Aufgelesen und kommentiert 2017-03-20

DIE LINKE deckt auf: Mehr als jede dritte Hartz-IV-Klage erfolgreich
Schulz will an Hartz-IV-Sanktionen festhalten
SPD Schulz: Soziale Gerechtigkeit ist nicht Klassenkampf sondern gesellschaftliche Notwendigkeit
NRW-Abgeordnete kassieren über 5 Mio. Euro jährlich "nebenbei"
Pharmakonzern Sanofi streicht 480 Arbeitsplätze in Frankfurt
Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) – ist das überhaupt eine Gewerkschaft?
Kulturimperialismus
SPD fordert Klarnamenzwang bei "Sozialen Netzwerken"
Juristen, Bürgerrechtler und Industrie warnen vor SPD-Gesetz gegen "Hate-Speech"
CDU/CSU-Fraktion: Gesetz nur ein erster, kleiner Schritt in die richtige Richtung
GRÜNE: SPD-Gesetz geht nicht weit genug
LINKE: Kampf gegen Hass ist gesellschaftliche Aufgabe
Neue Strafrechtsreform: Drei Monate Mindesthaft
Wahlausgang Niederlande – und was unsere Qualitätspresse schreibt
Herr Demagbo von der AfD
"Daily Show": Eine der beliebtesten Satiresendungen der USA
Audi tiefer in Abgas-Skandal verstrickt als gedacht?
CDU kontert auf Schulz-Medienhype

DIE LINKE deckt auf: Mehr als jede dritte Hartz-IV-Klage erfolgreich
Die allermeisten Klagen werden übrigens eingereicht, weil die Sanktionscenter viel zu geringe Mietkosten übernehmen (Argument: Kasse ist leer) und die Betroffenen dann die real höheren Mietkosten "vom Regelsatz finanzieren" müssen.

Das Argument "leere Kassen" wird übrigens bei jeder Sanktion und Geldkürzung aufgefahren. Wenn man mal ein bisschen Lohn erarbeitet hat, schätzen die Sanktionscenter diese Summe natürlich sofort hoch und kürzen anteilig auch alle späteren Regelsatz-Auszahlungen – bis man dann erst wieder vor Gericht Erfolg hatte. Bestenfalls.

Interessant auch diese Passage: “Es gibt mit einstweiligen Rechtsschutzverfahren eine zweite Gerichtsebene. Auf dieser Ebene wird es weitere viele tausend Verfahren geben. Die Erfolgsquote im einstweiligen Rechtsschutz liegt sogar bei über 80 Prozent.”

Ab welcher Anzahl von zu Unrecht vom Staat bestrafter Menschen spricht man von einem Unrechtsstaat?


Schulz will an Hartz-IV-Sanktionen festhalten
“Bei den Sanktionen geht es ja nicht um Schikanen”, zitiert ihn DIE ZEIT. Was für ein verlogener Schwätzer. Die Agenda 2010 hat seit der Einführung nicht nur flächendeckende Verarmung, sondern auch sehr viele Tote produziert.

Sanktionen sind Schikane, die Menschen in den Selbstmord treiben! Und schon deshalb kann NICHTS an der Agenda 2010 "richtig" sein.

Dazu passt auch:

SPD Schulz: Soziale Gerechtigkeit ist nicht Klassenkampf sondern gesellschaftliche Notwendigkeit
Was für ein Schwachsinn. Denn JEDE soziale Absicherung musste gegen den erbitterten (und blutigen) Widerstand der Kapitalisten erkämpft werden.

Aber es wird NOCH übler: "Im Kern wiederholt Martin Schulz in einer Parteitagsrede, dass er den Sozialabbau insgesamt nicht zurücknehmen will. Er verschweigt, das auch unter Kanzler Schulz eine Hochrüstung um Milliarden Euro geben würde. Stattdessen schwafelt er substanzlos von der besseren Unterstützung von Familien und von Pflegebedürftigen – die gar nicht finanzierbar ist, wenn er Milliarden in die Rüstungsindustrie pumpt.

Er argumentiert auch rassistisch, indem er das Märchen vom "islamischen Terror" übernimmt und verschweigt, dass der Terror im Kern oft geheimdienstgemacht ist. Er bedient rechtspopulistische Ideologie, indem er Religiöse im Lande nicht haben will, wenn sie "ein fragwürdiges Frauenbild" haben, dass Frauen benachteiligt, obwohl ALLE Weltreligionen im Kern diese Denkweise vertreten. Auch im Papsttum dürfen Frauen weder Priester noch Bischöfinnen oder Päpstinnen werden und sind auch somit im Katholizismus benachteiligt. Diese Leute will er aber nicht aus dem Land weisen. Das ist deshalb ein rechtspopulistischer oder gar rassistischer Ansatz.

Er prangert den Begriff "Lügenpresse" an, der aber leider bezogen auf Konzernmedien und Staatsmedien oftmals seine völlige Berechtigung hat. Das hat auch nichts mit Pressefreiheit verteidigen zu tun. Da irrt Schulz. Denn gerade diese Konzernmedien und gleichgeschaltete Staatsmedien berichten einseitig im Interesse der Kapitalisten – und somit oft gegen die Interessen des Volkes. Und genau das ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. Hier macht sich Schulz selber zum Feind der Freiheit, indem er nicht erkennt, dass alternative Medien das Gegenstück zu Konzernmedien sind.

Schulz verteidigt die EU und greift das "Europa-Bashing" an – verteidigt damit also die EU der Plutokraten, dass immer mehr Menschen in dieser Form ablehnen. Diese EU steht auch bisher für Kriegstreiberei der USA, für die Herrschaft der Weltkonzerne, für Steuervermeidungstricks der Global Player, für gigantische Hochrüstung der NATO-Länder und für extremen Sozialabbau.

Seine halbherzige Kritik an Erdogan kann wenig überzeugen, denn gleichzeitig steht er als EU-Spitzenpolitiker von einst für den Schacher der EU mit Flüchtlingen und Milliardenzahlungen an die Türkei und an Erdogan, um Flüchtlinge von Europa fernzuhalten. Auch davon kein Wort in seiner Rede.

Martin Schulz will Bundeskanzler werden – aber er würde auch genauso gut die Kanzlerschaft von Merkel stützen – genau das macht ihn im Kern unwählbar."


NRW-Abgeordnete kassieren über 5 Mio. Euro jährlich “nebenbei”
Und vorsichtshalber haben sich CDU/SPD/FDP/GRÜNE auch die passenden Gesetze gebastelt, damit sie ihr Schmiergeld nicht öffentlich bekanntgeben müssen.

Kurzer Auszug: “Glas schenkt Licht und Helligkeit. Und Glas schafft Transparenz – eine Eigenschaft, die gerade für die Akzeptanz der Bedeutung unserer parlamentarischen Demokratie von enormer Bedeutung ist.” So sprach die Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD) im April 2013, als sie auf den Fluren des gläsernen Parlamentsrundbaus am Rheinufer der Landeshauptstadt die Kunstaustellung “Transparenz im Landtag” eröffnete. Statt Transparenz favorisiert Gödecke rund drei Jahre später Geheimniskrämerei. Mit ihrer Amtsautorität deckt die Präsidentin umstrittene Zahlungen von Funktionszulagen an Abgeordnete aus steuerfinanzierten Fraktionskassen, die nach den Feststellungen des Bundesverfassungsgerichts eindeutig rechtswidrig sind.”

Aber hey: Mit Martin Schulz wird die SPD dann gaaaaanz bestimmt die Partei des kleinen Mannes


Pharmakonzern Sanofi streicht 480 Arbeitsplätze in Frankfurt
"Der französische Pharmakonzern Sanofi will in Frankfurt-Höchst 480 Arbeitsplätze streichen. Schon in diesem Jahr soll der Arbeitsplatzabbau beginnen. Die Gewerkschaft IG BCE und der Betriebsrat sind von Anfang an mit einbezogen. Wie Sanofi wissen ließ, soll der Stellenabbau "in enger Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern" geschehen. Die Belegschaft erfuhr davon aus der Presse. Betroffen sind besonders viele befristete Beschäftigte, und erstmals werden ausdrücklich auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen.

Sanofi erzielt seit Jahren hohe Gewinne, so im letzten Jahr ein Gewinn von 7,3 Milliarden Euro. In Frankreich hatte Sanofi da bereits mit dem Personalabbau begonnen. Fast genau vor einem Jahr hatte der Konzern die Streichung von 600 französischen Stellen angekündigt und gleichzeitig an die Aktionäre 3,8 Milliarden Euro ausgeschüttet.

Arrogant erklärte Konzernsprecherin Miriam Henn am 7. März der Presse in Frankfurt, Sanofi sei gerade dabei, am Standort Frankfurt-Höchst die Hochtechnologie noch stärker auszubauen. Dabei sinke der Personalbedarf. Klarer könnte man nicht ausdrücken, dass der technische Fortschritt für die Arbeiter keinen Nutzen bringt, solange die Produktion sich im Schraubstock des kapitalistischen Profitsystems befindet.

Hinzu kommt, dass sich die Konzernseite der Unterstützung durch die sogenannten "Arbeitnehmervertreter" vollkommen sicher ist. Nur deshalb kann sie so arrogant auftreten. Letztere behaupten zwar, sie seien von den Stellenabbauplänen überrascht worden. Doch der Bezirksleiter der IG BCE Rhein-Main, Ralf Erkens, zückte sofort die nationalistische Standort-Karte und behauptete, in Deutschland sei die Auslastung viel höher als in den französischen Sanofi-Werken. Der Hessenschau sagte Erkens: "Wenn man die Frage stellen würde: Wo laufen die Werke gut? Dann muss man gerade hier in Deutschland das Personal an Bord halten und nicht wegschicken."

Diese ersten Kommentare zeigen schon deutlich, dass ein gemeinsamer Kampf der Sanofi-Mitarbeiter um alle Arbeitsplätze mit der IG BCE nicht zu machen ist. Sie hat seit vierzig Jahren jede Umstrukturierung mitorganisiert und sich als loyaler Berater und Partner der Kapitalseite erwiesen." Weiterlesen…


Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) – ist das überhaupt eine Gewerkschaft?
Angesichts ihres Vorsitzenden Rainer Wendt, der sich von der NRW-Landesregierung schmieren liess, damit er einzig und allein "mehr Überwachung" und "mehr Rassismus" herumpöbelt, aber für die schlimmen Arbeitsbedingungen und Löhne seiner Polizisten keinerlei Finger rührt, darf man diese Frage berechtigterweise stellen.

Und kleine Quizfrage am Rande: Kennt ihr Oliver Malchow? Das ist der Präsident der GdP (Gewerkschaft der Polizei), die doppelt so viele Mitglieder hat wie die "Polizeigewerkschaft" des geschmierten Rainer Wendt. Aber die GdP wird von den Massenmedien weitestgehend totgeschwiegen. Kein Wunder, denn Oliver Malchow polemisiert nicht für mehr Überwachung und Rassismus, sondern stellt eher die Arbeitsbedingungen seiner Kollegen in den Vordergrund. Und da weiss unsere Systempresse doch, wessen Phrasen sie stets viel lieber weiterverbreitet.

Deshalb Rainer Wendt zuliebe ein kleines Lied


Kulturimperialismus
Das Brettspiel Monopoly kennt eigentlich jeder und es zeigt ganz hervorragend, wie Kapitalismus funktioniert. Nämlich sich zum Sieger zu machen, indem man seine Mitspieler finanziell platt macht. Aber welchen Einfluss haben z.B. Filme, Computerspiele und die Unterhaltungsindustrie auf unser Denken, Fühlen und Beurteilen?


SPD fordert Klarnamenzwang bei “Sozialen Netzwerken”
Und damit der Pöbel das nicht merkt, wird es versteckt hinter der Forderung nach einer "Digitalagentur für die Marktbeobachtung". Und die Qualitätsjournaille vom SPIEGEL spielt dieses Versteckspiel nur allzugerne mit und schreibt den geforderten Klarnamenzwang erst in den allerletzten Absatz – und stattdessen ein “Ministerium legt sich mit Google an” ganz gross auf die Schlagzeile.

Typische Systempresse als Handlanger der Regierung eben.


Juristen, Bürgerrechtler und Industrie warnen vor SPD-Gesetz gegen “Hate-Speech”
Wälzt die Hoheitsaufgabe der Justiz auf Privatkonzerne ab, verfassungswidrig, wird die Meinungsfreiheit beschneiden, nicht vereinbar mit dem Europarecht und eine Aufforderung, wahllos im Voraus alle verdächtigen Inhalte zu löschen – so berichtet es DIE ZEIT.

Kurzum: Ein typisches SPD-Gesetz.

Beleidigung, üble Nachrede, Volksverhetzung, Bedrohung, Verleumdung, Präsentieren verfassungsfeindlicher Symbole – alles längst verboten und gerichtlich einklagbar. Seit Jahrzehnten. Man muss diese Gesetze halt nur mal anwenden.

Ach ja: "Wahllos" gelöscht wird garantiert NICHT. Gelöscht wird stattdessen ganz gezielt. Und zwar all das, was die Herrschenden und ihre Regierungsmarionetten nicht lesen wollen. Schliesslich stehen bis zu 5 Millionen Euro Geldstrafe im Raum, wenn nicht gelöscht wird. Eine Geldbuße für zu Unrecht gelöschte Inhalte hingegen gibt es natürlich nicht. Soll der Pöbel doch teure Prozesse führen, wenn ihm seine Meinung so wichtig ist.

Die SPD fordert hier nichts anderes als die Erdoganisierung des Internets. Alles, was einem nicht passt, kommt weg.

Was sagen eigentlich die anderen Parteien im Bundestag zum SPD-Gesetz?

CDU/CSU-Fraktion: Gesetz nur ein erster, kleiner Schritt in die richtige Richtung
“Wir brauchen vielmehr umfassendere Mechanismen der Rechtsdurchsetzung – im Hinblick auf das Strafrecht ohne Beschränkung auf einzelne Straftatbestände ebenso wie das Zivilrecht. Der Staat muss dafür sorgen, dass die Bürger ihre Rechte durchsetzen können, wenn diese auf Internetplattformen verletzt wurden. Das gilt für das Persönlichkeitsrecht ebenso wie etwa für das Urheberrecht.”

Ach ja, das Urheberrecht, welches so tolle Klagen auf 10.000 Euro wegen einer einzigen getauschten MP3 bescherte.

Okay, typisch CDU/CSU eben. Völlig unbrauchbar. Aber was ist denn mit der Opposition?

GRÜNE: SPD-Gesetz geht nicht weit genug
Der Deutschlandfunk berichtet: “Das Vorhaben beziehe sich nur auf strafbare Inhalte”, sagte Renate Künast, die Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestages im Deutschlandfunk. “Wie Facebook und Co. mit Hass und Beleidigungen umgehen müssten, die nicht den Straftatbestand erfüllen, werde nicht angesprochen.”

Das ist ja NOCH schlimmer!

Die GRÜNEN wollen sogar zensieren, was NICHT (!!) strafbar ist.


LINKE: Kampf gegen Hass ist gesellschaftliche Aufgabe
“Von der Bundesregierung wird dabei zu Recht ein größerer Beitrag erwartet, als Symptome mit Gesetzverschärfungen zu bekämpfen. Nur mit Investitionen in Bildung, Aufklärung und sozialen Zusammenhalt kann sie dem Hass an die Wurzel gehen. Unser Ziel muss es sein, dass die Demokraten die Oberhand gewinnen und es auf jeden Hasskommentar etliche Gegenkommentare sowie Solidarität mit den Opfern gibt.”

So weit, so richtig. ABER auch dann kommen Satzbausteine wie "Schritt in die richtige Richtung" und der Hinweis, wenn man schon Konzernen die Meinungskontrolle überlässt, zusätzlich auch die Justiz aufzurüsten ist. Dabei hielt ich Jan Korte für einen durchaus fähigen Politiker beim Thema Netzpolitik und Überwachung.

Wie wir sehen, werden die PIRATEN im Bundestag schmerzlich vermisst. Die habe zu diesem Meinungsfreiheits-Abschaffungsgesetz die exakt richtigen Worte gefunden (klick).


Neue Strafrechtsreform: Drei Monate Mindesthaft
Wer sich in Zukunft an einer Sitzblockade gegen Neonazis beteiligt und beim Abführen durch die Polizei nicht fromm wie ein Lamm von dannen zieht, geht drei Monate hinter Gitter. Dies ist die Mindeststrafe. Ohne Bewährung. Und dabei muss der Beamte gar nicht zu Schaden kommen. Der Reflex, sich aus dem schmerzhaften Polizeigriff zu lösen, reicht völlig aus. So will es eine Strafrechtsreform, die noch diesen Monat durchs Parlament soll.

Dies ist 1:1 die Forderung der AfD, die eine Mindeststrafe von drei Monaten bei "Zuwiderhandlung gegen Amtspersonen" wollen. Nur eben halt durchgesetzt von CDU/CSU und der SPD. Die ganz ganz grosse Koalition aller Kapitalistenparteien. Denn auch die GRÜNEN werden im Bundesrat sicherlich einknicken und dieses Gesetz durchwinken.


Wahlausgang Niederlande – und was unsere Qualitätspresse schreibt
Der rechtsextreme Geert Wilders bekommt bei höherer Wahlbeteiligung sogar nochmal 3 Prozent mehr Wahlstimmen – aber unsere Presse jubelt, weil "der Rechtspopulismus gestoppt" wurde Dabei hat der Wahlsieger Mark Rutte ebenfalls gegen Flüchtlinge gehetzt und die Parolen der Rechtsextremisten 1:1 übernommen.

Wilders ist ein Symptom und nicht die Ursache des Rechtsrucks, mit dem die bürgerlichen Parteien auf die tiefe Krise der kapitalistischen Gesellschaft in den Niederlanden und auf dem ganzen Kontinent reagieren. Weder die EU noch andere europäische Regierungen sind gegen Fremdenfeindlichkeit und Anti-Islamismus. In Wirklichkeit ist die Misshandlung und Abweisung von Flüchtlingen seit Langem die offizielle Politik der EU. Ein Rutte ist nur ein Wilders mit etwas netteren Worten – und eine Merkel ist realpolitisch (!) dasselbe wie Frauke Petry, nur eben mit unterwürfiger Unterstützung durch die Massenmedien.


Herr Demagbo von der AfD
Der FAZ-Bericht über einen aus Westafrika stammenden AfD-Politiker, der den Kieler AfD-Landesbezirk gründete, wird momentan ja ziemlich oft herumgereicht. Demzufolge muss man ja einige Ergänzungen anbringen

Natürlich fallen alle Art von Menschen auf rechte Stimmungsmache herein – und demzufolgen auch Chinesen, Afrikaner, Lateinamerikaner oder Indonesier. Fremdenfeindlichkeit ist kein Alleinstellungsmerkmal für Deutsche, Europäer oder generell "die weisse Herrenrasse".

Typisch für Rechte ist es aber, dass sie nicht erkennen (wollen/können/dürfen), dass es NICHT an "den anderen" liegt, dass alles den Bach runter geht, sondern am System! Selbst wenn alle Ausländer abgeschoben, alle Homosexuellen ausradiert und jeder eine Familie mit zwei oder drei Kindern gründet, ist die Vermögensverteilung – und somit auch die Machtverteilung – immer noch dieselbe. Und mit rechter/rassistischer Politik wird NICHTS an diesen Verhältnissen korrigiert, geschweige denn das zugrundeliegende System analysiert und kritisiert, sondern nur die systembedingten Folgen angeprangert. Nämlich Flüchtlinge, Kriminalität und gescheiterte Integration.

Denn wie sagte Christoph Butterwegge: “Was fälschlicherweise Flüchtlingskrise genannt wird, ist eine Folge mangelnder Gerechtigkeit. In einer verteilungsgerechten Welt gäbe es die hohe Zahl an Flüchtlingen nicht.”

Weil die Rechten aber die obersten 10 Prozent nicht ins Visier nehmen (wollen/können/dürfen), sucht man sich andere Auswege, weswegen sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet, es immer mehr Flüchtlinge gibt und auch immer mehr Kriege angezettelt werden. Dann wird plötzlich die EU und der EURO eine "linke Phantasie", die gescheitert ist. Da wird Armut nur als Problem der gescheiterten Integration hingestellt. Und Kriminalität als Problem, welches man mit dem strikten Abriegeln der deutschen Grenze lösen kann. Und genau so "argumentiert" auch der afrikanische AfD-Mann Achille Demagbo.

Einer wie Achille Demagbo ist also zu bedauern, weil er zwar gut integriert wurde – aber leider auch ein typisches Opfer des deutschen Bildungssystems ist, in dem über den Kapitalismus und die Klassengesellschaft (mitsamt ihren logischen Folgen) nicht aufgeklärt wird.


“Daily Show”: Eine der beliebtesten Satiresendungen der USA
Für mich aufschlussreich ist, dass je mehr die angeblichen Qualitätsmedien versagen, umso mehr rücken Satiresendungen ins Blicklicht der Aufklärung. Oder wie es die Tageszeitung schreibt: “Deutsche Komiker wie Oliver Welke oder auch Jan Böhmermann sind gegen die US-amerikanische Politsatire bloß leicht verdauliche Kopien. Die Originale sind nicht nur wesentlich scharfzüngiger und investigativer, sie beeinflussen auch in viel größerem Maße die politische Meinung der US-amerikanischen Linken. Fast mehr als die nicht satirischen Medien, sagen kritische Stimmen. Bei einer Befragung im Jahr 2010 gaben immerhin 10 Prozent der “Daily Show”-Zuschauer an, sie sähen die Sendung wegen der Nachrichten.”

Huch, auch ich halte z.B. die "Heute-Show" für absolut oberflächlich und Jan Böhmermann zwar für einen hervorragenden Satiriker, aber wirklich systemkritisch ist auch er nicht.

Klickt mich etwa auch jemand an – wegen der Nachrichten?


Audi tiefer in Abgas-Skandal verstrickt als gedacht?
Bezeichnend für den gesamten (krankmachenden!) Abgasskandal ist dieser Absatz (Zitat): “Der Absatz auf dem europäischen Markt sei nicht Gegenstand der Ermittlungen, da hier laut Kraftfahrt-Bundesamt keine unzulässige (!!) Manipulation von Abgaswerten festgestellt werden konnte.”

Seht ihr: Bei den Abgaswerte zu betrügen ist kein Problem. Man darf eben nur nicht unzulässig betrügen


Und zu guter Letzt:

CDU kontert auf Schulz-Medienhype

4 comments

  1. epikur says:

    Ich mag ja Volker Pispers, Georg Schramm oder ein Martin Sonneborn auch sehr. Aber was mir zunehmend in meinem privaten Umfeld auffällt, ist, dass medienkritische oder politikkritische Themen fast immer satirisch oder unterhaltsam aufbereitet sein müssen, damit sie überhaupt ankommen. Damit einem überhaupt erst zugehört wird. Vermutlich, weil man während des Lachens die Ernsthaftigkeit des Themas gleich wieder vergessen kann. Also das Thema vergessen kann.

  2. Thilo Triehl says:

    Schulz hält an HartzIV-Sanktionen fest – nichts anderes habe ich erwartet. Die Rechten in unserem Land denken immer, oder behaupten es, die SPD oder die Grünen seien links. Gut, die haben vielleicht modernere Ansichten, Rechte sind rechts, weil sie rückständig sind, aber links ist die DKP oder die KPD, die MLPD usw. Aber bitte, selbst dem dümmsten Fluchtlingsheimanzünderossi müsste klar sein, dass SPD und Grüne genauso dieses kapitalistische System vertreten. Und jetzt an alle Rechten: auch eure verschissene AfD ist ein Verfechter dieses Systems. Sie tauschen vielleicht ein paar Figuren aus und setzen ihre Raffhälse und Schmarotzer ein, die einen verkaufen uns an den Ami, die anderen an den Iwan, wer immer das auch ist. Das ist Jacke wie Hose. Alle, die nicht von diesem System profitieren, dürfen sich nicht mit diesem Kapitalismus identifizieren. Kein Vertreter des Kapitalismus, weder Merkel noch Schulz noch Petry oder der braune Höcke haben ein Interesse daran, dass es Euch, liebe Arbeiter, Angestellte, Erwerbslose, Erwerbsunfähige, Rentner, Kranke und das Ganze auch noch mal in femininer Form gedacht, jemals wirklich besser geht. Diejenigen, die Privilegien besitzen, werden diese freiwillig nicht hergeben. Unter anderem deshalb gab es die Große Oktoberrevolution. Und genau deshalb gibt es ein unwahrscheinlich breites Spektrum an antikommunistischer Propaganda, genau deshalb hat man im Handumdrehen viele vernünftige Errungenschaften, die es in der DDR gab und zwar zu Hauf, vernichtet. Regelrecht vernichtet.

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