Aufgelesen und kommentiert 2013-12-08

Petition: Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen
Unterstützer sammeln bundesweit Unterschriften für Sanktionens-Petition
Kein Recht auf Faulheit
Deutschlandfunk-Podcast über Kinderarmut in Deutschland
EU: Steuerflucht als Geschäftsmodell
Trau, schau, der hat Geld
Was hat eigentlich die CDU vom Koalitionsvertrag?
Hartz-IV-Opfer vom Mindestlohn ausgeschlossen?
SPD: Parteiführung droht bei negativ ausfallender Mitgliederbefragung mit Rücktritt
SPD schaltet „Pro Große Koalition“ Anzeige in BILD
SPD-Jugend lehnt Koalitionsvertrag ab
Mindestlohn und PPP
Asylanträge dürfen nicht von Bundeswehr bearbeitet werden
Mehr als 500 Unternehmen zusätzlich von EEG-Umlagen befreit
Gegenspionage: Der überwachte Überwacher
Adventszeit mit der NSA
Große Koalition

Petition: Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen
Ich verlinke diese Petition jetzt so lange, bis die erforderlichen 50.000 Unterschriften zusammen gekommen sind. Auch wenn ich weiss, dass die Politik sich mit diesen Petitionen den Arsch abwischt und dutzende weitere Petitionen, die über 50.000 Unterschriften kamen, kurzerhand auf Eis gelegt hat. Allerdings war zumindest der Druck bei der Netzsperren-Petition so gross, dass es auch zur Anhörung kam und etwas bewirkte. Dafür reichen aber keine 50.000 (oder gar weniger) Unterschriften, sondern eher 100.000 aufwärts. Aber wenn die Meinung vorherrscht, dass man gar nicht erst kämpfen muss, weil es sich eh nicht lohnt – nun denn, bitteschön.

Der aktuelle Stand liegt nämlich nur bei lächerlichen 34.000 Unterschriften.

Unterstützer sammeln bundesweit Unterschriften für Sanktionens-Petition
„Von Oberbayern bis zur Nordseeküste sammeln Unterstützer der Petition von Inge Hannemann Unterschriften. Ihr Anliegen: Die Sanktionsparagraphen im Sozialrecht müssen weg. Denn die erlauben den Jobcentern, ihren »Kunden« die Leistungen, die eigentlich die Existenz sichern sollen, bis auf null zu kürzen. Betroffen sind Erwerbslose, Aufstocker, Rentner, Kranke und deren Kinder. Hannemann, selbst Jobcentermitarbeiterin und wegen ihrer Kritik an Hartz IV vom Dienst suspendiert, hält das für verfassungswidrig. Ihrer Schätzung nach kamen bei den Aktionen, die bis nächste Woche fortgeführt werden sollen, bereits mehrere tausend Unterschriften zusammen. Im Internet zeichneten bis Donnerstag rund 29.000 Menschen die Petition. Erreicht sie bis zum 18. Dezember das Quorum von 50.000 Unterzeichnern, muß sich der Bundestag damit befassen.“ Weiterlesen…

Kein Recht auf Faulheit
Ein Interview mit Matthias Kaufmann über die Medien-Debatte um Hartz IV. Und dazu könnte man noch einiges anmerken. Beispielsweise dass die Hartz-Gesetze die Arbeitslosigkeit um keinen Millimeter gesenkt, sondern nur umetikettiert hat. Und dass nicht der ehemalige SPD-Arbeitsminister Wolfgang Clement den Höhepunkt der Erwerbslosen-Verhetzung betrieben hatte, sondern auch Von der Leyen, Westerwelle, Mißfelder, Scholz, Steinbrück, Sarrazin, Lindner und viele weitere Steuergeld-Schmarotzer dieses nochmal zu unterbieten wussten. Für den heutigen Journalismus ist dieses Interview aber noch in Ordnung.

Deutschlandfunk-Podcast über Kinderarmut in Deutschland
H Ö R B E F E H L !!

Und für die Hörfaulen muss ich an dieser Stelle etwas umfangreicher zitieren: „Anna Müller hatte vor fünf Jahren einen Schlaganfall, der, wie sie sich ausdrückt, glimpflich abgelaufen sei. Doch so erfreulich das aus gesundheitlicher Sicht für sie war, genützt hat es ihr wenig: einerseits fand sie seither wegen ihres Handicaps keine Arbeit mehr: wer nimmt schon eine Frau, die im linkem Arm und Bein keine Kraft mehr hat, nur noch mit leichter Arbeit stundenweise belastbar ist? Andererseits gestehen ihr die Behörden keine Invalidenrente zu, weil die Frau noch „zu gesund“ sei. Nach der Scheidung habe sich Davids Vater verdrückt, sagt Anna Müller und zahle keine Pfennig. David sei ihm egal. Das sei die bittere Wahrheit. So sitzt die kleine Rest-Familie in der Hartz-IV-Falle – mit allen Konsequenzen: Das Geld reicht hinten und vorne nicht und manchmal ist der nächste Erste noch sehr weit weg, erzählt die gelernte Köchin. Die alleinerziehende Mutter würde gern wieder Arbeit finden, nicht mehr von der „Stütze“ abhängig sein. Doch egal, was sie auch immer versucht, niemand will sie haben. Allein mit einem kleinen Kind scheint einer Frau in Deutschland niemand etwas zuzutrauen.

Ihr Sohn David spricht das wie ein Mantra vor sich her. Immer wieder sagt er: Er hat genügend zu essen, es geht ihm gut. „Extravagante Sachen“ stehen im Hause Müller nicht zur Debatte. Hier geht es ums tägliche Überleben: Essen, Miete, Strom und Telefon müssen bezahlt werden, aber auch für die Schule braucht David immer wieder Geld. Vor vier Wochen erst sagte die Lehrerin, dass ein neues Lehrbuch für 20 Euro gekauft werden muss, erzählt der 13jährige und zieht seine leeren Hosentaschen nach außen. Mit dieser kleinen Geste versucht David seine Mutter aufzumuntern, doch die sieht beschämt zu Boden.

Und jetzt in der 8. Klasse geht es nicht mehr nur um Bücher- oder Kopiergeld, erzählt er aufgekratzt weiter. Wenn man dann kein Internet hat oder keinen Laptop, keinen Zugang dazu hat, dann ist man wirklich aufgeschmissen. Das funktioniert nicht. Ein Computer muss her, entschied Anna Müller, sonst verbaut sich der Junge noch seine Zukunft. Müllers fanden eine Lösung: Der kleine Laptop ist das Weihnachts-, Geburtstags- und Konfirmationsgeschenk in einem. Und nun stottert die Mutter auch noch die 400 Euro in monatlichen Raten ab. Ein Kraftakt gesteht sie. Wenn jetzt noch irgendetwas Unvorhergesehenes passiert, ist die Katastrophe da.

So wird dann am Essen gespart, und dann gibt es drei Wochen Haferflocken. Das geht tatsächlich dann über sehr billige Nahrungsmittel. Ein Toastbrot kostet 69 Cent. So ein Pott Marmelade – was kostet der? Ein Euro und dann kann man sich überlegen, wie viel Tage man da auch hinkommt, wenn man nicht so viel Toastbrot essen kann, wie man will. Sondern man kriegt eben eins zum Abendbrot und man kriegt ein oder zwei zum Mittag und dann hält das schon eine ganze Zeit. Diese preiswerte, aber ungesunde Ernährung, verbunden mit wenigen Möglichkeiten, die Freizeit mit Spiel, Sport und Bewegung zu verbringen, öffne jedoch den modernen Zivilisationskrankheiten Tür und Tor, sagt der Kinderarzt Bernward Fröhlingsdorf.

Der Kinderarzt weiter: „Es gibt kaum Kinder, die eigene Turnschuhe haben. Das waren Kinder, die waren noch nie im Zoo, ganz selten mal im Schwimmbad. Aber dann kommen ebenso Sachen: ja, ich kann nicht mitturnen, weil ich das habe oder so. In Wirklichkeit stellt sich heraus, sie haben gar keine vernünftigen Turnschuhe, oder sie wollen nicht zur Schule, weil der Tornister kaputt ist. Schulvermeidung, sagt der altgediente Kinderarzt Fröhlingsdorf, spiele in armen Familien eine große Rolle, ein Teufelskreis. Der ständige Kampf ums tägliche Dasein mache sowohl die Kinder als auch die Eltern kaputt.“

Geld für Klassenfahrten ist beim besten Willen nicht mehr drin. David resigniert: „Man muss die Woche in die Schule gehen und normal Unterricht und so was. Und das ist dann so, wenn die anderen alle hinfahren und du bist alleine da und kannst nicht mitfahren, das ist dann schon etwas doof.“ David sieht eine Weile still auf seine Knie. Allein die Vorstellung, die anderen kämen zurück und erzählten, wie toll es war, ist für den Teenager kaum erträglich. „Ich kann doch nichts dafür“, sagt David leise und sieht dabei fragend auf. „Ich habe Schüler in der Klasse, die sind große Machos, die haben Haufen Kohle und die würden sagen, ah, du hast kein Geld und so was, du bist ein Asi.“ Kinder sind da sehr brutal im Umgang miteinander. Asi als Abkürzung für Asozialer ist ein gängiges Schimpfwort geworden. Wenn kein Geld für den Kindergeburtstag da ist oder die Kinder noch nie im Zoo gewesen sind, nicht mitreden können, ist der Weg ins gesellschaftliche Abseits kurz.

David ist kein Einzelfall: Jedes dritte Kind in Bremen lebt in behördlich festgestellter Armut. Kommen diejenigen dazu, die knapp über der definierten Armutsgrenze liegen, ist es schon jedes zweite.“

Tja Leute: So sieht das „uns geht es gut“ Deutschland aus, welches „Dank Agenda 2010“ gut durch die Krise gekommen ist. Der ganze Stolz der „modernen“ Sozialdemokratie. Und der Bericht geht noch deutlich weiter z.B. mit der „Blauen Karte“ vom Sozialamt, mit der man die armen Kinder in der Schule kennzeichnet, die sich dann ein billiges Essen in der Schule abholen können. Und über das ständig druckmachende Sanktionscenter. Über den grauen Alltag zwischen ständigem Mangel, fehlendem Selbstwertgefühl und einhergehender steigender Depression, weil die kleinen Freuden im Leben fehlen. „Sind die Mütter depressiv, versinken in Hoffnungslosigkeit, sehen gar kein Perspektive aus dem Dilemma herauszukommen, bleibe das bei ihren Kindern nicht folgenlos“, so der Kinderarzt Fröhlingsdorf. „Ob ich lerne oder nicht, spielt ja eh keine Rolle. Ich sehe es ja bei meine Eltern, vielleicht auch bei der Generation davor: Die sind arbeitslos, haben nix.“ Und Dank der anstehenden „Grossen Koalition“ bleibt all diese Betroffenen auch weiterhin nichts.

Auf auf, SPD-Basis, und stimmt mit JA für den CDU/CSU-Koalitionsvertrag.

EU: Steuerflucht als Geschäftsmodell
„Lange Zeit galt Steuerflucht als Kavaliersdelikt, das nicht ernsthaft verfolgt wurde. Mit der Anklage des Fußballfunktionärs Uli Hoeneß rückt zwar derzeit die Steuerhinterziehung durch wohlhabende Privatpersonen wieder in den Fokus der Politik. Das Ausnutzen von Steuerschlupflöchern durch Unternehmen und die damit verbundene Steuervermeidung werden jedoch noch immer als mehr oder weniger legitime Form der Wirtschaftsförderung angesehen. Dem will die EU nun endlich einen Riegel vorschieben. Doch schon jetzt ist absehbar, dass daraus nichts wird. Obwohl der Schaden durch die Steuervermeidung gigantisch ist. Laut Europäischem Parlament gehen in der EU pro Jahr schätzungsweise eine Billion Euro durch Steuerbetrug, Steuerhinterziehung, Steuerumgehung und aggressive Steuerplanung verloren. Dies entspricht einer jährlichen Kostenbelastung von annähernd 2000 Euro pro EU-Bürger.“

Oder anders formuliert: Jeder EU-Bürger könnte 2.000 Euro netto mehr in der Tasche haben, wenn steuerflüchtige Unternehmen und Millionäre genauso Steuern zahlen müssten, wie der Pöbel.

Trau, schau, der hat Geld
Roberto De Lapuente

Was hat eigentlich die CDU vom Koalitionsvertrag?[/url]
„Der designierte FDP-Chef Christian Lindner nannte den Koalitionsvertrag ein „sozialdemokratisches Programm“. DGB-Chef Michael Sommer gluckste vor Freude über „das Erreichte“ und die Spitzen der deutschen Wirtschaft bekamen einen roten Kopf vor Zorn über die „teuren Sozialgeschenke“ der Großen Koalition. Man könnte sich fragen: Warum ließ die CDU das mit sich machen?

Nun, für die Strategen der CDU ist der Koalitionsvertrag nur ein Haufen Papier, eine unverbindliche Absichtserklärung, die fast alles im Ungefähren lässt. Der Realpolitik kann ein solcher Koalitionsvertrag nichts befehlen. Die SPD aber formuliert vollmundig ihre Ansprüche und setzt sich damit gewaltig unter Druck. Kann sie ihre Ansprüche nicht einlösen, wird die Enttäuschung bei den Wählern und Anhängern riesengroß sein. Darauf setzt die CDU. Sie wird versuchen, möglichst viele SPD-Vorhaben zu verwässern oder auf die lange Bank zu schieben.

Dies wird der SPD noch schwer zu schaffen machen. Ihre gute Position im Bundesrat (sie regiert in 13 von 16 Bundesländern) dürfte von Landtagswahl zu Landtagswahl schwächer werden. Und 2017 wird die vollständige Rechnung präsentiert. Dann wird man der SPD vorhalten, was sie alles nicht geliefert hat. Wer sich also wundert, warum die CDU der SPD in der öffentlichen Debatte über den Koalitionsvertrag so generös den Vortritt ließ, muss nur auf 2017 schauen.“

Dazu passt:

Hartz-IV-Opfer vom Mindestlohn ausgeschlossen?
Die Vertreter von CDU und CSU laufen sich bereits warm, um mit möglichst vielen Ausnahmeklauseln den Mindestlohn zu torpedieren. Auf auf, SPD-Basis, und nickt eine Regierung unter Merkel ab

SPD: Parteiführung droht bei negativ ausfallender Mitgliederbefragung mit Rücktritt
Wie jetzt? Das soll eine Drohung sein? Das ist doch wohl DIE CHANCE!

SPD schaltet „Pro Große Koalition“ Anzeige in BILD[/url]
Kostenpunkt: Knapp eine halbe Million Euro. Und das ist noch der harmloseste (!) Vorwurf. Lesebefehl für alle SPD-Anhänger, die KEINE kostenlose Eselsmütze von mir haben wollen

SPD-Jugend lehnt Koalitionsvertrag ab
Eine nette Randnotiz, aber mehr auch nicht, denn:

Die Jusos haben NICHTS zu melden. Gar nichts!

Die Jusos haben weder die Agenda 2010, noch Hartz4 verhindert. Die Jusos haben weder die Leiharbeits- noch die Werkverträge-Ausbeutungen verhindert. Die Jusos haben weder die Rente mit 67 verhindert, noch den kapitalgedeckten Riester-Volksbetrug. Die Jusos haben weder Steinmeier noch Steinbrück als Kanzlerkandidaten verhindert. Die Jusos haben weder den Afghanistan-Krieg noch die Zwei-Klassen-Medizin verhindert.

Die Jusos schreiben nette Texte, rebellieren mal hier und da ein wenig herum, haben aber NICHTS zu melden. Und dessen sollte man sich auch bewusst sein, wenn jetzt dieselben Jusos die „Große Koalition“ ablehnen. Diese Ablehnung verdient keine grössere Meldung, als wenn ein Hund einen Postboten beisst.

Mindestlohn und PPP
„Die Zahl der Beschäftigten und der Umsatz im Sicherheitsgewerbe steigen. Es gibt – laut FAZ – rund 4.000 Unternehmen und 183.000 Beschäftigte. Je nach Ländern gelten unterschiedliche Mindestlöhne; Unternehmen, die in den neuen Bundesländern ihren Stammsitz haben, aber z.B. in Berlin ihre Dienste anbieten, sind klar im Vorteil.

Aber warum „boomt“ das Sicherheitsgewerbe überhaupt? Nun, Städte und Gemeinden müssen ihre Gebäude bewachen, die dort Beschäftigen bekommen aber den Tariflohn für den öffentlichen Dienst. Das ist den Kommunen zu teuer, also wird alles „outgesourct“. Private Sicherheitsfirmen bewachen jetzt Rathäuser und Schulen. Dafür hat sich die Neusprech-Abteilung den Begriff „Public-Private Partnership“ ausgedacht. Es geht also darum die Löhne zu drücken. Das beschreibt man am besten mit einem Begriff, der positiv klingt: „Partnerschaft“.

Asylanträge dürfen nicht von Bundeswehr bearbeitet werden[/url]
Ach Gottchen, was sich die LINKE da wieder künstlich aufregt. Denn wenn jemand Erfahrungen im Umgang mit Ausländern hat, dann doch wohl unsere Wehrmacht. Egal ob arabische Asylanten aus Tunesien (Erwin Rommel), slawische Asylanten aus dem Osten (Unternehmen Barbarossa), oder die ganzen Asylanten vom Balkan. Also wenn überhaupt jemand weiss, wie man damit umzugehen hat, dann doch wohl unser Militär

Gut, einige Ausländer könnten tatsächlich brauchbar sein. Vielleicht haben die Quandts und Klatten ja nochmal Interesse an deren Verwertung in einer Batteriefabrik. Oder die „I.G. Farben“ (Bosch, BASF, Bayer, Wacker, usw.) stellt der Wirtschaft nochmal synthetisches Benzin zur Verfügung. Hat damals auch einen tollen Aufschwung gebracht. Ausserdem steht der Winter vor der Tür und „Zivilarbeiter“ waren damals schon eine angenehme Lösung für alle Art von Wetterprobleme.

Den überflüssigen Rest kann dann das Militär in traditioneller Art konzentrieren und eine „befristete“ Arbeitserlaubnis erteilen. Die Wirtschaftsbonzen, die damals auch nicht gerade zimperlich waren, schimpfen ja heute schon wieder gegen den (erst ab 2017 geltenden) „Mindestlohn“ – und hätten darüber eine angenehme Möglichkeit für dessen Umgehung.

Mit Hartz4 haben CDU/CSU und SPD die Zwangsarbeit nach Deutschland zurückgebracht. Der Mut zur gesamten Vollendung könnte mit der 80-Prozent-Koalition endlich erreicht werden. Auf auf, SPD-Basis, und stimmt dem Koalitionsvertrag zu

Mehr als 500 Unternehmen zusätzlich von EEG-Umlagen befreit
Die Kosten für diese Konzernsubvention belaufen sich auf mehr als 1 Milliarde Euro und türmen sich auf insgesamt 5,1 Milliarden Euro im Jahr auf. Im Klartext: Jeder Bundeshaushalt muss rund 130 Euro jedes Jahr an höheren Stromkosten zahlen, damit diese Konzerne weiterhin keinen einzigen Gedanken an Stromeinsparungen verschwenden müssen.

Und das Beste: Weil die EU ja bereits angekündigt hat, dagegen einzuschreiten, hat man dieses Milliardengeschenk noch schnell vor Weihnachten rausgefeuert. Die FAZ schreibt: „Aus Sorge vor Sanktionen der EU-Kommission, hatte die Bundesregierung das federführende Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gebeten, die Bescheide für das Jahr 2014 früher als sonst zu versenden – als eine Art vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Das ist aus zwei Gründen bedeutsam: Einerseits, weil die Zahl der positiven Bescheide über eine reduzierte EEG-Umlage stark wächst, zum anderen, weil die Regierung mit dem Versand der Bescheide der EU-Kommission zuvorkommt, die die Hilfen zu Fall bringen will. Das Ausfertigen und Versenden der Bescheide nach der „besonderen Ausgleichsregelung“ für 2014 kann die EU demnach schon einmal nicht mehr verhindern.“

Mal schauen, wann die entsprechenden Belohnungs-Parteispenden dafür eintrudeln.

Gegenspionage: Der überwachte Überwacher
Coole Aktion der Schweizer Journalisten, die einfach mal ihren Geheimdienstchef ausspionierten und alles auf einer eigens eingerichteten Webseite veröffentlicht haben:

– Geburtsort
– Karriere
– Arbeitsplatz
– Gehalt
– Autofahrstil
– seine Yacht
– Hobbys
– Freunde
– Kirche

Fehlt nur noch, dass die Journalisten behaupten, dass sie mit ihrer Ausspionierung diverse Terroranschläge verhindert haben. Das kann zwar niemand beweisen – aber das hindert die Geheimdienste ja ebenfalls nicht, denselben Unfug zu behaupten[/url].

Adventszeit mit der NSA[/url]
Nur mal ein paar Beispiel aus diesem herrlichen Adventskalender

„Mir ist nicht bekannt, dass ich abgehört wurde.“
Zitat:[/url] Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU, am 14. Juli 2013.

„Law and Order sind sozialdemokratische Werte.“
Zitat:[/url] Ex-Innenminister Otto Schily, SPD, am 27. Juli 2013.

„Die neuen Vorwürfe, die kommen, sind ein Thema zwischen der amerikanischen Regierung, der NSA und den Herstellern. Damit haben wir in Deutschland nichts zu tun und ich sehe auch keine neue Eskalation des Skandals.“
Zitat:[/url] Philipp Mißfelder, außenpolitischer Sprecher der CDU, am 8. September 2013.

Und zu guter Letzt:

Große Koalition

3 Kommentare

  1. Eine Petition ist eine Bittschrift, oder?

    Warum gibt es so wenig Bittsteller?

    a) es gibt sowenig Hartz IV – Betroffene, dass sie anderweitig Unterschriften sammeln müssen.

    b) Die Betroffenen wollen nicht betteln, sondern Kämpfen….seufz…..

  2. zu Mehr als 500 Unternehmen zusätzlich von EEG-Umlagen befreit:

    Ich möchte nur kurz anmerken, daß die 130€ Mehrkosten an Strom pro Jahr auch von den übrigen, nicht von der EEG-Umlage befreiten Unternehmen zu berappen sind…

  3. „Deutschlandfunk-Podcast über Kinderarmut in Deutschland“

    Das kenn ich nur zu gut. Stell dir vor du bekommst nur 3 € Taschengeld in der Woche. Stell dir vor wie es ist wenn sich die Schulkameraden für´s Kino verabreden. Stell dir vor du musst dafür mindestens sechs Wochen sparen. Fühl wie schön es wäre teilzuhaben, fühl aber auch wie du dann auf alles andere verzichten musst. Sieh mit an, wie die Schulkameraden in der Zeit in der du sparen musst weitere tolle Dinge miteinander unternehmen. Bemerke wie gut die sich in der Schule verstehen, zusammen wachsen. Stehe am Rand weil du nicht mitreden und miterleben kannst.

    Stell dir vor wie es ist, wenn doch mal jemand auf die Idee kommen sollte dich zu seinem Geburtstag einzuladen. SCHRECK. Du weißt; alle anderen haben tolle Geschenke, du nicht. Die werden danach bequem von ihren Eltern mit dem Auto abgeholt, du musst Heim laufen. Sieh die mitleidigen Blicke der anderen und schlage deren Bitten aus, weil du dir wenigstens etwas Achtung bewahren willst und hoffst, dass deine Armut dadurch doch nicht so auffällt.

    Stell dir vor wie es ist, wenn du morgens mindestens 20 Minuten früher aus dem Haus musst und nach der Schule später heim kommst, weil du kein Fahrrad oder Geld für den Bus hast. Die anderen sind schon daheim, haben gegessen und können fast schon an´s „raus-gehen“ denken, während du erst noch im Haushalt mithelfen musst. Danach noch Hausaufgaben.

    Du würdest sie gerne gut machen, aber du warst im Unterricht damit beschäftigt dein schlechtes Schreibgerät flott zu kriegen, hast deswegen nicht alle Anforderungen aufschreiben können, vergisst was, schlechtere Bewertung. Wenn andere schlechte Bewertungen haben, dann machen die mal Nachhilfe, wenn du nicht mitkommst, dann stimmt laut denen natürlich mit dir was nicht. An der Armut kann das schließlich nicht liegen, die gibt es in Deutschland nicht.

    Stell dir vor du machst einen Ferienjob oder trägst Zeitungen aus; Davon werden aber erst mal Klamotten oder Schulsachen gekauft. Der andere, der hat sich davon einen Computer kaufen können.

    Dann hab vielleicht mal Anschluss gefunden, hab Freunde, aber lasse sie niemals in deine Wohnung….was wollen die dort auch sehen, mit was wollten wir dort schon spielen?

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