Alarmstufe Rot für die Weltwirtschaft

Wer neben den politischen Nachrichten auch immer ein Auge auf die Nachrichten von den Börsen und dem Finanzwesen hat, erlebte in letzter Zeit einen erstaunlichen Wandel. Die Rohstoffmärkte fahren in breiter Front gegen die Wand. Dass dabei der Ölpreis, als politische Waffe der USA gegen Venezuela und Brasilien benutzt und als Knüppel gegen Russland gezeigt wurde ist nur ein Teil der Wahrheit. Auch das Saudi-Arabien den Ölpreis als Waffe gegen seine Nachbarländer und Russland benutzt um seine kruden religiösen Vorstellungen durchzusetzen ist ebenfalls nur ein Teil der Wahrheit.

Denn neben dem Öl gehen auch fast alle anderen Rohstoffe baden. Der Minenbetreiber Anglo American will sich bis Ende 2016 aus betrieblichen Gründen von der Hälfte seiner Mitarbeiter trennen, bei Glencore und Freeport-McMoran sieht es nicht anders aus. Der Rohstoffexperte Christian Gerlach von GAM schildert ein dramatisches Szenario:

Im Laufe der vergangenen sechs Monate sank der breit aufgestellte GSCI-Rohstoffindex um mehr als 16 Prozent. Alle zyklischen Rohstoffe wie Kautschuk, Benzin und Stahl sind um weit über 20 Prozent gesunken

..

Dies ist der dramatischste Einbruch seit 2008. Es sollte nun klar sein, dass dieser breite Preisverfall nicht nur ein einfacher Angebotsschock durch das amerikanische Schieferöl ist. Es steckt viel mehr dahinter”, sagt Gerlach. “Es mag sein, dass die Korrektur beim Öl etwas übertrieben ist, aber eine nachhaltige Wende nach oben kann ich nicht erkennen

Tatsächlich sind die Rohstoffmärkte sein Juni 2014 um rund 50 Prozent gefallen und überall hört man von Entlassungen und gar Einmottung ganzer Minen. Da die Märkte oft nur noch Zockerbuden sind, kann man ihnen nicht trauen, aber wenn die Minienbesitzer Minen schließen und radikal und rasant Personal abbauen dann ist das ein Warnsignal. Sie glauben nämlich nicht daran, dass sich die jetzige Situation so schnell ändern wird.

Gerlach warnt davor, dass die Entwicklung der, der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts gleicht die uns als Great Depression bekannt ist. Er könnte recht haben, da sich ja heute schon die europäischen Länder, Japan und China einen Wettlauf liefern, wer die weichste Währung zu bieten hat, was damals auch so war.

Aber selbst wenn man die Dinge mit etwas Abstand betrachtet. Das Schuldgeldsystem mit der Zinseszinsfalle ist am Ende seines Zyklus angekommen. Den Konsumenten fehlt weltweit das Geld für Konsum. Die wenigen die den größten Teil des Geldes besitzen haben alles was sie besitzen wollen und können einfach nicht mehr konsumieren.

Die Nachfrage bricht ein weil niemand da ist der nachfragen könnte. Beginnend mit den Rohstoffen, klappen die einzelnen Wirtschaftszweige nach und nach zusammen. Ein geradezu klassisches Beispiel ist die Meldung, dass die Käufer von Neuwagen immer älter werden, wie die Autoexperten des Center Automotive Research (CAR) errechnet haben. Lag das Durchschnittsalter der Neuwagenkunden vor 20 Jahren noch bei 46,1 Jahren, liegt es heute bei 53 Jahren.

Das ist logisch. Wenn die Menschen in Leiharbeit, unbezahltem Praktikum und Niedriglohn gehalten werden, dann können sie sich keine Neuwagen leisten. Das heißt die Neuwagenkäufer werden sehr schnell noch älter werden und am Ende werden die Menschen zu alt sein um sich überhaupt noch Neuwagen zu kaufen oder aufgrund von Rentenkürzungen gar nicht mehr dazu in der Lage sein.

Das Autoszenario trifft im Grunde genommen auf alle Bereiche zu. Da ist es schön wenn sogenannte freie Wissenschaftler, wie die Konjunkturexperten um den Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt für Deutschland einen jahrelangen Aufschwung vorhersagen und das Ifo-Institut beifällig dazu lächelt.

Wer also die Wahrheit nicht wissen will, kann in der heiligen Kirche der Volkswirtschaft einfach glauben. Aber der Glaube an einen Aufschwung produziert keinen Aufschwung und die Theologen dieses Glaubens wie Schmidt, werden hinterher tausend Dinge zeigen die falsch gelaufen sind um zu verschleiern, dass sie nicht in die Zukunft sehen können, sondern nur das wahrsagen, von dem sie glauben, dass es die Herrschenden hören wollen.

5 comments

  1. ninjaturkey says:

    Wenn heute eine Menge Leute eingekauft haben, dann liegt es daran, dass Donnerstag Sylvester ist, Freitag Neujahr und Samstag und Sonntag keiner einkaufen will oder kann. Wir haben heute auch unseren Wocheneinkauf für neun Tage getätigt.
    Erstaunt war ich in diesem Jahr über die Preise für das Sylvestergeballere. So billig war Pyrotechnik noch nie zu haben. Brot und Spiele eben. Schaut man einmal in die Einkaufswagen der Mitbürger, springen einen die Niedrigpreissegmente allerdings direkt an. Ein paar Grundnahrungsmittel, billiger Wein, ein paar Nichtmarken-Produkte zum Feiern. Ja, es wurde eine Menge gekauft, aber billig und gleich bis Ende nächster Woche.

    Kommt gut ins Neue Jahr aber spart Euch die Wünsche – es gibt nämlich nichts.

    1. Doed says:

      Bitte vergleichen Sie mal die Nichtmarken-Produkte mit den Markenprodukten. Die günstigen Produkte verzichten oft auf Sachen wie Glutamat, Aspartam, Maltodextrin als Quasi-Streckmittel und weiteren Zusatzstoffen. Die Großen leben nur vom Namen, nicht von vermeintlicher Qualität.

  2. quantux says:

    Also ich kann auch in die Zukunft sagen!!!

    Ich musste für Sylvester gerade eben einkaufen. Dafür 3 Läden betreten. Alle 3 waren proppevoll.
    Alle Käufer hatten die Wägelchen mit Waren nur so beladen, wie ich es selten erlebt habe.
    Aller verfügbaren Kassen waren in Action.
    Und da ging Ne Menge Geld in die Kassen rein- uiiii.

    Wenn ich meine 100% Erfahrung jetzt hochrechne und dann über ganz Deutschland verteile, ja dann …..

    Das es Läden gab in denen eher wenig bis gar keine Kunden waren, habe ich ganz, ganz schnell wieder gestrichen aus meinem Kopf. Passte nicht recht.

    Ich schätze mal, dass sich meine Methode wohl wenig unterscheiden wird, von diesen Hochstaplern die einem so alle einfallen.

    Mahlzeit.

  3. anko says:

    Da bin ich gespannt wann der Crash kommt. Meine Prognose ist 2015 plus drei Jahre.
    Man muss wirklich nicht studiert haben um zu erkennen das wenn man wie in Deutschland 7 bis 15 Millionen Bürger vom Konsum aussperrt (Hartz4) und bei denen die noch arbeiten gehen dürfen/ können die Löhne ständig senkt, keine Auswirkung auf den Konsum hat! Das System kann dann einfach nicht funktionieren, es muss kaputt gehen! Und das ist auch gut so, den ständiger Konsum ist kein Lebensinhalt und zerstört in den Maßen in denen wir das tun die Umwelt!
    Mir graut nur davor was danach kommt.

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