Aleppo: Die Wahrheit, die sich der Westen weigert, zu berichten

 

Von Andrew Ashdown                               Übersetzung FritztheCat

Andrew Ashdown ist Priester der Kirche von England und studiert die christlich-moslemischen Beziehungen in Syrien. In den letzten Tagen hat er Ost-Aleppo besucht. Dies ist der Bericht seines Besuchs in dem Gebiet vom 14. Dezember, den er auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte.

An diesem Morgen besuchten wir das Registrierungszentrum für Binnenflüchtlinge (IDP) aus Ost-Aleppo in Jibrin. Sie werden hier aus humanitären Gründen und für den Zugang zu Dienstleistungen registriert, bevor sie entweder zu Verwandten in anderen Teilen Syriens gehen (viele tun das) oder in andere Aufnahmelager, wo sie mit Unterkunft, Essen und anderen Dienstleistungen versorgt werden. Während der letzten zwei Wochen wurden 95.000 Flüchtlinge registriert, aber man schätzt, dass es noch weitere 10.000 Nicht-Registrierte gibt. Dort standen Tausende Menschen, die in den letzten Tagen angekommen sind. Ich muss hier erwähnen, dass wir den Besuch in einem Taxi machten, ohne Begleitung der Regierung oder des Militärs und ohne Vorankündigung. Man hatte uns nicht erwartet.

Das Zentrum ist gut organisiert. Der syrische Rote Halbmond hat Zelte aufgestellt in denen Informationen zu allen Einrichtungen der sozialen Dienste angeboten werden und es gibt freie medizinische Betreuung. Bei einem Notfall stehen Krankenwägen zur Verfügung um die Patienten in ein Krankenhaus zu bringen. Kostenloses Essen wird vom syrischen Roten Halbmond und der syrischen Armee verteilt und wir sahen einen Konvoi russischer Lastwagen der Hilfsgüter brachte. Auf dem Gelände gibt es auch ein russisches Feldlazarett in dem sofortige medizinische Behandlung angeboten wird.

Unter den Tausenden Flüchtlingen ist ein Gefühl der Erleichterung zu spüren. Alle wollten reden und wir haben einige interviewt, die erst gestern oder heute ankamen. Sie erzählten alle das gleiche. Sie sagten, dass sie in Angst leben mussten. Sie berichteten, dass die Kämpfer jedem erzählten, dass die Syrische Armee jeden tötet, der in den Westen flieht, aber sie selbst haben viele getötet die zu fliehen versuchten – Männer, Frauen und Kinder. Eine Frau brach in Tränen aus als sie uns erzählte, dass einer ihrer Söhne vor einigen Tagen von den Rebellen getötet und ein anderer verschleppt wurde. Sie töteten auch jeden, der eine Unterstützung für die Regierung zu erkennen gab. Die Flüchtlinge sagten, dass die „Rebellen“ ihnen gesagt hätten, dass nur jene „echte Moslems“ seien, die sie unterstützen und dass jeder andere ein „Ungläubiger“ sei und den Tod verdiene.

Uns wurde erzählt, dass sie sehr wenig Nahrung bekamen: Jede Hilfe, die sie erreichte, sei ihnen meistens verweigert oder zu exorbitanten Preisen verkauft worden. (Ein Arzt, der wochenlang mit den Flüchtlingen arbeitete, hat mir letzte Nacht erzählt, dass in einem kürzlich befreiten Gebiet ein Lagerhaus voll mit brandneuen Medikamenten mit internationaler Beschriftung entdeckt wurde.) Die meisten der Flüchtlinge sagten, dass eines ihrer Familienmitglieder von den Rebellen getötet worden sei und sie sprachen dauernd über weitverbreitete Morde, Folter, Vergewaltigung und Entführung durch die Rebellen. Wenn jemand seine Wohnung verließ, dann wurde das Eigentum und der Besitz konfisziert oder gestohlen.

Ein alter Mann in einem Rollstuhl, der in dem russischen Feldlazarett kostenlose Behandlung bekam, sagte, dass er drei Jahre lang keine Behandlung bekam obwohl er danach fragte. Er sagte: „Gott sei Dank sind wir frei. Jetzt haben wir zu essen. Jetzt können wir unser Leben führen. Gott beschütze die Syrische Armee.“ Alle sagten, dass sie froh seien, entkommen und frei zu sein. Alle Flüchtlinge waren ausnahmslos von Herzen erleichtert und glücklich frei zu sein. Eine Frau sagte: „Im Vergleich zu dem, was wir durchmachten, ist das hier der Himmel.“ Wir fragten, ob die Syrische Armee jemanden schlecht behandelt habe. Niemand sagte Ja. Eine Frau sagte: „Sie halfen uns zu entkommen und sie geben uns Essen und Hilfe.“

Daher habe ich zwei wichtige Fragen:

1. Im Moment sind es nur der syrische Rote Halbmond, die Syrische Armee und die Russen, die für die Zehntausende aus Ost-Aleppo Geflohenen humanitäre Hilfe leisten. Warum bietet ihnen jetzt keine der internationalen Organisationen Hilfe an?

2. Wie kann es sein, dass während weltweit Schlagzeilen über Massaker durch die Syrische Armee verbreitet werden und obwohl einige internationale Medien in Aleppo sind, dass kein Einziger von ihnen das Registrierungszentrum besucht und einmal selbst mit den Flüchtlingen spricht? Wir waren dort die Einzigen. Hier sind Menschen, die es erlebt haben und gerne darüber reden möchten, aber die Medien nehmen nicht belegbare Behauptungen sehr dubioser Quellen für bare Münze. Der Zusammenbruch jeglicher Form von glaubwürdigem investigativem Journalismus in diesem global bedeutenden Zusammenhang ist äußerst schockierend.

– CNNs beliebtester „unabhängiger Filmemacher“, der amerikanische Dschihadist und Al Qaeda-Mitglied Bilal Abdul Kareem in einem Interview mit Sheikh Abdullah Muhaysini, dem Anführer von Jaish al Fatah: Von den Saudis erzogen und finanziert, Ausbilder für jugendliche Selbstmordattentäter, Richter und Henker von Glaubensabtrünnigen, Oberster Kopfabschneider und Massenmörder.

Ergänzend: Der oben gezeigte Bilal Abdul Kareem wurde von der Propaganda des ZDF – namentlich Sandra Theiß –  als Bewohner Aleppos verkauft, der einen „Hilferuf über Facebook“ senden würde.

ZDF 17.12.2016 heute 19.00 Uhr

Bilal Abdul Kareem: „Hier sind tausende Menschen. Ich habe Angst, dass es den Russen gelingt, die Welt zu überzeugen, dass hier niemand mehr ist. Sie können sich vorstellen, was dann mit dem Rest von uns passiert.“

Dass die ZDF-Propagandistin Theiß hier übelste Hetze verbreitet, ohne auch nur den Hintergrund dieses US-amerikanischen Dschihaddisten zu erklären, sagt alles über die politische Agenda dieses Senders. Thomas Pany hat auf Telepolis eine klare Einschätzung zu Kareem:

„Bilal Abdul Kareem steht den Dschihadisten nahe, er hat Sympathien für sie, wie sich jeder überzeugen kann, der sich seine Videos anschaut. Seine Interessenslage ist eindeutig.“(Telepolis)

Heute wurde berichtet, dass das Abkommen für 4.000 Kämpfer, Aleppo zu verlassen, gescheitert ist, nachdem die Kämpfer sich geweigert haben, das Abkommen zu erfüllen. (Ich kenne die Details nicht, aber überlegen Sie… Es gibt nicht einen Grund warum die syrische Regierung möchte, dass dieses Abkommen scheitert, es würde die völlige Befreiung der Stadt bedeuten!) Es wurde berichtet, dass sich die Kämpfer weigern zu gehen oder die Zivilisten gehen lassen.

Es ist nur noch obszön: Die westlichen Medien weigern sich, objektiv zu berichten oder nach Informationen von den Tausenden Zivilisten aus Ost-Aleppo zu suchen, die ihre Geschichten gerne weitergeben möchten. Und gleichzeitig vertrauen die westlichen Medien voll und ganz den Terroristen, ohne jede vor Ort belegbare Information ihrer Behauptungen.

Von den Zivilisten im Osten und Westen (Aleppos), aus allen Gemeinden, von Gesprächen mit Ärzten, mit Glaubensgemeinschaften und auch mit Militärangehörigen, die die Bombardements auf beiden Seiten erlebt und durchlebt haben, nach allem was ich in Aleppo gesehen und gehört habe, komme ich zu der Überzeugung, dass die Berichte in den westlichen Medien verbogene Erfindungen des Schreckens sind, der in in den von den „Rebellen“ kontrollierten Gebieten passiert. Und die Medien weigern sich immer noch, dem Zeugnis der Menschen selbst zuzuhören.

Nachtrag: Weihnachten kommt nach Syrien. In ein Land und eine Stadt, in der Menschen aller Glaubensrichtungen frei ihrem Glauben nachgehen können; wo Moscheen und Kirchen Seite an Seite stehen; und wo in den Cafes und Restaurants Weihnachtsmusik erklingt. Und dennoch trauert die Welt wegen der Niederlage der Extremisten in Aleppo. Extremisten, die christliche und moslemische Gebetshäuser zerstören und jeden abschlachten, der nicht ihrer obszönen Ideologie folgt.

Quelle: Propagandaschau 

 

2 Kommentare

  1. Ich finde es ja gut, dass Sie einen Artikel der Propagandaschau drucken, der mal der gängigen Meinung des Mainstream von Gut und Böse in Syrien widerspricht.
    Die Propagandaschau ist meines Wissens eines der alternativen Medien, die immer mal wieder wahlweise als verschwörungstheoretisch, neurechts, antisemitisch usw. bezeichnet werden. In der Regel ohne Belege und ohne Erklärung des Wortes Verschwörungstheorie, das übrigens nach Kennedies Ermordung von der CIA in die Welt gesetzt wurde um Zweifel an der Version der Einzeltäterschaft Oswalds zu unterdrücken. Ähnliche Funktion der Diffamierung von Mutmaßungen erfüllt dieses Wort natürlich heute, obwohl wir alle ganz genau wissen, dass Verschwörungen nicht die Ausnahme sondern Routine sind und schon immer waren. Was soll die Verdummung mit diesem Wort also? Sie benutzen es in Ihrem Artikel über Udo Ulfkotte, einem anderen Mitglied der breiten Palette der alternativen Medien. Auch er war medienkritisch. Mich interessiert einzig, ob eine Behauptung stimmt oder nicht. Das wäre zu prüfen und wenn sie stimmt, hat man sie in sein Realitätsbild einzubauen, egal wer es gesagt hat oder was der sonst noch gesagt hat. Das wäre ein anderes Thema. Es geht erstmal nicht um die Person sondern um die Sache – oder zieht man Realitätsverlust vor? Ich finde etwas nur dann gut, wenn die Rechten das nicht auch finden? Sind die Rechten gerade mal für Frieden muss ich für Krieg sein etc.? Noch verblödeter geht es nicht. Ich habe zufällig nichts von Ulfkotte gelesen, wiewohl ich von seinem Buch gehört hatte, und kenne nicht alle seine Standpunkte. Ich kenne aber KenFM ziemlich gut, habe mindestens 100 Videos davon schon gesehen. und kann beim besten Willen nichts finden, was da rechts sein sollte, es ist eindeutig links, ob man es nun mag oder nicht. Kritik an Israel, das aber höchst selten Thema ist, ist für mich allerdings völlig o.k., wie an jedem anderen Land auch. Niemand darf jemals über aller Kritik stehen. In den 70ern war es für L i n k e, die meist pro-palästinensich waren, noch völlig normal Israels Politik zu kritisieren, die ja auch gegenüber den Palästinensern inhuman ist. Das 3. Reich war ein anderes Thema, aber erlittenes Leid ist eben keine Rechtfertigung dafür anderen Leid zuzufügen. Ken Jebsen ist iranischer Abstammung und auch alles andere als antimuslimisch. Für Pegida hat er nichts übrig. Wie kommen Sie also dazu, ihn als “rechts” zu bezeichnen? Nur weil “man” das sagt? Er ist jedoch sehr USA-kritisch, nicht was das amerik. Volk, sondern was die imperiale Politik der USA betrifft und das dürfte das Problem sein. Aus diesem Grund wird er von den etablierten transatlantisch orientierten Medien (sorry, das ist absolut nachweisbar) bekämpft und sie nennen jeden, der sie infrage stellt “rechts”. Ist das denn so schwer zu erkennen?
    Man könnte doch erstmal nachprüfen. Aber jeder der dieses Wörtchen hört, stellt jegliche selbständige Denktätigkeit augenblicklich ein. Das EEG würde eine flache Linie zeigen. Das ist ein interessantes Phänomen. Vor allem für PR-Strategen. Es schreit geradezu danach, es sich zunutze zu machen. Dafür schnellen die emotionalen Kurven in die Höhe, zeigen Angst: Wenn ich dem zuhöre, dann bin ich ja dann vielleicht auch so, hat mich dann noch jemand lieb? Mache ich dann noch Karriere? Sehr erwachsen, wie? Au weia. Es ist nicht weit her mit der Meinungs- und Gedankenfreiheit in Deutschland und sie wird auch nicht geschätzt, lieber will man hyperkorrekt sein. Typisch deutsch eigentlich. Bloß nicht aus der Gänseherde fallen Und nur nicht eigenständig denken. Könnte es sein, dass vor allem d a s die größte Gefahr von rechts ist? Wann kommen die Bücherverbrennungen? Oder heißt das heute Internetkontrolle?

  2. Ich bin für Sachargumente, nicht für ideologische Zuordnung, mit der man nur einer inhaltlichen Debatte aus dem Weg gehen will. Das bringt mir nichts. Die hier zitierte “Propagandaschau” wird von vielen als rechts vom hier geschähten KenFM gesehen. Nur um dieses höchst dumme und schädliche Theater mit der Nazi-Keule mal zu veranschaulichen. Hören wir doch endlich auf mit dem Quatsch.

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