Aufgelesen und kommentiert 2011-07-12

21 Jahre nach Mauerfall: Bis zu 33 Prozent weniger Lohn für Ostdeutsche
Euro-Krise: EZB ruft Finanzinstitute zu Hilfe
CDU fordert Ausgrenzung als Sozialtherapie
Über das Selbstverständnis von Politikjournalisten
Die seltsame PR-Strategie der Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD)
Protest gegen Panzer-Deal: Falsches Maschinengewehr in Berlin aufgestellt
BND-Abteilungsleiter nutze Dienstcomputer für Pornos
FDP-Politikerin Margarita Mathiopolous unter Plagiatsverdacht
Rettungsschirm

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21 Jahre nach Mauerfall: Bis zu 33 Prozent weniger Lohn für Ostdeutsche
Wie man sieht, kommt der Aufschwung XXL tatsächlich an

Euro-Krise: EZB ruft Finanzinstitute zu Hilfe
Jau, „Polizei bittet Verbrecher um Hilfe“ hätte man auch schreiben können. Ein schönes Beispiel dafür, wie selbst die mit hoheitlichen Aufgaben betraute EZB sich freiwillig unter die Fuchtel der Hochfinanz stellt. Hätten wir einen Rechtsstaat, würde die Justiz mal genauer nachschauen, ob da nicht fein säuberlich abgeschmierte, ähem, „Interessenskonflikte“ vorhanden sind. Aber ich fange schon wieder an zu träumen…

CDU fordert Ausgrenzung als Sozialtherapie[/url]
Wow, lest mal, was die CDU von Mecklenburg-Vorpommern den raffgierigen Bankern und Spitzenmanagern vor den Kopf knallt (Zitat): „Die Mehrheit hat Defizite hinsichtlich allgemeiner Regeln des Zusammenlebens. Viele zeigen Verhaltensauffälligkeiten (wie) mangelnde Konfliktfähigkeit, niedrige Toleranzgrenze, Ellenbogenmentalität und Defizite in den sozialen Kompetenzen (beim) Verhalten gegenüber Mitmenschen.“ Ja, da staunt ihr, gell? Und die CDU ist sogar gänzlich knallhart und schlägt folgende Therapie vor (Zitat): „Durch die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften und die damit einhergehende Betreuung werden soziale Kompetenzen erworben.“

Und bevor ihr nun völlig den Glauben verliert, hier des Rätsels Lösung: Natürlich sind diese CDU-Parolen gegen Asylbewerber gedacht. Untermenschen, denen man in konzentrierten Gemeinschaftsunterkünften einen Crashkurs in christlicher Nächstenliebe verabreichen will.

Über das Selbstverständnis von Politikjournalisten
Die Freie Uni Berlin hat knapp 1.000 Politikjournalisten befragt und deren Ergebnisse geben einen sehr schönen Blick auf das Elend, welches sich hierzulande „Qualitätsjournalismus“ nennt. Zitat: „Neun von zehn Journalisten nutzen häufig oder sehr häufig Internet-Suchmaschinen, davon zwei Drittel Nachrichten-Suchmaschinen. Die journalistische Selbstreferenz erhöht sich damit durch das Internet weiter. Eine zentrale Position als Leitmedium kommt hierbei Spiegel Online zu, das von neun von zehn Politikjournalisten regelmäßig genutzt wird.“

Mit anderen Worten: Was beim ehemaligen Nachrichtenmagazin an Kampagnen ausgeschissen wird, wird von 90 Prozent aller anderen „Journalisten“ als stinkende Sprenkel weiterverbreitet. Was mich ja auch spontan an den Heini vom Saarländischen Rundfunk erinnert, der Sahra Wagenknecht interviewte und gleich zu Beginn vom Stapel liess: „Also ich muss sagen, ich hatte noch nie eine Zeile von ihnen gelesen und mangels Fernsehen hatte ich sie noch nie in einer Diskussionsrunde gesehen. Und nachdem, was ich aber in den Zeitungen gelesen hatte, da hatte ich sie mir vorgestellt als eine „Gott sei bei uns“, also eine extremistische und verbohrte Dogmatikerin. Aber ihr Buch hat mich dann doch MEHR als positiv überrascht.“

Das ist typisch geworden für den Nachplapper-„Journalismus“, der niemals selber recherchiert, sondern sich aus Kampagnen ernährt. Und diese vorgefertigten Meinungen werden dann unreflektiert weiter verbreitet. Insbesondere in diesem Punkt ist das Studienergebnis durchaus interessant, dass es lediglich einer handvoll SPIEGEL-Schmierfinken benötigt, um auch nahezu die gesamte Restjournaille auf Linie zu bringen.

Dazu passt auch (Zitat): „Erwartungen und Bedürfnisse des Publikums gewinnen für Politikjournalisten zunehmend an Bedeutung. Die Mehrzahl der Politikjournalisten informiert sich aktiv über Reichweiten-, Marktforschungs- und Verkaufszahlen der eigenen Medienprodukte.“ Im Klartext also: Man schreibt lieber über Personen(kult), als über das System. Denn personalisierte Storys lassen sich eben viel besser verkaufen. Das artet dann in ekelerregend weichgespülten Homestorys aus, in denen sich Politikjournalismus bereitwillig in den Sumpf begeben, um die „richtigen“ Politiker doch als herzensgute und liebenswerte Menschen darzustellen. Dass die umschleimten Personen durch und durch korrupt sind, Kriegsblut an ihren Fingern kleben haben, oder ihre Menschenverachtung durch eigens erstellte Repressionsgesetze ausleben, wird dabei natürlich nicht beleuchtet. Geradezu exemplarisch kann man sich ja mal durchlesen, wie sich der SPIEGEL aktuell am Thema Helmut Kohl[/url] zu schaffen macht – und ob ihr da noch einen Unterschied zum Boulevardblatt „Bunte“ erkennen könnt?

Und Lacher zum Abschluss (Zitat): „Seine eigene politische Einstellung schätzt er (der Politikjournalist) leicht links von der Mitte ein und neigt am stärksten der Partei Bündnis 90/Die Grünen zu.“ Die GRÜNEN, also die Partei der fehlenden Mindestlöhne, der Leiharbeitsausbeutung, des deregulierten Finanzmarktes, der Privatisierungen, der weltweiten Kriegsbeteiligung, der Heuschrecken, der „Rente mit 67“, der Armutsbeschleunigung per Gesetz (Hartz4), der Bußgelder im Krankheitsfall (Praxisgebühr, Zuzahlungen, usw.) und des Otto-Schily-Überwachungskataloges sind für unsere politischen Qualitätsjournalisten also „leicht links der Mitte“? Ein vernichtenderes Urteil, als diese Horde für sich selber ausstellt, hätte ich auch nicht schreiben können.

Die seltsame PR-Strategie der Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD)
Die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern hat einige wohlwollende Berichte für sich anfertigen lassen und wollte diese über sechs Monate verteilt in lokalen Zeitungen veröffentlicht sehen – was natürlich eine derart plumpe Anfrage ist, weches die drei angeschriebenen Lokalblättchen dann natürlich lachend ablehnen und sich jetzt sogar als Verfechter von Pressefreiheit und „politischer Neutralität“ hinstellen

Ganz anders sieht das natürlich bei Angeboten aus der Wirtschaft aus. Propagandaberichte von INSM-Mietmäulern und Versicherungslobbyisten, die den Niedergang des Sozialstaates predigen und kapitalgedeckte Schneeballsysteme als Rettung anpreisen, werden gerne als journalistische Arbeit abgedruckt. Oft steckt ja auch eine nette Summe dahinter, diese Propaganda als neutrale Berichterstattung zu tarnen. Da wissen Qualitätsjournalisten genau zu differenzieren, was man ablehnen kann und was nicht. Siehe auch aktuell die Süddeutsche Zeitung zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung.

Übrigens: Wäre Manuela Schwesig in der richtigen Partei, wären (1) derartige (2) Titel (3) bei unseren stets kritischen und „politisch neutralen“ Qualitätsjournalisten auch ohne jede Bettelei möglich

Protest gegen Panzer-Deal: Falsches Maschinengewehr in Berlin aufgestellt
Das Plastikgewehr (Typ M 16) mit Zielfernrohr stand auf einem Stativ und mit Zielrichtung Berliner Ostbahnhof. Daneben ein Banner: „Erschiesst die Irren – Gewinn einen Leopard 2 Panzer“ Die Polizei rückte mit vier Einsatzwagen an und hat das Plastikgewehr an Ort und Stelle verhaftet

Wo ist eigentlich Innenminister Friedrich? Der ist sich doch sonst nicht zu schade dafür, seine Geistesleere vor aller Leute zu präsentieren. Wo bleiben also seine Forderungen nach einer namentlichen Erfassung aller Käufer von Spielzeuggewehren? Hier existiert vor Friedrichs Augen eine riesige “Schutzlücke“[/url], die es zu schliessen gilt.

Übrigens: Rund fünf Kilometer entfernt haben andere Scherzkekse noch eine weitere Attrappe aufgestellt, die sich „Volksvertretung“ nennt und im Reichstagsgebäude herumwandelt. Auf dem dazu passenden Plakat steht geschrieben: „Kauf die Irren – und du bekommst 200 Leopard 2 Panzer“

Wer etwas Zeit opfern möchte: KenFM über die Hintergründe des Panzer-Deals, zu dessen Analyse auch der Kampfjet-Deal der Amis mit dem Irak hervorragend passt.

BND-Abteilungsleiter nutze Dienstcomputer für Pornos
Jetzt wird zumindest klar, warum die Geheimdienste unbedingt die sogenannte Online-Durchsuchung fordern. Um auch an das Pornomaterial auf den Festplatten des Pöbels heran zu kommen

FDP-Politikerin Margarita Mathiopolous unter Plagiatsverdacht
Und der SPD-Politiker Uwe Brinkmann ist seinen betrügerisch erschlichenen Doktortitel soeben aberkannt worden.

Und zu guter Letzt:

Rettungsschirm
Tja…

Ein Kommentar

  1. Und der SPD-Politiker Uwe Brinkmann ist seinen betrügerisch erschlichenen Doktortitel soeben aberkannt worden.

    Das ist ja toll! Wo dürfen wir die nächsten Doktor-Titel prüfen lassen. Ich habe da noch etliche Kandidaten, die sich so schlecht benehmen, dass auch diese nie einen ehrlichen Titel erworben haben können.

    Da dachte ich besonders an die Spezialisten in den Gesundheits- und Sozialministerien. Ach nein, sie sind überall.

    Wusstet Ihr, dass Blüm Autoschosser und Riester Fliesenleger war? Die haben Ahnung?
    Nein, die haben nur Freunde, wie Maschmeyer und Raffelhüschen.

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