Aufgelesen und kommentiert 2012-04-11

Hessische Jobcenter schikanieren ältere Erwerbslose
Die Ökonomisierung der Sozialarbeit schreitet voran
Arbeitgeberpräsident Hundt: Lohnnebenkosten in Deutschland zu hoch
Von höherer Pendlerpauschale würden nur Gutverdiener profitieren
Cop for Rent
Schleswig-Holsteins SPD-Chef Stegner hält Steinmeier für einen spitzen Kanzlerkandidaten
Dortmund: Strafbefehl für den LINKEN Wolfgang Huste
Wer braucht eigentlich noch Atomkraftwerke?
Wer kommt für Stilllegung und Entsorgung der deutschen AKWs auf?
Aktion: Keine BILD in meinen Briefkasten
Forsa: PIRATEN jetzt bundesweit drittstärkste Partei
PIRATEN ignorieren wird schwerer

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Hessische Jobcenter schikanieren ältere Erwerbslose
Die BILD hatte ja gerade erst wieder auf ihrer Titelseite, dass es ja „so viele Hartz4-Betrüger“ gibt, die allesamt sanktioniert werden mussten. Hier mal ein Beispiel aus Hessen, wie denn überhaupt so viele Sanktionen zustande kommen. Hier werden nämlich Arbeitslose über 50 Jahre systematisch in Hungerlohnjobs geprügelt, die so niedrig ausfallen, dass sie anschliessend trotzdem zur Behörde müssen, um über zusätzliche Zuschüsse überhaupt auf Hartz4-Niveau zu kommen. Zitat: „Denn »normale« Arbeitgeber sind gar nicht eingeladen. Ziel der hessischen Jobcenter ist offensichtlich, die Erwerbslosen dieser Altersstufe als Arbeitskräfte zu Schleuderpreisen an Zeitarbeitsfirmen zu verschachern – denn die offerieren bekanntermaßen nur befristete und mies bezahlte Jobs.“

Und wer sich solchen „Jobs“ verweigert, wird natürlich der Regelsatz gekürzt. Und Verweigerung bedeutet hier bereits, wer sich nicht angemessen gekleidet („Geschäftsdreß“) bewirbt. Ob die Kleidung angemessen war, bestimmt dabei selbstverständlich das Ausbeutungsunternehmen, welches seine Unzufriedenheit über die Bewerber direkt dem Jobcenter („kurzer Dienstweg“) melden kann – welches dann auch sofort sanktioniert. Und wer meint, dass er mit einer ärztlichen Krankschreibung auf der sicheren Seite ist, hat sich getäuscht. Es ist zusätzlich auch eine Reiseunfähigkeitsbescheinigung erforderlich – ansonsten Sanktion. Kurzum: Wir haben es hier mit Staatsterrorismus gegen Arme zu tun.

Unnötig zu erwähnen, dass Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dieses Vorgehen als „Aktionstag 50 plus“ abfeiert und mit Steuergeld fördert.

Die Ökonomisierung der Sozialarbeit schreitet voran
Ein Blick hinter die Kulissen der renditeorientierten Wohlfahrtverbände, die natürlich genauso auf Ein-Euro-Jobber zurückgreifen, wie jede andere Ausbeuterfirma.

Übrigens: Die Wörter „totgeprügelt“ und „Roland Berger“ dürfen ruhig öfter gemeinsam in einem Absatz auftauchen.

Arbeitgeberpräsident Hundt: Lohnnebenkosten in Deutschland zu hoch
Der Typ ist so fertig, der merkt echt gar nichts mehr. Denn wie man Exportweltmeister sein kann, wenn doch angeblich die „Lohnnebenkosten“ zu hoch sind, ist echt schon ein Stück aus der Abteilung mit gepolsterten Tapeten.

Ausserdem sind die „Lohnnebenkosten“ nicht irgendwas schlimmes, sondern mein eigenes Gehalt, welches mir im Falle von Krankheit, Arbeitslosigkeit und Renteneintritt ein Weiterleben garantieren soll. Wenn dieser Hundt daran herumkürzt, gibt es für mich auch weniger Rente und Co.

Von höherer Pendlerpauschale würden nur Gutverdiener profitieren
Tja, so ist das eben mit ALLEN Themen, die über die Steuer abgerechnet werden: Es profitieren IMMER nur die Besserverdiener. Und genau deshalb fordert ja auch die FDP eine höhere Pendlerpauschale.

Man könnte das System natürlich auch umstellen. Und zwar so, dass man die Pendlerpauschale nicht von seiner gezahlten Einkommensteuer abziehen muss, sondern tatsächlich nach Aufwand erstattet bekommt. Man bekäme also tatsächlich z.B. 10 Cent pro Kilometer Arbeitsweg erstattet, egal ob man 1.200 Euro oder 12.000 Euro Monatsgehalt bekommt. Und wer sich dabei mit einem spritsparenden Wagen bewegt, kommt sogar dann noch damit klar, wenn er vom Jobcenter in einen 80 km entlegenen Niedriglohnjob sanktioniert wird. Wer hingegen einen dicken Säufer als Statussymbol benötigt, bezahlt für sein Vergnügen eben weiterhin drauf. Sozial gerechter ginge es angesichts der aktuellen Zustände wohl kaum.

Ihr fragt, wer sowas fordert? Die LINKE ist das[/url]. Lustigerweise also genau die Partei, die der reallohn-verlierende Pöbel am meisten verachtet. „Das Universum und die menschliche Dummheit sind eben unendlich, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“

Cop for Rent
Hervorragend geschrieben!

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Stegner hält Frank-Walter Steinmeier für einen spitzen Kanzlerkandidaten
Ich übrigens auch. Denn Steinmeier hat die ganzen Hartz-Gesetze auskonstruiert und sich dann 2009 als SPD-Kanzlerkandidat mit dem schlechtesten Bundestagswahlergebnis seit Kriegsende belohnt. Mit Leuten wie Steinmeier wird die SPD ihre verdiente Talfahrt fortsetzen. Und ich kann das nur begrüssen, wenn auch innerhalb der SPD so gedacht wird

UPDATE: Geradezu exemplarisch auch Steinmeiers Interview in DIE WELT. Denn sobald er dann einmal inhaltlich wird, muss Steinmeier mit der halben Wahrheit zu Felde ziehen – was vielleicht erklärt, warum er sich so selten inhaltlich zu Wort meldet: „Vor zwei Jahren gehörte ich zu den Ersten, die Konsequenzen aus der Finanzkrise verlangt haben: erstens Neuverschuldung reduzieren, zweitens Regeln auf den Finanzmärkten schaffen und drittens Anlagegeschäfte besteuern“, wirft sich Steinmeier vor den Welt-Journalisten in die Brust. Steinmeier unterschlägt allerdings, dass seine Partei unter seiner Führung in Regierungsverantwortung die Finanzmärkte in noch nie dagewesenem Ausmaß liberalisiert hat und selbst eine Börsenumsatzsteuer – die abgespeckte Variante einer Finanztransaktionssteuer – in jener Zeit vehement im Deutschen Bundestag ablehnte; schade auch, dass Steinmeier ebenfalls unterschlägt, als „Macher“ der Agenda 2010 für das deutsche Lohndumping verantwortlich zu sein und damit für die tragende Ursache der Eurokrise; das alles und noch viel mehr einzugestehen, wäre allerdings auch komplett unglaubwürdig, feiert Steinmeier doch noch heute die vermeintlichen Erfolge der Arbeitsmarkt-„Reformen“. Wer so eine Opposition hat braucht keine Regierung mehr. Weiterlesen…

Dortmund: Strafbefehl für den LINKEN Wolfgang Huste
Seine Straftat war übrigens, dass er (Zitat) „durch einen Link Gelegenheit gegeben hatte, für den 3.September 2011 zur Blockade eines Neonazi-„Antikriegstags“ in Dortmund aufzurufen.“ Solche linksextremistischen Straftaten landen umgehend in die Kriminalitätsstatistik und werden in unserem vorbildlichen Rechtsstaat mit einem Strafbefehl über 3.500 Euro belohnt.

Wer braucht eigentlich noch Atomkraftwerke?
In Deutschland sind derzeit nur noch vier AKWs in Betrieb, alle anderen standen wegen technischer Probleme und zeitaufwendiger Wartungen still. Eine Stromlücke ist dennoch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil wird sogar jetzt noch die Netzeinspeisung erneuerbarer Energien gedrosselt.

„Sie Zahlen zeigen, dass sich die großen Stromkonzerne, die bisher bei den Erneuerbaren kaum mitreden können, Sorgen um ihr Geschäft machen müssen. Von den acht im Jahr 2011 endgültig stillgelegten Reaktoren waren im damaligen ersten Quartal sechs betriebsbereit. Wenn diese von Anfang Januar bis Ende März rund um die Uhr mit voller Last gelaufen wären, hätten sie etwa 13,6 Milliarden kWh erzeugt. Zum Vergleich: Solar- und Windkraftanlagen haben 2011 in den ersten drei Monaten 13,9 Milliarden Kilowattstunden (kWh) erzeugt. In diesem Jahr waren es hingegen schon 19,4 Milliarden kWh, eine Steigerung um 40 Prozent.“

Wer kommt für Stilllegung und Entsorgung der deutschen AKWs auf?
Ratet mal: Die Stromkonzerne mit ihren jährlichen Milliardengewinnen – oder der Pöbel, der ohnehin schon unter Reallohnverlusten leidet?

Aktion: Keine BILD in meinen Briefkasten
Zum 60. Geburtstag der BILD plant der Springer-Konzern eine gigantische Werbemaßnahme: Jeder Haushalt soll am 23.06.2012 ein kostenloses Exemplar bekommen – ungefragt. Verweigern Sie mit unserer Mail-Aktion an die BILD die Zustellung des Jubiläum-Exemplars. Name und Mailadresse rein – und Abschicken.

Forsa: PIRATEN jetzt bundesweit drittstärkste Partei
Und das Lustige daran: Die schwarzgelbrotgrünen Parteien schimpfen wie die Rohrspatzen gegen die PIRATEN und merken dabei gar nicht, dass sie damit nur noch mehr Protestwähler zu den PIRATEN treiben. Denn die sehen sich dann darin bestätigt, dass sie mit einem Wahlkreuz bei den PIRATEN „denen eins auswischen“ können.

Und zu guter Letzt:

PIRATEN ignorieren wird schwerer
Man muss aber keinerlei Bedenken haben. Der weitere Werdegang der PIRATEN ist bereits vorgezeichnet

Ein Kommentar

  1. „Arbeitgeberpräsident Hundt: Lohnnebenkosten in Deutschland zu hoch“

    Nein wir sind nicht Europameister im Export, nein wir haben keine Milliardenüberschüsse, nein Deutschland ist vollkommen unbeteiligt an der aktuellen Eurokrise. Die anderen müssten nur fleißig Überschüsse wie wir erwirtschaften und das Problem wäre obsolent. Leider ist das Ganze eine Nullsumme und Hundt darf weiter bellen.

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