Aufgelesen und kommentiert 2013-01-23

SPIEGEL jubelt: „2012 arbeiteten so viele Menschen wie nie“
Fachkräftemangel: Deutschland fehlen Tausende Lokführer und Klempner
Hartz-IV-Sanktionen im Werra-Meißner-Kreis: Jobcenter greift durch
Wer dem armen Schlucker die Sozialhilfe neidet, kürzt sich am Ende selbst das Einkommen
IG Metall-Chef Berthold Huber stimmt auf Zurückhaltung in der Tarifrunde ein
Was Sie sicher nicht über die wirtschafliche Entwicklung hören wollten
Wann wird die EU die Atemluft privatisieren?
Lob der Aufklärung
Umsturz abgeblasen: Philipp Rösler bleibt FDP-Chef
Wahl in Niedersachsen: 97 Prozent wählen spätrömische Dekadenz
DIE LINKE wird nicht mehr vom „Verfassungsschutz“ beobachtet
Die zum Schweigen gebrachte Mehrheit
Neusprechfunk, dritte Ausgabe
Die Wahrheit, was wirklich passierte und was in der Zeitung stand
Über das, was sie nicht beim Namen zu nennen pflegen
Verantwortung in Freiheit
Mutti mit Stahlhelm
Political Correctness – in Kinderbüchern
Neonazi-V-Mann blieb jahrelang unbehelligt von der Polizei
Abtreibungsgegner schicken bezahlte Detektive in Kliniken
Die BigBrotherAwards 2013 – Jetzt nominieren
Glimpflich verlaufender Winter 2012/2013

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SPIEGEL jubelt: „2012 arbeiteten so viele Menschen wie nie“
Es kann sich ja jeder mal den Qualitätsbericht vom ehemaligen Nachrichtenmagazin durchlesen, ob er darin auch nur eine einzige kritische Recherche findet. Denn ein Klick auf die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes über die Zahl der Hungerlöhner in Deutschland (die im Juli veröffentlicht wurden) hätte die bejubelten Zahlen sofort richtig einordnen können.

Der SPIEGEL schreibt: „Im Durchschnitt gingen 41,5 Millionen Menschen mit einem Wohnort in Deutschland einer Beschäftigung nach – so viele wie nie zuvor. Seit 2005 ist die Zahl der Erwerbstätigen damit um insgesamt 2,66 Millionen Personen gestiegen. Am stärksten wuchs erneut die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die mit rund 37 Millionen auch weiterhin die größte Gruppe stellen.“

Liest sich, als wäre alles toll, gell?

Dagegen das Statistische Bundesamt: „Im Jahr 2011 lag die Zahl der Normalbeschäftigten mit 23,67 Millionen noch niedriger als vor zehn Jahren (2001: 23,74 Millionen) und deutlich unter der von 1991 (26,83 Millionen). Als Normalbeschäftigte gelten hier Erwerbstätige mit einer wöchentlichen Arbeitszeit ab 21 Stunden. Die Zahl der atypisch Beschäftigten war im Jahr 2011 ebenfalls höher als im Vorjahr und erreichte mit insgesamt 7,92 Millionen Personen einen neuen Höchststand. Zu den atypisch Beschäftigten werden in Abgrenzung zum Normalarbeitsverhältnis Erwerbstätige in befristeten, geringfügigen und Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen mit weniger als 21 Wochenstunden sowie solche in Zeitarbeit gezählt.“

Zack – und schon ist man zurück in der Realität.

Und aufgepasst: Das Statistische Bundesamt ist alles andere als eine „linke Klitsche“, sondern direkt der Bundesregierung unterstellt, in deren Auftrag sie ihre Berichte zu veröffentlichen hat. Was genau gab es also zu feiern? Dass es der Merkel-Regierung gelingt, immer mehr Menschen in Hungerlohnjobs zu prügeln, ohne dass sich dies an den Wahlergebnissen widerspiegelt? DAS wäre nämlich die korrekte Schlagzeile gewesen. Aber für Ehrlichkeit ist der Qualitätsjournalismus hierzulande ja gar nicht zuständig.

Fachkräftemangel: Deutschland fehlen Tausende Lokführer und Klempner
„Neben Ärzten und Pflegern herrscht auch in anderen Bereichen extremer Mangel“, schreibt DIE WELT. „Manches Unternehmen könnte deshalb sogar das Land verlassen.“ Den Lokführer, Klempner oder Arzt möchte ich mal sehen, der uns von China aus bedient. Oder extra aus Litauen angereist kommt.

Die Fachkräftemangel-Volksverblödung wird immer bekloppter.

Hartz-IV-Sanktionen im Werra-Meißner-Kreis: Jobcenter greift durch
Und während man sich in Hessen über die steigende Menschenverachtung freut, die man (inklusive Nachkommastelle) sogar mit einem statistischen Plus von 24,2 Prozent feiert, installieren zeitgleich SPD und GRÜNE in NRW gleich mal 238 zusätzliche Sanktionierer, um die Staatskasse aufzubessern. „Durch diese Maßnahme sollen 20.000 Menschen zusätzlich sanktioniert werden können“, so das Motto.

Unnötig zu erwähnen, dass Frank-Jürgen Weise als Vorstandschef der BA das Vorgehen der Jobcenter immer noch für zu zimperlich und ineffektiv hält und sogar zum gegenseitigen Wettbewerb um die grösstmögliche Menschenschinderei anstachelt. „Vergleichsmodelle der Bundesagentur offenbarten immer noch „nicht akzeptable Unterschiede“ zwischen strukturell ähnlichen Arbeitsagenturen und Jobcentern“, zitiert ihn DIE WELT. „Seiner Ansicht nach sei der Effekt der Hartz-Reformen inzwischen weitgehend aufgebraucht.“ Das flächendeckende „In-die-Armut-prügeln“ der Überflüssigen verliert in seinen Augen also an Schwung. „Jetzt muss ich sagen: „Strengt Euch an, es wird schwieriger, macht ein bisschen mehr“.“

Ich hingegen frage mich: Wann bitte kommt endlich die sanktionsfreie Grundsicherung? Oder wollen wir weiterhin jeden Humanismus bekämpfen? Bringt uns das irgendwie weiter?

Wer dem armen Schlucker die Sozialhilfe neidet, kürzt sich am Ende selbst das Einkommen
Warum eine generöse Mindestsicherung und ordentliche Mindestlöhne für alle gut sind – auch für die, die mehr verdienen und nie in Gefahr kommen, von der Stütze leben zu müssen.

IG Metall-Chef Berthold Huber stimmt auf Zurückhaltung in der Tarifrunde ein
„Konkrete Zahlen wollte Huber zwar nicht nennen, betonte aber, den »relativ hohen Umverteilungsfaktor« habe man 2012 mit Nachholbedarf aus den vorangegangenen Jahren begründet. »Diesen Faktor kann man dieses Jahr nicht heranziehen.«“ Im Klartext: Die auf 12 Monate umgerechnete 3,9 Prozent Lohnerhöhung aus 2012 war laut Huber also schon „übers Ziel hinaus“ geschossen. Und 2013 muss deutlich darunter liegen. Angesichts solcher Aussagen musste ich nochmal bei Wikipedia nachschauen, ob Berthold Huber tatsächlich Chef einer Gewerkschaft ist, oder doch eher vom Arbeitgeberverband.

Aber wartet, geht noch weiter: „»Ich halte nichts davon, unsere Wettbewerbsposition über überdimensionierte Lohnerhöhungen nach unten zu drücken«, sagte der IG-Metall-Chef. »Man komme nur weiter, wenn in anderen Staaten ähnliche Produktivitätssteigerungen erreicht würden wie hierzulande.«“ Womit Berthold Huber also explizit die ruinöse Kürzungspolitik von Merkel unterstützt – und den streikenden Gewerkschaftskollegen in unseren europäischen Nachbarländern genüsslich in den Arsch tritt.

Für solche Chefs zahlt man doch gerne Gewerkschaftsbeiträge

Was Sie sicher nicht über die wirtschafliche Entwicklung hören wollten
Jochen Hoff mit einer schonungslosen Abrechnung.

Wann wird die EU die Atemluft privatisieren?
Sehr schöne Glosse Und gegen die EU-Pläne zur Privatisierung des Trinkwassers gibt es bereits eine europaweite Petition (klick). Falls eine Million Europäer unterschreiben, wird in der Regel die Petition auch vom EU-Parlament angenommen. Tun sie es nicht, dann tun sie es nicht.

Lob der Aufklärung
„Nicht dass nachher einer sagt, er habe nicht Bescheid gewusst, was uns blüht, wenn Merkel erneut ins Kanzleramt zieht. Die CDU-Vorsitzende Merkel wird ihren gefährlichen Kurs des deutschen und europäischen Spardiktats unbeirrt fortsetzen. Sie wird weiter daran mitwirken, dass Länder wie Griechenland finanziell auf Jahre nicht gesunden. Und sie wird dabei sogar in Kauf nehmen, dass sie damit das bisherige Modell der wirtschaftlichen Vorherrschaft Deutschlands in Europa gefährdet: Wir exportieren, was das Zeug hält, und die anderen verschulden sich bis zum Tode, um unsere Waren zu kaufen. Es gäbe sinnvolle Alternativen: Die Schuldenprobleme vergemeinschaften, also solidarisch zu lösen; die Haushalte auch durch gerechtere Steuern für Vermögende und Spitzenverdiener entlasten; die Ungleichgewichte im Handel abbauen (klick), indem Deutschland die eigene Binnennachfrage stärkt – aber all das kommt für die Kanzlerin nicht in Frage. Angesichts der ideologisch verbohrten Handlungsweise unserer Regierung ist es höchste Zeit, der Kanzlerin das soziale Mäntelchen vom Leib zu reißen, mit dem sie ihre reale Politik so erschreckend erfolgreich verdeckt.“ Weiterlesen…

Umsturz abgeblasen: Philipp Rösler bleibt FDP-Chef[/url]
„Brüderle wird das Gesicht für die Wahl im Herbst sein“, wird Rösler zitiert, der somit folgerichtig „der Arsch für die Wahl im Herbst“ bleibt

Wahl in Niedersachsen: 97 Prozent wählen spätrömische Dekadenz[/url]
Spricht mir aus der Seele. Und während die Süddeutsche Zeitung noch über einen Angriff des (jetzt) rot-rot-grünen Bundesrats gegen Merkel halluziniert, macht SPD-Chef Sigmar Gabriel bereits unmissverständlich klar, dass jeder Eindruck eines rot-rot-grünen Bündnisses vermieden werden muss. Lieber verzichtet man auf die Durchsetzung des eigenen Parteiprogramms, als dass man der Linkspartei zustimmt.

DIE LINKE wird nicht mehr vom „Verfassungsschutz“ beobachtet
Das hat Bundesinnenminister Friedrich (CSU) sogar schon im November 2012 angeordnet, aber bis heute verheimlicht, damit die LINKE weiter schön in der Schmuddelecke schmort[/url]. Und ein Klick auf Google-News (klick) zeigt dann auch, dass sich auftragsgemäss auch alle grossen Qualitätsmedien daran halten, diese entlastende Nachricht zu verschweigen.

Zudem erfolgt ja spätestens im Sommer der Urteilsspruch des Bundesverfassungsgerichts, ob die LINKE überhaupt vom „Verfassungsschutz“ beobachtet werden darf. Da kann es ja nicht schaden, dass man das ohnehin Unumgängliche bereits erledigt hat, um sich weitere Peinlichkeiten zu ersparen.

Die zum Schweigen gebrachte Mehrheit
„Die Medien könnten die größte Friedensmacht der Welt sein, stattdessen werden sie als Kriegswaffen eingesetzt. Kriegskritiker kommen praktisch nicht zu Wort, abweichende Meinungen würden ausgefiltert. Die Medienkonzerne gäben oft nur die Positionen der Konzerne und der Politiker wieder, die von Konzernen finanziert werden. So schrumpfe die von den Medien abgebildete Meinungsvielfalt zunehmend. Denn die zum Schweigen gebrachte Mehrheit – also diejenigen, die gegen Krieg, gegen Folter sind, die wegen Armut und der Kontrollmacht der Unternehmen tief besorgt sind – sind keine Randgruppe. Sie sind nicht einmal eine schweigende Mehrheit, sondern eine Mehrheit, die zum Schweigen gebracht wird.“

Dazu passt[/url] (Zitat): „Europa am Abgrund“, heißt die SPIEGEL-TV-Reportageserie zur Eurokrise, die auf Sat.1 startete. Zumindest die ersten beiden Folgen, Griechenland und Italien, verfilmen den deutschen Blickwinkel auf die Misere im Süden. In dem sind Korruption, Staatsschulden und südliche Faulheit verantwortlich dafür; Finanzspekulation, deutscher Exportwahn und Merkels Krisenpolitik jedoch keine Schuld tragen. Doch Italiens Wirtschaft mit Sizilien erklären zu wollen ist so aufschlussreich, wie die deutsche Wirtschaft mit Mecklenburg-Vorpommern zu erklären. SPIEGEL-TV sucht gezielt Bilder zum Klischee – und findet sie, natürlich. Man könnte ähnliche auch in Deutschland ausmachen: Aber wäre Kurt Becks Nürburgring ein Beweis für „Deutschland am Abgrund“?“

Neusprechfunk, dritte Ausgabe[/url]
Auch diesmal wird wieder einiges an Neusprech beleuchtet, wie zum Beispiel:

– europäische Staatschuldenkrise (als Ablenkung davon, dass Zockerbanken für die Verschuldung sorgten)
– Gegenfinanzierung (doppelt gemoppelt, denn entweder etwas ist finanziert, oder nicht finanziert)
– frauenpolitische Flexiquote (ein Oxymoron, denn entweder Flexibilität, oder Quote)
– Powerpartner (für reine Karrierefamilien)
– der „klare Kompass“ auf stürmischer See (ohne Richtungsangabe, auch die Titanic hatte einen klaren Kompass)

Zudem wird auch die „Steuerentlastung“ für Spitzenabkassierer angesprochen, weil Steuern ja keinesfalls der gesellschaftliche Beitrag dafür sind, dass wir Strassen, Krankenhäuser und sozialen Frieden haben, sondern (mit entsprechender Betonung) eine Belastung (!) darstellen. Besonders für diejenigen, die eh schon im Überfluss leben.

Dazu passt:

Die Wahrheit, was wirklich passierte und was in der Zeitung stand
Wie Massenmedien unsere Wahrnehmung beeinflussen. Ein Videovortrag vom 29C3-Kongress.

Über das, was sie nicht beim Namen zu nennen pflegen
Wenn ein blutiger und massentodbringender Krieg zum „humanitären“ Einsatz umgedeutet wird, muss geballte Volksverdummung her. „Man sah schon Bilder im Fernsehen, da jubelten Malier (oder nun doch Malinesen?) den Franzosen zu, standen französischen Kettenfahrzeugen Spalier und tatsächlich: sie lachten, waren fröhlich, erleichtert ausgelassen. Immer wenn der weiße Mann kommt, freuen sie sich in Afrika, konnte man da meinen. Wer will da nicht auch als Held beteiligt sein? Freundlich empfangene Soldaten machen jeden Krieg, den sie Friedensmission zu nennen pflegen, zu einer mutmaßlich gerechten Sache. So war es immer. Als die Alliierten in Frankreich landeten und sogar als die Deutschen in Polen einmarschierten konnte man bewegte Bilder der Freude sehen. Blumenmädchen und senile Greise, die dem Tötungshandwerk auf Durchreise sentimental oder freudig erregt zuwinken, gab es zu allen Zeiten, in allen Kulturen. Jeder Krieg war noch ein gerechter und jeder einmarschierende Krieger war noch immer ein Vertreter dieser Gerechtigkeit auf Blutbasis.“ Weiterlesen…

Verantwortung in Freiheit
„Bis heute weiß eigentlich niemand, was die Bundeswehr seit zwölf Jahren dort macht und vor allem wozu. Damit auch gar nicht erst dumm gefragt wird, marschiert sie also bald nach Mali. Das liegt wie der Rest der Welt bekanntlich „vor der europäischen Haustür“ und darf kein „Rückzugsraum für Terroristen“ werden. Daher helfen wir auch dort. Warum? Weil der Islamterrorist Leute erschießt. „Per Kopfschuss“, wie der SpOn heute berichtet. Schrecklich! Der Terrorist ist Islam und Islam der Terrorist. So wie der Taliban, auch ein Islam. Den übrigens müssen wir natürlich töten. Allerdings nicht grausam per Kopfschuss, sondern aus dem königlichen Hubschrauber. Das ist gut und gerecht. Sobald wir dann den Islam zurückgedrängt haben, bilden wir die Guten wieder aus und ziehen ins nächste Gefecht. Ohne Überschwang und Menschenrechte, aber „in Verantwortung®“. Für die europäischen Handelswege.“

Mutti mit Stahlhelm
„Der Terror in Mali bedrohe auch Europa, erklärte Kanzlerin Merkel anlässlich des Besuchs von Alassane Quattra, dem Präsidenten der Elfenbeinküste. Und sie versprach erstmal zwei Transportflugzeuge der Bundeswehr zur Unterstützung des französischen Militäreinsatzes in Mali. Noch findet sie die Beteiligung des deutschen Parlamentes an dieser Entscheidung unnötig. Aber sie sieht schon voraus, dass es noch dicker kommen kann: „Wenn sich die Lage ändert, werden wir uns nicht scheuen, auch ein Bundestagsmandat zu beantragen.“ Ins Deutsche übersetzt: Wenn die Franzosen allein nicht klar kommen, dann muss die Bundeswehr ran. Weiß die Dame über was sie da redet? Ist es die pure Blödheit, oder will sie auch dabei sein, im Club der modernen Kolonialisten? Um den „Terror“ in Mali zu beurteilen, macht es Sinn, sich die postkolonialen Länder unter französischem Einfluss ringsum anzusehen.“ Weiterlesen…

Political Correctness – in Kinderbüchern
Dieselben Leute, die hier so überkorrekt auftreten (zuletzt Kristina Schröder, CDU), stehen für die Ordnung, die Rassismus erlaubt und begünstigt (rigide Asylpraxis, Ausländerrecht, Ausbeuterlöhne u.v.a.m.), bolzenfest ein und halten sich dafür an Kinderliteratur schadlos, die, trotz „Neger“, um Längen mehr Aufklärung bietet als eine noch so saubere Ministerrede. Im übrigen darf man das Eltern ruhig zumuten, ihren Kindern selbst beizubringen, dass man das früher sagte, heute aber aus guten Gründen nicht mehr; wenn das Kind dann fragt: „Warum?“, fängt Pädagogik an, nicht vorauseilend und nicht so gnadenlos verlogen.

Neonazi-V-Mann blieb jahrelang unbehelligt von der Polizei
Die Süddeutsche Zeitung berichtet: „In Thüringen war der Rechtsextremist als V-Mann für den Thüringer Verfassungsschutz tätig. Und in Bayern half er mit, die Neonazi-Szene aufzubauen. Die Polizei ließ Tino Brandt gewähren – auch, nachdem der Zoll an ihn adressierte Bücher mit der Anleitung zum Bau von Rohrbomen gestoppt hatte. Pikant daran ist: Auch die NSU-Mitglieder bauten in den Neunzigerjahren Rohrbomben.“

Wie wir (mal wieder) sehen, war das eine tadellose Hand-in-Hand-Zusammenarbeit zwischen Neonazis und „Verfassungsschutz“. Eine mit unserem Steuergeld finanzierte Zusammenarbeit, die von der Politik gewollt ist. „Die Verfassungsschützer müssen sich aus Sicht der CSU keine Fehler vorwerfen lassen“, berichtet der Bayerische Rundfunk. „Nach der vorläufigen Bewertung der CSU könne keinesfalls von „Staatsversagen“ gesprochen werden.“

Seht ihr: Das waren weder Pannen noch Versagen, was der „Verfassungsschutz“ tat. Es war gewollt und wird von der Politik verteidigt. Schön, dass das auch mal so offen zugegeben wird.

Abtreibungsgegner schicken bezahlte Detektive in Kliniken
Der Tagesspiegel berichtet: „Hinter dem Skandal um katholische Krankenhäuser in Köln steht eine Kampagne radikaler Abtreibungsgegner. Wie sich jetzt herausstellt, hatte eine von Abtreibungsgegnern angeheuerte Detektivin im Oktober 2011 in vier katholischen Kliniken in Köln um die „Pille danach“ gebeten und Einrichtungen, die ihren Wunsch erfüllten, beim Erzbistum Köln angeschwärzt.“

Die BigBrotherAwards 2013 – Jetzt nominieren[/url]
Seit dem Jahr 2000 werden in Deutschland die BigBrotherAwards an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen. Die BigBrotherAwards sind ein internationales Projekt: in bisher 19 Ländern wurden fragwürdige Praktiken mit diesen Preisen ausgezeichnet.

Und zu guter Letzt:

Glimpflich verlaufender Winter 2012/2013

3 Kommentare

  1. @Political Correctness – in Kinderbüchern
    Also bittte nicht die Leute, die aus Afrika kommend im Meer ersaufen oder von den Frontexleuten aufgegriffen werden, als Neger bezeichnen -das ist diskriminierend und herzlos.

    @Fachkräftemangel: nicht tot zu kriegen.
    „Manches Unternehmen könnte deshalb sogar das Land verlassen.“
    Die Bahn verläst das Land? Oh Gott

  2. @Wann wird die EU die Atemluft privatisieren?

    Hoffentlich bald. Dann wird auch dem letzten klar, wie absurd der Privatisierungswahn ist. Es werden Ressourcen die der Gesellschaft gehören an den meistbietenden verschenkt. Damit soll der Nutzen für die Gesellschaft gesteigert werden. Man verschenkt nicht sein Haus um hinterher fröhlich über die billige Miete zu sein.

  3. DE fehlen Fachkräfte?? Also seltsamerweise arbeiten im Landkreis wo meine Eltern leben 35% der Arbeitnehmer nur in Minijobs, die meisten mit mickriger Bezahlung. Bei den Frauen sind es 45%. Da ich einige davon kenne, weiß ich, dass Wunsch eigentlich Voll- oder Teilzeitstellen mit besserer Bezahlung sind.

    Das Arbeitsvolumen ist im Langzeittrend gesunken. Dann wird überall rationalisiert. Und in Stellenausschreibungen sucht man eierlegende Wollmilchsäue. Ausgebildet wird in vielen Gegenden auch zu wenig, v.a. in Großstädten.

    dann kenn ich welche, die angeblich meinen, einen solchen Mangel zu haben, deren Ansprüche an potentielle Kandidaten aber bis zum Erbrechen zu weit gehen. Manche Firma findet es nur ärgerlich, wenn man statt 200 nur noch 20 Bewerber um eine Stelle hat.

    und wo bleiben die steigenden Löhne?

    ist es nicht vielmehr so, dass man immer mehr Tätigkeiten nach unten entwertet, statt mit höheren Löhnen nach oben.

    in Holland gilt ab 2013 auch Equal Pay in der Zeitarbeit ab dem 1. Tag. In Norwegen, DK und Frankreich müssen die auch vernünftig zahlen. Nur hier nicht. Gerade ein Land mit großem „Mangel“ müsste ja erst Recht Wert auf attraktive Bezahlung legen.

    was ist eigentlich mit der gleichzeitig stattfindenen Massenarbeitslosigkeit? Ist ja noch Krise.

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