der job von herrn allofs, der würde sich entsprechende einmischungen auch verbitten.
            vielleicht schauen sie sich mal die elferstatistiken der letzten saisonen an, dann werden sie feststellen, dass die bayern immer vergleichsweise wenig elfer zugesprochen kriegen. würden die schiris die bayern bevorzugen wollen, dann hätten sie sicherlich oft genug gelegenheit gehabt dazu.
            außerdem: wenn hoeneß schiris beeinflussen will, dann ist er sicher nicht so doof das via fernsehen zu machen.
            nehmen sie mal ihre ideologische brille ab und bremsen sie ihre rechthaberei ein, mit lebt sichs auch in der beziehung besser.

          4. Ja klar. Es gibt immer wieder Beschwerden, aber niemand außer Herrn Hoeneß benutzt dazu den DFB und es geht außer ihm auch niemand vor Saisonbeginn zu der ersten Schiedsrichterkonferenz um den Schiedsrichtern zu erklären was er wie gepfiffen haben will.

            Ihr Herr Hoeneß hat ja gerade jetzt noch anderen Kummer und es würde mir wirklich Spaß machen, wenn zusätzlich einmal anständige Dopingproben beim FC Bayern gemacht würden.

            Aber das wird kommen, wenn die österreichische Justiz die bei einem Linzer Arzt beschlagnahmten Dokumente ausgewertet hat.

            Sie sollten sich vielleicht einen ehrlicheren Verein aussuchen den sie unterstützen wollen.

  1. Nunja, das es zu *hüstel* Merkwürdigkeiten bei den Entscheidungen kommt, die den FCB betreffen dürfte unbestritten sein. Man erinnere nur an das Halbfinale des DFB-Pokals, an den Elfer in der 123. Minute bei dem mir selbst Bayernfans bestätigten das dies keiner war. (Hatte das “Glück” im Bayernblock zu stehen, mei ham die geschaut das die 10 Löwen dort lauter waren als die ganzen Bayern, hihi)
    Aber, sind wir doch mal ehrlich: Wenn sich die sogenannten Verfolger schon dermaßen dämlich anstellen wie zuletzt, dann braucht es auch keine Fehlentscheidungen. Von einem System möchte ich da gar nicht sprechen, nur zu bedenken geben das sich der Marktführer, der mit den meisten Fans, eben viel besser präsentieren lässt (schönen Gruß an die Medien) als wenn jetzt der VfL Unterguglhapfing DFB-Pokalsieger wird.

    1. Natürlich haben die Medien lieber eine starke Marke. Gerade die öffentlich rechtlichen. Mit solche einer Marke lässt sich auch gepflegt Eigenwerbung betreiben. Selbst für geistig tote bayrische Sportkommentatoren.

  2. also der kompletten Schiedsrichterriege Parteilichkeit zu unterstellen, finde ich schon ein sehr starkes Stück!

    Wenn Sie dies wenigstens durch Fakten untermauern könnten, aber das von Ihnen wiedergegebene ist alles heiße Luft und beweist rein gar nichts!!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.