Arbeitsagentur bespitzelt Arbeitslose

So etwas wie natürliche Grenzen scheint es in diesem Land einfach nicht mehr zu geben. Mir haut diese Meldung von pressetext.at den Draht aus dem Hut:

In den Protokollen würden private Details und Informationen über Arbeitslose festgehalten, die nicht mit der Thematik der Arbeitslosigkeit oder der Sozialhilfe in Zusammenhang stehen. Die Existenz der Mitschriften wird vonseiten der Arbeitsagentur bestätigt. “Dass die Arbeitsagenturen andernorts solche Informationen erfassen, kann ich nicht ausschließen”, meint Silke Hansen, Sprecherin der Arge Flensburg, im Gespräch mit pressetext. “In Flensburg werden die Protokolle jedoch ganz sachlich verfasst”, stellt Hansen klar.

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Außendienstmitarbeiter der Arbeitsagentur sollen sogar Schränke der Hartz-IV-Empfänger durchwühlt haben. “Sechs Zigaretten im Aschenbecher der Küche, im Flur befindet sich in einem Schrank eine Plastikdose mit Weihnachtskugeln”, lautet der Auszug aus einer der Mitschriften. “Er erscheint weder verschwitzt noch abgehetzt. Dagegen bilden sich zum Ende des Gesprächs Schweißperlen auf seiner Oberlippe”, beschreibt das Protokoll den Gemütszustand des Arbeitslosen in der Unterredung mit dem Außendienstmitarbeiter. “Eigentlich werden die Protokolle erstellt, um Missbrauch in der Verteilung der Arbeitslosengelder zu verhindern”, so Hansen.

Wie kann man so etwas kommentieren. Was soll ich zu dieser Frau Hansen sagen. Natürlich müsste man ihr 24 Stunden am Tag auf ihr dummes Maul hauen. Aber das bringt ja auch keinen Verstand in ihren Schädel. Die Trulla fühlt sich im Recht. “Die Protokolle werden ganz sachlich erfasst.” Ich fasse es nicht. Ich kriege so etwas einfach nicht in meinen Schädel rein.

Ist das perverse Lust. Sitzt Frau Hansen an ihrem Schreibtsich und steckt sich Stempel in die Muschi während sie solche Berichte liest oder muss sie der hauseigene Wachdienst auf Ein Euro Basis dabei anal befriedigen. Ich verstehe es nicht. Ich habe auch nie die Frauen verstanden die in den Nazi KZs als Wächterinnen auftraten wie Elfriede Rinkel.

Ich habe keine Ahnung ob sich Silke Hansen und Elfriede Rinkel ähnlich sind, da ich beide nicht persönlich kenne. Aber in einem Punkt sind sie gleich. Sie haben nur ihre Pflicht getan und immer korrekt gehandelt. Für mich ist das ein Problem. Einen Kerl der mir auf diese Art kommt, könnte ich mit gutem Gewissen aufs Maul hauen bis er lacht und dann weil er lacht. Aber wie geht man mit solchen Frauen um.

Ich meine die Frage stellt sich nicht. Die eine ist zu alt für den Knast und die andere wird sicher gar nicht angeklagt, weil irgendwie bestimmt alles rechtens, Befehlsnotstand oder ein bedauerlicher Irrtum ist. Was aber passiert wenn wieder Jobs als KZ-Wachen zu vergeben sind. Wollen wir uns dann hinterher wieder hundert Jahre lang schämen und das wird schon nach dem letzten Mal nicht reichen, oder wollen wir endlich solche Menschen aus unserer Gesellschaft heraus bestrafen und in Verwahrung nehmen.

Natürlich ist Silke Hansen ein wenig entschuldigt weil ja auch unser Innenminister keine Grenzen beim Ausspionieren der Bürger kennt. Aber Frau Hansen ist doch ein Mensch, eine Frau. Es mag ja dämlich sein, aber ich erwarte von Frauen einfach mehr Mitempfinden und Mitgefühl als von uns Kerlen. Ich bin sehr enttäuscht. Vor allem von mir und meinem Weltbild.

Aber es stellt sich jetzt natürlich die Frage ob der Stromableser, der Gasman, die Lehrerin, der Arzt nicht schon lange Protokolle über uns schreiben und an wen diese Protokolle weitergegeben werden. Wozu sie letztendlich dienen. Ich glaube dieser Staat liegt in seinen letzten Wehen. Es geht dem Ende zu.

21 comments

  1. Frank says:

    Meines Erachtens ist das etwas OT geraten nun. Daher komme ich noch mal aufs eigentliche Thema zurück: die ARGE Flensburg, die die Leute ausspioniert und Dossiers verfaßt wie weiland die Stasi.
    Meines Erachtens basiert die ganze Funktionsfähigkeit der Hartz IV Gesetzgebung auf Lug und Trug. Würden die ARGE-Mitarbeiter landauf und landab nicht schlecht beraten, fehlerhaft aufklären, drohen und auf rechtswidrige Wise sanktionieren (die erfolgreichen Klagen gegen die ARGEn sprechen eine deutliche Sprache), würde das System gar nicht funktionieren.
    Dieses Gesetz gehört schon allein deshalb abgeschafft, weil es überiwgend einseitig mißbräulich ausgelegt wird. Und zwar nicht von den Hilfeempfängern, sondern von den Mitarbeitern der Jobcenter und Co.

  2. veilchen says:

    Ich komme noch einmal auf die Täter zurück. –
    Mein Vater erkannte damals, dass das alles nicht gut gehen würde. Man hatte ihn als Soldat freigestellt, weil er auf der Zeche arbeitete und wegen eines Arbeitsunfalles auf einem Auge blind war. Es gab ja keine grossen Möglichkeiten anderer Arbeitsaufnahme. – Irgendwann sollte er der Partei beitreten, wo er sich weigerte. Nach etlichem Drängen eines Schulkollegen, äusserte sich mein Vater, dass ihn die Partei am Ar…. lecken könne! Am nächsten Tag war der Stellungsbefehl für ein Himmelfahrtskommando da, von dem keiner zurück kam. Vater muss sich in Danzig einfinden, wo etwa 100.000 Menschen weilten, die alle mit Schiffen flüchten wollten.
    Mittendrin in dem grossen Menschenheer traf mein Vater einen Bekannten, ebenfalls Soldat, einer höheren Position. Der fragte meinen Vater, wohin er wollte, der ihm wiederum seinen Stellungsbefehl zeigte. – Der zog die Stirn kraus und wollte sehen, was er für meinen Vater tun könne. – Nach einer Weile kam er aus dem Gebäude heraus und zeigte ihm einen neuen Einsatzort in einer Kaserne, in der Materialausgabe. – Später wurde natürlich bekannt, dass keiner von dem Himmelfahrtskommando, zu dem mein Vater ursprünglich beordert wurde, zurück kam!
    Der Krieg war zu Ende, mein Vater hatte alles gut überstanden, hatte aber ab 1935 (?) noch Abendschulen neben seinem Beruf absolviert und es fertig gebracht, Kaufmännische Prüfungen abzulegen, sowie den Technischen Zeichner mit tollen Zeugnissen. Ich habe sie noch gesehen!
    1949 hatte mein Vater einen schweren Unfall, stürzte von einer Turbine während der Arbeitszeit und konnte nicht mehr richtig laufen. Für Arbeiten auf hohen Gerüsten war er unbrauchbar. – Er ging 1950 mit seinen Zeugnissen und allen Unterlagen zum Arbeitsamt!
    Zu der Zeit gab es weder Umschulungen, noch irgendwelche Hilfen.
    Die Kriegsschwerbeschädigten hatte man schon alle unter gebracht.
    So und jetzt kommt es: Mein Vater kommt zu einem Sachbearbeiter und siehe da, das war genau der Drecksack, (entschuldigt bitte) der meinen Vater zu dem Himmelfahrtskommando geschickt hatte. Er war ängstlich erstaunt, mein Vater ebenso. – Nachdem der Typ die Unterlagen meines Vaters eingesehen hatte, verschwand er und bat meinen Vater zu warten.
    Irgendwann kam er zurück und mein Vater hatte eine Stelle auf dem Büro einer grossen Firma, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb!

    Mein Vater versuchte später den Typen noch einmal aufzuspüren. Er war verschwunden, nicht mehr am Arbeitsamt. – Entweder war er geflohen oder man hatte ihn wegen anderer Delikte eingesackt!

    Das nennt man ein wenig Gerechtigkeit und man sollte es seinem Gegenüber ruhig mitteilen, dass es auch Tage der Abrechnung geben wird!

    Ich denke, dass das doch zu diesem Thema passt. Wie gut, dass wir das einmal aufgegriffen haben. Es gäbe noch unendlich viel zu schreiben.

    Es bleibt nicht immer so!

  3. Anonymous says:

    Es erinnert mich an Berichte über die weiblichen KZ-Aufseherinnen.
    Ich bin sicher, daß die meisten unseres Landes die NS-Zeit noch gar nicht in ihrer Tiefe begriffen haben. Wie schnell aus der Weimarer Republik eine faschistische Diktatur mit einem funktionierenden Staatsapparat geworden ist….
    In der gegenwärtigen offiziellen Diskussion werden Extremisten zwar verurteil, aber die Ursachen dieser Entwicklungen genauso wenig beleuchtet wie die Strukturen offengelegt, die diese Entwicklung begünstigen.

    Ein Freund wies mich vor drei Jahren schon darauf hin, daß überall Daten von Menschen gesammelt werden, von Wohlfahrtsverbänden, Jugendämtern, Arbeitsgenturen etc. Dieser Freund warnte mich vor der Entwicklung einer autoritären Sekte, die dann über Tod oder Leben entscheiden könnte.

  4. Ines says:

    Ich weiß nicht, ob ich die Rente bekomme, denn
    ich habe mich informiert und verweigere seit
    nunmehr einem Jahrzehnt die Behandlung mit
    dem Medikament, das nicht heilt, aber die
    Krankheitssymptome verzögert. Daß es starke
    Nebenwirkungen hat, ist Nebensache.
    In den Berichten steht es auch brav drin, daß
    ich zwar aufgeklärt wurde über dieses
    Interferon oder Betaferon oder was weiß
    ich noch für ein neues -feron, die Behandlung
    aber ablehne.
    Ich lasse mir also nicht alles gefallen.

    Ich bin sozusagen eine Aufmüpfige.
    Die Gutachterin hat nur den Kopf geschüttelt,
    als ich ihr sagte, daß ich überhaupt keine
    Medikamente nehme. Das kann sie nicht
    verstehen.
    Mal sehen, ob mir das zum Nachteil gereicht.

  5. Nils says:

    Psychiatrisierung ist typisches Vorgehen von “Gut”achtern und Ärzten.

    Gerade wenn Krankheiten vorliegen, deren Ursachen nicht benannt werden dürfen, wird der Kranke regelmäßig als Simulant hingestellt.

    Untersuchungen, die seine Krankheitssymptome objektivieren könnten, werden ihm dagegen gar nciht erst benannt oder, wenn er sich selbst informiert, verweigert(keine Kassenleistung).

    Ein Beispiel dafür ist die PET(Positronen-Emissions-Tomographie), mit der Stoffwechselstörungen(Glukoseutilisationsstörungen), insbesondere des Gehirns festgestellt werden können. Aber bei einem positiven Befund nach einer solchen Untersuchung müßte man ja nach den Ursachen suchen. Da ist es doch viel einfacher, den Patienten zu psychiatrisieren.

    Da legt man sich dann auch nicht mit mächtigen Interessengruppen an.

  6. Auch wenn mir nun der Rest der freien Tage versaut und mir endgültig übel geworden ist und ich beschlossen habe, tapfer beizubehalten, was ich seit Jahrzehnten ohnehin tue: mich von irgendwelchen Behörden so fern zu halten wie irgend möglich: Steckt in allen diesen Geschehnissen nicht irgendwie auch der (68er-)Grundgedanke, endlich wissen zu wollen, wie es möglich war, daß alle davon nichts gewußt haben?

    Was ist das für ein Volk, das sich nicht nur alles gefallen läßt, sondern auch noch dafür sorgt, daß es noch schlimmer kommt? Ich habe länger als vierzig Jahre danach gefragt. Dieses Volk hat nicht geantwortet, und direkt Betroffene wollten mit mir darüber nicht sprechen. Also habe ich bis heute keine Antwort. Eine Zeitlang habe ich geglaubt (ja richtig: geglaubt!), es habe sich geändert. Doch nun bin ich definitif am Ende.

    Erklär Du’s mir, Jochen!

    1. Jochen Hoff ( User Karma: 0 ) says:

      Jean, ich habe nie geglaubt das es sich geändert hat. Ich stamme von Tätern und Opfern gleichermaßen ab. Habe mir also selbst früh die Frage gestellt, wo ich gestanden hätte. Großer blonder, blauäugiger Recke – nur die Augenfarbe ist blau. Motorradfreak, Reiter, Jäger. Da liegt vor dir ein einfacher Weg, wenn du in der richtig falschen Zeit geboren wirst. Ich wurde da nicht geboren. Vielleicht zu meinem Glück. Aber ob ich so stark gewesen wäre. Ich misstraue mir zu tiefst.

      Dann habe ich die Lippenbekenntnisse gehört.Dazu die Lieder die sie besoffen gröhlten. Nicht in meinem Beisein. Ich haue und zwar kräftig. An der Uni die schlagenden Verbindungen. Die hatten sich schon wieder entschieden für den alten braunen Dreck. Natürlich nur wenn die zwei jüdischen alten Herren schon weg waren.

      Die namhafte Kanzlei, der bekannte Telefonhersteller und diese Bank. Überall saßen und sitzen sie. Wie oft hat man mir zugeraunt, es einfach an mir abtropfen zu lassen. Aber das ist wie Vogelscheiße auf guten dunkelblauen Wollmänteln. Das geht nie wieder ab.

      Nein. Wir haben nach 45 die alten Geister weitermachen lassen. Vor allem in der Justiz und der Medizin, aber auch in der Verwaltung. Die wurden angeblich gebraucht. Belastet aber unverzichtbar.

      Sie haben Menschen nach ihrem Bilde erzogen. Diese Menschen sind keine Nazis, aber sie sind deren Denken so nah. Jener Richter der keine Beweise sehen will, die sein Weltbild stören. Der Lehrer der ausgebrannt ist, weil er nie Widerstand leistete. Der leitende Angestellte der alles mitmacht. Der Politiker der zu den alten Werten zurück will.

      Wir waren nie Deutschland. Wir waren Preussen, Wilhelminien, Weimar, Nazideutschland und Besatzgungsdeutschland. Vielleicht ein paar Jahre Demokratie um Brandt herum. Bei Schmidt waren wir schon wieder deutscher Obrigkeitsstaat.

      In der DDR flacherte es ein paar Wochen, dann wurden die blühenden Landschaften versprochen. Wir sind einfach keine Demokraten. Wir schauen immer nur nach der Knute und erwarten den nächsten Hieb.

      In Österreich gibt es zu jeder Vorschrift dreitausendfünfhundert Umgehungsmöglichkeiten und wenn keine davon passt, wird eine neue erfunden. In Deutschland erfinden wir nur Verschärfungen und Ausweitungen für eigentlich milde Regeln. Preussen in seiner schlimmsten Form.

      Silke Hansen hat wahrscheinlich nur einen Befehl mehr als wörtlich genommen. Ich vermute aus Angst. Angst zu haben ist das einzige was wir richtig gründlich gelernt haben. Und wenn einer keine Angst zeigt, dann kommt die Knute.

      Geschichte ist wie ein Rad. Sie bewegt sich zwar vorwärts, aber die Stelle an der sie das letzte Mal durch die Scheiße gerollt ist, ist immer mal wieder oben und immer mal wieder unten. Sie wiederholt sich nicht gleich, aber leider sehr ähnlich.

      Wir gehen mit Menschen schon wieder so um, wie damals bei den Nazis. Nur mit besserer Technik. Diesmal sind offiziell nicht die Juden der innere Feind, sondern es sind die Muslime. Am Ende werden sie uns alle in einem Topf werfen, die linken Atheisten wie mich, die Juden, die Muslime, die Schwulen die Rothaarigen und natürlich die Arbeitslosen, Kranken, Schwachen und Dummen.

      Nein ich kann es dir nicht erkären. Ich kann dir nur sagen, dass ich Angst habe und alles tue, was ich kann, um das Ende welches ich sehe zu verhindern. Aber die Zeit wird knapp.

      1. sliqq says:

        “Nein ich kann es dir nicht erkären. Ich kann dir nur sagen, dass ich Angst habe und alles tue, was ich kann, um das Ende welches ich sehe zu verhindern. Aber die Zeit wird knapp.”

        Dich und andere Blogger bewundere ich oft dafür, jeden Tag die Kraft zu finden, so viel zu schreiben und die Hoffnung zu haben, es ließe sich noch etwas verhindern.
        Ich glaube an gar nichts mehr, schon gar nicht daran, dass die Zeit knapp ist, glaube eher dass alles schon viel zu spät ist.
        Mich zu irren, würde mich ausnahmsweise sehr freuen.

        1. Jochen Hoff ( User Karma: 0 ) says:

          Manchmal ganz selten, bewegt man ja doch was. Man findet seine Sätze eins zu eins im Mainstream, gar auf den Lippen eines Entscheiders.

          Es muss einfach noch mehr getan werden.

  7. veilchen says:

    @Martina,

    in regelmässigen Abständen trudeln in den Kliniken Statistiken ein: “An die Herren Chefärzte”

    Darin wird dann aufgelistet:
    Klinik xxx von Dr. Fummel schickt pro Jahr 300 Patienten in die Rente.
    Klinik xyy von Dr. Unblutig schickt pro Jahr 250 Patienten in die Rente.
    Klinik yxy von Dr. Gewissenlos schickt pro Jahr 200 Patienten in Rente ……… und so weiter!

    Was meint Ihr denn, was mit den Kliniken geschieht, die ganz unten in der Tabelle stehen und was mit dem Chefarzt geschieht, der seinem Gewissen folgen würde??
    Richtig – denen schickt man kaum noch Patienten!
    Und unten drunter steht dann noch als Empfehlung: Wir empfehlen, die Zahlen um 5% nach unten zu korrigieren!

    Welche Chance hat da ein Patient noch, selbst wenn er lügen würde? –
    Bevor ich Rente erhielt, die Arbeitslosenhölle durchmachte, drehte man mich durch diese psychischen, ärztlichen Mangeln des Grauens und ein einziger Gedanke hat mich gestärkt: “Wenn du dich jetzt nicht wehrst, gehst du vor die Hunde.” Obwohl Gutachten über meine schwere Erkrankung vorlagen, stempelte man mich zum Simulanten, bot man mir eine Behandlung in der Psychiartrie an, wegen meiner labilen Psyche!

    Die habe ich ihnen dann gezeigt! Auf einmal ging es ganz schnell. Ich war kein Simulant mehr, ein Vertrauensarzt öffnete mir noch die Tür und brachte mich heraus. – Kein Problem, ich durfte krank sein!! Ich erhielt eine Rente.

  8. LostBit says:
    duckhome wrote:

    Es mag ja dämlich sein, aber ich erwarte von Frauen einfach mehr Mitempfinden und Mitgefühl als von uns Kerlen.

    Ja, das ist sehr dämlich. ;) (Ich darf das sagen, ich bin auch eine Frau und selbst ab und zu mal erstaunt, was für Unmenschen es unter Frauen gibt. Daher halte ich auch nix von der so oft beschworenen weiblichen Solidarität, man muss da schon ganz genau hinschauen, mit wem man sich solidarisiert.) Aber das nur am Rande.

    Die sogenannte Sozialgesetzgebung war m.E. schon immer ein Repressionsinstrument, mit dem das Kapital Bevölkerungsgruppen kaltgestellt hat, die es für unbrauchbar in seiner Produktion hielt und dem andererseits Wege in andere Schichten verbaut sein sollten, weil auch diese ihren sozialen Standard schützen woll(t)en. Das mag früher nicht so aufgefallen sein, weil das nicht diese Massen wie heute betraf, es mehr “Sozialhygieniker” usw. (Sozialarbeiter mögen mir den zynischen Ausdruck verzeihen, aber zynisch bin ich nicht, das sind ganz andere), Betreuungsangebote etc. gab, aber ich sehe da nicht so viel Unterschied. Auch historisch nicht, das ist dem Kapitalismus systemimmanent, wie jedem System, das die soziale Herrschaft einer Minderheit gegenüber einer Mehrheit sichern muss.

    Wer jobmäßig in den Repressionsapparat eingebunden ist, und meint, sich durch besonderen Eifer hervortun zu müssen, sollte sich vor Augen halten, dass solche Systeme längst nicht für alle treuen Gefolgsleute gute Posten bereitgehalten haben. Viele haben anfangs freudig den Faschismus unterstützt und wurden nachher von ihm ermordet. Auch ist “ich habe doch nur meinen Job getan” eine ziemlich dämlicher Ausredenversuch in der historischen Abrechnung.

    Wer jobmäßig in den Repressionsapparat eingebunden ist und Bedenken hat, könnte ja vielleicht mal überlegen, ob es nicht Möglichkeiten zur Bildung von konspirativen Verbindungen zu Betroffenen (z.B. beim ELO-Forum) gäbe und welche Möglichkeiten zur Unterwanderung der Jobcenter und zum Whistleblowing man hat, bzw. man schaffen könnte.

    Man muss übrigens solche Sozialschnüffler nicht in die Wohnung lassen. Abweisen an der Tür mit “tut mir leid kommen Sie am xxx wieder, bis dahin werde ich mir Zeugen besorgt haben” geht ohne weiteres, und muss von diesen hingenommen werden. Und dann nichts wie hin zu kenntnisreichen Unterstützergruppen (nicht zu den besten Freunden, die dann doch nicht wissen, wie man in solch einem Fall auftritt, sondern zu Leuten, die sich zuerst einmal die Namen und Daten derjenigen notieren, die da schnüffeln wollen, und Protest einlegen, falls diese sich unangemessen verhalten.)

  9. veilchen says:

    Sie können mir glauben, dass sich sehr Vieles belegen lässt, wenn man die Masse der Patienten erfasst, die Blutwerte analysiert und mit anderen vorliegenden Berichten vergleicht.
    Diese “Gutachter” wissen auch die Lügen der Patienten einzuordnen. _SIE_ beurteilen ja schliesslich und kein Patient bekommt das zu lesen! Eine Angabe von tägl. 2 Flaschen Bier und nicht so guten Leberwerten und der Patient hat den Stempel des Alkoholikers quer über seine Akte verordnet bekommen. Das bleibt natürlich lebenslang.
    Ich schreibe jetzt auch nicht vom Hausarzt, sondern von Kliniken!

  10. Ines says:

    Das mit der Krankensache habe ich vor höchstens
    5 Wochen selber kennengelernt. Ich habe es
    gewagt, nachdem ich nun schwere Schübe meiner
    MS hatte und nicht mehr richtig Laufen, Greifen
    (es ist ein richtiges Erlebnis, wenn
    einem die Gabel mit dem Essen aus der Hand
    fällt oder der Kaffeebecher einfach sich nach
    unten beugt und den Kaffee auf (natürlich)
    die Hose auskotzt) und stehen kann,
    Erwerbsunfähigkeitsrente zu beantragen. Erst
    hat mir ja einer von der Krankenkasse geholfen,
    das Formular auszufüllen (alles ganz easy)
    aber dann ging es los. Post kam von der
    Rentenkasse. Die wollten sogar mein
    Schulzeugnis haben, und eine Bestätigung, daß
    ich tatsächlich was gelernt habe usw. usf.
    Das hätte ich vor 25 Jahren im Traum nicht
    gedacht, daß ich das Zeugs wirlich mal brauche.
    Nachdem ich ja nun “geborene” Sekretärin bin/
    war, habe ich natürlich alles nachweisen können
    und mußte dann zu einer Gutachterin.

    Die wohnt nicht um die Ecke, nein, ich mußte
    von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen.
    Darauf, daß auf meinem Rentenantrag stand, daß
    ich nur in Begleitung irgendwo hin kann,
    scheint es nicht Wert zu sein, zu achten.
    Jedenfalls wohnt die Gutachterin, genauso wie
    ich, mitten in der Pampa, was die Fortbewegung
    mit Öffis irgendwie nicht einfach macht.
    Zumal ich, wie gesagt, nicht richtig Laufen
    kann.
    Weiter: Los ging es dann mit den (von veilchen
    erwähnten) dämlichen Fragen. Ausgerastet bin
    ich, als die von mir wissen wollte, wie alt
    meine Eltern sind und meine Geschwister und
    was die alles machen und wie das Verhältnis
    mit ihnen ist und war.

    Ich habe letztes Jahr meinen 40. gefeiert,
    was geht es die an, was für ein Verhältnis ich
    zu meinen Eltern habe? Sie hat mich aber nicht
    rausgelassen und meinte nur, daß das die
    Versicherung bräuchte. Sie würde mich nur
    begutachten, entscheiden würden die von der
    Versicherung. Dem Grinsen der Ärztin hätte ich
    am liebsten auch ein Ende bereitet. Aber da
    ich ja was will (ich habe ja viele Jahre
    eingezahlt in die Kasse) habe ich die Füsse
    stillgehalten.
    Probleme gab es allerdings bei dem Verständnis,
    daß ich seit 4 Jahren Selbständig bin bzw.
    Freiberuflerin. Erst als ich ihr erklärte, ich
    wäre Freiberuflerin, genauso, wie sie selber,
    hörte ihr Lachen schlagartig auf und ich konnte
    wieder raus.
    Was die wohl mit den ganzen Daten machen?
    Bisher habe ich noch keine Antwort oder eine
    Bescheinigung bekommen.
    Aber sie hat es geschluckt, daß mein Vater
    ein Säufer ist und seinen Hund prügelt. Da
    war ihr Weltbild wohl wieder in Ordnung, weil
    das wohl für meine Erkrankung ausschlaggebend
    ist.
    Ob ich wohl Rente bekomme? Es handelt sich dann
    ja um grandiose 600 Euro im Monat. Vermutlich
    bin ich diejenige, die das Land in den Ruin
    treibt.
    Aber seltsamerweise gehe ich schon seit
    längerem davon aus, daß ich beobachtet werde.
    Kann das aber nicht begründen oder beweisen.
    Wenn ich wüßte, daß da jemand in der Kälte
    steht, würde ich ihm ja einen Kaffee anbieten
    wollen. Aber so “grande geheim” geht das ja
    nicht

  11. veilchen says:

    Hallo,
    es treibt einem den Schaum vor den Mund, wenn man liest, was so alles geschieht.
    Habe im Gesundheitswesen gearbeitet. Bei jedem Krankenhausaufenthalt-Kur-Reha wird alles festgehalten, wie Charaktermerkmale, Körper- und Geisteszustand, ausgemessen, gewogen, welche Vorlieben vorhanden sind, wie das Sexualleben ist, ob man schon einmal in einem Krankenhaus war, wie viel Alkohol man trinkt, jedem wird ein Schlüssel vergeben und er wird in Schubladen einsortiert!

    Das holt einen immer wieder ein. Diese Angaben bleiben nicht nur in den Archiven. Warum sollte man sie denn sonst wohl erstellen?
    Da glaube mal, dass es über JEDEN Unterlagen gibt. Es gibt einen vorgeschriebenen Fragenkatalog, den meist der Jung-Arzt von dem Patienten abfragen muss.
    Und zuletzt kommt natürlich alles in die Statistik.
    Einen schönen Tag noch

    1. Jochen Hoff ( User Karma: 0 ) says:

      Ja und die Folge davon ist, das die Patienten lügen was das Zeug hält und damit auch die wichtigen Fragen beim Arzt falsch beantwortet werden.

      Ob es überhaupt Leute gibt die ihren Arzt nicht belügen?

      1. Martina says:

        Ob es überhaupt Leute gibt die ihren Arzt nicht belügen?

        ;) Vertausche mal die Positionen des Subjekts und Objekts in deinem Satz. Die sich daraus ergebende Frage könnte dann auch manchmal passen. ;)

        Ich müsste mal in mein Blog-Archiv einsteigen und nach den Fragebögen suchen, die – wenn mich meine Erinnerung nicht trügt – damals erarbeitet wurden, für die Besuche der “Betreuer” bei den Arbeitslosen vor Ort. Ich meine, der Artikel hat die Überschrift “Ich hätte da mal eine Frage”. Ob der Artikel aber in meinem aktuellen Blog ist oder noch drüben bei den {Variationen} müsste ich mal überprüfen.

        Ich habe inzwischen die beiden Artikel gefunden. Die in dem einen Text hinterlegten Links zum Kompetenzzentrum mit den entsprechenden Fragen an die HartzIV-Empfänger sind aber mittlerweile abgeschaltet und führen auf eine 404.

        Dennoch hilft vielleicht dieser Link dabei, zu erkennen, dass schon vor einigen Jahren die ersten Zeichen der Aushorchung am Horizont standen.

        Auf jeden Fall war das damals für mich ein Startzeichen, dass die Privatsphäre eines Arbeitslosen nicht mehr gelten soll(te).

  12. saizew says:

    ähnliche Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich mir vor einigen Jahren eine dieser Reality-Doku’s anschaute;
    “Auf Streife mit …” oder dieses Zeuchs…. ein Polizistenpärchen in irgendeiner Norddeutschen Stadt.
    Der Tonfall, das respektlose, widerliche Auftreten und Verhalten… Ich dachte spontan, die Trulla würde sich prima als KZ-Wärterin eignen.
    Gib einigen Deutschen eine Uniform oder ein Amt, und Du erschrickst, weil Du sie nicht wieder erkennst…
    Klar, es gibt auch auf der anderen Seite bei deren “Klientel” widerliches, menschenverachtendes Verhalten. Aber das ist noch lange kein Grund, die eigene Menschlichkeit, das eigene Mitgefühl und Mitempfinden wegzuschmeissen.

    1. Testflieger says:

      Es ist genau dieses “Die Protokolle werden jedoch ganz sachlich verfasst”, das so beunruhigend ist. Passt tatsächlich zu den KZ-Wärterinnen im nächsten Blog-Beitrag. Weshalb werden in Deutschland unsinnige oder gefährliche Gesetze bloß so buchstabengetreu befolgt? In südlichen Ländern wie Italien sind das für jeden, der einen Funken Verstand oder Mitgefühl hat, bestenfalls Empfehlungen, die man ja auch ein bisschen anders sehen kann…

      Wo Kadavergehorsam endet, sieht man wirklich im nächsten Blog-Beitrag “Eines Ungeistes Kinder”. Es fängt übrigens immer mit Sprache an – man redet von Arbeitslosen, Sozialschmarotzern, Illegalen, dem Staat schadenden. Es geht aber um arbeitslose MENSCHEN, MENSCHEN nicht-deutscher Abstammung und MENSCHEN ohne gültige Aufenthaltspapiere (ich würde in vielen Fällen gar nicht so weit gehen, “Menschen ohne Aufenthaltsberechtigung” zu sagen.)

      Zwei Wünsche: Also passt auf eure Sprache auf. Und spielt nicht die Helden, wenn es zu spät ist und ihr selbst auf der Abschussliste steht, das kann niemand verlangen. Denkt lieber nach, was ihr tut, und verweigert euch, so lange das noch möglich ist.

    2. Jochen Hoff ( User Karma: 0 ) says:

      Bei den Dingern hoffe ich ja immer noch das die getürkt sind. Das die überziehen um interessanter zu sein. Wenn ich mir vorstelle Toto und Harry wären echte Polizisten. Grauslich. So doof kann doch niemand sein.

      Natürlich gibt es unter den Hartz IV Empfängern Betrüger, wie in den deutschen Vorstandsetagen und der Politik.

      Genauso selbstverständlich gibt es unter den Hartz IV Empfängern diejenigen, die einfach nicht in der Lage sind normal zu leben. Die könnten aber auch nicht arbeiten. Bedürften einer echten Betreuung. Sind Sozialfälle.

      Der große Rest wurde aber bewusst in diese Position gebracht um Druck auf die Löhne und Arbeitsbedingungen ausüben zu können.

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