Berlin – Gedanken und Notizen zur Berichterstattung

Die folgenden Notizen und Gedanken zur Berichterstattung in den bürgerlichen Medien der BRD sind GANZ PERSÖNLICHE Aufzeichnungen von mir. Es sind weder journalistische noch wissenschaftliche Analysen. Es sind Notizen und Gedanken eines einfachen Menschen aus der Bevölkerung. 

Gedanken/Notizen

Zur Berichterstattung über den Anschlag in Berlin auf SAT 1: Es geht in "Akte" um die Frage, ob man Weihnachtsmärkte nun schließen sollte. Ob man nun Angst haben muss, auf so einen Markt zu gehen. Gefragt werden sinnigerweise Standbetreiber. Die drücken zwar ihr Mitgefühl für die Opfer und deren Angehörige aus, betonen aber, es "jetzt erst recht" den Attentätern zu zeigen, dass "wir" für unsere Werte einstehen. Konsum = Statement der Verteidigung?  Bemerke nur ich die Perversion unserer Gesellschaft? Bei uns in Hannover gibt es auf dem Weihnachtsmarkt Standbetreiber, die fast ihren ganzen Jahresumsatz auf dem Weihnachtsmarkt machen. Deswegen wehren die sich auch vehement gegen Neulinge. 

Heute morgen, ebenfalls auf SAT 1 (Frühstücksfernsehen) sagte Claus Strunz, wir müssen unsere Werte verteidigen (auf die Frage nach mehr Polizei, mehr Kameras, mehr Überwachung). Ich fragte mich heute morgen, ob Strunz unwissentlich ohne böse Absicht so was sagt, ob er sich wichtig machen will, oder ob er das mit Absicht und Hintergedanken äußerte? Denn in unseren Städten ist mehr überwacht als der normale Bürger so denkt. Prinzipiell kann man sich in den Zentren unserer Städte gar nicht unbeobachtet bewegen. In England sind die Städte komplett überwacht und verwanzt. 

Weiter frage ich mich, welche Werte Herr Strunz mein? Die Werte unserer Oligarchen, Besserverdienern, sogenannten Leistungsträgern und anderer Handlanger der Oligarchen? Wer lebt denn diese Werte? Die Könige oder wir, das einfache Fußvolk?

Es ist die Frage, warum dann trotzdem viele Verbrechen geschehen? Könnte es sein, dass es unserer herrschenden Klasse egal ist? Könnte es sein, dass die Überwachung für den Fall eines Generalstreiks, sozialer Unruhen oder gar eines Umsturzes erfolgt? Prophylaktisch, falls die Besitzverhältnisse angetastet werden könnten?

Ich bin überzeugt davon, dass die bestehenden Mittel voll und ganz ausreichen. Es ist nur die Frage, wie man sie einsetzt. 

Dann halte ich die Berichterstattung gestern, besonders bei RTL, für schäbig und rein auf Sensation aus. Mein Bruder sagte "die sagen sich: endlich bei uns auch mal was zu berichten". Klang pietätlos, aber hat er nicht irgendwie recht? Ich bin mir unschlüssig, fand die Berichte aber teilweise nicht informativ, sondern penetrant. 

Alles ist eine Ware. Auch das Unglück und das Leid anderer. Ist so was erstrebenswert? 

Es gibt kein Thema, zu dem Wolfgang Bosbach NICHT seine Meinung im TV kundtun darf. Auch beim Attentat in Berlin. Schon kurz nach dem Geschehen ist Bosbach schon auf mehreren Kanälen präsent. Warum? Was hat dieser Mann, dass er meinungsbildend ist? 

Mein Mitgefühl gilt den Opfern und deren Angehörigen, ich hoffe, man stellt AUSREICHEND Mittel zur Verfügung, um diese Menschen psychologisch und medizinisch zu therapieren, denn mit unbehandelten PTBS ist nicht zu spaßen. Mein Mitgefühl gilt auch der Familie des erschossenen LKW-Fahrers in Polen. 

Ich habe Freunde und Verwandte in Berlin, alle sind unversehrt, das ist gut. Erleichterung, denn wir haben schon einmal Angehörige verloren, als in Katowice/Polen vor Jahren das Dach einer gut besuchten Veranstaltungshalle unter der Schneelast einstürzte. Das möchten wir nicht noch einmal erleben. Um so mehr fühlen wir mit. 

Nachtrag: Man spricht offiziell von 12 Toten. Und das erste Opfer, der polnische Trucker und Familienvater – der wird hier in der BRD irgendwie unterschlagen. Dabei entnehme ich polnischen Medien, dass er offensichtlich versucht hat, sich gegen den Attentäter zu verteidigen. Die offizielle polnische Seite kondolierte der offiziellen deutschen Seite. Die deutsche Seite hat es umgekehrt für den polnischen Bürger ganz einfach "vergessen". Offensichtlich hat die Brut aus den sogenannten "Vertriebenenverbänden" immer noch erheblichen Einfluss. 

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