Aufgelesen und kommentiert 2012-10-04

Manchmal ist man soo müde (FAZ, SPIEGEL, SZ, FOCUS, usw.)
Zu Tode gespart
Die verlorene Generation
Folgen der “Sparpolitik”: Uni-Gebäude quer durch die Republik marode
Arbeitslose fordern Eingangsbestätigung
Peer Steinbrück – Die finanzpolitische Flachpfeife
Sahra Wagenknecht: “Steinbrück ist stolz auf Armutsrenten”
Informationsfreiheit: NRW-Umweltministerium setzt im Umgang mit Journalisten auf Abschreckung
Neonazi-Mordserie: Warum waren auch die Journalisten so blind?
NS-Täter straflos, NS-Opfer entschädigungslos
Rent a Peer

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Es gibt Tage, an denen ist man soooo müde über den geballten Dreck, den man von sogenannten “Journalisten” um die Ohren gedroschen bekommt.

Heutmorgen im Radio gleich die allererste Meldung zum “TV-Duell” zwischen Obama und Romney. “Wer wird der wichtigste Mann Amerikas”, fragt die völlig naive Radiomoderatorin. Dabei werden die wirklich wichtigen Leute aus Wirtschaft, Wall Street und Waffenlobby doch gar nicht gewählt. Und dass es denen völlig egal ist, ob Obama oder Romney deren zukünftige Marionette geben darf, sieht man schon daran, dass sich diese beiden überhaupt für dieses Amt bewerben dürfen. Denn niemals wird dort jemand durchkommen, der die wahren Mächte infrage stellt. Was für Deutschland übrigens genauso gilt. “Wichtig sind vor allem Antworten für die Wirtschaft und die Finanzen”, quillte es dann noch aus dem Radio. Und immerhin war das ehrlich. Denn der Bürger kommt in der Regierungspolitik schon gar nicht mehr vor.

Im Handelsblatt wird ein Malte Buhse davon völlig überrascht, dass unter finanziellen Druck gesetzte Arbeitslose sich lieber unter Wert verkaufen und gleich den erstbesten Billiglohn-Drecksjob annehmen, statt zwei Monate lang kein Arbeitslosengeld zu bekommen. Na wer hätte das gedacht? Übrigens war genau das auch der Grundgedanke hinter Hartz4. Der Pöbel sollte zu jeder Drecksarbeit geprügelt werden können, selbst wenn der Monatslohn unter dem Hartz4-Regelsatz liegt. Man kann sich ja anschliessend noch beim Amt erniedrigen lassen und um “Aufstockung” betteln. Man muss nicht erwähnen, wie das Lohnniveau ein paar Jahre später aussieht, wenn man derart unter Druck gesetzt wird, oder? “Trotzdem plädieren die Ökonomen nicht für eine Abschaffung der Sanktionen.” Logisch, denn vom hohen und unkündbaren Elfenbeinturm eines Professors herab lässt sich schliesslich lachend beobachten, wie der Pöbel dort unten für Hungerlöhne schuftet.

Dann der FOCUS, der mal wieder die “Überschuldung Deutschlands” beklagt und “Wir müssen jetzt ran an den Sozial-Speck, sonst werden wir das nächste Griechenland”, schreibt. Wen Uli Dönch mit “wir” meint, ist klar: Arbeitnehmer, Rentner, Kinder und Arbeitslose natürlich. Als ob die Schere zwischen Arm und Reich immer noch nicht weit genug auseinander gegangen ist. Und dafür werden wieder einmal Mietmaul-Professoren wie Bernd Raffelhüschen aufgefahren und “der kluge neue Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank” zitiert. Welch eine ausgewogene Mischung an Leuten, die noch Bodenkontakt zur Normalbevölkerung haben Und dass es überall, wo es eine Überschuldung gibt, auch ein Übervermögen geben muss, darauf kommt der Nachdenkverweigerer Uli Dönch gleich gar nicht.

Dann war da noch die FAZ, die uns ernsthaft erklären will, dass Exportüberschüsse doch was ganz Tolles sind. Denn diese Überschüsse kann man dann ja, wenn “die Rentnerschwemme über uns hereinbricht”, zum Abfedern der Altersarmut verwenden Dass bis dahin die durch unsere Überschüsse in den Ruin getriebenen Länder wie Spanien, Portugal, Italien und Griechenland längst für bankrott erklärt wurden, geht bereits völlig über den Horizont des FAZ-Tintenknechtes Philip Plickert hinaus. Und das war bei weitem noch nicht der intellektuelle Tiefpunkt seines Geschreibsels.

Bei all diesem stolz präsentierten Hirnausfall möchte auch die Süddeutsche Zeitung nicht intelligent herausragen und schickt Detlef Esslinger ins Rennen, der dann die Korrumpierbarkeit von Peer Steinbrück vom Tisch redet. Super, genau das ist der stets kritische Journalismus, den wir doch alle lieben. Dass ein Peer Steinbrück nun über 7.000 Euro Belohnung dafür bekommt, dass er einige Monate zuvor als amtierender Bundesminister eben genau diese Klitsche mit Grossaufträgen in Millionenhöhe versorgte, ist völlig okay. “Es gibt nicht die geringsten Indizien für einen Interessenkonflikt.” Ja genau

Zu Tode gespart
Jochen Hoff ist zurück – und wie. Da sitzt jeder Satz

Die verlorene Generation
“Das Ausbildungssystem, welches die heutige Generation durchläuft, ist auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz getrimmt. Das Gymnasium führt nun schon nach acht Jahren zum Abitur, das spart viel Geld. Die Universitäten sind Fabriken mit Lernnachweisen im Wochentakt, die Studienzeit ist streng reglementiert, Hörsäle überfüllt. Gleichzeitig zieht sich der Staat immer mehr aus der Finanzierung des Bildungswesens zurück, Bildungsreform ist nur noch ein Synonym für Sparmaßnahmen.

Wenn aber einer all die Bildungshürden erfolgreich gemeistert hat, dann beginnt ein nicht minder brutaler Bewerbungsmarathon, jene Reise nach Jerusalem, auf der freilich fast alle versprochenen Stühle fehlen. Generation Praktikum: Manchmal bekommt man sogar ein Taschengeld. Dann, das große Glück, eine Anstellung, leider nur befristet. Lebensplanung? Familie? Kinder gar?” Weiterlesen…

Folgen der “Sparpolitik”: Uni-Gebäude quer durch die Republik marode
Die Süddeutsche Zeitung hat sich mal umgeschaut, was Steuersenkungen (für Reiche) und “Sparpolitik” bewirkt. Zitat: “Heruntergekommen, baufällig, hässlich – wo man sich auch erkundigt, fast überall wird Alarm gerufen. Der erste Lebenszyklus vieler Gebäude ist zu Ende: Die Fassaden bröckeln, die technische Infrastruktur ist veraltet. Viele Gebäude sind seit der Bildungsexpansion in den Siebzigerjahren nicht mehr renoviert worden, von der Energiebilanz ganz zu schweigen. Das treibt wiederum die Heizkosten in die Höhe. Teils stelle sich sogar die Frage, ob die alten Klötze noch sanierungsfähig sind – oder besser gleich die Abrissbirne kommen sollte.”

Arbeitslose fordern Eingangsbestätigung
Erwerbslose müssen ihrem Jobcenter ständig schriftliche Nachweise liefern. Geht dort ein solcher Nachweis “verloren”, drohen wegen unterstellter “fehlender Mitwirkung” Auszahlungsverzögerungen oder Regelsatzkürzungen. Zumal der Erwerbslose zu beweisen hat, dass er die Nachweise pünktlich abgegeben hat. Und bei vielen Jobcentern muss man um eine Eingangsbestätigung betteln und lange Wartezeiten in Kauf nehmen – falls dieser nicht sogar rechtswidrig komplett verweigert wird. Denn schliesslich geht es bei den Jobcentern nicht um Hilfe für Erwerbslose, sondern ums “Sparen”. Und da sind verlorengegangene Dokumente doch eine prima Gelegenheit, um die Gemeindekasse zu schonen

Und ja: Mir ist völlig unbegreiflich, wie es zu Handgreiflichkeiten und Messerstechereien in den Jobcentern kommen kann. Das müssen wirklich völlig durchgedrehte Einzelgänger sein, die solch schlimme Taten begehen

Peer Steinbrück – Die finanzpolitische Flachpfeife
So jedenfalls hätte ich diesen SPIEGEL-Bericht betitelt, der die zahlreichen Katastrophenentscheidungen des Duo Infernal “Merkel und Steinbrück” auflistet

Bezeichnend übrigens für das ehemalige Nachrichtenmagazin, dass es für eine Recherche wieder einmal eines Gastartikels bedarf – während sich die übrigen Tintenknechte mit kritiklosen Hochjubeln und Arschkriechen begnügen (Klicks auf eigene Gefahr).

Oder mit oberflächlicher Kritik, dass Peer Steinbrück kein Twitter und Facebook benutzt Hallo? Es ist doch völlig egal, ob der SPD-Kanzlerkandidat seine “Mit mir wird es weiterhin Hartz4, Altersarmut und die Rente mit 67 geben” Parolen in die Zeitung drucken lässt, oder sogar selber twittert. Das Ergebnis bleibt für den Wähler absolut ungeniessbar.

Sahra Wagenknecht: “Steinbrück ist stolz auf Armutsrenten”
“Wie kein anderer hat Steinbrück in Deutschland erst den Finanzmarkt dereguliert und dann dazu beigetragen, daß der Steuerzahler für die Rettung maroder Banken gemolken wurde. Außerdem sollten wir nicht vergessen, daß er voll und ganz hinter der unseligen Agenda 2010 steht. Erst kürzlich sagte er, er sei sogar stolz darauf – wer hat da noch Zweifel, was für eine Politik er will? Wer sich eine andere Politik in diesem Land wünscht, kann über diese Nominierung nicht froh sein. Denn damit hat die SPD wieder einmal einen Kandidaten aufgestellt, der sich von Angela Merkel in kaum einem relevanten Punkt unterscheidet.

Die SPD versucht natürlich, sich beim Thema Bankenregulierung zu profilieren – sie weiß genau, daß die Ausplünderung durch die Finanzmafia bei den Steuerzahlern nicht gut ankommt. Der letzte, der daran etwas ändern wird, ist allerdings Bankenfreund Steinbrück. Noch im Juli hat er zugestimmt, daß die spanischen Banken mit 100 Milliarden Euro gerettet werden. Von der Gläubigerhaftung, die er jetzt hochhält, war da keine Rede.

Außerdem: Die LINKE wäre die einzige Partei, mit der sich die Banken an die Kandare nehmen ließen – Steinbrück wird aber mit Sicherheit bei der klaren Absage seiner Partei bleiben. Wenn er seine Bankenregulierung aber mit der CDU oder der FDP durchsetzen will, dann viel Vergnügen dabei.”

Informationsfreiheit: NRW-Umweltministerium setzt im Umgang mit Journalisten auf Abschreckung[/url]
Wenn Journalisten Informationen vom Umweltministerium anfordern, setzt der dort amtierende GRÜNE Minister Johannes Remmel kurzerhand einen Preis von 1.000 Euro pro Anfrage fest. “So lässt sich die lästige Transparenz umgehen und nicht alles, was das GRÜNEN-Ministerium und seine Ämter so treiben, gelangt an das Licht der Öffentlichkeit.”

Dass es bei CDU/CSU, SPD und FDP aufgrund ihrer Käuflichkeit keinerlei Interesse an Transparenz gibt, liegt auf der Hand. Da die GRÜNEN sich genauso verhalten, zeigt nur eines: Sie sind “regierungsfähig”[/url]. Oder genauer gesagt: Sie haben derart viel Dreck am Arsch, dass man ihnen nur ein/zwei verfängliche Dokumente zeigen muss und schon winken sie jedes Gesetz auf Wunsch der Industrie durch. Voll “regierungsfähig” eben

Lacher am Rande: Im offiziellen Wahlkampfprogramm der NRW-GRÜNEN stand übrigens (Zitat): “Das Informationsfreiheitsgesetz NRW wollen wir zu einem Transparenzgesetz weiterentwickeln und Verbesserungen für mehr demokratische Teilhabe einbeziehen.”

Neonazi-Mordserie: Warum waren auch die Journalisten so blind?
Beispielsweise DER SPIEGEL: “Nur wenige Monate vor Bekanntwerden der mutmaßlichen Terror-Zelle hinter der Ceska-Mordserie berichtete man über eine “mächtige Allianz zwischen rechtsnationalen Türken, dem türkischen Geheimdienst und Gangstern” sah. Im August 2011 legte der SPIEGEL nach: Es zitierte eine Quelle der Polizei, die behauptet, die Ermittler zu “einer romantischen Villa nahe des Bodensees führen” zu können. Dort liege die Tatwaffe in einem Tresor. Der SPIEGEL schreibt: “Die Morde, so viel wissen die Ermittler, sind die Rechnung für Schulden aus kriminellen Geschäften oder die Rache an Abtrünnigen.” Nur neun Wochen nachdem dieser Artikel erscheint, erschießen sich Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos in einem Wohnmobil in Eisenach.”

Nun ja, eine Journaille die bereitwillig Begriffe wie “Döner-Morde” verwendet, dürfte auf dem rechten Auge auch ziemlich blind sein. Was aber auch nur absolut Unterbelichtetn überraschen dürfte, welche die vorherrschende Meinungsmache noch immer nicht erkannt haben.

NS-Täter straflos, NS-Opfer entschädigungslos[/url]
Muss man nicht weiter kommentieren.

Und zu guter Letzt:

Rent a Peer[/url]

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